Core-Updates: Was Webseiten jetzt und in Zukunft unternehmen können

Die jüngsten Core-Updates machen deutlich, dass erfolgreiche Webseiten heute in vielen Disziplinen überzeugen müssen. SEO wird zunehmend komplex: Es gibt nicht mehr den einen Qualitätsfaktor, auf den es Updates „abgesehen” haben. Umso wichtiger, dass du weißt, was du langfristig unternehmen kannst, wenn du von einem Core-Update betroffen warst.

In diesem SEO-Talk analysieren wir die Core-Updates des vergangenen Jahres und prüfen, was sich eigentlich genau in den Suchergebnissen verändert, wenn Google mal wieder den Suchalgorithmus modifiziert.

Jonas Weber
SEO-Consultant & ehemaliger Google-Mitarbeiter

Jonas Weber, der sowohl für Google als auch als selbstständiger SEO-Berater für bekannte Marken und Unternehmen gearbeitet hat, kennt beide Seiten und weiß um mögliche Zielkonflikte auf Seiten der Suchmaschine und der Optimierer. Damit ist er der perfekte Gesprächspartner, die jüngsten Tumulte in den SERPs einmal näher zu betrachten.

Überblick

Google verstehen

Wer die langfristigen Ziele der Suchmaschine kennt, kann beginnen seine Webseite zu einem unverzichtbaren Suchergebnis zu machen. Im ersten Schritt ist dafür jedoch das Verlassen unserer SEO-Blase nötig. Jonas wirft einen Blick auf die andere Seite:

«Wir leben in einer SEO-Blase»

Ausmaß der vergangenen Google-Core-Updates

Ende März 2019 – kurz nach dem letzten Core-Update – haben wir eine groß angelegte Datenanalyse begonnen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie groß die Auswirkungen der Updates wirklich sind.

Dafür haben wir 24.000 Datenpunkte analysiert: gewinnende und verlierende Webseiten, die in den letzten 12 Monaten mindestens einmal von den 6 Kernalgorithmus-Updates betroffen waren – und zwar in fünf Ländern: Deutschland, Großbritannien, Vereinigte Staaten, Spanien und Italien.

Doch was genau sagen uns diese Daten? Eine Erklärung:

Unsere Studie zeigt: Es gab durchaus Bewegung in den Suchergebnissen, gleichermaßen waren jedoch viele Websites so gut wie gar nicht betroffen.

Update-Verlierer: Ursachenforschung

Wir nehmen es gleich vorweg: Es gibt kein konkretes Muster, das alle „Verlierer-Websites” teilen. Fest steht jedoch: Updates werden granularer. Sie treffen nicht immer ganze Domains, sondern durchaus auch nur Teile von ihr; so verlor Jameda.de viele Rankings für generische Keywords, behielt jedoch Treffer für lokale Suchanfragen (genauer gesagt: Suchanfragen mit der Intention Visit-in-Person wie z. B. „Hautarzt Bonn”) bei.

Google kann die Qualität des Inhalts auch innerhalb einer Webseite sehr granular beurteilen. So können auch nur einzelne Verzeichnisse oder gar URLs von einem Sichtbarkeitsverlust betroffen sein.

Update-Gewinner: Was haben sie richtig gemacht?

Nicht vergessen: Webseiten, die im Zuge der Updates regelmäßig an Sichtbarkeit zulegen, haben in der Vergangenheit oftmals auch Sichtbarkeit verloren und nun – updatebedingt – wieder zugelegt.

Interessant sind deshalb zunächst die Websites, deren Sichtbarkeit sich nicht oder nur wenig während der Core-Updates geändert hat: Was zeichnet sie aus, dass sie große Änderungen am Kernalgorithmus weitesgehend unbeeindruckt überstehen?

Viele Gewinner-Websites haben entweder einen soliden Job in der Vergangenheit gemacht oder sind mit dem jüngsten Algorithmus-Änderungen aus einem Drop eines früheren Updates gesprungen.

Was will Google erreichen?

Die kürzeste Antwort darauf: Eine stetige Verbesserung der Suchergebnisse, denn nur zufriedene Nutzer garantieren, dass die Suchmaschine auch weiterhin Marktführer bleibt. Ob Google deine Webseite braucht, ist dabei eine zentrale Frage, die sich jeder Websitebetreiber stellen sollte.

Langfristigen Erfolg hat, wer Googles Ziele versteht und ebenfalls auf diese Ziele hinarbeitet.

Lösungsansätze: Was kannst du jetzt und in Zukunft unternehmen?

Jetzt einen Aktionsplan durchzuarbeiten, wird Rankingprobleme wahrscheinlich nicht nachhaltig lösen.

„Die Zeit von Tricks und Abkürzungen ist spätestens jetzt vorbei. Langfristig Erfolg kann nur haben, wer Googles Ziele versteht und ebenfalls auf diese Ziele hinarbeitet.”

User Intent als Schlüssel zum langfristigen SEO-Erfolg

Was du jetzt tun kannst, wenn du von den Core-Updates betroffen bist? Nun, wir werden nicht müde, zu betonen, dass sich jeder einmal mit den Quality Rater Guidelines beschäftigen und sie verstehen sollte. Hier beschreibt Google, wie man sich in Mountain View die „perfekten Suchergebnisse” vorstellt.

Darüber hinaus sind es drei Punkte, die wir dir heute ans Herz legen, weil sie – schaut man sich die aktuelle Entwicklung der Suchmaschine an – zukünftig noch stärker in den Fokus rücken werden:

User Intent: Was will dein Nutzer?

Jede Seite, die dauerhaft in Google ranken soll, muss sich die Frage gefallen lassen, ob sie den (unterschiedlichen) User Intents entspricht.

Die unterschiedlichen Suchintentionen sorgen für eine volatile Zusammenstellung der Suchergebnisse, aber auch für Chancen: Wer die Absicht eines Nutzters bedient, dessen Website hat den wichtigsten Optimierungsschritt bereits getan.

Brands & Trustsignale – was heißt das?

Eine Marke zu werden ist einfacher als du denkst; jedenfalls innerhalb der Google-Suchergebnisse. Wertet Google deine Webseite als vertrauensvolle Marke, hast du nicht nur gute Chancen, Seite-1-Rankings zu bekommen, wichtiger noch: sie auch zu behalten.

Auch eine lokale Arztpraxis kann für Google eine Marke sein, wenn die User-Signale stimmen.

Biete ein einzigartiges Produkt

Die beste SEO-Strategie nützt nichts, wenn die Website dahinter keinen Mehrwert hat – ganz gleich, ob die Webseite selbst das Produkt ist oder ein physisches Produkt hinter deiner Domain steht.

SEO kann nur erfolgreich sein, wenn die Nutzer die Website nachfragen und besuchen.

Fazit: Eine Webseite, der Updates egal sind

Es wird immer zu Verschiebungen in den Suchergebnissen kommen. Deswegen gibt es kein Patentrezept für absolute „Update-Sicherheit” in der Zukunft. Der verstärkte Einsatz von Machine Learning wird dafür sorgen, dass kurzlebige SEO-Strategien erst gar keinen Einzug in die Suchergebnisse halten. Jonas führt in einem Fazit zusammen, wo die Reise hingeht.

Tatsächlich sind es auch heute noch häufig technische Probleme, die zu Sichtbarkeitsverlusten führen. Solange die Technik einer Website nicht hundertprozentig steht, bringt der beste Content auf lange Sicht keine Vorteile.

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