Suchmaschinen- & SEO-Blog
SEO-Qualifikation: wie sieht die Zukunft aus?
Obwohl es SEO als Thema bereits seit über zehn Jahren gibt und in den letzten Jahren auch einen Stammplatz im Marketingmix gefunden hat, unterscheidet sich die SEO-Branche doch stark von anderen Disziplinen wie SEM oder auch Display-Marketing. Recht niedrige Einstiegsbarrieren gekoppelt mit einer eher flachen Lernkurve sorgen auf der einen Seite dafür, dass es mehr Nachwuchs als in vergleichbar großen Disziplinen gibt. Ein sehr dynamisches Umfeld mit viel Spezialwissen und die nötige Erfahrung sind aber auf der anderen Seite der Grund dafür, dass die Anzahl wirklich guter Allround-SEOs überschaubar ist. Da trotz der quartalsweisen „SEO ist morgen tot“-Beiträge glaube ich mittlerweile Konsens besteht, dass es auch in den nächsten Jahren Suchmaschinen geben wird, ist die Deckung der Nachfrage nach guten SEOs ein wichtiges Thema für die Branche. Doch woher nehmen?
Vielfach hört man da die Stimmen, die den „klassischen“ Weg vorschlagen: das massenweise verfügbare SEO-Wissen im Internet lesen, eigene Projekte betreiben, lernen und diesen Prozess so lange erneut durchlaufen, bis das Ergebnis stimmt. Ich kann diesem Weg eine gewisse Sympathie nicht absprechen, da ich meine SEO-Kenntnisse genau so erworben habe. Das war spannend, ich habe viel Neues gelernt und auf diesem Weg eine Menge Spaß gehabt. Die Nachteile: es dauert, ist zeitlich also nicht mit einer Ausbildung zu vergleichen und auch nicht unbedingt für alle Typen von Lernwilligen geeignet. Da liegt es nahe, dass in vielen Bereichen das Rad nicht von jedem angehenden SEO erneut erfunden werden muss, sondern bereits vorhandenes und etabliertes Wissen kompakt und zeitschonend vermittelt wird. In den letzten Jahren ist sowas eher innerhalb von größeren SEO-Agenturen, die damit ihren Nachwuchs ausbildeten passiert, mittlerweile gibt es aber auch firmenübergreifende Initiativen. Mario Fischer ist dort mit seinem Engagement an der FH Würzburg sicherlich ganz vorne zu vermerken, aber auch SEO-Veteran Gerald Steffens möchte mit der heute vorgestellten Akademie für Fortbildung in Suchmaschinenoptimierun (sogar der Name ist bereits suchmaschinenoptimiert) den Markt nach vorne bringen. Ich stehe solchen Vorstößen positiv gegenüber, da ich glaube, dass sich die Branche gerade in Deutschland langsam professionalisieren muss. Während andere Branchen diesen Schritt bereits hinter sich haben, ist der externe Blick auf die „laienhaften SEO-Krauter“ nicht überall positiv. Alle Schritte, die für ein höheres Niveau in der täglichen SEO-Arbeit sorgen, sind also willkommen. Ich bin gespannt, wie das Angebot angenommen wird und wünsche Gerald viel Erfolg. SEO: gefühlter Handlungsbedarf
Wenn ich in meinen Twitter-Stream schaue oder mir das tägliche SEO-Update auf Seo.at abhole, habe ich zeitweilig das Gefühl, dass sich die SEO-Welt kontinuierlich schneller dreht: fast minütlich scheint es neue Formate, Verticals, Integrationen, Algorithmusänderungen und Verbesserungen zu geben. Gerne werden diese Nachrichten so intoniert, dass jeder professionelle SEO davon ausgeht, umgehend handeln zu müssen, um nicht morgen vom Google-Hades jenseits Position 100 empfangen zu werden. Zur fortwährenden mentalen Gesundheit des geneigten Lesers hier eine andere Sichtweise:
Als Google sich vor über 10 Jahren dazu aufmachte, die Suchwelt neu zu erfinden, gelang mit der Einbeziehung von Links in das Ranking eine Revolution: die Qualität der Trefferlisten wurde massiv erhöht und es dauerte nicht lange, bis der Marktanteil der Suchmaschine den Ergebnissen von Wahlen in Nordkorea nahe kam. In den Anfängen waren die SERPs-Verschiebungen, die bei den regelmäßigen „Google-Dances“ zu beobachten waren noch massiv – Google musste mit einer Vielzahl von Faktoren und Dämpfungswerten experimentieren und diese in das bestmögliche Verhältnis zueinander setzen. Das hat nach ein paar Jahren allerdings recht gut funktioniert und Google kam dem gewünschten Optimum immer näher: entsprechend geringer wurden die Regelungsschritte, die vorgenommen werden mussten. Auch bei der Einspielung tiefgreifender Algorithmusänderungen, die einen Großteil des Index betreffen, hat Google sich in den letzten Jahren vornehm zurück gehalten. So sorgt ein Update wie Panda, bei dem prozentual nur ein sehr geringer Teil der Seiten betroffen ist zwar für große Aufregung, ist aber im Umfang bei weitem nicht mit einem Florida-Update (2003) zu vergleichen. Wer heute im organischen Index erfolgreich sein will, optimiert im Grunde nicht anders als vor 5 Jahren: eine sauber strukturierte Seite, die Nutzung passender Keywords sowie möglichst hochwertige Links sind weiterhin das Rezept für den SERP-Erfolg. Entsprechend sollte auch der Fokus eines SEO auf diesen Punkten liegen – alle weiteren Themen, seien es Social-Signals oder die neuerdings von Google regelmäßig geworfenen Nebelkerzen, sollten nicht den Blick auf die wirklich wichtigen Faktoren verstellen. Nutzung sozialer Netzwerke
SEO braucht regelmäßig neue Hype-Themen, damit es nicht langweilig wird. Irgendwann wurde jeder Link im Internet von allen Seiten beleuchtet und diskutiert und damit danach die Themen für Konferenzvorträge nicht ausgehen, werden Sachen wie „latent semantische Optimierung“ erfunden und für rund ein Jahr durch die Republik getrieben. Jetzt aber zu einer ganz anderen Sache: Social Media ist ja, auch in Bezug auf Rankingsignale, das nächste große Ding. In der Toolbox werten wir die drei größten Netze (Twitter, Facebook, Google+) nun seit einiger Zeit auch aus und ich habe mir die Daten geschnappt und möchte in diesem Posting einen Überblick über die Nutzung der Social-Media-Buttons bieten.
Wir schauen uns die Anzahl von Stimmen, die über Social-Buttons der Netzwerke abgegeben wurden für eine sehr große Anzahl von URLs an und ziehen diese Daten auf Domainbasis zusammen. Für das folgende Diagramm habe ich die Anzahl der Stimmen der drei Netzwerke untereinander vergleichen. Basis sind die Top-1.000 Domains nach Sichtbarkeitsindex – dabei wurden Domains, die nicht klar deutschen Nutzern zuzuordnen sind, nicht mitgewertet: ![]() Deutlich zu sehen, dass Facebook klar in Führung liegt, mehr als zwei Drittel aller Votes im Social-Bereich kommen von Facebook. Twitter liegt noch bei rund 20 Prozent. Wenn ich an die regelmäßigen Jubelmeldungen zur Nutzung von Google+ denke, die alle 2 bis 4 Wochen ausgeliefert werden, so kann ich das anhand dieser Zahlen nicht bestätigen. Aber dazu später mehr. Die gleiche Auswertung erneut, doch dieses Mal für sieben weitere Länder: ![]() Das geänderte Bild, das sich gerade in den USA sowie in England ergibt, ist übrigens keine Schwäche von Facebook in diesen Ländern sondern beruht auf einer Stärke von Twitter: die Verbreitung und Nutzung von Twitter ist dort deutlich höher als bei uns. Gegen @justinbieber kommt @becker_boris einfach nicht an. Zurück nach Deutschland: in folgenden Diagramm sind die Domains nach Branchen sortiert, auch hier wurden Domains, die nicht überwiegend durch deutsche Nutzer frequentiert werden, aussortiert: ![]() Es zeigt sich eine Zweispaltung der