Chartmuster im Sichtbarkeitsindex: Abwärtstrend

Die zeitliche Entwicklung des Sichtbarkeitsindex wird in der SISTRIX Toolbox für jede Website als Chart dargestellt. Die Sichtbarkeitsindex-Kurven setzen sich dabei aus typischen Mustern und Formationen zusammen.

Aus der Analyse der einzelnen Formationen (technische Analyse) lassen sich wertvolle Rückschlüsse für die Optimierung der Website gewinnen. Oftmals verraten typische Muster im Chartverlauf direkt die Ursachen für Veränderungen im Sichtbarkeitsindex oder geben zumindest hilfreiche Hinweise für die Ursachensuche (Fundamentalanalyse).

In diesem Artikel möchten wir Dir anhand der Domain hausgarten.net und weiterer zeigen, was einen Abwärtstrend im Sichtbarkeitsindex ausmacht und wie er zu erkennen ist.

Sichtbarkeits-Chart mit typischem Abwärtstrend

Wir sprechen von einem Abwärtstrend, wenn die Gipfel und Täler im Zeitablauf auf einem immer geringeren Niveau im Sichtbarkeitsindex zu beobachten sind.

Als Beispiel haben wir hier die Domain hausgarten.net. Wie bei einem Aufwärtstrend im Sichtbarkeitsindex können wir auch bei Abwärtstrends mit einem beliebigem Grafikprogramm eine Trendlinie einzeichnen.

downwards-trend-hausgarten_net-trendline

Im Gegensatz zu den Aufwärtstrends wird die Trendlinie bei den Abwärtstrends aber nicht entlang der Täler gezeichnet, sondern entlang der Gipfel. Eine Abwärtstrendlinie wird über mindestens zwei aufeinanderfolgende Gipfel bzw. Hochs nach rechts unten gezeichnet.

downwards-trend-hausgarten_net-trendline-upper-limit

Parallel zur Abwärtstrendlinie können wir eine Kanallinie durch die Täler zeichnen und erhalten dann den Abwärtskanal. Der Sichtbarkeitsindex bewegt sich zwischen Trendlinie und Kanallinie und fällt im Zeitablauf auf ein immer geringeres Niveau.

downwards-trend-hausgarten_net-trendline-trend-channel

Wenn ein Trend länger als 4 Wochen andauert, sprechen wir von einem mittelfristigen Trend und wenn er wie bei hausgarten-Net länger als 12 Monate andauert, von einem langfristigen Trend im Sichtbarkeitsindex.

Ursache für langfristige Abwärtstrends

Die Ursache für langfristige Abwärtstrends ist in den meisten Fällen eine veränderte Qualitätsbewertung der Domain durch Google. Sie entsteht durch erstarkende Wettbewerber, ein verändertes Nutzerverhalten, oder auch durch eine Änderung der Google-Politik einhergehend mit neuen Algorithmen und Qualitätsfiltern. Meist ist es eine Kombination dieser drei Faktoren.

Manche Inhalte sind nach einem gewissen Zeitraum einfach nicht mehr wettbewerbsfähig oder zeitgemäß und benötigen eine Überarbeitung. Eventuell sind auch das Layout und die Benutzerführung in die Jahre gekommen oder die Website ist zu sehr mit Werbung überfrachtet worden.

Viele dieser Faktoren kann Google nicht direkt messen. Anhand des Nutzerverhaltens, wie zum Beispiel der Click Through Rate in den Suchergebnissen, kann Google aber messen, ob einzelne Treffer, Verzeichnisse oder sogar eine ganze Domain von den Nutzern eher gemieden werden.

Es ist auch kein gutes Signal, wenn ein Google-Nutzer einen Treffer anklickt, ihm die Seite aus irgendwelchen Gründen nicht gefällt und er direkt zu Google zurückkehrt, um den nächsten Treffer anzuklicken.

downwards-trend-hausgarten_net-back

Ebenfalls kann Google messen, wie häufig Nutzer gezielt nach Inhalten der Domain suchen. Sogenannte Marken-Suchanfragen oder im englischen Brand Searches genannt, vornimmt.

Die Auswertung des Nutzerverhaltens hat in den letzten Jahren eine zunehmend hohe Bedeutung im Google Algorithmus erhalten.

Folgen eines langfristigen Abwärtstrends für die Domain

Häufig begleitet wird dieser „schleichende Tod“ in einem langfristigen Abwärtskanal von stärkeren Verlusten der Domain bei den sogenannten Panda-Updates. Mit den Panda-Updates versucht Google minderwertige Inhalte aus den Suchergebnissen herauszufiltern.

downwards-trend-hausgarten_net-panda-updates

Was genau das Panda-Update ist und eine Liste der von Google überprüften Qualitätsfaktoren findest Du innerhalb unserer umfassenden SEO-Wissensdatenbank „Frag SISTRIX“.

