IndexWatch: Gewinner 2009
2009 ist vorbei – Zeit, sich die Entwicklungen im Googleindex über den Zeitraum des kompletten Jahres anzusehen. Wie bereits letztes Jahr, will ich auch dieses Jahr die Auf- und Absteiger auf Basis des SISTRIX Sichtbarkeitsindex vorstellen. Interessante Entwicklungen – gerade, wenn sie mehr als nur eine Domain betreffen – werde ich dabei herausstellen und kommentieren. Los geht es in diesem Blogposting mit den Gewinnern im Googleindex 2009:
Qualität zahlt sich aus
Waren im letzten Jahr noch recht viele Scraper und eher eigenwillige „Content-Aggregatoren“ unter den Gewinnern zu finden, hat die Zahl dieser Domain in der Liste für 2009 deutlich abgenommen. Zwar gibt es immer noch einzelne Ausnahmen wie die Social-Bookmarking-Seite publishr.de oder cylex-telefonbuch.de mit eher fragwürdigem Mehrwert bei der gelieferten Datenqualität aber im großen und ganzen sind die Inhalte der Gewinner 2009 besser als die des Vorjahrs. In wieweit User-Behaviour hierbei eine Rolle gespielt hat, kann nur gemutmaßt werden, dass die Optimierung von hochwertigen Seiten deutlich leichter fällt, dürfte allerdings Konsens sein.
Optimierung auf Markenbegriffe
Während die Konkurrenz bei generischen Begriffen wie „kredit“ oder „handy“ seit langer Zeit hoch ist und seit dem Brand-Update kurz vor Weihnachten noch stärker wird, sieht das bei trafficstarken Markenbegriffen häufig anders aus. Dies scheinen sich eine ganze Reihe von Gewinnern dieses Jahr zu Nutze zu machen und zielen auf die Besucher, die Markennamen bei Google eingeben. Zwar wird die Marke selber in der Regel auf Position eins stehen und den Großteil des Traffics mitnehmen - die restlichen Besucher sind aber häufig recht conversion-stark und somit beliebt. Gut zu sehen ist das Vorgehen bei tageszeitung-24.de: die Domain steht bei einer Vielzahl von Zeitunsnamen („dresdner morgenpost“, „coburger tageblatt“ oder auch „neumarkter tagblatt“) in den Top-10 und bietet direkt passende Zeitunsabos an.
Bestehende Inhalte werden optimiert
Nachdem bei den großen Verlagen mittlerweile die Inhalte fast alle Onlineauftritte für Google erreichbar sind und in der Regel auch ganz ordentlich ranken, haben 2009 eine Reihe von kleineren Verlagen und Contentproduzenten nachgezogen. In dieser Liste sieht man das beispielhaft an schoener-wohnen.de und gabler.de: die erste Domain rankt mittlerweile unter Begriffen wie Badezimmer (1), Wohnen (5) und Tische (8), die zweite Domain – ein Verlag für Fachliteratur – ist mit seinem Wirtschaftslexikon bei Keyword wie Kapitalertragssteuer (2) oder Doppelte Buchhaltung (1) sogar noch vor Wikipedia zu finden.