Socialmedia-Nutzung in Deutschland: je internetaffiner die Zielgruppe ist, desto höher ist die Nutzung von Twitter. So erreicht man im Internet- sowie SEO-Bereich deutlich mehr Nutzer mit Twitter als mit Facebook. In Breitenbereichen wie Sport oder auch Verkehr sieht das wieder ganz anders aus: dort wird fast ausschließlich Facebook verwendet, Twitter geht fast unter. Die höchste Verbreitung hat Google+ übrigens mit 3,5% bei uns SEOs, in allen anderen Branchen liegt das Netzwerk bei weniger als 1%. IndexWatch: Verlierer 2011Verlierer Nachdem wir gestern die Gewinner 2011 veröffentlicht haben, sind heute die Websites an der Reihe, welche prozentual im vergangenen Jahr die meiste Sichtbarkeit bei Google verloren haben. Auch diese Auswertung basiert auf dem SISTRIX Sichtbarkeitsindex. Bei den Verlierern wurden nur Domains berücksichtigt, deren Sichtbarkeitsindex zum Jahresanfang mindestens 5 Punkte betragen hat. Darüber hinaus wurden Fälle mit Domainumzügen herausgefiltert.Die Liste ist wie erwartet geprägt durch das Panda-Update von Google. Etliche Panda-Betroffene findet man auch in der Liste der Verlierer für das Gesamtjahr 2011 wieder. Auffällig ist der hohe Anteil an Preisvergleichen und Plattformen für Produkttests wie z.B. alatest.de, kelkoo.de, wikio.de, shopzilla.de und preisvergleich.de. Mit nextag.de gibt es immerhin ein Beispiel aus der Liste, bei dem ein Preisvergleich es in der aktuellen Woche geschafft hat dem Panda zu entfliehen. Ansonsten ging das Panda-Update und Google für das gesamte Jahr 2011 insbesondere gegen jede Form von zusammengescrapte Inhalte und zahlreiche Social-Bookmark-Services vor. Dabei ist mister-wong.de das seltene Kunststück gelungen, es zwei Jahre hintereinander in die Jahresliste der Verlierer zu schaffen. Offenbar kann man auch ein totes Pferd noch erschießen. Eine andere Form des mehrfachen Todes kann man bei misterinfo.com beobachten. Nachdem Google 2010 bei misterinfo.de die Lichter ausgeschaltet hat, konnte das tote Pferd noch eine Zeit lang durch einen Domainumzug auf misterinfo.com geritten werden, bis der Panda auch dort zugeschlagen hat. Wenigstens reichte der letzte Ritt noch aus, um die Plattform an die Axel Springer AG zu verkaufen, die es aber wohl eher auf das Know-How der Mitarbeiter und nicht auf die Content-Farm abgesehen hatte. Noch erfolgreicher als das Panda-Update haben einige Websitebetreiber selbst ihre Sichtbarkeit bei Google vernichtet. So war handys-mobile.de beispielsweise eine Website mit einem Sichtbarkeitsindex von über 20 Punkten und vielen guten Rankings zu sehr attraktiven Keywords. 2011 ist die Domain ganz aus dem Web verschwunden und die Tatsache, dass die Domain jetzt auf eine Rechtsanwaltskanzlei in Hamburg registriert ist, läßt ein unglückliches Schicksal vermuten. Was immer dort passiert ist, die komplette Stilllegung der Domain war wirtschaftlich sicherlich nicht die beste Lösung. Das Land der Laptops und Lederhosen wurde 2011 seinem Ruf nicht ganz gerecht. Mit elternimnetz.de und familienhandbuch.de wurde die Google-Sichtbarkeit von gleich zwei Familien-Websites im Umfeld von bayerischen Ämtern und Staatsinstituten zerlegt. Bei elternimnetz.de vermute ich mit einem Blick auf die Backlinkdaten ein zentrales CMS für mehrere Plattformen, bei dem die Redakteure gerne mal mit internen CMS-Links von starken Domains auf die anderen Websites verlinken und so für massenhaft zusätzlichen Duplicate Content sorgen. Die schönen sprechenden URLs auf der Website sind bei den Backlinks jedenfalls selten zu beobachten. Bei familienhandbuch.de scheint