Core Web Vitals: Wix vs. WordPress, Shopify vs. Shopware – was ist schneller?

Johannes Beus
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Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Wir haben die Ladezeiten von 18,5 Millionen Domains analysiert, um mehr über ihren Page Speed zu lernen. Warum der ungünstige Name für Wix nicht das einzige Problem ist und wie Wordpress abschneidet, erfährst du in diesem Beitrag.

Die Ladegeschwindigkeit von Webseiten wird im nächsten Jahr ein offizieller Google-Rankingfaktor. Die Optimierung von Ladezeiten ist dabei ein langwieriger Prozess. Daher solltest du dich bereits jetzt mit dem Thema beschäftigen.

Hast du nur wenig Zeit mitgebracht, hier unsere wichtigsten Erkenntnisse der Analyse:

Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse:

  • Ladezeiten in Deutschland erfüllen die Erwartungen von Google zu 25% noch nicht: sie liegen über der Vorgabe von maximal 2,5 Sekunden.
  • Der Trend weist jedoch in die richtige Richtung: der Anteil schneller Webseiten ist im letzten Jahr um 2 Prozent gestiegen.
  • Das Internet in Deutschland ist besser als sein Ruf: Ladezeiten sind hierzulande vergleichbar mit Taiwan oder Schweden. Deutschland liegt damit auf der 9. Position – vor den USA, England oder auch Singapur.
  • Jimdo zeigt, dass cloudbasierte CMS sehr gute Core Web Vitals-Werte liefern können. Aber auch Open-Source kann das schaffen: Typo3 ist nur wenig langsamer.
  • Kein CMS ist langsamer als Wix: die rote Laterne in der Kategorie CMS, noch hinter WordPress, zeigt eindrucksvoll, dass die Cloud nicht per se schnell ist.
  • Lightspeed liefert ein überragend schnelles Shopsystem ab. Shopify ist nur in der unteren Hälfte. Das WordPress-Addon WooCommerce ist das langsamste Shopsystem.
  • Die Programmiersprache ist bei Web Technologien nicht entscheidend: es gibt schnelle Frameworks in Ruby (on Rails), PHP (Yii & Laravel), Python (Django) und anderen Sprachen. Nur Angular ist wirklich langsam.
  • AMP führt nicht automatisch zu schnellen Webseiten. Nur rund 70% der AMP-Seiten erfüllen die Core Web Vitals.

Hast du mehr Zeit, hier die vollständige Analyse mit allen Daten und zahlreichen weiteren, interessanten Erkenntnissen zu Ladezeiten, schnellen und langsamen Systemen und den Zusammenhängen dahinter:

Wieso ist die Ladezeit von Webseiten wichtig?

Das Nutzererlebnis (User Experience) ist einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg von Webseiten. Die Ladezeiten sind dabei das Fundament einer guten Nutzererfahrung: muss der Besucher (zu) lange auf das Laden einer Seiten warten, springt er ab und sucht sich eine andere Quelle.

So hat Google in einer Untersuchung ermittelt, dass die Steigerung der Ladezeit von einer auf drei Sekunden zu einer um 32 Prozent erhöhten Absprungrate führt. Steigt die Ladezeit auf fünf Sekunden, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Besucher die Seite verlässt sogar um 90 Prozent.

Wie wird die Performance von Websites gemessen?

Um die Nutzererfahrung auf Webseiten messbar zu machen, gibt es eine Vielzahl von Tools und Herangehensweise. Google stellt mit den Core Web Vitals drei einheitliche und vergleichbare Kennzahlen bereit. Diese Core Web Vitals werden im nächsten Jahr zusätzlich ein Rankingfaktor, haben damit also direkten Einfluss auf die Position einer Seite in den Google-Ergebnissen.

Zu den drei Core Web Vitals haben wir bereits in einem anderen Beitrag Hintergründe, verschiedenen Messmethoden und Möglichkeiten zur Verbesserung aufgezeigt. Daher nur kurz zur Erinnerung:

  • Largest Contentful Paint (LCP) – die Zeit, bis der größte Block Inhalt geladen wird. Gut: weniger als 2,5 Sekunden.
  • First Input Delay (FID) – Zeitraum, bis der Nutzer mit der Seite interagieren kann. Gut: weniger als 0,1 Sekunden.
  • Cumulative Layout Shift (CLS) – Indikator, wie stark sich das Layout während des Ladens verschiebt. Gut: weniger als 0,1.

In dieser Analyse haben wir, bis auf das erste Diagramm, auf den Wert für Largest Contenful Paint (LCP) zurückgegriffen. Dieser ist von den drei Core Web Vitals der elementare Messwert, um die Ladezeit der Seite zu messen.

Deutschland: 25% noch nicht schnell genug

Im ersten Schritt haben wir analysiert, wie Webseitenzugriffe aus Deutschland für die drei Core Web Vitals-Kennzahlen abschneiden. Google hat dafür jeweils drei Bereiche definiert:

  • Gut (grün), wenn der Wert innerhalb von Googles Erwartungen liegt,
  • Verbesserungswürdig (gelb) wenn er über den Erwartungen liegt, aber noch nicht zu weit davon abweicht und
  • Schlecht (rot), wenn der gemessene Wert deutlich neben den Zielen liegt.

Auf dieser Basis ergibt sich damit für die drei Google Core Web Vitals die folgende Verteilung für Deutschland:

Google Web Vitals: Aktuelle Zielerreichung (DE)

Beim Largest Contentful Paint (LCP) sind drei Viertel aller Zugriffe bereits gut. Nur 10% der Zugriffe bewertet Google als schlecht. LCP ist die Kernkennzahl der Core Web Vitals, da sie die eigentliche Ladezeit am direktesten wiedergibt.