SEO ist teuer
Die Zeiten, zu denen ein heller Kopf eine komplette E-Commerce-Seite im Alleingang und mit minimalen Kosten nach vorne bringen konnte, sind in den meisten Bereichen vorbei: heute bedarf es in den umkämpften Bereichen häufig ein SEO-Team, das die Aufgaben wie Onpage-Optimierung,
PageRank-Update 12/2009
Kurz, bevor das Jahr 2009 vorbei ist, hat Google noch mal die PageRank-Werte auf den Datencentern aktualisiert. Die Verbreitung der Werte läuft aktuell, auf einigen Datencentern wie 209.85.129.99 oder 74.125.1.99 sieht man bereits die neuen Werte. Wer für seine eigenen Seiten nachschauen will, bevor die Werte in der Toolbar angezeigt werden, kann dies mit unserer PageRank-Abfrage machen. Eine Auswertung über aussergewöhnliche Auf- und Absteiger lasse ich derzeit durchlaufen, wenn sie fertig ist, werde ich dieses Posting entsprechend aktualisieren.Frohe Weihnachten
Wie mittlerweile ja bereits Tradition, kommen meine Weihnachtsgrüße erst recht spät, aber trotzdem von Herzen. Allen Lesern dieses Blogs wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und ein paar ruhige Tage. Ich freue mich auf das kommende Jahr, wir werden in vielen onlinemarketing-relevanten Bereichen glaube ich einen Haufen von interessanten Innovationen und Entwicklungen sehen.Sichtbarkeitsindex für alle
Der SISTRIX Sichtbarkeitsindex hat sich in den 2 Jahren seines Bestehens zu einem der wichtigsten Indikatoren für den Erfolg einer Domain im Googleindex entwickelt. Wie der Indexwert jede Woche berechnet wird, dazu hatte ich vor einiger Zeit bereits ein Posting verfasst - seitdem gab es einige spannende Ergänzungen: Hitmeister zeigt zum Beispiel den Zusammenhang zwischen Sichtbarkeitsindex und Googletraffic, Hanns macht sich Gedanken, wie viele Seiten eine Domain am Besten im Index haben sollte und bei SEO-Scene kann man sehen, wie stark sich ein einziger Link auf die Sichtbarkeit bei Google auswirken kann.War der Wert bislang nur für Kunden der SISTRIX Toolbox verfügbar, möchte ich ihn jetzt, als eine Art vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, kostenlos für alle zur Verfügung stellen. Um den Sichtbarkeitsindex einer Domain zu sehen, einfach auf dieser Seite hier die Domain in das Formular eingeben und absenden.
Für diejenigen, die den Sichtbarkeitsindex gerne beim Surfen parat haben wollen, haben wir die SISTRIX Toolbar entwickelt. Das Firefox Plugin nistet sich in der Statusleiste des Browsers ein und zeigt neben dem SISTRIX Sichtbarkeitsindex noch weitere, interessankte Indikatoren zur jeweiligen Domain beziehungsweise URL an. Hier geht es zum kostenlosen Download der Toolbar.
Die Marken kommen
Seit Montag ist (endlich?) mal wieder etwas Bewegung in den Google-SERPs, die über den üblichen EverFlux hinausgeht: bei einer ganzen Reihe von trafficstarken Keywords schießen Domain von bekannten Marken nach oben. Um das etwas plastischer zu machen, hier einige Beispiele. Vorne das Keywords, dahinter die Markendomain mit der Veränderung zur Vorwoche:| Keyword | Neue Markendomains |
|---|---|
| jobs | arbeitsagentur.de (Neu) |
| computer | alternate.de (Neu), acer.de (+10) |
| handys | t-mobile.de (Neu), vodafone.de (+30), nokia.de (Neu), sonyericsson.com (+50) |
| baby | pampers.de (+34) |
| drucker | canon.de (Neu), brother.de (Neu), lexmark.de (+10) |
| dsl | alice-dsl.de (+10), 1und1.de (+16) |
Es lassen sich zahlreiche weitere Beispiele dafür finden. Allen gemein ist, dass die jetzt aufgestiegenen oder neuen Seiten nach bekannten SEO-Kriterien nicht optimiert sind: der Title-Tag enthält häufig nicht mal das Keyword und auch weitere Merkmale sprechen gegen ein „natürliches“ Ranking.
Vor einigen Monaten hat eine sehr ähnliche Veränderung bereits in den USA für Aufsehen gesorgt. Auch dort sind bekannte (Offline)-Marken bei trafficreichen Keywords ohne erkennbaren Grund deutlich gestiegen und rankten fortan in den Top-10. Dieses Update scheint nun, kurz vor Weihnachten, nach Deutschland gekommen zu sein. Frohe Weihnachten mit #pipxmasupdate.