es Streitigkeiten zwischen den ursprünglichen Herausgebern und dem Staatsinstitut für Frühpädagogik zu geben. Ob diese dazu geführt haben, dass Artikel mit guten Rankings inzwischen auf die Startseite weitergeleitet werden und massenhaft Unterseiten auf „noindex“ gesetzt wurden, können sicherlich nur die Betreiber beantworten. Ein beliebter Fehler ist auch immer wieder der parallele Betrieb von mehreren Domains für ein und dieselbe Website. So scheinen sich die Betreiber von apotheke-online-internet.de sich nicht entscheiden zu können, ob sie ihre Website auf dieser Domain oder doch lieber pharma24.de laufen lassen. In Summe verlieren beide Domains. Die gleich Unentschlossenheit ist beim Deutschen Krebsforschungszentrum zu beobachten, die sich nicht zwischen krebsinformationsdienst.de und krebsinformation.de entscheiden können. Wertvolle Informationen zu einem wichtigen Thema bekommen so nicht die Sichtbarkeit bei Google, die sie eigntlich verdient hätten. Es wäre sinnvoller die Backlinks beider Domains zu bündeln und keinen Duplicate Content zu erzeugen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass 2011 viele Websites zu den Verlierern gehören, die auf Sand gebaut wurden und von den Google-Nutzern wahrscheinlich auch kaum vermisst werden. Websites mit minderwertigem Content werden von Google immer besser erkannt und sind kein langfristiges Geschäftsmodell. Darüber hinaus findet man einige Verlierer, bei denen die Betreiber aufgrund typischer SEO-Fehler selbst für den Rückgang ihrer Sichtbarkeit verantwortlich sind. IndexWatch: Gewinner 2011Gewinner Traditionell veröffentlichen wir im Januar immer eine Aufstellung der SEO-Aufsteiger und -Absteiger des vergangenen Jahres. Auch diesmal beginnen wir mit den Gewinnern. Die Liste wurde auf Grundlage des SISTRIX Sichtbarkeitsindex erstellt und zeigt die Domains mir dem größten prozentualen Zuwächsen in 2011. Wir haben dabei nur die Gewinner-Domains berücksichtigt, deren Sichtbarkeitsindex zum Jahresende mindestens 5 Punkte betragen hat, um Daten von einigermaßen prominente und etablierte Kandidaten zu liefern. Domains, bei denen ein Domainumzug die Ursache war oder die Ende 2010 kurzzeitig eine Penalty hatten und deswegen in diese Liste gerutscht wären, wurden nicht aufgenommen. Diese Einträge wären ungeeignet anzuzeigen, was im letzten Jahr gut bei Google ankam.Auf Platz 1 finden wir mit der Software-Download-Plattform brothersoft.de ein sehr junges Projekt und auf Platz 2 mit gamestats.org ein Portal für Browserspiele. Wer hoch fliegt, kann tief fallen und man darf sich nicht wundern, wenn es mit diesen beiden Domains bald ein Wiedersehen bei den Verlierern des Monats geben wird. Ein sehr interessanter Fall begegnet uns mit gh.de auf Platz 3. Die Treffer in den Suchergebnissen werden per 301-Redirect (Moved Permanently) auf geizhals.de weitergeleitet. Offenbar handelt es bei diesem Fall um einen Bug bei Google, dass nicht die Weiterleitungsziele in den SERPs angezeigt werden. Vermutet man hier eine ungewöhnliche Einstellung in den Google Webmaster Tools, die eventuell diesen Effekt erzeugen, lohnt sich ein Blick auf einen weiteren Gewinner 2011. Die Domain dpaq.de ist ein URL Shortener der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Auch hier werden die URLs per 301 auf andere Webadressen weitergeleitet. Im Gegensatz zu gh.de handelt es sich bei dpaq.de jedoch zu einem großen Teil um externe Ziel-Domains. Es kann eigentlich nicht das Ziel von Google sein die Zieladresse zu verschleiern und stattdessen die Webadresse des URL Shortener in