Das First Input Delay (FID), also die Zeit bis zur Interaktion, hat die besten Werte: 86% der Zugriffe sind bereits gut und nur 2% werden von Google als schlecht gewertet. Wer hier also noch Nachholbedarf hat, muss sich beeilen, um nicht abgehängt zu werden.

Bei Cumulative Layout Shift (CLS), der Verschiebung des Layouts während des Ladevorgangs, ist auffällig, dass Webseiten diesen Test entweder bestehen (grün) oder er vollständig fehlschlägt (rot) – es gibt nur wenige Werte für verbesserungswürdig (gelb).

Positiver Trend: Webseiten werden jeden Monat etwas schneller

Um zu verstehen, wie sich die Ladezeiten in den letzten Monaten entwickelt haben, war die nächste Auswertung der zeitliche Verlauf für den Largest Contentful Paint über die letzten Monate:

Largest Contentful Paint: Zeitliche Entwicklung (DE)

Die Fortschritte sind zwar nicht rasant, aber doch zeigt sich ein leicht positiver Trend: seit November 2019 ist die Zahl der schlechten Messungen bereits um rund 2 Prozentpunkte zurückgegangen und die guten Messungen sind von 73% auf 75% gestiegen. Die Richtung stimmt: Webseiten werden jeden Monat ein wenig schneller.

Tablets sind auch nur schlechte Desktops

Kommen wir zur nächsten Analyse: der getrennten Auswertung nach Gerätetyp: Desktop, Handy und Tablet. Hier die Ergebnisse:

Largest Contentful Paint nach dem Device

Wenig überraschend laden Webseiten auf dem Desktop schneller als auf dem Handy. Eine häufig kabelgebundene Internetverbindung und mehr Rechenpower sind hier ausschlaggebend. Der Unterschied zwischen Desktop und Handy ist allerdings geringer als erwartet.

Interessant ist das schlechte Abschneiden von Tablets. Eine mögliche Erklärung ist, dass Tablets in der Regel durch ihren größeren Bildschirm die Desktop-Version von Webseiten zu sehen kommen – die Hardware von Tablets aber eher mit Handys vergleichbar ist. Das führt zu einer signifikant schlechteren Ladezeiten-Performance.

9. Platz: Internet in Deutschland besser als sein Ruf

Die beim Endnutzer gemessenen Werte für die Core Web Vitals hängen nur zum Teil von der Performance der eigenen Webseite ab: Geschwindigkeit, Durchsatz und Latenz der Internetverbindung der Nutzer haben ebenso einen Einfluss auf das Ergebnis.

Zwar hat man als Seitenbetreiber keine Möglichkeiten, die Internetanbindung der eigenen Besucher zu optimieren, in einer Analyse der Core Web Vitals je Land zeigen sich diese Unterschiede aber sehr deutlich. Hier die Auswertung einer Auswahl der wichtigsten Länder:

Largest Contentful Paint nach dem Land

In China und Südkorea entsprechen 82% aller Webseitenzugriffe den Performance-Erwartungen von Google – ein Top-Wert und mit Abstand weltweit führend. Danach folgen die nordischen Länder (Schweden, Norwegen, Dänemark) aber auch Japan und Taiwan.

Deutschland steht in dieser Analyse auf einem guten neunten Platz: Drei Viertel aller Zugriffe entsprechen bereits Googles Speed-Erwartungen. Was im Umkehrschluss zwar auch heisst, dass ein Viertel noch zu langsam ist – im Vergleich mit anderen, großen europäischen Nationen ist das aber ein Spitzenplatz. Bei aller berechtigter Kritik am langsamen Breitbandausbau und Mobilfunk-Löchern, zeigen die Zahlen ein positives Bild.

Ladezeiten in Russland und den USA sind in etwa vergleichbar. Und dass Asien nicht immer mit schnellem Internet gleichzusetzen ist, zeigen die schlechten Werte für Thailand und Vietnam.

Kiribati, ein Inselstaat im Pazifik, demonstriert die Auswirkungen einer extrem abgelegenen Lage und einer Internetanbindung via Satellit: nur rund ein Viertel aller Zugriffe ist bereits gut, knapp 60% der Zugriffe bewertet Google als schlecht.

CMS: Jimdo am schnellsten, Wix sogar langsamer als WordPress

Content Management Systeme (CMS) sind das Rückgrat des Internets: die meisten Webseiten werden auf Basis solcher Software betrieben. Vom Frisör nebenan, über den Mittelständler bis zur Seite mit vielen Millionen Besuchern jeden Tag.

Wir haben unsere Datenbank an Web-Technologien mit den Messungen der Core Web Vitals kombiniert, um die Ladegeschwindigkeiten der meistgenutzten Content Management Systeme auswerten zu können. Kommen wir direkt zur Analyse:

Largest Contentful Paint nach dem Content Management System

Jimdo, der Homepage-Baukasten aus Hamburg, liefert die beste Performance für den Largest Contentful Paint ab. Zu über 82% erfüllen Zugriffe auf Webseiten, die auf Jimdo laufen, die Performance-Erwartungen von Google.

Dass auch selbst gehostete CMS eine sehr gute Leistung liefern können, zeigt Typo3 als knapp zweitplatzierte Lösung in der Auswertung. Wer schon einmal mit Typo3 entwickeln musste, erinnert sich oft mit Grauen an die Komplexität. Der Geschwindigkeit dieses CMS auf PHP-Basis tut das jedoch keinen Abbruch.

WordPress, das mit Abstand verbreitetste CMS, schafft es nur auf den vorletzten Platz. Rund die Hälfte aller Webseiten läuft auf WordPress – dabei aber auch viele, die nur wenig Wert auf gute Ladezeiten legen. Rund 20% der Zugriffe auf Webseiten auf WordPress-Basis stuft Google als schlecht ein, weitere 21% als verbesserungswürdig.