Verwirrung um First Click Free
Seit das Hamburger Abendblatt sowie die Berliner Morgenpost Anfang der Woche als Versuchskaninchen für bezahlte Inhalte im Onlineverlagsumfeld dienen, quillt mein Feedreader mit Meinungen und Einschätzungen zu der Sache über. Ich will mich inhaltlich aber gar nicht dazu äußern, sondern lediglich etwas zu der technischen Umsetzung schreiben, da hier offenbar noch Unklarheiten vorhanden sind.Google kommt Verlagen deutlich weiter entgegen, als allen anderen Content-Anbietern im Internet. Danny Sullivan (der von Searchengineland) hat das vor einiger Zeit mal sehr schön zusammengefasst. Ein Teil des Entgegenkommens hört auf den Namen "First Click Free": wenn ein User über eine Google-Seite auf die Zeitungsseite kommt, kann er den ersten Artikel kostenlos ansehen, muss für weitere Inhalte aber zahlen. Das wird in der Regel so umgesetzt, dass Besucher, die via Google auf die Seite kommen über ihren Referrer erkannt werden und dann erst ab dem zweiten Seitenaufruf zur Kasse gebeten werden.
Böses Cloaking?
Damit die Seiten allerdings in die Google Websuche sowie Google News aufgenommen werden können, muss der Googlebot sie ohne Einschränkungen crawlen können. Dafür werden an den Suchmaschinencrawler und die menschlichen Besucher unterschiedliche Versionen der Seite ausgeliefert: sogenanntes Cloaking. Cloaking war früher in der SEO-Szene mal recht weit verbreitet, seit einigen Jahren sind die Vorteile in der Regel allerdings so gering beziehungsweise gar nicht mehr vorhanden, dass man darauf verzichtet. Wenn netzpolitik.org in einem Posting das Cloaking der beiden Seiten in eine graue Ecke rückt ("... hatte doch tatsächlich gedacht, dass “Cloaking” nach wie vor zu einem Ausschluss aus den Suchergebnislisten (SERPS) führe.") so ist das zu kurz gedacht: hier wird nicht gecloaked, um in den SERPs irgendwelche Vorteile zu haben, sondern es wird mit expliziter Erlaubnis von Google ein Feature zur möglichen Monetarisierung der Seite umgesetzt.
Ungeschicktes Cloaking
Die technische Umsetzung der Erkennung Bot/Mensch scheint Anlass für andere Postings zu sein (zum Beispiel Chip.de oder Carta.info). Der Zugriff des Googlebot sieht in den Logfiles aktuell so aus:
66.249.71.13 - - [16/Dec/2009:13:05:13 +0100] "GET /news/ HTTP/1.1" 200 16199 "-"
"Mozilla/5.0 (compatible; Googlebot/2.1; +http://www.google.com/bot.html)"Vorne die IP-Adresse, dazwischen für uns unwichtiger Kram und hinten der User-Agent. Es gibt die Möglichkeit, das Cloaking auf Basis der IP-Adresse, der User-Agents oder mit einer Kombination beider Informationen umzusetzen. Zumindest das Abendblatt hat sich wohl dazu entschieden, nur auf den User-Agent zu setzen. Das ist etwas ungeschickt, da dieser Wert vom Nutzer beliebig eingestellt werden kann (beispielswiese durch ein Firefox Plugin) und er danach Zugriff auf die kompletten Inhalte hat. Besser wäre eine Kombination aus IP-Adresse und User-Agent: dazu bieten die großen Suchmaschinen seit Jahren ein etabliertes Verfahren an. Bei allen Zugriff, bei denen man anhand des User-Agents vermutet, dass er von einer Suchmaschine kommt, wird in einem ersten Schritt geschaut, welchen Reverse-DNS-Eintrag die IP-Adresse hat:
beus@helios:~$ host 66.249.71.13
Name: crawl-66-249-71-13.googlebot.comKommt dann ein Hostname innerhalb der Domain googlebot.com heraus, wird dieser wieder zurück auf die IP-Adresse aufgelöst:
beus@helios:~$ host crawl-66-249-71-13.googlebot.com
crawl-66-249-71-13.googlebot.com A 66.249.71.13Sieht in diesem Fall gut aus: die IP-Adresse von Anfang kommt hier zum Schluß wieder raus. Damit kann verhindert werden, dass lediglich die Änderung des User-Agents dazu führt, dass eigentlich für die Suchmaschine gedachte Seiten an Nutzer ausgeliefert werden. Ist übrigens nicht so ganz neu das Thema ...