den Suchergebnissen anzuzeigen. Auf den weiteren Plätzen findet man verschiedene Gruppen von Domains. Erwähnenswert sind sicherlich bekannte aber noch relativ junge Marken, deren starke Ausbreitung auch in den SERPs zu beobachten ist. Hierzu zählen Domains wie android.com, tumblr.com und facebook.com. Aber auch alteingesessene Marken sind unter den Gewinnern 2011 zu finden. Hier kann man Beispiele wie universal-music.de, berliner-zeitung.de und christ.de nennen. Solange es weiterhin solche schlafenden Riesen gibt, die wachgeküsst werden können, braucht sich die SEO-Branche wahrlich keine Gedanken über Beschäftigungsmangel zu machen. Während universal-music.de Anfang 2011 noch bei Suchanfragen zu seinen populären Künstlern wie Amy Winehouse, Mariah Carey oder Jennifer Lopez nicht in den Top 100 zu finden war, ist die Domain nach einer Investition in SEO-Maßnahmen bei diesen und vielen anderen Keywords nun ein Dauergast unter den ersten 10 Treffern. Die Universal Music Group wird diese Investition sicherlich nicht bereuen. Auch im Shop-Bereich ist zu beobachten, dass mit den entsprechenden SEO-Maßnahmen auch ohne eine lange History der Domain weiterhin sehr attraktive Rankings zu umkämpften Keywords realisiert werden können. Beispiele sind elektronik-star.de, moebel-sensation.de, moebel-profi.de, autoteiledirekt.de und einige weitere Domains. Auch in diesem Bereich wird wieder deutlich, dass es sich bei SEO immer um einen ständigen Prozess und niemals ein abgeschlossenes Projekt handelt. Der SEO-Wettbewerber schlafen nicht und es gibt immer neue Herausforderungen und Aufgaben. Als ein interessantes Beispiel für Wachstum möchte ich noch die Domain giga.de erwähnen. Grundsätzlich ist SEO-Wachstum insbesondere durch mehr Links und mehr Content zu realisieren. Giga ist es 2011 einigermaßen erfolgreich gelungen beides durch die Integration von macnews.de auf einen Schlag erheblich zu steigern. Solche Mergers & Acquisitions sind sicherlich in Zukunft ein interessantes Wachstumsmodell im SEO-Bereich und ich kann mir vorstellen, dass wir noch einige Konzentrationsbewegungen sehen werden. Zusammenfassend läßt sich sagen, dass sich untern den Aufsteigern 2011 wieder viele Websites befinden, die es „verdient“ haben. Reine SEO-Projekte ohne inhaltliche Qualität werden von Google immer besser als solche identifiziert und besitzen in der Regel nur eine kurze Lebensdauer in den SERs. Morgen schauen wir uns dann die Verlierer 2011 an. 2012 - Erwartungen & Dramen
Waren die letzten Monate des alten Jahres mit der Geburt unserer Kinder eine Erfahrung auf komplett neuem Gebiet, hat meine Aktivität hier im Blog unter der mangelnden Zeit leider etwas gelitten. Da sich sowohl Schlaf- als auch Zeithaushalt langsam wieder normalisieren und ich natürlich auch nicht ohne Vorsätze in das neue Jahr gehen kann, möchte ich in diesem Posting einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen und Themen des neuen Jahres riskieren.
Als ich 2002 hauptberuflich mit der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen begonnen habe, war der „Markt“ der Google-SERPs von einer deutlich höheren Nachfrage nach Content und Inhalten generell geprägt, als das Angebot der damals vorhandenen (und indexierten) Webseiten decken könnte. In den folgenden 5 Jahren hat das dazu geführt, dass insbesondere im Longtail-Bereich nahezu jede Seite gerankt hat. In diesen Jahren konnten Firmen wie Holidaycheck, Softonic oder auch Chefkoch groß werden. In den letzten Jahren haben sich die Verhältnisse gewandelt: nahezu jedes Startup träumt von großen (und