Neu registrieren / Login

Erkenntnisgewinn beim Brockhaus

Der Brockhaus-Verlag hat angekündigt, seine Inhalte ab Mitte April in einem kostenfreien, aber werbefinanzierten „Lexikonportal“ zur Verfügung stellen zu wollen. So ganz freiwillig kommt die Entwicklung aber offenbar nicht – im vergangenen Geschäftsjahr sollen durch eine stark rückläufige Entwicklung des Verkaufs der gedruckten Werke Verluste in Millionenhöhe angefallen sein. Der „Fall Brockhaus“ scheint mir hier beispielhaft für eine ganze Reihe von Verlagen zu stehen. Sowohl in Deutschland als auch International hat die Mehrheit den rechtzeitigen Einstieg ins Internet schichtweg verschlafen. Nun sinken die Auflagen, Anzeigenkunden wechseln spürbar ins Internet und die Verlage sehen ihre Felle wegschwimmen. Absolute Unverständnis ruft bei mir hervor, dass der Brockhaus-Verlag, der das Internet seit 10 Jahren beobachtet haben will, erst jetzt tätig wird – leichter wird ein erfolgreicher Einstieg in den letzten 5 Jahren nicht geworden sein. Hier hat man die Gelegenheit, Nutzer zu binden jahrelang ungenutzt gelassen. In der Zwischenzeit konnten Projekte wie die Wikipedia enorm stark werden. Um den Bogen zum Thema Suchmaschinenoptimierung zu kriegen, hier der Vergleich, auf welchen Ergebnisseiten von Google die Wikipedia und Brockhaus.de derzeit üblicherweise zu finden sind:


Freundlich ausgedrückt, könnte man sagen, dass der Brockhaus eher auf Benutzer, die bis zur sechsten Seite durchklicken, optimiert. Auch wenn in der Umsetzung des Lexikons nun keine Fehler gemacht werden, bleibt zu hoffen, dass die Entscheidung nicht zu spät gefallen ist und genügend „moderne, postmaterielle Performer“ (so die Zielgruppe laut Brockhaus) Gefallen an dem Angebot finden …


Eintrag geschrieben am 12.02.2008 um 11:41 Uhr - Trackback setzen - Tags: Meinung Rant
Kommentator
Kommentator
schrieb am 12.02.2008 um 12:03 Uhr
leider werden hier Äpfel mit Birnen verglichen.
Bisher war www.brockhaus.de eine reine Firmenseite auf der praktisch keine Fliesstexte (Lexikonartikel) für Google erreichbar waren.
Wikipedia hingegen ist eine der grössten bekannten Textwüsten.

Man wird also für sinnvolle Ergebnisse den gleichen Test noch einmal in frühestens einem halben Jahr wiederholen müssen.
Dabei könnte man dann schön sehen, in wie weit Content wirklich "King" ist. MFG Der Kommentator

Johannes
schrieb am 12.02.2008 um 12:08 Uhr
Kommentator, es ist natürlich richtig, dass die Versuche auf der Domain bislang eher halbherzig waren. Aber kann man das einem Verlag im Jahr 2008 wirklich noch nachsehen? Wenn ich bei Google nach "site:brockhaus.de/wissen" suche, scheint es dort schon gewisse Versuche in der Vergangenheit gegeben zu haben ... mit "Feigwarze" ranked die Domain ja immerhin schon auf der ersten Seite ...

Kommentator
Kommentator
schrieb am 12.02.2008 um 12:11 Uhr
Ich sage nur, es ist sinnlos VOR einem Relaunch einen Vergleich zu machen, um damit Schlüsse auf die Situation NACH dem Relaunch zu ziehen.

Es wird sich ja jetzt etwas ändern.
Und bis jetzt sind die Webseiten nicht vergleichbar. Da müsste man brockhaus.de eher mit der Webseite eines anderen Mittelständigen Verlags vergleichen, aber nicht mit einem der grössten und stärksten Webprojekte überhaupt. MFG Kommentator

Johannes
schrieb am 12.02.2008 um 12:28 Uhr
Kommentator, natürlich kann ich nicht vorhersagen, wie sich die Seite nach dem Relaunch entwickeln wird. Allerdings kann ich feststellen, dass das bisherige SEO schlecht ist und meine Hoffnungen, dass der Verlag begriffen hat, wie das Internet funktioniert, sind nach dem Lesen der einigen Kilobyte Marketing-Bullshit auch eher bescheiden.