Google personalisiert künftig (fast) alle SERPs
Gestern hat Google angekündigt, personalisierte SERPs nicht nur eingeloggten Google-Nutzern auszuliefern, sondern alle Nutzer der Suchmaschine in den zweifelhaften Genuss dieses Features kommen zu lassen. Bei den personalisierten Ergebnissen werden vom jeweiligen Nutzer häufig ausgewählte Domains oder URLs besser gewertet (=weiter oben angezeigt), als in den allgemeinen Trefferlisten. Wie man dem entgehen kann, hat Hanns ausführlich beschrieben.Interessant ist nun die Bewertung der Umstellung aus SEO-Sicht. Während manche (Update: etwas ausführlicher) schon den Untergang des Abendlandes kommen sehen, bin ich da etwas entspannter. Dass Google seit einiger Zeit das Nutzerverhalten in den SERPs einfließen lässt, dürfte mittlerweile (obwohl offiziell nicht bestätigt) Konsens innerhalb der SEO-Branche sein. Während für den Einzelnen die SERPs in Zukunft etwas anders aussehen können, werden die Auswirkungen auf die „Standard-SERPs“ sehr gering sein: alle Entscheidungen, die von einer Vielzahl der Nutzer getroffen werden, sind jetzt bereits in die SERPs eingerechnet. Die SERPs sind alle sozusagen jetzt bereits in einer Art Gleichgewicht – die Vorlieben der einzelnen Nutzer werden in der Gesamtheit keinen nennenswerten Einfluss auf den Traffic aus den SERPs haben.
Braucht Linkbuilding mehr Transparenz?
Eigentlich wollte ich derzeit mit einer geflügelten Kusche Richtung Berlin und zur TRG-Weihnachtsfeier schweben, leider hat die Lufthansa ihr Flugzeug kaputtgespielt und muss erst irgendwelche Ersatzteile herbeischaffen. So habe ich Zeit, etwas zum Thema Transparenz und Qualität von SEO-Dienstleistungen zu schreiben. Mediadonis hat die Diskussion vor ein paar Tagen angestoßen, andere wie SEO-United (seit gestern übrigens mit hübsch überarbeitetem Webseiten-Design) und Loewenherz haben ihren Teil dazu beigetragen. Im Kern geht es um Linkbuilding-Bemühungen der unvermindert zahlreich aus dem Boden sprießenden SEO-Agenturen.Natürlich hat Marcus Recht, wenn er schreibt, dass viele vertriebsorientierte SEO-Firmen gerade im Linkbuilding-Bereich miese Qualität abliefern. Ich würde sogar weiter gehen und weniger als 10% der am Markt agierenden Firmen für diese Dienstleistung empfehlen und selbst da muss ein Experte über die gelieferte Arbeit drübersehen und qualitative „Ausrutscher“ nach unten erkennen und korrigieren. Aber ist das jetzt ein Problem, das Transparenz wirklich lösen kann? Sicherlich, es gibt eine Reihe von Kunden, die erkannt haben, wie mächtig SEO als Werkzeug ist und bereit sind, entsprechend Geld in die Hand zu nehmen. Da ist in der Regel dann auch inhouse profundes SEO-Wissen vorhanden und die Arbeit von Dienstleistern kann entsprechend bewertet und gesteuert werden – für diesen Typ Kunde ist die Lieferung einer Liste der aufgebauten Links hilfreich.
