Twitter: Internationale Nutzung
In den ersten beiden Teilen der Serie über Twitter ging es zum einen um das rasante, aber zuletzt abflachende Wachstum und zum anderen darum, wie Twitter eigentlich genutzt wird. Im dritten und letzten Teil versuche ich jetzt zu zeigen, wo und von wem Twitter genutzt wird.Die Erhebung der Daten dafür war etwas schwierig: bei Twitter gibt es keine genaue Zuordnung eines Accounts zu einem Land. Es gibt zwar die Möglichkeit, eine "Location" anzugeben, das ist aber ein Freitextfeld, das von den meisten gar nicht genutzt wird und in dem häufig auch Unsinn steht. Ich habe mich deswegen entschlossen, den Inhalt des jeweils letzten Tweets durch eine API zu Erkennung der Sprache zu schicken und das Ergebnis zu nutzen. Zwar wird das nicht in 100% aller Fälle stimmen und bei den vielen Accounts, die (noch) gar keine Tweets verfasst haben funktioniert das auch nicht, dürfte aber trotzdem bei der Datenmenge hinreichend genau sein.
Genutzte Sprachen
Die erste Auswertung betrifft die genutzte Sprache. Insgesamt konnte ich 64 unterschiedliche Sprachen zählen, dabei auch so "Internet-Exoten" wie Tamil, Khmer oder auch Esperanto. Im folgenden Diagramm sind die Top-10 inklusive ihres Anteils an den Twitter-Accounts zu sehen:

Wenig überraschend ist Englisch ganz klar führend, danach folgen Portugiesisch (hierbei dürfte Brasilien einen maßgeblichen Anteil haben) und Spanisch. Deutschsprachige Accounts sind auf der vierten Position mit 1,3%. Niederländisch dann schon mit 0,8% - setzt das man das in Relation zur Einwohnerzahl dürfte der Anteil der Twitternutzer bei unseren Nachbarn deutlich höher liegen als bei uns.
Deutschsprachige Twitter-Accounts
Wie gesehen, sind rund 1,3 Prozent aller Twitteraccounts deutschsprachig. Wenn man das hochrechnet, ergeben sich daraus rund 870.000 Accounts - doch etwas mehr, als ich geschätzt vorher hätte. In dieser Auswertung habe ich jetzt aufgetragen, wann die Accounts erstellt wurden:

Der Verlauf ist im Groben so, wie der weltweite Verlauf aller Accounts. Nur im September gibt es eine kleine Abweichung: da könnte die erhöhte mediale Aufmerksamkeit während der Bundestagswahlen eine Rolle gespielt haben. Letzten Monat hat die Zahl neuer, deutschsprachiger Accounts deutlich abgenommen, mal sehen, wie sich das in den nächsten Monaten entwickelt.
Nutzung deutschsprachiger Accounts
Wie schlagen sich die deutschsprachiger Accounts nun im Vergleich zum Rest der Twitter-Welt? in diesem Diagramm habe ich zum einen die durchschnittliche Anzahl von Tweets, die Anzahl von Followern und die Anzahl der Friends der deutschsprachiger Accounts und aller restlichen Accounts gegenübergestellt:

Fleißig sind wir - fast 50% mehr Tweets sind in einem durchschnittlichen, deutschsprachigen Account zu verzeichnet. Leider gibt es dabei ein Problem: diese Nachrichten lesen deutlich weniger Personen als im internationalen Durchschnitt: so haben wir nur 48 Follower pro Account, der Twitter-Durchschnitt liegt aber bei 64. Bei der Anzahl der Friends sind diese deutlichen Unterschiede nicht zu erkennen.
Teil I: Twitter: Wachstum
Teil II: Twitter: Nutzung
Teil III: Twitter: Internationale Nutzung
Twitter: Nutzung
Ging es in den Auswertungen gestern eher um das (mittlerweile abgeflachte oder vielleicht sogar leicht rückläufige) Wachstum von Twitter, will ich mir heute ansehen, wie Twitter von den User genutzt wird. Wie auch gestern schon, beruhen die folgenden Diagramme auf den Daten von rund 10% aller Twitter-Accounts:Friends und Follower
Fangen wir direkt mit der Kernfunktion von Twitter an: Accounts, denen man selber folgt (Friends) sowie Accounts, die sich für die eigenen Statusmeldungen interessieren (Follower). Im folgenden Diagramm sind diese Zahlen in Klassen aufgeteilt und mit dem Prozentsatz der passenden Twitteraccounts versehen:

Wenn man mal davon ausgeht, dass Twitter mit 2 oder 3 verfolgten Streams in der Regel eher wenig Spaß macht, zeigt sich auch an diesen Zahlen, dass man die reine Anzahl an bestehenden Twitter-Accounts nicht überbewerten sollte. Wirklich genutzt werden offenbar nur überraschend wenige davon.
Tweets pro Monat
In diesem Diagramm ist die durchschnittliche Anzahl der Tweets pro Monat nach dem Datum der Accountanmeldung aufgetragen:

Hatte sich der Wert bis vor wenigen Monaten bei rund 15 Tweets pro Account und Monat eingependelt, ist er in den letzten Monaten des rasanten Account-Wachstums stark zurückgegangen und geht aktuell gegen 5. In den Kommentaren des letzten Postings wird die geringe Nutzung der neuen Accounts damit erklärt, dass diese möglicherweise eher passiv, also als reiner Leseaccount genutzt werden. Ist von außen schwer zu sagen, diese Zahlen hat wohl nur Twitter.
Genutzte Clients
Dass Twitter nicht nur über das Webinterface, sondern auch über eine Vielzahl von unterschiedlichen Clients genutzt werden kann und wird, zeigt diese Auswertung:

Das Webinterface ist zwar immer noch mit Abstand die am häufigsten genutzte Schnittstelle, die anderen Möglichkeiten holen allerdings auf. Überraschend war für mich die Anzahl unterschiedlicher Clients: in der Datenbank zähle ich knapp 2.800 verschiedene Applikationsnamen.
Inhalte von Tweets
Was steht in diesen ominösen Tweets denn nun eigentlich drin? Da sich kein Praktikant bereit erklärt hat, die Handvoll Daten sauber zu kategorisieren, muss es folgende Auswertung tun. Dabei wurde ermittelt, bei wie viel Prozent aller Nachrichten vier, im Twitter-Universum übliche, Features genutzt werden:

Die Ansprache anderer Nutzer durch das @-Zeichen vor dem Username ist dabei mit etwas über 20 Prozent noch die häufigste Nutzung, ReTweets, also die Wiederholung der Nachricht eines anderen Nutzers zur Weiterverbreitung sind nur etwa 1% aller Tweets.
Verbreitete Domains & genutzt URL-Shortener
Da Twitter lediglich 140 Zeichen pro Tweet spendiert, sind Dienste, die längliche URLs kürzen und so mehr Platz für die eigentlich Nachricht lassen, wieder in Mode gekommen. In diesem Diagramm wurden alle Tweets mit einer URL auf die Domain untersucht:

Gut zu sehen, dass Bit.ly (nicht zuletzt durch die enge Kooperation mit Twitter) deutlich an der Spitze liegt: fast 40 Prozent aller auf Twitter genutzten URLs laufen über diesen Dienst. Tinyurl.com, vor nicht allzu langer Zeit noch führend, ist mittlerweile weit abgeschlagen.
Das war es für heute. Das dritte und letzte Posting aus der Twitter-Serie wird erst Montag kommen. Dann möchte ich gucken, wie sich Twitter in Deutschland entwickelt, muss die ganzen Tweets aus der Datenbank dafür aber erst noch durch einen Service zur Erkennung der genutzten Sprache pressen.
Teil I: Twitter: Wachstum
Teil II: Twitter: Nutzung
Teil III: Twitter: Internationale Nutzung
Twitter: Wachstum
Wie schon vor einigen Monaten geschrieben, bin ich nach anfänglicher Skepsis mittlerweile Twitter-Fan: viele Informationen, die früher an mir vorüber gegangen wären, erfahre ich nun durch meinen Twitter-Stream. Zugegeben, da ist auch viel Überflüssiges dabei, das ist aber kein spezifisches Twitter-Problem, sondern begegnet einem, sobald den Browser aufmacht. Wer dieses Blog regelmäßig verfolgt, wird festgestellt haben, dass ich für Entwicklungen und Hintergründe gerne die Ursachen wissen möchte. Da war es naheliegend, dass ich mir auch mal Daten rund um Twitter ansehe.Da Twitter sich leider nicht in der Lage sah', mir einen Datenbank-Dump auf einem USB-Stick zuzuschicken, musste ich einen anderen Weg finden, um an eine ausreichende Datengrundlage zu kommen. Glücklicherweise hat Twitter eine recht umfangreiche API, die bei der richtigen Sonne-Mond-Konstellation sogar manchmal funktioniert. Wenn man sich bei Twitter anmeldet, erhält man eine aufsteigende Nummer (ID). Aktuell liegt diese Nummer bei rund 85 Millionen. Ich habe nun ein kleines Script geschrieben, das die Daten von Twitter-Accounts über die API abfragt und speichert. Rund 10% aller Accounts scheinen mir ausreichend, um aussagekräftige Schlüsse zu ziehen. Dies nur kurz zur Datengrundlage für die kommenden Diagramme und Auswertungen, die folgenden Zahlen sind (wenn absolute Werte) auf alle Accounts hochgerechnet. Wer die Diagramme nutzen will, kann das gerne machen, ich erwarte allerdings einen Hinweis auf die Herkunft.
Anzahl Twitter-Accounts
Fangen wir mit der absoluten Anzahl an Twitter-Accounts an. Los geht es in der Twitter-Zeitrechnung im März 2006, der erste Account scheint der von Twitter-Gründer Bizstone mit der ID 13 zu sein. Danach hat sich lange erst mal relativ wenig getan, bis ungefähr Mitte 2008 der Durchbruch kam und Twitter mächtig an Fahrt gewonnen hat:

Aktuell (also Ende Oktober 2009) hat man die Marke von 66 Millionen Accounts gerade durchbrochen. Wer sich jetzt wundert, wieso nur 66 Millionen und nicht die weiter oben erwähnten 85 Millionen: theoretisch wird die User-ID zwar bei jedem neuen User hochgezählt, es gibt aber große "Lücken" innerhalb dieses Zahlenraums. Ich könnte mir vorstellen, dass die dem explosionsartigen Wachstum und damit einhergehender Technikumstellungen geschuldet ist.
Wachstum
Neben der absoluten Anzahl an Accounts ist natürlich auch interessant, wie viele neue User jeden Monat hinzukommen. In folgendem Diagramm ist also die Anzahl neuer Accounts pro Monat zu sehen:

Hier zeigt sich, dass Twitter zwar weiterhin rasant wächst, dieses Wachstum aber in den letzten Monaten stagniert. Es sieht sogar so aus, als gehe die Anzahl neuer Accounts leicht zurück. Da wird es spannend, die Analyse in 6 Monaten noch einmal zu machen und zu sehen, wie sich das entwickelt hat.
Nutzung der Accounts
Das Anlegen eines neuen Accounts ist eine Sache, die Nutzung etwas anderes. Dass dies gerade bei Twitter zutrifft, sieht man sehr schön, wenn man sich ansieht, wie viele der neuen Accounts eigentlich auch aktiv genutzt werden:

Als "aktiv" habe ich dabei Twitter-Accounts gewertet, bei denen mindestens ein Tweet vorhanden ist und die zumindest einem anderen Account folgen. Wenn man die Grenzen etwas enger zieht und beispielsweise nur Accounts mit mindestens 10 Tweets und mehr als 5 Followern als aktiv genutzt ansieht, sind die sich ergebenden Rückschlüsse noch deutlich schlechter für Twitter.
Teil I: Twitter: Wachstum
Teil II: Twitter: Nutzung
Teil III: Twitter: Internationale Nutzung
SEO.at: SEO-News for the Jilted Generation
Ganz in den Anfängen war dieses Blog ein reines Newsblog: wenn Google ein neues Datencenter online gebracht hat, war mir das ein Posting wert, gab es einen Googledance dann sowieso. In den letzten Jahren hat sich das deutlich verändert, mittlerweile sind es längere Postings, die Newsmeldungen eher aufgreifen, sie dann aber mit eigenen Daten und Erkenntnissen anreichern. Fehlen die Newsmeldungen.Jetzt hat es sich ergeben, dass ich seo.at gekauft habe und schnell war die Idee des SEO-News-Blogs wieder hervorgekramt. Als Vorbilder gelten im englischsprachigen Bereich sicherlich Seiten wie Search Engine Land und Search Engine Round Table, aber auch Blogs wie das Google-Watchblog machen einen tollen Job. Neben den tagesaktuellen Nachrichten, kann ich mir aber auch interessante Interviews und Berichterstattung von den großen Konferenzen zum Thema SEO zu vorstellen. Ich würde ich freuen, wenn ihr das Blog in euren Feedreader aufnehmt und dem ergänzenden Twitteraccount folgt.
PS: Die SearchEngineStrategies wird Ende dieses Monats in Berlin stattfinden und wir suchen für Seo.at einen Blogger, der Lust und Zeit hat, über die Konferenz zu berichten.
IndexWatch 10/2009
Der Oktober ist rum, die aktuellen IndexWatch-Zahlen liegen vor. Wie immer werden im Folgenden die fünfzehn Gewinner und Verlier im Googleindex des vergangenen Monats anhand der Sichtbarkeitsindexindex-Werte aufgelistet und ich schreibe noch den ein oder anderen launigen Kommentar zu möglichen Ursachen. Los geht es mit den Gewinnern:Gewinner
| # | Domain | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| 1 | zazzle.de | > +1.000% | |
| 2 | wetter.de | > +1.000% | |
| 3 | hot-map.com | > +1.000% | |
| 4 | plazoo.com | > +1.000% | |
| 5 | cesar.de | > +1.000% | |
| 6 | flix.de | > +1.000% | |
| 7 | isik.de | > +1.000% | |
| 8 | datingjungle.de | > +1.000% | |
| 9 | travelchannel.de | > +1.000% | |
| 10 | traveljungle.de | > +1.000% | |
| 11 | gig-guide.de | +426% | |
| 12 | euroexchange.de | +407% | |
| 13 | wohnungsboerse.net | +266% | |
| 14 | stylefruits.de | +203% | |
| 15 | softliste.de | +189% |
Zazzle.de, eine Seite, auf der man T-Shirt selber gestalten kann, hat in den letzten Wochen einen Traumstart hingelegt. Sie rankt für eine Vielzahl von Keywords, ich bin aber gespannt, ob das Ranking wirklich von Dauer ist. Man scheint dort einfach die Begriffe der Nutzer zu übernehmen und handelt sich damit zahlreiche Begriffe ein, die in Deutschland zu juristischen Problemen führen können.
Wetter.de ist das ehemalige Wetter.rtl.de - der Umzug scheint halbwegs sauber geklappt zu haben und es erscheint mir auch sinnvoll, auf die Domain zu wechseln, wenn sie einem schon gehört. Auch Hot-Maps.com ist ein Domainumzug von der Hot-Maps.de.
Ansonsten sind einige Domains aus einer Penalty wieder ins Ranking gekommen. Mal sehen, ob das Linkbuilding in einigen Fällen nun umgestellt wird.
Verlierer
| # | Domain | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| 1 | vidado.com | -100% | |
| 2 | hot-maps.de | -100% | |
| 3 | seedspill.com | -96% | |
| 4 | bizrate.de | -95% | |
| 5 | golyr.de | -95% | |
| 6 | gourmet-report.de | -94% | |
| 7 | holidayranking.de | -93% | |
| 8 | aerztlichepraxis.de | -93% | |
| 9 | tce-reisen.de | -90% | |
| 10 | karstadt-reisen.de | -89% | |
| 11 | billiger-fliegen.com | -86% | |
| 12 | bol.de | -81% | |
| 13 | deals.de | -78% | |
| 14 | easy-smsversand.de | -74% | |
| 15 | pressetext.de | -73% |
Bei Seedspill.com hatte ich im letzten IndexWatch schon gemutmaßt, dass es recht zeitig wieder abwärts gehen kann - was nun offenbar passiert ist. Die zweite Seite nach ähnlichem Schema (bizinformation.org) rankt weiterhin gut.
Bizrate.de hat es nun offensichtlich hinbekommen, die Domain dauerhaft aus dem Ranking zu schießen. Erste Anstrengungen in diese Richtung konnte man bereits Mitte letzten Jahren beobachten, jetzt scheint der Rest geschafft. Vermutlich ist der Markt einfach nicht lukrativ genug.
Auch bei Bol.de scheint man entweder aus den Fehlern der Vergangenheit nicht gelernt zu haben oder ist kreativ genug, neue Fehler zu finden. Nachdem die Domain Mitte 2008 bereits ein paar Monate in einer Penalty steckte, geht es jetzt abermals abwärts. Ich könnte mir vorstellen, dass der Anteil an Inhalte, die nicht auf zig' weiteren Seiten vorhanden ist, einfach für Qualität und Quantität der Backlinks zu gering ist.
PageRank-Update 10/2009
Gerade noch in den Oktober passt das vierte PageRank-Update dieses Jahres. In der Nacht hat Google mal wieder (zumindest halbwegs) aktuelle PageRank-Werte aus die ausliefernden Datencenter gespielt. Der Zeitpunkt, zu dem die Daten berechnet wurden ist dieses Mal außergewöhnlich lange her: Stichtag scheint ein Datum um den 12.09. gewesen zu sein. Nachdem in den letzten Tagen bereits häufig der nahende Tod des PageRank vorhergesagt wurde, also mal wieder ein Lebenszeichen und Linktauscher haben die nächsten Tage endlich wieder etwas zu tun.In folgendem Diagramm sieht man, wo Domains PageRank gewonnen und wo sie verloren haben. in den höheren PageRank-Regionen gibt es bei diesem Update deutlich mehr Gewinner als Verlierer, bei niedrigen PageRank-Werten sieht das Bild aus wie immer:

Keyword-Domains: Zusammengeschrieben oder mit Bindestrich?
Zu dem letzten Posting zum Thema Keyword-Domains gab es in den Kommentaren doch einige Rückfragen. Die meisten bezogen sich auf Keywords mit einem Leerzeichen und wie die entsprechenden Keyword-Domains dazu auszusehen hat. Also ob beim Keyword "sofort kredit" eher sofortkredit.org oder sofort-kredit.org genutzt werden sollte.Dazu habe ich gerade nochmal ein paar Daten durchlaufen lassen. Das folgende Diagramm bezieht sich auf rund 25.000 eher trafficstarke Keywords mit einem Leerzeichen. Beispiele: mallorca mietwagen, arbeits agentur oder auch kredit rechner. Ausgewertet wurden .com, .net und .org-Domains in den Top-10 dahingehend, ob das Leerzeichen durch einen Bindestrich dargestellt wird oder ob die beiden Keyword-Teile einfach zu einer Domain zusammengezogen werden:

Schön zu sehen, dass die Aufwertung von Keyword-Domains lediglich auf die Variante, bei der man beide Keyword-Teile zusammenzieht, auswirkt. Das verstärkt meinen Verdacht, dass Google bei diesem Algo-Update nicht darauf aus war, Keyword-Domains besser zu ranken, sondern versucht hat, bei Markennamen die entsprechenden Domains weiter nach vorne zu bringen. Das scheint nicht ganz so einfach und hier profitieren wohl auch einige Domains, die kein "Brand" in dem Sinne sind.
Werden Keyword-Domains von Google bevorzugt?
Keyword-Domains, also Domains, die nur aus dem gesuchten Keyword bestehen, waren in den vergangenen Tagen und Wochen Gegenstand zahlreicher Diskussionen und Mutmaßungen. Der BoeseSeo hat ein paar (anonyme) Beispiele für das erfolgreiche Ranking von Keyword-Domains gezeigt und auch die Domainer wittern schon das große Geschäft, nachdem es mit den kurzen De-Domains für viele nichts geworden ist.Das Gefühl, dass Google Keyword-Domains wieder etwas weiter vorne positioniert, hatte ich auch, wollte das aber gerne mit konkreten Zahlen belegt haben, da subjektive Eindrücke gerade im SEO-Bereich gerne auch mal täuschen können. Dazu habe ich einige Analysen über unsere Daten gefahren und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:

In dem Diagramm ist der Anteil von Keyword-Domains in den Google Top-10 in Prozent seit Anfang des Jahres aufgetragen. Ausgewertet wurden rund 25.000 recht traffic-starke Keywords - also eher "Gebrauchtwagen" als "VW Beetle Gebrauchtwagen in Harsewinkel". Als Keyword-Domain wurden nur Domains gezählt, die exakt den Suchbegriff enthalten.
Gut ist zu sehen, wie Google etwa Mitte Juni Änderungen in der Gewichtung vorgenommen hat. Bei den Com-Domains ist es deutlicher zu sehen, der Schub fällt für Net- und Org-Domains prozentual aber nicht geringer aus. Da so Veränderungen anhand von Beispielen häufig etwas plastischer sind, hier ein paar Keywords, bei denen am 22.6 eine Keyword-Domain in die Top-10 gekommen ist:
| Keyword | Domain (Ranking) |
|---|---|
| kurzhaarfrisuren | kurzhaarfrisuren.com (8) |
| stromaggregat | stromaggregat.net (10) |
| leuchten | leuchten.net (8) |
| backup | backup.com (8) |
| ratenkredit | ratenkredit.net (10) |
| flugtickets | flugtickets.com (9) |
| zwangsversteigerungen | zwangsversteigerungen.com (9) |
| sofortkredit | sofortkredit.net (10) |
Bevor jetzt aber unzählige Keyword-Domains mit den exotischsten Endungen registriert werden, bitte noch folgendes Diagramm ansehen:

Die oben gemacht Aussagen gelten offensichtlich nur für .com, .net und .org - alle weiteren Top-Level-Domains sind von dieser Änderung nicht betroffen und wie man auch im ersten Diagramm sehen kann, hat sich auch bei .de nichts geändert.
Anteil PDF-Dateien an den Google-SERPs
Letztens bin ich durch Zufall über ein Keyword gestolpert, bei dem ein Großteil der Top-10 der Google SERPs durch PDF-Dokumente belegt war. War in diesem Fall etwas nervig, da auf dem Rechner kein PDF-Reader installiert war und die google-eigene Konvertierung ja in der Regel unübersichtlich ist. Da mich interessiert hat, welchen Anteil PDF-Dateien generell an den SERPs ausmachen, habe ich diese Daten erhoben:
In dem Diagramm ist der prozentuale Anteil von PDF-Dateien (Endung .pdf) an den Top-10 von Google im Verlauf seit Anfang 2008 dargestellt. Gut zu sehen, dass es am Anfang noch rund 2,5% aller Treffer waren, der Anteil mittlerweile aber auf nur noch rund 1,5% Prozent gesunken ist. Ich könnte mir vorstellen, dass dies damit begründet ist, dass viele CMS mittlerweile von sich aus HTML-Versionen von PDFs erzeugen und Google dann lieber diese ranked.
Welche Auswirkungen hat die Webserver-Geschwindigkeit?
Ein Thema, das regelmäßig wieder aufkommt, zu dem ich aber keine zusammenfassenden Ausführungen finden kann, ist die mögliche Auswirkung der Webserver-Geschwindigkeit auf Suchmaschinen. Deswegen im Folgenden kurz aufgeschrieben meine Erfahrungen mit dem Thema.Zum einen gibt es den nachvollziehbaren Einfluss auf das Crawlverhalten von Google: wenn ein Webserver nur langsam antwortet, so vermutet Google Lastprobleme und um diese nicht noch zu verschärfen, wird die Crawlingfrequenz reduziert. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Domain nicht so häufig und so tief gecrawled wird, wie ihr das eigentlich „zusteht“. Gerade bei sehr umfangreichen Domains oder Webseiten, die aktuelle Informationen bereitstellen, kann das zu Problemen führen, da der Crawlvorgang nachvollziehbarerweise der Indexierung voraus geht.
Zum anderen gibt es die deutlich komplexere Auswirkung auf das Ranking. Um einen möglichen Zusammenhang zu erkennen, habe ich die Geschwindigkeit von rund 100.000 URLs gemessen und die Antwortgeschwindigkeit in Bezug zum jeweiligen Ranking der Seite in folgendem Diagramm aufgetragen:

Nun ist es bei über 200 möglichen Rankingfaktoren nicht ganz einfach, zwischen Ursache und Auswirkung zu unterscheiden. Gerade sehr starke Domains wie beispielsweise wikipedia.org können auf so Auswertungen einen starken Einfluss haben – wenn man das Diagramm allerdings ohne die 10.000 stärksten Domains erneut zeichnet, gibt sich ein ähnliches Bild.
So kann ich mir jetzt entweder vorstellen, dass die Antwortzeit wirklich eines der zweihundert Ranking-Signale von Google ist oder aber, dass die Webserver-Geschwindigkeit indirekt über das Nutzerverhalten (Verweildauer auf Webseite, Klicks zurück in den SERPs, etc.) Auswirkungen auf das Ranking haben. Gleich welche der Lösungen einem jetzt auch sympathischer erscheinen mag, würde ich empfehlen, die Antwortzeiten des eigenen Webservers mal kritisch zu betrachten und diese gegebenenfalls zu verbessern. Ein Wert von einer halben Sekunde für die reine Auslieferung der HTML-Seite sollte in fast allen Fällen möglich sein.