billigen) SEO-Erfolg und auch die meisten etablierten (Offline)-Firmen kümmern sich um das Thema. Fortschritte in der Indexierbarkeit von Webseiten durch Google aber auch durch CMS-Anbieter und günstige Angebote von Textfabriken führen dazu, dass Google seit einiger Zeit in einer recht luxuriösen Situation ist: es gibt mehr passende Inhalte als angezeigt werden können, Google hat also die Wahl. Was das heißt, ist im vergangenen Jahr mit dem Panda-Update erstmalig deutlich geworden. Ich gehe davon aus, dass Google diesen Weg auch 2012 fortführt und bei steigendem Content-Angebot seine Filtermöglichkeiten anpasst und verbessert. Hinzu kommt, dass Google selber in diese Gleichung eingreift und mit der Ausweitung von vertikalen Suchmaschinen das Angebot in lukrativen Branchen deutlich ausbaut. In den USA konnten wir in den letzten Monaten bereits schön integrierte Flug- und Hotelsuchen sehen und es würde mich nicht wundern, wenn diese noch vor dem nächsten Jahreswechsel auch in Deutschland auftauchen. Dank Schaltjahr dürfte Google jedenfalls ausreichend Zeit für diesen Schritt haben. Etwas skeptisch stehe ich der aktuellen Euphorie um Signale aus sozialen Netzwerken als maßgeblichen Rankingkriterien gegenüber. Natürlich schaut sich Google kontinuierlich nach Möglichkeiten zur Verbesserung und Erweiterung des Algorithmus um, wenn ich allerdings die zahlreichen Social-Daten, die wir in der Toolbox mittlerweile auswerten zusammenfasse und analysiere, so sehe ich dabei keine Gefahr, dass Links als primärer Rankingfaktor in naher Zukunft abgelöst werden. Andererseits hätten SERPs, die komplett aus Nyan-Cat-Videos bestehen würden natürlich auch ihren Reiz … Abschließend noch der obligatorische „Google is Evil“-Hinweis: ähnlich wie Microsoft von einigen Jahren, wird Google auch 2012 seine Marktmacht nutzen, um wichtige Entwicklungen in den Markt zu drücken. Chrome wird sich weitere Marktanteile sichern und mit der Energie, mit der Google seinen (sehr guten) Browser weiterentwickelt, werden Alternativen wie der Internet Explorer sowieso aber auch Firefox leider auf der Strecke bleiben. Google wird damit maßgeblich über das Tor zum Internet bestimmen: auf dem Desktop via Chrome, auf dem Handy mit Android. Jetzt aber genug der Apokalypse. SEO-Stammtisch Köln/Bonn am 16.12.2011
Der SEO-Stammtisch Bonn wird im Dezember ausnahmsweise in Köln stattfinden. Wir unterstützen damit das bundesweite Charity-Event "Betrunken Gutes Tun" von Mediadonis.
In den fünf Regionen Köln/Bonn, München, Berlin, Hamburg und Nürnberg treffen sich alle trinkfreudigen Trunkenbolde am Freitag, den 16.12.2011, von 19–22 Uhr an einem der fünf Weihnachtsmärkte. Für jeden innerhalb dieser 3 Stunden getrunkene Glühwein (oder selbstverständlich auch jedes alkoholfreie Heißgetränk) spenden die Sponsoren (Goldenen Trunkenbolde) mindestens einen Euro an eine Charity-Organisation. Je mehr Leute kommen und je mehr getrunken wird, um so mehr wird gespendet. In Köln/Bonn gehen die Spenden an die Organisation Lichtblicke. Anmelden könnt Ihr Euch auf www.betrunkengutestun.de. Dort gibt es auch alle Infos zu dem Charity-Event. Wir freuen uns auf einen spaßigen Abend und hoffen, dass Ihr zahlreich mit einem großen Dursts erscheint, damit der Spendenbetrag kräftig steigt. Bewertungen als Rankingfaktor bei Google Places
Für meinen Vortrag „Local Search und Google Places“ haben wir eine Sonderauswertung der SISTRIX-Daten durchgeführt. Ein Schwerpunkt der Untersuchung war, ob die Anzahl Bewertungen zu Google Places tatsächlich ein nachweisbarer Rankingfaktor sind.