Nicht selten sind langfristige Abwärtstrends wie hier bei der Domain netmoms.de zu sehen, bei Websites mit einem hohen Anteil „User Generated Content“ zu beobachten. Die Nutzer lesen als Antwort auf ihre Suchanfragen häufig lieber einen Fachartikel als lange Diskussionen in einem Forum oder sich widersprechende Antworten der Community.

downwards-trend-netmoms_de-trendline-trend-channel

Bei einem Abwärtstrend sollte geprüft werden, ob alle Inhalte der gesamten Domain gleich betroffen sind, oder nur einzelne Hostnamen oder Verzeichnisse. Man kann das ganz einfach machen, indem man in der Toolbox links in der Navigation auf „Hostnamen“ oder „Verzeichnisse“ im SEO-Modul klickt.

downwards-trend-netmoms_de-directories

Bei Netmoms werden wir sehen, dass das Verzeichnis „Fragen“ am stärksten verloren hat. Das ist der Bereich mit dem User Generated Content.

Minderwertige Inhalte können – wie vermutlich hier bei netdoktor.de geschehen – auch gute Inhalte einer Domain mit nach unten ziehen.

downwards-trend-netdoktor_de-trendline-trend-channel

Netdoktor hat am Anfang dieses Abwärtskanals einen neuen Community-Bereich in Form eines Frage-und-Antwort-Portals gestartet. Der User Generated Content aus diesem Bereich kannibalisiert die sicherlich höherwertigen Fachartikel, die es auch auf netdoktor.de zu finden gibt. Die minderwertigen Inhalte verwässern die durchschnittliche Qualität der Website und die Qualität der Nutzersignale, so dass Google der Domain insgesamt immer weniger vertraute.

Eine erfolgreiche Strategie einen Abwärtstrend zu stoppen kann daher darin bestehen, dass man minderwertige Inhalte der Domain nicht mehr von Google indexieren lässt, indem man die Seiten auf No-Index stellt, oder auf eine andere Domain auslagert.

Entgegen dem Abwärtstrend – hin zu mehr Qualität

Noch besser ist es, wenn man die Qualität der Website in allen Bereichen steigert.

So antwortete Googles Webmaster Trends Analyst John Mueller folgendermaßen auf die Frage „Sollte ich minderwertige Seiten auf Noindex setzen oder soll ich sie auf Index lassen und Google die Entscheidung überlassen?„:

Grundsätzlich, wenn Ihr erkennen könnnt, dass eine Seite minderwertig ist oder nicht besonders toll, dann würde ich schon irgendetwas machen, dass sie nicht direkt in den Suchergebnissen erscheint.

Und das kann zum Beispiel sein, dass man mit Noindex arbeitet; man könnte vieleicht auch mit einem rel=“canonical“ arbeiten, wenn man equivalente Seite hat. Man kann auch die Seite ganz von der Webseite entfernen, wenn man das Gefühl hat man kann da nicht hochwertige Inhalte präsentieren. Und so hat man da, sage ich mal, immer ein bisschen eine Wahl.

Grundsätzlich ist es so, man kann es natürlich auf der Webseite lassen. Von unseren Algorithmen her ist es aber so, wenn wir erkennen, dass eine Webseite sehr viele minderwertige Seiten hat, dann stufen wir die Webseite vieleicht nicht so toll ein. Dann kann es schon sein, dass wir auch die guten Seiten von dieser Webseite nicht so besonders gut bewerten.– John Mueller, Google Senior Webmaster Trends Analyst

Ein nicht zu vernachlässigender Faktor sind zudem die Backlinks einer Domain. So kann ein Abwärtstrend auch dadurch eingeleitet werden, dass eine Domain über einen längeren Zeitraum nicht mehr so viele neue Links hinzugewonnen hat wie in der Vergangenheit.

downwards-trend-online-artikel_de-linkarena_com-backlinks

In den letzten Jahren wird Google zudem immer besser darin künstlich aufgebaute Links zu identifizieren. Ein Abwärtstrend kann daher auch eine zunehmende Abwertung der gekauften oder getauschten Links als Ursache haben. Der Filter der sich mit dem Backlinkprofil der Seite beschäftigt heisst bei Google „Penguin„. Auch hierzu findest Du viele weitere Artikel bei „Frag-SISTRIX„.

Video-Erklärung: Chartmuster Abwärtstrend

Related Topics

SEO-Themen von A bis Z