Dass WordPress in dieser Analyse nicht die rote Laterne trägt, hat es dem Anbieter mit dem (zumindest im deutschen Sprachraum) ungünstigen Namen Wix zu verdanken. Diese Cloudlösung liefert nur rund die Hälfte aller Zugriffe mit einer guten Ladezeit aus. Fast ein Viertel bewertet Google mit den Core Web Vitals als schlecht.

Diese schlechte Performance ist besonders beachtenswert, wenn man bedenkt, dass sowohl der Gewinner dieser Analyse (Jimdo) als auch der Verlierer (Wix) die gleichen Startbedingungen haben: Cloudlösungen, bei denen der Anbieter das komplette System kontrolliert und jeden Teil optimieren kann (aber das offensichtlich nicht immer macht).

Shopsysteme: Shopify nur Mittelfeld, WooCommerce als Schlusslicht

Schon 2006 hat Amazon ermittelt, dass um 0,1 Sekunden erhöhte Ladezeiten zu einem um 1% reduzierten Umsatz führen. Das ist in den letzten 14 Jahren nicht besser geworden. Gute Ladezeiten sind für Onlineshops elementar wichtig.

Aus der Kombination unserer Technologie-Datenbank und den Daten zu Ladezeiten ergibt sich dafür die folgende Analyse für alle Shopsysteme, die wir häufig genug in der freien Internet-Wildnis gesehen haben:

Largest Contentful Paint für E-Commerce

Als Gewinner macht Lightspeed seinem Namen alle Ehre: Domains mit Lightspeed haben zu fast 93% einen Wert für den Largest Contentful Paint, den Google als gut bewertet. Nur 2% werden als schlecht bewertet. Das sind die besten von uns gemessenen Zahlen in dieser Analyse über alle Auswertungen hinweg.

Lightspeed hat den systembedingten Vorteil, dass es eine Cloudlösung ist. Der Anbieter kontrolliert also das komplette System und kann alle Bereiche auf Geschwindigkeit optimieren. Dass sehr gute Ladezeiten aber auch mit selbst gehosteten Shops erreichbar sind, zeigt die Open-Source-Lösung osCommerce mit ebenfalls sehr guten 84%.

Der aktuelle Shop-Shootingstar Shopify schafft es nur in die untere Hälfte der Analyse. Obwohl im Prinzip die gleichen Möglichkeiten wie bei Lightspeed (vollständig gehostet beim Anbieter selber), kann dieser Vorteil nicht in überdurchschnittlich gute Ladezeiten umgesetzt werden. 

Weit abgeschlagen landet die WordPress-Erweiterung WooCommerce auf dem letzten Platz. Nur knapp die Hälfte der WooCommerce-Shops erreichen aktuell die Vorgaben von Google. Erschreckende 26% sind sogar schlecht. Das selber betriebene Hosting der Lösung bei oft wenig performanten Massenanbietern zeigt sich hier sehr deutlich.

Web Technologien: AMP langsamer als erwartet

Diese Auswertung befasst sich mit den unterschiedlichsten Web Technologien: von Backend-Technologien zur Erstellung von Webseiten, über JavaScript– und CSS-Libraries zur Gestaltung und Interaktion bis hin zu Google AMP.

Aufgelistet sind in der folgenden Tabelle nur die Technologien mit den meisten festgestellten Nutzungen in unseren Daten. Seltener genutzte Web Technologien wurden aussortiert. Auch konnten natürlich nur öffentlich erreichbare Webseiten ausgewertet werden. Hier die Analyse:

Largest Contentful Paint für Web-Technologien

Ruby on Rails, ein vom Basecamp-Gründer entwickeltes Framework auf Basis von Ruby, ist mit Abstand führend: fast 85% aller Webseiten mit dieser Technologie liefern Webseiten innerhalb der von Google festgelegten Grenzen für eine gute Bewertung des Largest Contentful Paints aus.

Aber auch PHP-Frameworks wie Yii (74%) oder Laravel (73%) liefern gute Zeiten. Damit sich niemand benachteiligt fühlt: Python ist mit dem Django-Framework (75%) ebenfalls weit oben vertreten und ASP.NET (77%) sogar auf dem zweiten Platz. Wir lernen: Geschwindigkeit liegt nicht an der Programmiersprache, sondern an der konkreten Umsetzung.

Auffällig ist, dass AMP nicht zu den schnellsten Technologien zählt. Accelerated Mobile Pages (AMP) ist ein hauptsächlich von Google gepushtes Derivat von HTML. Zahlreiche Einschränkungen sollen dazu führen, dass AMP-Seiten auf dem Handy deutlich schneller laden als klassische HTML-Seiten.

Die Ergebnisse überzeugen nicht: weniger als 70% der AMP-Domains erfüllen die Google-Anforderungen. Das hat Google offenbar auch bereits erkannt und wird künftig auch solchen Seiten die AMP-Privilegien in der Schlagzeilen-Box vermachen, die schnelle Core Web Vitals vorweisen können.

AMP will no longer be necessary for stories to be featured in Top Stories on mobile; it will be open to any page.

Google Webmaster Central Blog, Evaluating page experience for a better web

Die einzige Web-Technologie, die es nicht schafft, dass mehr als die Hälfte aller Domains die Google-Anforderungen erfüllt, ist Angular. Ausgerechnet ein von Google entwickeltes und bereitgestelltes Framework für Frontend-Anwendungen …

CDNs: schnelle Seiten nutzen Fastly

Content Delivery Networks (CDNs) stellen weltweit verteilte Server bereit, so dass Inhalte kürzere und damit auch schnellere Übertragungswege zum Besucher der Seite zurücklegen können. Neben Spezialisten wie Akamai bieten auch die großen Cloudanbieter CDNs an.