Zu diesem Zweck haben wir auf google.de die Suchergebnisseiten (SERPs) zu 1 Mio. Keywords (jeweils 1. SERP) und die Detailseiten zu 110.257 Google Places untersucht. Die Google Places-Seiten zeichneten sich dadurch aus, dass sie in der Websuche Rankings zu den 1 Mio. untersuchten Keywords erzielten. Es war also keine Zufallsauswahl, sondern es handelt sich um eine Auswahl von „erfolgreichen Google Places-Seiten“. Das sollte bei der Interpretation der Ergebnisse unbedingt berücksichtigt werden. Insgesamt haben wir bei 3,7 Prozent der SERPs eine Integration von Places-OneBoxen (Universal-Seach-Integration) gefunden und bei 1 Prozent der SERPs sogenannte „hybride lokale Treffer“ (Blended Place Search). In Summer enthielten also 4,7 Prozent der SERPs Treffer mit Google Places-Informationen. Bei den SERPs mit einer Places-OneBox, die mehr als einen Place enthielt, war das sogenannte „7-Pack“ (7 Places) mit 48,34 Prozent die häufigste Form, gefolgt von dem „3-Pack“ (3 Places) mit 34,08 Prozent. Überraschend häufig war außerdem noch das „2-Pack“ mit 17,56 Prozent zu beobachten. In einzelnen Fällen haben wir zudem Boxen mit 4 Places, 5 Places und 6 Places gefunden, deren Anteil jedoch in Summer unter 0,03 Prozent lag. Bei den Places-OneBoxen besitzen 36 Prozent der Places mindestens eine Google-Bewertung und 64 Prozent besitzen keine Google-Bewertung. Seit Juli 2011 zeigt Google in den SERPs nur noch die Google-Bewertungen an, also Bewertungen, die direkt bei Google Places oder Google Hotpot abgegeben wurden. Nutzermeinungen von externen Bewertungsplattformen wie qype.com, booking,com, holidaycheck.de usw. werden hingegen jetzt nur noch in der Vorschau und auf den Places-Detailseiten verlinkt. Die erste untersuchte Hypothese lautete daher: „Google Places Seiten mit vielen Google-Bewertungen besitzen im Schnitt ein besseres Ranking in den Places-OneBoxen“. Wie die folgende Grafik zeigt, kann diese Hypothese voll bestätigt werden. ![]() Bezogen auf die 3-Packs besitzen der 1. Treffer im Schnitt 1,92 Google-Bewerungen, der 2. Treffer 1,37 und der 3. Treffer nur noch 0,94 Google-Bewertungen. Auch bei den 7-Packs nimmt die durchschnittliche Anzahl Google-Bewertungen mit absteigenden Positionen kontinuierlich ab, so dass eine starke Korrelation zwischen den Merkmalen zu beobachten ist. Auffällig ist, dass die Treffer in den 7-Packs gegenüber den 3-Packs deutlich mehr Bewertungen besitzen. Die Anzahl Bewertungen zu verschiedenen Places könnte für Google also ein Signal sein, ob ein ein 3-Pack oder ein 7-Pack angezeigt wird. Als nächsten Schritt haben wir untersucht, ob auch eine Korrelation zwischen der Anzahl Bewertungen von externen Bewertungsplattformen und dem Ranking in Places-OneBoxen vorhanden ist. Die zweite Hypothese lautet also: „Google Places Seiten mit vielen Nutzermeinungen von externen Bewertungsplattformen besitzen im Schnitt ein besseres Ranking in den Places-OneBoxen“. ![]() Wie die Grafik zeigt, konnte auch diese Hypothese sowohl für das 3-Pack als auch für das 7-Pack eindeutig bestätigt werden. Die Abstände zwischen den einzelnen Rankingpositionen sind allerdings im Verhältnis geringer, was darauf hindeuten könnte, dass externe Bewertungen ein schwächerer Rankingfaktor sind als Google-Bewertungen. Zur Bewertung der Ergebnisse muss man sagen, dass die beobachtete Korrelation zwischen Rankingposition und durchschnittlicher Anzahl Bewertungen noch keinen eindeutigen kausalen Zusammenhang beweist. Die Places-Treffer könnten gute Positionen haben, weil sie viele Bewertungen besitzen oder sie erhalten viele Bewertungen, weil sie gute Positionen und damit viel Sichtbarkeit haben. Theoretisch könnte auch ein kausalen Zusammenhang zu einer dritten (intervenierenden) Variable wie „gepflegter und optimierter Eintrag“ bestehen. Die einfachste und plausibelste Annahme besteht jedoch darin, dass die Anzahl Bewertungen tatsächlich ein wichtiger Rankingfaktor für Google Places darstellt. Im Sinne von Ockhams Rasiermesser interpretiere ich die Ergebnisse daher in diese Richtung. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es noch eine Vielzahl anderer Rankingfaktoren für Google Places gibt, so dass im Einzelfall der 1. Treffer in den Places-OneBoxen nicht immer die meisten Bewertungen besitzt. Alle Folien zu dem Vortrag „Local Search und Google Places“ von der SEOkomm mit vielen anderen spannenden Ergebnissen gibt es selbstverständlich auch noch hier: Local Search und Google Places Mehr Präsentationen von Hanns Kronenberg. An dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank an Oliver Hauser, Hans-Peter Traunig und Christoph C. Cemper für die perfekte Organisation der SEOkomm 2011. Die ultimative Sammlung von Recaps, Fotos und Videos findet man hier. Als einzigen Kritikpunkt habe ich anzumerken, dass der Raum für Track 3 viel zu klein war. Um so mehr vielen Dank an alle Zuhörer, die trotz Stehplätzen und stickiger Luft die Session tapfer durchgehalten haben. SISTRIX Toolbox als bestes SEO-Tool ausgezeichnet
Gestern wurden im Rahmen des ConventionCamp 2011 auf der festlichen Abendveranstaltung erstmalig die t3n Web Awards verliehen. Die SISTRIX Toolbox hat den 1. Platz in der Kategorie „Bestes SEO Tool“ gewonnen. Wir bedanken und herzlich bei unseren Nutzern für die abgegebenen Stimmen und freuen uns riesig über diese besondere Auszeichnung. Danke t3n und Danke an die besten Nutzer der Welt!
