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SEO-Stammtisch Bonn

Die meisten Konferenzen und Treffen vor der Sommerpause sind durch, es ist also mal wieder Zeit für einen SEO-Stammtisch in Bonn. Als Termin habe ich mir Donnerstag, den 18.06. rausgesucht. Willkommen ist jeder, der Interesse an dem Thema hat und sich nicht komplett daneben benimmt :-) Wer teilnehmen möchte, nutzt bitte die Anmeldung. Genauere Informationen gibt es dann ein paar Tage vorher per E-Mail.
02.06.2009 09:06 - Kommentare 16 Kommentare

Bing – ein erster Einblick

Jetzt ist es also raus: Microsoft wird nicht unter dem Namen „Kumo“, sondern mit „Bing“ einen erneuten Anlauf gegen den monopolartigen Marktanteil von Google wagen. In meinen Augen ist die Namenswahl zwar nicht perfekt aber allemal besser als das bisherige „Live Search“.

Gleich vorneweg: Bing ist kein „Google Killer“. Microsoft hat mit Bing eine Suchmaschine mit solider Ergebnisqualität geschaffen, die in weiten Teilen zu Google aufholt, den Markführer aber nur in wenigen Gebieten überholen kann. Ich hatte die Gelegenheit, bereits vor Launch einen Einblick zu erhalten und möchte einige der Features und neuen Ideen anhand von Screenshots zeigen. Los geht es mit der Startseite; dort wird das „Hintergrundbild“ offenbar jeden Tag ausgewechselt, so dass etwas Abwechslung rein kommt:


Leider macht Microsoft erneut den gleichen Fehler wie die Jahre zuvor: Bing funktioniert derzeit nur in den USA so, wie geplant. Weitere, nicht ganz unwichtige Märkte wie auch Deutschland müssen sich mit einer deutlich reduzierten Version zufrieden geben, die eher an die bisherige Live-Suche erinnert. Man arbeite mit Hochdruck an der Umsetzung, bis zum Launch werde dies allerdings nichts mehr. Die folgenden Screenshots sind also aus Bing (US) und mit der Hoffnung verbunden, dass wir die Features in absehbarer Zeit auch in Europa erhalten.

Bei der Suche nach „Bonn“ (hier der Screenshot der kompletten Seite, 325kb) fällt zuerst auf, dass die Ergebnisse zweispaltig angeordnet sind. Links werden neben den eigentlich Ergebnissen weitere Eingrenzungen angezeigt – wenn, wie bei diesem Beispiel, besonders Passende gefunden werden, werden sie wie eine Navigation sortiert (Images, Map, Weather, usw.), ansonsten gibt es nur die „Related Searches“. Unter diesen gibt es dann noch die letzten paar Suchanfragen, die man abgesetzt hat, um schnell wieder zurück zu springen. Vorbildlich, dass man die Speicherung direkt dort deaktivieren kann, bei Google muss man sich, um die nervige Webhistory auszustellen durch zahlreiche Menüs angeln.

Die eigentlichen SERPs, eingerahmt von deutlich gekennzeichneten Anzeigen, beginnen mit fünf passenden Bildern aus der Imagesuche. Direkt dort kann man die Suche weiter eingrenzen und nur besonders große oder Bilder in schwarz/weiß auswählen.



Darauf folgend fünf Ergebnisse aus dem „normalen“ Index. Bei Treffern von Wikipedia hat Microsoft sich etwas Neues einfallen lassen: anstelle der klassischen Cache-Version gibt es einen Link auf die Wikipedia-Inhalte im Bing-Layout, als „Enhanced View“ gekennzeichnet; dieser ist auch in der Navigation unter „Reference“ verlinkt. Wenn man mit der Maus über einem der Ergebnisse ist, erscheint rechts daneben die Fortsetzung des Textsnippets aus den SERPs. Eine gute Ideen aus Suchmaschinensicht, Seitenbetreibern müssen sich allerdings etwas einfallen lassen, um den relevanten Content noch weiter zu verteilen, so dass Suchende überhaupt noch einen Grund zum Klicken haben und die Antworten nicht direkt in den SERPs finden.