Im Kern funktionieren alle CDNs ähnlich. Auch können sie an den physikalischen Grenzen nichts ändern. Daher ist bei der folgenden Auswertung zwischen Kausalität und Korrelation zu unterscheiden:

Es ist nicht davon auszugehen, dass die schnelleren CDNs die Ursache für den Vorsprung sind, sondern es wird so sein, dass performance-orientierte Seitenbetreiber auf diese CDNs zurückgreifen.

Largest Contentful Paint für Content Delivery Networks

Domains, die auf Fastly als CDN setzen, laden im Durchschnitt deutlich schneller solche, die auf andere Anbieter setzen. Google landet auf dem zweiten Platz, aber auch Amazon und Microsoft (Azure) sind nicht weit abgeschlagen.

Dass Akamai weiter hinten zu finden ist, wird mit den typischen Kunden von Akamai zusammenhängen: das sind eher große, transnationale Konzerne, die häufig langsame Legacy-Systeme betreiben. Nicht die beste Voraussetzung, um moderne und schnelle Webseiten auszuliefern.

Fireblade, das Schlusslicht dieser Analyse, bietet kein klassisches CDN an, sondern eine Web Application Firewall: die Anwendung filtert Internettraffic nach potentiell gefährlichen Aufrufen und blockiert diese. Wer auf so ein Angebot zurückgreifen muss, wird im Durchschnitt auch eher ältere und nicht optimierte Webanwendungen betreiben und hat damit bereits strukturelle Nachteile in dieser Auswertung.

Hintergründe: was (und wie) wir gemessen haben

Die Messung von Ladegeschwindigkeiten hat eine lange Historie: von der ursprünglichen Messung des Beginns der Auslieferung des reinen HTML (TTFB, Time to first Byte) über den First Contentful Paint bis hin zu den aktuellen drei Messwerten der Core Web Vitals mit dem Largest Contentful Paint als zentrale Metrik hat sich viel getan.

Für die Analyse haben wir die offiziellen Berechnungsgrundlagen der Google Core Web Vitals genommen. Für diese gibt es im Kern zwei unterschiedliche Messmethoden: Labor-Daten, also selber gemessene Werte unter eigenen Labor-Bedingungen und Felddaten. Diese werden durch ein Userpanel gemessen. Wir haben für diese Analyse die Felddaten ausgewertet. In SISTRIX kannst du sowohl auf Labor- als auch auf Feld-Daten zurückgreifen. In Summe haben wir die Ladezeiten von 18,5 Millionen Domains analysiert.

Bis auf die ersten drei Auswertungen, die sich ausschließlich auf Messwerte aus Deutschland beziehen, umfassen die restlichen Analyse weltweite Messwerte. Auch werden dort sowohl Desktop-, als auch Mobile- und Tablet-Werte ausgewertet.

Diese Messwerte haben wir mit der Technologie-Erkennung in SISTRIX kombiniert, um Aussagen zu Software-Lösungen und Technologie-Stacks treffen zu können. Für die Technologie-Erkennung crawlen wir regelmäßig große Teile des Internets und gleichen gefundene Merkmale (“Fingerprints”) mit unserer Liste mit über 1.000 relevanten Internet-Technologien ab. Dabei haben wir nur solche Technologie-Core-Web-Vital-Kombinationen in die finale Analyse aufgenommen, die bei ausreichend vielen Domains vorkommen, um statistische Signifikanz zu erreichen.

Fazit

Google rückt die User Experience mit der Ernennung der Core Web Vitals zum offiziellen Rankingfaktor ins Scheinwerferlicht. In unserer Analyse konnten wir zeigen, wie groß die Spannweite der Messwerte derzeit noch ist. Je nach eingesetzter Software und Technologie, ist zwischen “bereits perfekt” und “ein Haufen Arbeit” alles vertreten.

Wie so vieles im SEO, muss die Verbesserung von Ladezeiten ein kontinuierlicher Prozess sein: keine einmalige Aufgabe, sondern ein dauerhafter, überwachter Vorgang. Er wird regelmäßige Aufmerksamkeit erfordern und auch die Ziele müssen ab und an angepasst werden.

Die Optimierung von Ladezeiten ist keine SEO-Kernaufgabe – und doch wird sie durch die Änderung Auswirkungen auf die organische Performance einer Webseite in den Suchergebnissen haben. SEO ist damit einmal mehr eine Querschnittsfunktion, die viele Bereiche einer Firma zusammenbringen muss.

Wir selber haben die Ladezeiten unserer Webseite lange vernachlässigt. In den letzten Wochen sind wir das Thema angegangen und haben gemerkt, welch hohen Aufwand (sehr) gute Werte erfordern. Und doch lohnt es sich: nicht nur Google wird damit glücklich, besonders die echten Benutzer danken es uns. Daher: verschlaft das Thema nicht. Lieber in diesem Jahr angehen als auf nächstes Jahr verschieben.

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Kommentare
Avatar Daniel   
10. September 2020, 09:54

Sehr guter Artikel zum Thema Core Web Vitals Johannes. Das ganze noch mit der großangesetzten Studie zum Thema Ladezeiten zu verbinden ist wirklich hilfreich. Ich denke es werden zwar wieder viele Kommentare kommen nach dem Motto „Meine WordPress Webseite lädt schneller als deine Jimdo Webseite“ aber im Grunde muss man bei WordPress einfach von Haus aus etwas mehr manuell daran arbeiten.

Das Thema Core Web Vitals ansich bekommt gerade relativ viel Aufmerksamkeit. Bin mal gespannt, was wir in den kommenden Wochen und Monaten noch dazu lernen.