Ich würde allerdings behaupten, dass die Mehrheit der laufenden SEO-Verträge unter 2.000 Euro im Monat liegt, Linkbuilding inklusive. Gehen wir davon aus, dass die Hälfte davon für Linkbuilding eingeplant ist – dann hat die Agentur 2, vielleicht auch 3 Tage pro Monat für Linkbuilding. Ganz ehrlich: was soll in der Zeit Sinnvolles gemacht werden? Der Kunde, der monatlich zahlt, ist von anderen Marketingkanälen zeitnahe Erfolge gewöhnt und will auch im SEO Ergebnisse sehen – die in der Akquise auch häufig versprochen werden. Dann ist der Eintrag in Artikelverzeichnisse, Blogkommentare und der ganze weitere, hinreichend bekannte Mist die naheliegende Lösung.
Ich will dieses Vorgehen hier auf keinen Fall gutheißen, möchte nur zu bedenken geben, dass Transparenz allein nicht die Lösung des Problem sein wird. Wie ich hier vor einiger Zeit beschrieben habe, ist das Linkbuilding-Problem recht vielschichtig und ich glaube, dass nur der aufgeklärte Kunde auf längere Sicht die richtigen Entscheidungen treffen wird.
IndexWatch 11/2009
Wie am Glühweingeruch von Weihnachtsmarkt unschwer zu erkennen, sind wir im Dezember angekommen. Die IndexWatch-Zahlen für letzten Monat liegen auch vor, also los geht es mit den Auf- und Absteigern im Google-Index des letzten Monats. Wie immer basieren die folgenden Zahlen auf den Daten des SISTRIX Sichtbarkeitsindex, los geht es wie üblich mit den Gewinnern:Gewinner
| # | Domain | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| 1 | cosmiq.de | +1.000% | |
| 2 | lm-boerse.com | +1.000% | |
| 3 | kleinanzeigen.de | +463% | |
| 4 | abakus-internet-marketing.de | +327% | |
| 5 | bilder-speicher.de | +312% | |
| 6 | strato.de | +253% | |
| 7 | tui.com | +243% | |
| 8 | bizinformation.org | +203% | |
| 9 | pressetext.de | +140% | |
| 10 | google.at | +138% | |
| 11 | preisvergleich.org | +136% | |
| 12 | casamundo.de | +97% | |
| 13 | news.de | +85% | |
| 14 | base.de | +84% | |
| 15 | sms-lotse.de | +82% |
Cosmiq.de kannte man früher unter dem Namen iq.lycos.de – per 301 ging es von der alten Subdomain auf die neue Domain und diese ist folglich auch der größte Gewinner. Wenn man sich das mal etwas genau ansieht, fällt auf, dass die Inhalte auf der neuen Domain noch bei Weitem nicht so gut ranken wie auf der alten Lycos.de: lag der Sichtbarkeitsindex vor dem Umzug noch bei rund 100, hat er sich jetzt ungefähr halbiert und bei 50 eingependelt. Jetzt wird es interessant sein, in den kommenden Wochen und Monaten zu beobachten, ob sich dieser Wert noch erhöht oder auf dem vergleichsweise niedrigen Niveau stagniert.
Endlich haben wir auch mal eine bekannte Domain aus dem SEO-Umfeld dabei: Abakus hat es durch Einsatz einer Subdomain in den letzten 4 Wochen geschafft, deutlich an Sichtbarkeit in den Google-SERPs zu gewinnen. Spannend ist jetzt die Frage, ob die Auflistung von „Keyword-Trends“ ausreichend Mehrwert liefert, um weiterhin bei Google gelistet zu werden.