![]() Insgesamt machten die Leser des t3n Magazins in 21 Kategorien über 20.000 Vorschläge über die besten Projekte, Services und Produkte rund um Social Media, E-Business, Webentwicklung und Online-Marketing. Die nominierten Anbieter erhielten in der anschließenden Voting-Phase über 60.000 Stimmen. Hier ist die offizielle Liste der Gewinner:
Weitere Platzierungen und Fotos von den t3n Web Awards gibt es bei t3n.de. Kann man SEO-Erfolg kaufen?
In der letzten Woche durfte ich einen Vortrag zum Thema „ Kann man SEO-Erfolg kaufen? Die wichtigsten Unterschiede zwischen Erfolg und Misserfolg in der Praxis“ halten, den ich gerne auch hier im Blog zur Verfügung stelle.
In meiner Zeit als selbständiger SEO-Berater habe ich in den letzten Jahren die Entwicklung vieler Websites verfolgt. Dazu gehörten Projekte, bei denen ich selbst mitgearbeitet habe als auch Projekte, die von anderen Agenturen beraten wurden und/oder durch Inhouse-SEO betreut wurden. Manchen Unternehmen ist es gelungen sich zum SEO-Marktführer in ihrem Segment zu entwickeln. Andere Websites investieren viel Geld in die Suchmaschinenoptimierung ohne große Erfolge feiern zu können. Was macht den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg aus? Da ich selbst nicht mehr als SEO-Berater tätig bin, kann ich jetzt glaubhaft und offen über meine Beobachtungen sprechen, ohne den Verdacht zu erwecken, dass ich meine SEO-Philosophie „verkaufen“ möchte. Meiner Meinung nach wird SEO von vielen Unternehmen grundsätzlich falsch verstanden. Sie betrachten SEO als Projekt und nicht als Prozess. Aber nur wenn ein Unternehmen SEO richtig versteht, kann es die richtigen Dienstleister/Angestellten „einkaufen“ und die richtige SEO-Strategie planen, um erfolgreich zu werden. Daher ist es mir ein Anliegen die Kunden aufzuklären und falsche Erwartungshaltungen zu korrigieren. In einem Sprichtwort aus England heißt es: „Würden nicht Narren zum Markt gehen, würden schlechte Waren nicht gekauft.“ Vielleicht können die Folien zu dem Vortrag ja ein kleines bisschen dazu beitragen, dass mehr aufgeklärte Kunden auf den „SEO-Markt“ gehen. Da sich das Angebot bekanntlich der Nachfrage anpasst, kann das nur zu besseren SEO-Dienstleistungen führen. Kann man SEO-Erfolg kaufen? Die wichtigsten Unterschiede zwischen Erfolg und Misserfolg in der Praxis Mehr Präsentationen von Hanns Kronenberg Zum Schluss auch noch ein dickes Dankeschön an die Veranstalter der neuen SEO-Konferenz in Köln. Der SEO Day war perfekt organisiert und reiht sich lückenlos in die Reihe der anderen großen SEO-Konferenzen ein. Ich bin mir sicher, dass er zukünftig einen festen Platz im jährlichen SEO-Kalender einnehmen wird, zumal NRW als größtes Bundesland auch eine eigene SEO-Konferenz verdient hat.
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