Chartmuster im Sichtbarkeitsindex: Aufwärtstrend

Die zeitliche Entwicklung des Sichtbarkeitsindex wird in der SISTRIX Toolbox für jede Website als Chart dargestellt. Die Sichtbarkeitsindex-Kurven setzen sich dabei aus typischen Mustern und Formationen zusammen.

Aus der Analyse der einzelnen Formationen (technische Analyse) lassen sich wertvolle Rückschlüsse für die Optimierung der Website gewinnen. Oftmals verraten typische Muster im Chartverlauf direkt die Ursachen für Veränderungen im Sichtbarkeitsindex oder geben zumindest hilfreiche Hinweise für die Ursachensuche (Fundamentalanalyse).

In diesem Artikel möchten wir Dir anhand der Domain otto.de zeigen, was einen Aufwärtstrend im Sichtbarkeitsindex ausmacht und wie er zu erkennen ist.

Sichtbarkeits-Chart mit typischem Aufwärtstrend

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Hier im Sichtbarkeits-Chart von otto.de sehen wir mehrere Aufwärtstrends.

Von einem Aufwärtstrend sprechen wir, wenn in der Sichtbarkeitskurve eine Serie immer höherer Gipfel und Täler zu beobachten ist.

Trendlinien ziehen

Da sich der Sichtbarkeitsindex in Trends bewegt, kann man dies gut visualisieren, indem man mit einem beliebigem Grafikprogramm eine Trendlinie einzeichnet. Eine Aufwärtstrendlinie zeichnet man immer entlang der Täler bzw. Tiefs. Es müssen mindestens zwei Tiefs vorhanden sein, von denen das zweite höher liegt als das erste. Diese werden durch eine Linie verbunden, die nach rechts oben läuft.

Wir sehen hier zum Beispiel eine lange Phase, in der die Täler entlang diese Aufwärtstrendlinie ein immer höheres Niveau erreicht haben.

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Punkte im Sichtbarkeitsindex, die ein Tal bzw. Tief darstellen, werden Unterstützung genannt. Sie stellen ein bestimmtes Niveau im Sichtbarkeitsindex einer Domain dar, bei dem die Sichtbarkeit nicht weiter fällt und wieder beginnt zu steigen.

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Kanallinien einzeichnen

Häufig kann man eine zweite Linie parallel zur Aufwärtstrendlinie zeichnen und auf die Gipfel legen. Diese Linie nennt sich Kanallinie.

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Zusammen mit der Trendlinie bildet sie den Kanal für den Aufwärtstrend. Der Sichtbarkeitsindex bewegt sich innerhalb dieses Kanals im Zeitablauf immer weiter nach oben.

Mehrere Trends mit unterschiedlichen Ausprägungen einzeichnen

Im März 2012 durchbricht der Sichtbarkeitsindex für otto.de die Kanallinie nach oben. Der alte Trend ist gebrochen und es bildet sich ein neuer Trend aus.

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In diesem Fall ein weiterer Aufwärtstrend, der noch steiler nach oben verläuft, bis auch dieser Trend bricht. Diesmal wird allerdings die Trendlinie nach unten durchbrochen, womit die Zeit des ganz steilen Anstiegs vorerst beendet ist.

Aufwärtstrends sind genau das, was wir als SEO wollen. Sie zeigen uns, dass wir erfolgreich in die richtige Richtung arbeiten. Um diesen Erfolg weiter zu belegen, sollten wir einen Vergleich zu den Traffic-Werten aus Google-Analytics anstreben.

Positive Einflussfaktoren die einen Aufwärtstrend begünstigen

Als Ursache für Aufwärtstrends kommen grundsätzlich alle positiven Einflussfaktoren in Frage. Eine gute OnPage-Optimierung, eine wachsende Menge guter Content, eine wachsende Anzahl externer Links und selbstverständlich auch positive Nutzersignale, die von Google gemessen werden.

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Man kann sich das als Erfolgskreislauf vorstellen. Auf positive Rankingsignale reagiert Google mit mehr und besseren Rankings für die Domain. Wenn die Google-Nutzer diese Rankings annehmen, indem sie ein positives Nutzerverhalten zeigen, steigt das Vertrauen von Google in diese Domain, was wieder als positiver Rankingfaktor wirkt und zu einer weiteren Verbesserung der Rankings führt.

Selbstverständlich quittieren die Nutzer nicht alle neuen Rankings mit einem positiven Nutzerverhalten. Daher kommt es nach dem Try-And-Error-Prinzip zwischenzeitlich immer wieder zu Korrekturen und die Sichtbarkeit fällt wieder ein Stück. Sie bewegt sich aber nur innerhalb der Grenzen des Aufwärtskanals.

Beispiel scopevisio.com: Breiter Aufwärtstrend

Wenn die Rankings noch nicht stark gefestigt sind, kann der Kanal auch sehr breit sein, so dass es zu relativ großen Schwankungen kommt. Das ist insbesondere bei neuen Domains und Domains mit einer geringen Sichtbarkeit der Fall, bei denen wenige gute Rankings die Sichtbarkeit schon stark beeinflussen könne.

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Beispiel huffingtonpost.de: Starke Schwankungen bei gutem Start

Wir können das hier am Beispiel von huffingtonpost.de sehen. Die Domain ist im Oktober 2013 unter fast idealen Bedingungen gestartet. Sie verfügt über viel wertvollen Content, besitzt eine ordentliche OnPage-Optimierung und erhielt ab dem Start viel Aufmerksamkeit in den Medien inklusive vieler guter Verlinkungen.

Trotzdem verfügt Google anfangs über keinerlei Daten zu der neu gestarteten Domain und muss erst einmal passende Rankings finden. Daher kommt es zu relativ starken Schwankungen in der Sichtbarkeit.

Am 23.12.2013 verlor die Domain zum Beispiel innerhalb einer Woche über die Hälfte der Punkte im Sichtbarkeitsindex.

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Aber auch hier können wir eine Aufwärtstrendlinie und eine Kanallinie einzeichne, so dass sich ein Aufwärtskanal ergibt.

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Solange die Trendlinie nicht nach unten durchbrochen wird ist alles im grünen Bereich. Zwischenzeitliche Korrekturen sind völlig normal und man sollte sich darüber keine allzu großen Sorgen machen, solange die Trendlinie hält.

Ursachensuche bei einem Trendbruch

Ein besonderes Augenmerk sollte man auf die Zeitpunkte richten, zu denen ein Trend bricht. Hier sollten die genauen Ursachen herausgefunden werden. Auf diese Weise versteht man, welche Einflussfaktoren sich besonders positiv oder negativ ausgewirkt haben und kann sie zukünftig gezielt steuern.

Auf welche Punkte man dabei besonders achten sollte erklären wir in den weiteren Artikeln über Chartmuster.

Video-Erklärung: Chartmuster Aufwärtstrend

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