Nach diesen fünf Treffern werden jeweils drei Treffer aus den Suchen, die in der Navigation schon hervorgehoben wurden angezeigt: Bonn Maps, Bonn Weather, Bonn Airport, Bonn Hotels und Bonn History. Gefällt mir aus Nutzersicht gut, da die Vielfalt der Ergebnisse so deutlich gesteigert wird, ist aus SEO-Sicht natürlich nicht so schön, da mehr denn je gilt: nur die Plätze 1-3 zählen. Weitere Lösungen sind teilweise sehr nah an das große Vorbild angelehnt: die Anzeige der lokalen Treffer bei „Bonn Hotels“ dürfte dem Google-Nutzer bekannt vorkommen und auch die Integration der Wetterdaten sind nicht gänzlich unbekannt. Der Shoppingbereich, der bei dieser Suche (sinnvollerweise) nicht angezeigt wird, wird durch die Integration der Daten von Ciao, das Microsoft letztes Jahr gekauft hat, sehr schön angereichert: Preise, Meinungen, Vergleiche, in den USA auch die beliebten Cashbacks.

Alles in allem eine deutliche Weiterentwicklung zum bisherigen Stand der Microsoft Suchmaschine und wenn die schönen neuen Featues, die wir bislang nur in den USA bewundern dürfen, nun auch ihren Weg über den Atlantik finden, kann ich mir in Kombination mit dem bereits kolportierten großen Werbeetat, den Microsoft für Bing zur Verfügung stellt, vorstellen, dass der Marktanteil auch hier deutlich wächst.
29.05.2009 10:30 - Kommentare 23 Kommentare

PageRank-Update 05/2009

Früher als erwartet ist es mal wieder soweit: Google schiebt ein Update der öffentlichen PageRank-Werte auf seine Server. Das letzte Update ist gerade mal 2 Monate her, so eine kurze Zeit zwischen zwei Updates ist seit einigen Jahren eher ungewöhnlich. Die neuen Werte sind bereits auf einigen Datencentern zu sehen, wer so neugierig ist, dass er das Update „seines“ Datencenters für die Toolbar nicht abwarten kann, der kann unser Tool zum Check verschiedener IP-Adresse nutzen: PR-Abfrage.

Wenn ich mir die ersten Zwischenergebnisse ansehe, so scheint der deutschsprachige Bereich der PageRank-starken Domains abermals an PR verloren zu haben: zdf.de, ard.de, sueddeutsche.de, web.de und viele weiteren fallen von PageRank 8 auf PR7 ab. Viele kleinere Domains steigen unterdessen, gucken wir mal, wie morgen die vollständige Auswertung aussieht.

[Update] Hier noch die mittlerweile fast traditionelle Darstellung der PageRank-Veränderungen bei diesem Update. Es ist (mal wieder) recht ausgeglichen - in der Summe haben soviele Seiten PageRank abgeben müssen, wie anderen ihn gewonnen haben.


27.05.2009 22:23 - Kommentare 62 Kommentare

Mit Rich Snippets zum Semantischen Web

Vor ein paar Wochen hat Google auf dem „Searchology Event“ einige Neuerungen und Ausblicke auf die weitere Entwicklung der Suchmaschine vorgestellt. Dabei scheint mir die Würdigung der in meinen Augen wichtigsten Entwicklung etwas hinter den, im ersten Augenblick sicherlich intuitiveren Anwendungen wie dem Wonder Wheel zurückzustehen: „Rich Snippets“ nennt Google die Möglichkeit, bestimmte Informationen im Quelltext einer Webseite entsprechend zu kennzeichnen und so die normalen Snippets, die seit der flächendeckenden Einführung von Universal Search ganz schön an Aufmerksamkeit verloren haben, wieder etwas mehr hervorzuheben. Schön sehen kann man das beispielsweise bei diesem Eintrag von Yelp.com, einem schlecht gemachten Qype-Clone:

Rich Snippets am Beispiel von Yelp.com

Neben den bekannten Informationen wie dem Title, der URL und einem Text-Snippet, werden zusätzlich die durchschnittliche Bewertung, die Anzahl der Bewertungen und eine grobe Preisvorstellung angegeben. Es dürfte nicht überraschen, wenn Google schreibt, dass diese Ergebnisse eine deutlich höhere Klickrate als „normale“ Treffer haben. Um in den Genuss dieser zusätzlichen Klicks zu kommen, muss die Seite derzeit noch auf einer Whiteliste sein (wird vermutlich in absehbarer Zeit abgeschafft beziehungsweise automatisch deutlich erweitert) und, das ist der spannende Part, die Daten müssen im Quelltext so ausgezeichnet werden, dass Computer sie verstehen.

Ist die Entwicklung des semantischen Webs bislang hauptsächlich nicht voran gekommen, weil Computer die Inhalte der meisten Seiten nicht verstehen und in Beziehung zueinander setzen konnten, wird sich das jetzt ändern. Erstmals haben weite Teile des (kommerziellen) Internets ein Interesse daran, ihre Inhalte entsprechend auszuzeichnen und ich bin mir sicher, dass in sehr kurzer Zeit nach flächendeckender Einführung durch Google ganz andere und weitaus bessere Nutzungsmöglichkeiten der dann vorhandenen Daten entstehen werden.

25.05.2009 18:42 - Kommentare 22 Kommentare

Evolution der Google-SERPs

Es ist erstaunlich, wie deutlich die Google-SERPs innerhalb des letzten Jahres geändert wurden. Damit meine ich nicht Inhalt und Ranking, sondern die Darstellung der Ergebnisse: sieht man sich heute die SERPs von vor rund einem Jahr an, so erkennt man sie fast nicht wieder. Am Beispiel des Keyword „angela merkel“ möchte ich in diesem Blogpost die schrittweise Veränderung dokumentieren. Hier rechts der Screenshot (Klick zum Vergrößern) zeigt die Google-SERPs vor rund einem Jahr. Suchfeld, eine AdWords-Anzeige, 10 Ergebnisse. Lediglich die Anzeige von verwandten Suchvorgängen am Ende der SERPs deutet darauf hin, dass Google sich durchaus mehr Informationen vorstellen kann. Los ging es mit der Integration von Google-News:



Zuerst als Onebox über den Ergebnissen, ist Google-News mittlerweile Bestandteil von Universal Search und kann auch in oder unter den „normalen“ Treffern erscheinen. Als nächstes hat Google sich an der Integration von Videos getestet. Hier vielleicht nicht ganz so angemessen, sind Videos (bei Google offenbar ein Synonym für YouTube) mittlerweile fester Bestandteil vieler SERPs:



Auch bei der Darstellung wird getestet: 1 Video, zwei nebeneinander, drei oder gar vier Videos in einem Block, Google testet derzeit viele Varianten und scheint daraus (automatisch) die für dieses Keyword am besten geeignete Darstellung auszuwählen:



Anfang dieses Jahres kamen Blog-Postings hinzu. Auch Teil von Universal Search aber bislang lediglich am Ende der SERPs zu beobachten, wird hier die Google Blogsuche einbezogen:



Die neuste Entwicklung sind horizontale Sitelinks, die deutlich weniger Platz in Anspruch nehmen und deswegen offenbar häufiger angezeigt werden als die Box mit den „herkömmlichen“ Sitelinks:



Damit die Ergebnisse noch etwas farbenfroher werden, zieht Google schlussendlich auch die Bildersuche in Universal Search mit ein:



Vergleicht man jetzt den Anfangsstand vor rund einem Jahr mit den aktuellen SERPs, so ist schon erstaunlich, wie groß die Veränderungen wirklich sind. Dadurch, dass Google regelmäßig kleinere Änderungen einfließen lässt und nicht den einen großen Schnitt macht, ist mir das gar nicht so bewusst aufgefallen.
12.05.2009 09:42 - Kommentare 34 Kommentare