Avatar Leon   
10. September 2020, 09:57

Ein sehr guter Beitrag!
Die Optimierung der Seitenladezeit ist meiner Meinung nach eine der wenigen Stellschrauben, um ausnahmslos alle glücklich zu machen, sowohl Suchmaschinen als auch die Benutzer und Moderatoren bzw. Mitarbeiter, welche viel schneller arbeiten können.

Ich finde gerade am Anfang kann man große Fortschritte mit Datei Komprimierung, HTTP/2, Asset Bundling und Tools wie PurgeCSS machen.

Avatar Max   
10. September 2020, 09:57

Supergeil, vielen Dank!

Allerdings sind die CMS natürlich nicht unter allen Zielgruppen gleich verteilt… d.h. ein privater Nutzer greift gern zu WordPress und hat einfach keine entsprechende Fachkenntnis/ Bedürfnis die Ladezeiten zu verbessern.

Wohingegen Typo3 eher bei (größeren) Unternehmen verbreitet ist, die das Thema einfach auf dem Schirm haben…

Daher wäre doch mal eine Challenge interessant: Wie schnell bekommen Profis die einzelnen CMS? 😉

LG Max

Johannes Beus Johannes Beus   
10. September 2020, 10:19

Max, klar das sehe ich auch so: Korrelation und Kausalität lassen sich hier nicht immer klar trennen (hatte ich im Absatz zu den CDNs auch erwähnt). Wirklich spannend sind die Zahlen für Systeme, die man „fertig“ nutzt wie Shopify oder auch Wix/Jimdo: diese Plattformen sind schnell oder sind es nicht. Als Kunde hat man dort keinen großen Einfluss wie beispielsweise bei einem WordPress.

Avatar Akif Sahin   
10. September 2020, 10:01

Herzlichen Dank für diese tolle Analyse und Zusammenstellung. Was mir bei diesen Erkenntnissen gefehlt hat, sind Zahlen zum CMS Contao. In der breiten Liste wurde ich leider nicht fündig. Gibt es dafür einen speziellen Grund oder ist das CMS einfach nicht verbreitet genug?

Johannes Beus Johannes Beus   
10. September 2020, 10:04

Akif, Contao war nicht groß (verbreitet) genug, um es in die Liste zu schaffen. Ich habe die Werte für LCP aber vorliegen:

Gut: 87.82%
Verbesserungswürdig: 7.59%
Schlecht: 4.59%

Als ein ebenfalls sehr gutes Ergebnis

Avatar Akif Sahin   
10. September 2020, 10:07

Danke Johannes für die Zahlen, das gibt ja dann durchaus einen kleinen Einblick für eine Einschätzung.

Avatar Marc Crohn   
10. September 2020, 10:33

Shopware wird nur im Titel dieses Beitrags erwähnt und dann nicht mehr.
Wie sehen denn die Daten von Shopware aus oder ist das nur ein Clickbait?

Johannes Beus Johannes Beus   
10. September 2020, 13:56

Marc, schau mal in die Tabelle der Shopsysteme. Da ist Shopware dabei.

Avatar Michael Mand   
10. September 2020, 10:37

Vielen Dank für den Artikel.
Ich hätte nicht gedacht, dass WordPress so weit hinten liegt. Das wäre eigentlich gar nicht notwendig, denn WordPress bekommt man durchaus schnell. Viele Hobbywebdesigner und Selberbauer werden PageSpeed wohl gar nicht auf dem Schirm haben. Es wird ja auch für jede Kleinigkeit ein weiteres Plugin installiert. Habe schon Kunden Installationen mit 60 Plugins gesehen.
Viele Grüße aus Nordhessen
Michael

Avatar eddi berlin   
10. September 2020, 10:48

Vielleicht gibt es hier auch den „blinden Fleck“ der Hosting-Pakete? Besonders die billigen Einstiegspakete der grossen Hosts sind leistungsmässig sehr „bescheiden“. (Mann könnte sogar sagen: eine Verarsc……..). Bei mir hat das bis zu 50% Geschwindigkeitsdifferenz bei identischer Website ausgemacht. Wenn WordPress über ein Billig-Angebot gehostet wird, dann ist digitale Sendepause. Insofern wundert mich das schlechte Abschneiden von WordPress keineswegs. Hätte noch schlechtere Werte erwartet. Wer versiert ist, der hat nun mal ein anderes Komplettpaket aus Hosting/CMS als ein Neuling. Oder auch als ein Kunde, der regelmässig selber befüllen muss, ohne über gut aufgestellte Abteilungen zu verfügen.

Avatar Michael   
10. September 2020, 10:48

Sehr cooler Beitrag!
In der Überschrift wird Shopware genannt. Aber im Artikel ist nichts zu lesen.
Habt ihr Shopware vergessen? Wäre sehr interessant zu wissen.

Johannes Beus Johannes Beus   
10. September 2020, 13:55

Michael, ist doch in der Analyse der Shopsysteme mit dabei?

Gut: 77,0%
Verbesserungswürdig: 14,4%
Schlecht: 8,6%

Shopware ist damit etwas besser als Shopify, aber deutlich schlechter als Lightspeed.

Avatar Severin   
10. September 2020, 11:08

Super umfangreicher Beitrag, danke! Das Hauptproblem bei allen Mainstream CMS sind meines Erachtens die Nutzer, die ihre Seiten meist wenig überlegt mit irgendwelchen Medien voll klatschen. Hier stehen eigentlich die Anbieter in der Pflicht, für mehr Transparenz zu sorgen…

Avatar Nikolai   
10. September 2020, 11:31

Top Analyse, herzlichen Dank! Das Ranking freut uns als TYPO3 Agentur natürlich besonders – und Jimdo ist für den „Website-Selbstbauer“ auch wirklich eine starke Lösung. Wir waren so frei und haben ein FB Posting dazu erstellt und Euch verlinkt – danke!