Google.at hat so einen Sprung nach oben gemacht, weil Google ein Problem mit Duplicate Content hat. Konkret geht es um die Übersetzungsfunktion von Google. Diese ist unter einer Vielzahl unterschiedlicher URLs erreichbar und da Google auch noch zahlreiche Länderdomains hat, auch jeweils unter diesen. Beispiele: www.translate.google.de, translate.google.de, translate.google.de/translate_t?hl=de und noch zahlreiche weitere Varianten. Diese wechseln sich jetzt beim Ranking zu so trafficstarken Keywords wie „übersetzen“ oder „übersetzung“ regelmäßig ab, wie am Sichtbarkeitsindex der Subdomains schön zu sehen. Aber es gibt ja kein Duplicate Content Problem …
Verlierer
| # | Domain | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| 1 | geocities.com | -100% | |
| 2 | viva-vino.de | -100% | |
| 3 | favit.de | -100% | |
| 4 | armbanduhren-welt.de | -99% | |
| 5 | myspace.de | -99% | |
| 6 | casinoverdiener.com | -99% | |
| 7 | pixel-partisan.de | -98% | |
| 8 | datingjungle.de | -96% | |
| 9 | teleauskunft.com | -96% | |
| 10 | joinr.de | -89% | |
| 11 | supernature-forum.de | -88% | |
| 12 | lycos.de | -86% | |
| 13 | up2city.de | -85% | |
| 14 | intergastro.de | -83% | |
| 15 | xxl-humor.net | -82% |
Über die Abschaltung von Geocities.com haben vergangenen Monat ja bereits Viele geschrieben, jetzt sieht man die Auswirkungen auch hier. Schade, ich will gar nicht wissen, wie viele einzigartige Animated Gifs bei der Abschaltung für immer verloren gegangen sind.
Ansonsten ist wieder mal eine bekannte Mischung zwischen Domainumzügen (wie bei iq.lycos.de auf cosmiq.de) und Penalties wegen „Linkbuilding“-Vergehen zu beobachten. Bei der Uhren-Seite dürften Verlinkungen wie hier, hier oder hier beispielsweise beim Qualitäts-Kerberos vor dem Google-Index nicht so richtig gut angekommen sein.
Über die Ursache, warum intergastro.de seit einigen Tagen komplett aus dem Index ist, kann nur spekuliert werden. Es würde mich wundern, wenn die paar versteckten Links auf der Frame-Seite ausreichend wären, um eine komplette Domain zu verbannen …
Google Chrome OS
Seit längerem war es angekündigt, gestern Abend hat Google sein Chrome OS jetzt erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf einem Linux-Kernel basierend, hat Google die Grundzüge eines Betriebssystems vorgestellt, das im kommenden Jahr hauptsächlich auf Netbooks und ähnlichen Geräten Verwendung finden soll.
Ich habe mir das OS gerade mal in einer virtuellen Maschine installiert. Um es kurz zu machen: ich schau mir das noch mal an, wenn erste Geräte mit dem Betriebssystem verkauft werden. Bislang sind Features nur sehr rudimentär integriert und vieles funktioniert nicht oder nur teilweise. Finde ich aber nicht weiter schlimm, ist nun mal "Google-style" und wie man an Android und dem Chrome Browser sehen konnte, ist Google sehr schnell darin, Verbesserungen in Systeme einfließen zu lassen.
Interessanter als der Blick auf die Chrome-OS-Betaversion finde ich allerdings die Hintergünde, die zur Entwicklung eines eigenen Betriebssystems geführt haben. War Google bis vor zwei Jahren noch hauptsächlich eine Suchmaschine, werden jetzt immer mehr Anwendungen angeboten: Google Apps ist dafür ein gutes Beispiel. Um jetzt den direkten Kontakt zum Kunden zu haben, hat Google angefangen, die "Zwischenschicht" zwischen sich und dem Kunden selber bereitzustellen. Im mobilen Bereich ist das Android, auf dem Desktop/Laptop Chrome und Chrome OS. Damit wird Google direkter Konkurrent von Firmen wie Microsoft mit dem Officepaket oder auch Apple mit dem iPhone/App-Store. Auch, wenn Google fortwährend versichert, man wollte nur Nutzerbedürfnisse befriedigen, kann ich mir gut vorstellen, dass diese Konstellation in den kommenden Jahren noch für die ein oder andere Reiberei sorgen wird.