Auswirkungen von Google Suggest

Google Suggest, also der Ajax-getriebene Vorschlag alternativer Suchanfragen, während man seine eigentlich Idee in den Google-Suchschlitzt tippt, ist jetzt seit gut einem Monat online: am 31. März legte Google auch in Deutschland den Schalter um und hat das Feature aktiviert. Zeit, Bilanz zu ziehen und Auswirkungen zu analysieren. Ron 'der Pate' Hillmann hat die Diskussion im SEO-BH-Chat dazu vor einigen Tagen angestoßen. Die zugrundeliegende Idee ist, dass Domains, die bei trafficstarken Keywords als einer der ersten Vorschläge ausgeliefert werden seit dem Datum der Aktivierung von Suggest im Vergleich zu den Wettbewerbern erkennbar an Traffic zugelegt haben müssten.

Als gutes Beispiel hierfür kann das Keyword 'wetter' dienen – seit Jahren mit ordentlich Traffic ausgestattet und die Dynamik des Traffic der üblichen Wettbewerber untereinander dürfte relativ gering sein. Bei der Eingabe von Wetter auf der Google Startseite werden wetter.de und wetter.com als ersten Vorschläge geliefert. Guckt man sich jetzt bei Google Insights die Trafficwerte der beiden Domains an, so fällt auf, dass just zu dem Datum, an dem Google Suggest aktiviert wurde der Traffic sprunghaft angestiegen ist. Als Gegencheck noch ein Blick auf die Werte von Wetteronline.de, die nicht so prominent „beworben“ werden – hier ist kein Sprung zum Datum der Suggest-Einführung zu sehen. Diese Beobachtung gibt es auch bei zahlenreichen weiteren Keywords, ist also nicht nur auf das eine Keyword gemünzt.

Welche Rückschlüsse lassen sich daraus nun ziehen? Projekte, die einen signifikanten Teil ihres Traffics durch SEO erzielen und in einem Markt tätig sind, der sich (auch) durch einige, klar identifizierbare „Short-Head“-Keywords auszeichnet, sollten darüber nachdenken, eine Domain zu wählen, die dieses Keyword am Anfang beinhaltet. Nur so kann man derzeit vom „Suggest-Boost“ profitieren und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die bei Startups derzeit so beliebten Phantasienamen mit „r“ und Doppel-Vokal am Ende der richtige Weg sind. Man könnte fast glauben, eine erfolgreiche Internetfirma aus Leipzig hätte die Entwicklung einige Jahre voraus geahnt und deswegen auf starke Keyword-Domains gesetzt …
08.05.2009 19:49 - Kommentare 26 Kommentare

IndexWatch 04/2009

Besser spät als nie, hier sind die IndexWatch-Zahlen für den vergangenen Monat. Wie immer basierend auf dem SISTRIX Sichtbarkeitsindex haben wir die Gewinner und Verlierer in den deutschen SERPS ermittelt. Los geht es mit den Gewinnern des letzten Monats:

Gewinner
#DomainVeränderung
1kisseo.de> +1.000%Domaininfo
2festivalguide.de> +1.000%Domaininfo
3vondir.de> +1.000%Domaininfo
4jobisjob.de> +1.000%Domaininfo
5kledy.de> +1.000%Domaininfo
6smatch.com> +1.000%Domaininfo
7oeticket.com+829%Domaininfo
8fujitsu.com+623%Domaininfo
9tripwolf.com+544%Domaininfo
10sf.tv+396%Domaininfo
11dsl-fuchs.de+380%Domaininfo
12news.at+357%Domaininfo
13joggen-online.de+320%Domaininfo
14hot-maps.de+288%Domaininfo
15kirchenlexikon.de+265%Domaininfo

Kisseo.de ebenso wie Festivalguide. haben sich von einer (erneuten) Penalty erholt und sind wieder mit dabei, mal sehen wie lange. Vondir.de verkauft allen möglichen selbstgefrickelten liebevoll in Heimarbeit hergestellten Kram und hatte im letzten Monat damit einen guten Einstand in den SERPs: zwar sind es nicht unbedingt die ganz großen Keywords, zu denen die Seite ranked, aber im (interessanten) Longtail hat man es sich bequem gemacht. Fujitsu.com profitiert davon, dass man die Inhalte von fujitsu-siemens.de umgezogen hat, folglich ist zweitere Domain auch der Top-Verlierer:


Auch letzten Monat haben es wieder zahlreiche Seiten in eine Penalty geschafft: vielfach vermutlich wegen etwas antiquierten Linkbuildings wie etwa eine Domain für Toner und Druckerbedarf. Ob dieser Link da wirklich bereits war, als das Posting geschrieben wurde, darf getrost bezweifelt werden und auch Buchungen wie hier sind nicht mehr unbedingt aktuell – gerade in dem Umfeld. Zu Meyers.de hatte ich ja bereits ein eigenes Posting geschrieben, hier nochmal eine Aktualisierung des Sichtbarkeitsindexes. Für www.lycos.de und lexikon.meyers.de geht es weiter bergab, iq.lycos.de ranked allerdings weiterhin sehr gut.
08.05.2009 10:23 - Kommentare 16 Kommentare

Wieso SISTRIX keine SEO-Agentur ist

Auf Konferenzen und Branchentreffen werde ich recht häufig gefragt, wie das eigentlich so abläuft in einer SEO-Agentur. Ich gucke dann wohl meistens recht verdutzt und wenn ich meinem Gegenüber eröffne, dass SISTRIX keine SEO-Agentur ist, wandert der Gesichtsausdruck von mir auf ihn (ja, die Branche ist überraschenderweise tatsächlich überwiegend männlich besetzt). Da anscheinend nicht allgemein bekannt ist, was wir eigentlich machen und wieso ich mich dagegen entschieden habe, eine SEO-Agentur aufzubauen, möchte ich ein paar Sätze dazu schreiben.

SEO unterscheidet sich von den restlichen Onlinemarketing-Disziplinen, mit denen es gerne in einen Topf geworfen wird in meinen Augen doch deutlich. Zum einen ist SEO strategisch geprägt: um erfolgreich zu sein, muss man häufig tief in bestehende Strukturen und Prozesse eingreifen. Zum anderen ist der Hebel im Vergleich zu anderen Maßnahmen in der Regel deutlich größer: mit vergleichsweise wenig Aufwand und Kosten können signifikante Besucher- und Einnahmeströme erzeugt werden. Die beiden Punkte, kombiniert mit der Tatsache, dass solide SEO-Arbeit (sehr) langfristig angelegt sein muss und es auch einige Zeit dauern kann, bis Erfolge zu sehen sind, machen die Zusammenarbeit mit Kunden in vielen Fällen etwas schwierig. Kunden wollen sofort Ergebnisse und auch das Thema der für beide Seiten fairen Abrechnung ist nicht so ganz einfach, wie Andre bereits ausgeführt hat.

Zum Glück gibt es im SEO-Bereich eine Alternative zur Arbeit für Kunden: eigene Projekte. Das vorhandene Know-How nutzen wir, um selber entwickelte Projekte weiterzubringen. Die Monetarisierung erfolgt dann über verschiedene Kanäle wie direkt Partnerschaften, Affiliate-Programme oder Adsense. Das hat den großen Vorteil, dass einmal erfolgreich aufgebaute Strukturen in der Regel noch Jahre später regelmäßig Gewinn abwerfen, obwohl der Betreuungsaufwand häufig sehr gering ist. Auch sehe ich als Vorteil, dass wir so einen deutlich größeren Anteil der Arbeitszeit in wirkliche Arbeit investieren können und uns nicht damit beschäftigen müssen, wann wir wo Messestände zur Kundenakquise aufbauen sollen. Rückblickend betrachtet denke ich, dass die Entscheidung richtig war – gerade vor dem Hintergrund der zahlreichen neuen „SEO-Agenturen“, die derzeit auf den Markt drängen und deren Stärke eher im Vertrieb als in der Sache liegt. Es gibt zwar noch einige Kunden, die wir betreuen, dies allerdings eher, weil es beiden Seiten viel Spaß macht und nicht hauptsächlich, um möglichst viel Geld zu verdienen.
29.04.2009 16:02 - Kommentare 23 Kommentare