Johannes Beus Johannes Beus   
10. September 2020, 13:57

Nikolai, vielen Dank für die Erwähnung!

Avatar Alexander Kollin   
10. September 2020, 11:43

Vielen Dank für den Beitrag. Ich beschäftige mich schon lange mit Ladegeschwindigkeit und würde mich sehr freuen, wenn es unserer Seite einen push gibt

Avatar Robert Handrow   
10. September 2020, 11:45

Wichtiger Artikel, wenn es um Technologie- und Servicepartner-Entscheidungen geht.

Ist es möglich, die LCP Zahlen für Ghost (Blog CMS) zu erhalten?

Johannes Beus Johannes Beus   
10. September 2020, 14:01

Robert, für Ghost haben wir leider keine Daten vorliegen.

Avatar Christian   
10. September 2020, 12:19

Die Vergleiche zwischen den Web-Technologien ergeben, meines Erachtens, überhaupt keinen Sinn. Da werden Äpfel mit Birnen verglichen.

Ruby on Rails (Backend Framework), Bootstrap (CSS Framework) und Angular (Frontend Framework) sind komplett unterscheidliche Dinge.
Man kann auch eine Anwendung mit Rails im Backend, Angular als Frontend-Tool und Bootstrap für das Layout verwenden.

Johannes Beus Johannes Beus   
10. September 2020, 14:03

Christian, das ist aus der Perspektive des Webseitenbauers/Betreibers bestimmt richtig. Aus Sicht des Besuchers und der Suchmaschine geht das aber nicht mehr so auf: da ist es im Kern egal, wie du schnelle Seiten auslieferst – Hauptsache du machst es.

Avatar Hristo   
10. September 2020, 12:26

Ich kann die Aussage von Max wg. TYPO3 nachvollziehen (vor allem bei den älteren Versionen), kann aber jetzt auch bestätigen, dass die neuste Version 10 mit einer Standardinstallation (+Bootstrap Package), ganz schnell ist – Lighthouse Mobile Test liegt bei 91/100. Und die ganze Installation lässt sich innerhalb von 10 Minuten einrichten. 😉

Avatar Emanuel   
10. September 2020, 12:30

Erstmal vielen Dank für den super Beitrag und den sehr guten Vergleich der eingesetzten CMS und Shops am Markt. Bin ehrlich gesagt doch ziemlich enttäuscht das besonders WordPress hier so massiv schlecht im Pagespeed abgeschnitten hat obwohl es das CMS System ist was für viele tausend Projekte jeden Tag zum Einsatz kommt. Da muss das WordPress Core Team definitiv nachbessern. Denn dieses nur mit Plugins zu optimieren halte ich für die Zukunft nicht als optimale Lösung. Vielen Danke für diesen Hinweis was zum Nachdenken und Handeln anregt.

Avatar Sven Behring   
10. September 2020, 12:32

Danke für eure Mühen. Toller Beitrag! Habt ihr zufällig auch Daten für Scrivito?

Johannes Beus Johannes Beus   
10. September 2020, 14:01

Sven, für Scrivito haben wir leider keine Daten.

Avatar Fabian   
10. September 2020, 13:31

Hallo Herr Beus,

danke für den Artikel.
Ein Thema, das mir seit Wochen Kopfzerbrechen bereitet.

Meine Frage als Laie:

Hinsichtlich des schlechten Abschneidens von WordPress. Ist das alles nicht (auch) Theme abhängig? Könnte man mit dem richtigen WordPress Theme, nicht auch positive Messwerte erzielen, wie die von Jimdo? Oder wären das am Ende irrelevante Unterschiede?

Besten Dank im Voraus.

Johannes Beus Johannes Beus   
10. September 2020, 13:59

Fabian, die Performance von WordPress ist bestimmt nicht in Stein gemeisselt. Wir setzen hier auch auf WordPress unter der Haube und haben es mit einiger Optimierung auf einen Lighthouse-Score von 100/100 (Desktop) und run 98/199 (Mobile) gebracht. Das geht alles, ist nur viel Aufwand.

Avatar Johannes   
10. September 2020, 14:54

Was wix da anliefert ist wirklich eine Verarschung. Die haben ein eigenes Pagespeed Tool mit dem man seinen Webseite prüfen kann. Ich hatte vor kurzem einen Kunden mit wix. Tiefrote zahlen bei Google Pagespeed, aber wix meldet dir…alles super.

Avatar Michael   
10. September 2020, 15:04

Ein wirklich toller Beitrag mit unerwarteten Ergebnissen. Klar, man hat eigene Tools um gewisse Systeme mal kurz durchzuleuchten aber so in die Tiefe zu gehen, dafür reichts dann halt auch nicht. Die Ladezeit ist ein wichtiges Argument bei Google und durch die bekannten Tools werden es auch immer mehr Kunden, die das Thema selbst ansprechen. Für Agenturen, die verschiedene Systeme anbieten kann dies ein wichtiger Fingerzeig sein. Persönlich hat mich das Ergebnis über Jimdo gefreut, da wir viele Seiten damit gestalten bzw. durch Eingriffe umgestalten.

Danke für Euren Beitrag

Avatar Elias Lange   
10. September 2020, 18:33

Gott sei Dank geht es hier nur um Schnelligkeit und nicht, dass man im Internet auch gefunden wird. Da haben alle mit WordPress noch mal Glück gehabt. 😆👍

Website-Geschwindigkeiten - Eine Zusammenfassung (2020) - KnallBlauMedia   
11. September 2020, 00:39

[…] Spezialist für Suchmaschinenoptimierung Sistrix hat Stand 10.09.2020 einen umfassenden Bericht zu den Ladezeiten veröffentlicht. Der Bericht gibt einen sehr guten […]

Avatar Walter   
11. September 2020, 09:21

Gibt es ein Online-Tool, welches die Zeile einer CSS-Datei identifiziert, welches ein CLS-Fehler produziert?