Gerald Steffens
schrieb am 12.02.2008 um 13:57 Uhr
das erschreckende ist doch nicht das "jetzt" oder das "in einem halben jahr", sondern das, warum erst jetzt ;-)

Tim
schrieb am 12.02.2008 um 16:36 Uhr
Lustigerweise habe ich mir gerade letztens die Frage gestellt wieso Brockhaus, den Zug so verschlafen hat? Mal ob sie mit ihren Massen an Content und der vermutlich nicht ganz schlechten Domain das Richtige jetzt etwas vernünftiges machen werden.

Tim
schrieb am 12.02.2008 um 16:38 Uhr
sorry, ich hätte nach der 3. Änderung des Textes vllt den ganzen Kommentar nochmal lesen sollen ;)

Arne
schrieb am 12.02.2008 um 17:13 Uhr
Da Brockhaus im Gegensatz zu Wikipedia redaktionell aufbereitete und verlässliche Informationen bietet, werden hier sowieso Äpfel mit Birnen verglichen. Zu oft schon habe ich mich über schlechte Wikipedia-Artikel geärgert.
Ich freue mich über diese neue Alternative und hoffe sehr, dass die Rankings bei Google noch deutlich besser werden...

Sasa von der Linkaufbau-Agentur
schrieb am 12.02.2008 um 19:09 Uhr
Ich kann da Johannes nur zustimmen. Ist es nicht bei fast allen Verlagen so? Mir fallen keine positiven Ausnahmen ein. Was wirklich beängstigend ist: Wenn die Verlage erstmal schnallen, was sie sich jahrelang durch die Lappen haben gehen lassen, und mit der Umsetzung beginnen, dann wird es für kleinere Websites und Publisher sehr, sehr schwer.

Wo wir jetzt Wikipedia und 9 weitere Results mit 2-5 suchmaschinenoptimierten Ergebnissen haben, da wird es dann in Zukunft so aussehen: 1. Wikipedia, 2. Verlag 1, 3. Verlag 2, 4. Verlag 4, 5. Verlag 5, etc.

Ich bin da der gleichen Meinung wie Aaron Wall:

http://www.seobook.com/books-published-online-chapter und
http://www.seobook.com/archives/002327.shtml

Die Frage ist nur, wie lange wir noch Zeit haben.

Trackback - konsumo-Blog - 12.02.2008 20:20
Nutzer wollen alles kostenlos und lieber Werbung ertragen als bezahlen zu müssen. Jetzt auch bei Brockhaus. Kann das funktionieren?
...

Thomas
schrieb am 12.02.2008 um 20:25 Uhr
Hallo Johannes,
hättest du nicht eher http://www.brockhaus-enzyklopaedie.de/ untersuchen müssen, statt die Domain brockhaus.de? Aber die Inhalte hinter o.g. URL kann man zurzeit eben erst aufrufen, wenn man 1499 Euro bezahlt hat. Und das hast du nicht und Google auch nicht. ;-)

Johannes
schrieb am 12.02.2008 um 20:46 Uhr
Thomas, so ganz habe ich die Hoffnung ja nicht aufgegeben. Auch, wenn die derzeitgen Maßnahmen auf brockhaus.de eher dilettantisch anmuten, sieht meyers.de schon besser aus: serps-distribution-meyers-duden.png

Trackback - Böser Seo - 12.02.2008 22:20
Brockhaus und Spiegel veröffentlichen ihren Content...

Kommentator
Kommentator
schrieb am 14.02.2008 um 16:59 Uhr
Wenn wir jetzt schon bei den hübschen Vergleichen sind,
würde mich doch viel mehr ein Vergleich mit
lexikon.meyers.de interessieren.

Die müssten doch mit der Masse im Longtail ganz gut dastehen?

Johannes
schrieb am 14.02.2008 um 21:55 Uhr
Kommentator, in dem 3 Kommentare weiter oben verlinkten Chart sind bereits alle Subdomains beinhaltet. Dort geht es allerdings nur um relative Werte, es wird keine Aussage über absolute Werte getroffen. Trotzdem sieht man, dass mayers.de sicherlich in die richtige Richtung geht.

Gretus
schrieb am 15.02.2008 um 00:49 Uhr
Brockhaus schockt nicht :-)

Grüße

Gretus

Trackback - Landwehr Online Reputation Management - 06.03.2008 11:22
Als Generation Google werden die Menschen bezeichnet, die in eine Welt hineingeboren wurden, in der das Internet ein fester Bestandteil des Lebens und nicht mehr wegzudenken ist.
Eine feste Jahreszahl gibt es nicht aber das Jahr 1993 wird öfters a...


 
 

Kommentieren? Kommentieren?

Die Kommentare für diesen Beitrag wurden geschlossen. Angemeldete Benutzer haben weiterhin die Möglichkeit, auch ältere Beiträge zu kommentieren. Jetzt kostenlos anmelden.