Wolfram|Alpha? Jedenfalls kein Google-Killer

Die Suche nach dem „Google-Killer“ geht weiter: Powerset war es nicht (und wird es vermutlich auch nach dem Kauf durch Microsoft nicht), Search Wikia wurde vor einigen Wochen wieder eingestellt und auch von Cuil hat man wenige Tage nach dem Launch gar nichts mehr gehört. Jetzt also Wolfram|Alpha. Ganz unbescheiden nach seinem Entwickler, Stephen Wolfram (der übrigens auch Mathematica entwickelt hat) benannt, ruhen die Hoffnungen auf dieser neuen Google-Alternative. Gestern gab es einen rund zweistündigen Webcast und um die Spannung nicht bis ins unermessliche zu steigern: ein Google-Killer ist Wolfram|Alpha nicht.

Während der übliche Suchablauf bei Google so ist, dass man ein Keyword sucht, die ersten paar Treffer bewertet und seine Informationen dann in der Regel in einer der gefundenen Seiten erhält, will Wolfram|Alpha den mittleren Teil selber erledigen: der User soll direkt in der Suchmaschine die Antwort auf seine Frage erhalten. Vereinfacht ausgedrückt, sammelt Wolfram|Alpha dazu eine große Menge strukturierter Daten und bewertet die Zuverlässigkeit der Daten anhand vieler (wirklich vieler) Algorithmen. Mit dieser Datenbasis werden Fragen dann beantwortet und die Antwort direkt durch die Suchmaschinen dargestellt. Hier rechts der Screenshot zeigt beispielsweise, wie auf die Suchanfrage „ISS“ die aktuelle Positionen und weitere Inforationen zur SpaceStation dargestellt werden. Was sich in der Theorie erstmal toll anhört, hat in der Praxis einen entscheidenden Fehler: es können nur Antworten auf Fragen gefunden werden, zu denen Daten vorliegen. Und da diese strukturierten Daten, die dafür benötigt werden hauptsächlich im wissenschaftlichen Bereich zu Hause sind, sind die Einsatzmöglichkeiten der neuen Suchmaschine recht überschaubar.

Als wäre das nicht genug, hat zeitgleich zum Webcast (bestimmt rein zufällig) Google einen ähnlichen Ansatz vorgestellt. Auch „Google Public Data“ nutzt frei verfügbare, öffentliche Daten und stellt diese dar – vielleicht noch nicht ganz so ausgefeilt wie Wolfram|Alpha, aber ich bin mir sicher, dass Google schnell lernen wird …
29.04.2009 13:16 - Kommentare 52 Kommentare

SMX mit SeoFM und Microsoft

Heute und morgen findet die deutsche SMX (Search Marketing Expo) in München statt. Eingeläutet wurd die Verstanltung bereits gestern abend für einige ausgewählte Teilnehmer mit dem Microsoft-Event „Let’s Face it - Live Search up close“. Stefan Weitz, Director Live Search, hat einige interessante Zahlen und Auswertungen vorgstellt, im Anschluss wurde diskutiert, was Microsoft wie anders machen könnte, um den bislang überschaubaren Marktanteil in Europa zu erhöhen. Die drei Technologiezentren, die derzeit in München, Paris und London aufgebaut werden, sind da sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung.

Heute wird von SeoFM/Webmasters on the Roof live von der SMX gesendet. Ab 16 Uhr werden Rand Fishkin, Bob Rains, Fridaynite, Mediadonis und ich zwei Stunden über Themen wie „Black Hat 2009 - Die legalen Grenzen von SEO“ oder die besten Linkbaits der letzten Zeit diskutieren. Wird bestimmt spannend, also rechtzeitig Webmasterradio anschlalten und in den Chat von SeoFm kommen.
22.04.2009 10:30 - Kommentare 12 Kommentare