Avatar Felix Schmidt   
11. September 2020, 10:11

Hallo Johannes,

danke für den aufschlussreichen Beitrag. Neben der hier bereits diskutierten Frage nach mutmaßlich vielen „unprofessionellen“ WordPress Websites ohne Optimierung ist sicherlich relevant, dass sich in vielen WordPress Websites unzählige Plugins stapeln. Mal ganz abgesehen davon, dass viele WP Themes auch nicht gerade vor Performance strotzen.

Interessieren würden mich noch, ob es Werte für EDD gibt, dass ja auch WordPress basiert ist.

Avatar Naderio   
11. September 2020, 18:57

TYPO3 schreibt sich in Großbuchstaben, liebes Sistrix Team. Bitte korrigiert das doch in sämtlichen Erwähnungen. Danke 🙏

Johannes Beus Johannes Beus   
11. September 2020, 19:00

Naderio, auf keinen Fall! SISTRIX schreibt sich nämlich auch in Großbuchstaben 😉

Avatar Siluan   
12. September 2020, 12:02

Danke für den Beitrag Johannes.

Die Tests sind sicherlich mit den Standard Auslieferungen sowie Standard Themes der jeweiligen CMS/Shop Systeme durchgeführt worden, wenn ich das richtig sehe oder?
Mal abgesehen davon das man meiner Meinung nach nicht wirklich nur anhand des Systems die Rankings festlegen kann.
Die größte Baustelle für die Core Web Vitals sind die Templates selbst.

Avatar Denis   
12. September 2020, 20:32

Vielen Dank für den super ausführlichen Artikel! Dieser macht mir jetzt klar, dass ich an unser Website schrauben muss. Ich nutze Shopify. Die ganzen Apps von den Drittanbietern, machen die Seite echt laaaaaangsam. Ein neues Theme wäre sicherlich ein Anfang. Hat jemand Erfahrungen mit dem „Turbo“ Theme?

Gruß Denis

Ladezeiten von Jimdo, Wix, Shopify - SEO-Radio   
13. September 2020, 10:00

[…] findet ihr die vollständigen Ergebnisse der […]

Avatar Thierry   
14. September 2020, 15:09

Danke für den ausführlichen Bericht! Auch mich freut es zu sehen, das TYPO3 unter den Top3 des Rankings zu finden ist!

Avatar Nima   
15. September 2020, 14:13

Danke für den ausführlichen Bericht. Aber gibt es dazu noch weiter Zahlen zur Einsicht, die Ihr für den Artikel benutzt habt? Weil so ist die ganze Aussage etwas irreführend und sagt dann an sich auch gar nichts mehr aus. Ihr gebt ja z.B. nur an wie viele % der Seiten innerhalb des Bereichs „gut“ liegen. Das könnte dann aber theoretisch auch heissen, dass 50% der WooCommerce Seiten, die im Bereich „gut“ liegen 100x schneller sind als 90% der Lightspeed Seiten…

Avatar Tony   
16. September 2020, 11:07

Schön, dass die Ladezeiten nach fast über einem Jahrzehnt endlich offiziell Berücksichtigung finden. 😀

Generell erinnern mich Untersuchungen dieser Art jedoch immer an dasselbe Problem: „Porsche GT2 auch nicht schneller als Scania V8“, laut Messung auf dem Berliner Ring.

Avatar Nicolas Fürbeck   
16. September 2020, 18:30

Sorry so viel ich von Sistrix auch halten mag der Verfasser dieses Artikels hat sich zwar viel Mühe gegeben aber am Ende doch nur Äpfel mit Birnen verglichen. Im Artikel werden Shopsysteme mit CMS Systemen und Cloud-basierten Baukästen verglichen. Und dass WordPress da schlecht abschneidet ist klar. Noch dazu ist es ja auch iwie logisch dass der größte Anteil von Webseiten (WordPress) auch automatisch die ältesten und schlechtesten Webseiten hat. Dazu kommt noch das Hosting (welches nicht berücksichtigt wird) was aber viel wichtiger als das CMS / Shop System ist. Bei den Hostings greifen viele Privat-Nutzer auf Billiganbieter zurück. Die bieten dann auch noch das Ein-Klick WordPress Modul an und schon ist eine nächste langsame WordPress Seite auf dem Markt.

Und dann muss man sich natürlich auch vor Augen halten welches System welche Inhalte und Vielfalt anbietet. Dass der KFZ-Mechatroniker mit seiner Jimdo Seite mit 500 Wörtern und einem Kontaktformular beim PageSpeed besser abschneidet als Mercedes mit 3D Konfigurator, 500 Unterseiten und einem eigenen Wiki ist klar.

Wenn dieser Artikel aussagekräftig werden hätte sollen hätte man:
Shopsysteme von CMS Systemen unterscheiden müssen. Und anschließend identische Seiten auf identischen Servern mit den neusten Versionen der verschiedenen Systeme aufbauen und testen müssen.

Außerdem nicht berücksichtigt werden Cache und Geschwindigkeits Plugins wie WP-Rocket die im Gegensatzt zu WordPress bei Jimdo evtl schon Standardmäßig mit an Board sind. Die ebenfalls einen riesen Unterschied machen können von vielen aber gar nicht verwendet werden.

Johannes Beus Johannes Beus   
18. September 2020, 13:50

Nicolas, ich kann deine Punkte nachvollziehen und als Webseitenbetreiber sehe ich vieles auch so. Das Ding ist aber: dem Nutzer ist es vollkommen egal, ob dein System jetzt ein Blog, ein Shopsystem oder sonstwas ist. Der Nutzer verlangt schnelle Webseiten – dabei ist egal, auf welcher Basis das passiert, mit welchen Plugins und sonstigen Möglichkeiten. Und Google richtet sich nach dem Nutzer, da echte Ladezeiten im Browser des Nutzer gemessen werden.

Avatar Elias Lange   
20. September 2020, 19:45

Wenn man es richtig macht, kann auch WordPress vor Wix und Jimdo liegen 😉 Core Web Vitals von deren Websites: https://i.imgur.com/VC5rTf9.png

Avatar René Harnisch   
22. September 2020, 17:01

Habt Ihr Cloudflare als CDN vergessen? Oder seht Ihr das nicht als CDN … ? VG

Avatar eCommercify   
23. September 2020, 11:42

Also ich denke, so ein Vergleich muss etwas differenzierter stattfinden. Beispiel: In Shopware benötige ich für die üblichen Basisfunktionalitäten (Katalog, Warenkorb, Checkout, Benutzerverwaltung, Newsletter, Cookie-Hinweis, Gutscheine, Einkaufswelten etc. pp.) keine Plugins, das ist alles im Core enthalten. Bei JTL-Shop brauche ich dafür schon diverse Plugins, u.a. auch sowas wie Dropper. Insofern habe ich dort dann schon locker um die 5-10 Plugins drin, um funktional auf den gleichen Stand zu kommen wie mit Shopware. Und die Qualität der JTL-Plugins ist häufig auch nicht unbedingt die beste, auch auf die Performance bezogen. Ich habe einmal einen JTL-Shop, der recht schlecht performte, mit Shopware nachgebaut und beide mit Google Pagespeed gemessen. Shopware war in diesem Test ungefähr doppelt so schnell wie der JTL-Shop, der als Vorlage diente. Ob dies nun wirklich nur am Hosting lag (Shopware auf all-inkl Business vs. JTL-Shop auf Server bei Domainfactory), wage ich zu bezweifeln.

Bei dem CMS-Test fehlt übrigens u.a. Contao in der Liste. Und WordPress kann man mit einigen Optimierungen (Caching, WebP etc.) ebenso relativ schnell bekommen. Unter dem Strich liegt es nie nur an einem Faktor. Der Hosting Provider, dessen Anbindungen ans Internet, das gebuchte Hosting-Produkt, Nutzung von CDN, Varnish, Cluster/Load Balancing, die Struktur der Templates, Bildoptimierungen (u.a. mit WebP) usw. sind nicht minder wichtige Faktoren bei der Messung. Einfach nur das nackte Basisystem mit Standard-Template und Demodaten zu messen, kommt der Realität nicht nah genug, genauso nicht das Messen von verschiedenen Websites ohne Berücksichtigung der ganzen Parameter beim Hosting und individueller Maßnahmen zur Performance-Steigerung.

Core Web Vitals - Überblick - Sumaoptix GmbH   
25. September 2020, 15:24

[…] SEO Toolanbieter Sisitrix hat 18,5 Millionen Domains analysiert und darauf geschaut, welches CMS verwendet wird. Die aus unserer Sicht spannendsten Erkenntnisse […]

Avatar Malte Helmhold   
1. Oktober 2020, 09:00

Man sollte sich nicht blenden lassen, das schreiben ja hier viele schon, aber man kann ja seine Schlüsse ziehen.

In der Realität bin ich auch super oft auf langsamen WordPress Seiten unterwegs. Und das nervt dann. Also: wir sollten uns mit WordPress in Punkto Geschwindigkeit mehr Mühe geben.

Und, dass Jimdo so viel schneller ist als Wix, das ist doch mal interessant! Danke also für diese sehr informative und zum Denken anregende Auswertung! Denn in Zeiten von WP Bakery oder Elementor und der spärlichen Features von Gutenberg, hast du ja eigentlich schon fast keine Chance mehr als Laie dein System dermaßen aufzublasen, dass es einfach langsam werden muss. Wer hier mit Abstrichen und viel Arbeit bei der Speed Optimierung und einem teuren Hosting-Paket leben kann: WordPress ist sicherlich das durchdachteste Blogging und multimediale Content-System mit den meisten Plugin-Möglichkeiten. Und hier meine ich Content im Sinne von Medien und nicht von Kontaktseiten-Content.

Übrigens halte ich WooCommerce per se für gar nicht soo langsam, aber wir sind ja in Deutschland–zumindest die meisten für uns. Und wenn man sich dann anguckt, was Germanized oder German Market noch so alles mitbringen, da wird einem oft schwindelig. Und dann soll noch ein Konfigurator her. Das kann dann einfach nicht mehr schnell sein. In der USA ohne weitere Plugs in: ok cool. Aber nicht hier. Da bin ich inzwischen der Überzeugung: Wer einen schnellen Shop möchte (es sei denn, es ist ein Projekt mit nur 3 Produkten und viel Funnel-Gedöns, welches in den Vordergrund rückt) sollte auf Systeme setzen, die eine Unterstützung der deutschen Rechtmäßigkeiten nativ mitbringen. Oder ein System, in dem sich die Anforderungen des Deutschen Marktes sehr einfach umsetzen lassen.

viele liebe Grüße,
Malte

Avatar Malte Helmhold   
1. Oktober 2020, 13:59

Moin, eine Fragen nochmal und sorry, falls wir es überlesen haben. Sind die 18,5 Mio. Websites weltweite Websites oder nur welche aus DE?

Avatar Stefan   
7. Oktober 2020, 14:50

Auch ich vermisse Contao in der Übersicht. Es ist ja zumindest im deutschsprachigen Raum hinreichend verbreitet und hätte meines Erachtens einen Platz in der Liste verdient. Schade, denn nach den Werten, die Johannes in den Kommentaren nachgetragen hat, hätte Contao ja sogar an die Spitze geschafft.

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