Link-Audit und LinkRating erstellen

Zur Entwicklung einer SEO-Strategie ist es wichtig den Status-Quo des eigenen Backlinkprofils zu kennen und wichtige Metriken im Auge zu behalten. In diesem Tutorial schauen wir uns an, wie wir mit Hilfe von SISTRIX in wenigen Schritten einen umfänglichen Einblick in unser Backlinkprofil erhalten und Maßnahmen zur Verbesserung des Backlink-Profils definieren können. 

Mit dem Link-Modul von SISTRIX können wir wertvolle Einblicke in unserer eigenes, aber auch das Backlinkprofil unserer Wettbewerber erhalten. Dadurch können wir zum Beispiel Abstrafungen aufgrund schädlicher Verlinkungen vorbeugen.

Für die Durchführung eines Link-Audits bietet SISTRIX mit dem Link-Modul mehrere mögliche Ansätze. Wir können gezielt einzelne Informationen finden und so unser Backlinkprofil bewerten.

Mithilfe der Funktion „Bewerte dein Linkprofil“ haben wir zusätzlich die Möglichkeit eigene Projekte anzulegen und die wichtigsten Informationen samt Handlungsempfehlungen von SISTRIX an einem Ort zu aggregieren und zu überwachen.

Am Beispiel der Seite philips.de schauen wir uns Schritt für Schritt an, wie wir mit SISTRIX einen Link-Audit durchführen können.

Schritt 1: Einen Überblick erhalten

Wie gewohnt geben wir dafür unsere Domain in den Suchschlitz von SISTRIX ein (in unserem Beispiel: philips.de). Über einen Klick auf „Überblick“ in der linken Sidebar in dem Bereich „Links“ erhalten wir den ersten Überblick des Backlinkprofils.

Neben der Gesamtzahl der Backlinks der Domain philips.de („Links“) können wir hier unter dem Bereich „Link-Profil“ auf einen Blick erfahren, wie viele verschiedene Hosts / Domains / IPs / Netzwerke auf unsere Domain verlinken. Wir sehen auch, von welchen Top-Level-Domains („TLDs“) und aus welchen Ländern („Länder“) wir die meisten Links erhalten. 

Tipp: Die Daten aus der Übersicht können wir über einen Klick auf das Einstellungssymbol auch zu individuellen Reports und Dashboards hinzufügen und somit Veränderungen an den Metriken besser auswerten zu können.

Unterhalb des ersten Überblicks von Metriken des Backlinkprofils erhalten wir einen Überblick über die Verteilung der verlinkenden Hostnamen basierend auf dem Sichtbarkeitsindex.

Bei philips.de sehen wir z.B., dass die Domain mehr als 6.300 Backlinks von Hosts bekommt, die einen Sichtbarkeitsindex haben, der niedriger als 0.001 ist. Im Vergleich dazu bekommt philips.de nur von 87 Hosts Backlinks mit einer Sichtbarkeit von über 50.

In der Ansicht „Beste verlinkende Domains“ werden in einer Art Wolke die Domains angezeigt, die am Häufigsten auf unsere Domain verlinken. Dabei gilt: Je größer eine Domain dargestellt ist desto höher ist die Sichtbarkeit dieser Domain. 

Durch die Übersicht der am häufigsten verlinkenden Domains können wir schnell erkennen, ob unsere Domain von Seiten mit hoher Autorität verlinkt wird, oder ob sich darunter auch Spam-Seiten befinden. Spam-Seiten lassen sich häufig am Namen der Domain oder auch an der TLD erkennen. Typisch dafür sind Spam-Seiten aus dem russischen oder asiatischen Raum. 

In dem Bereich „Deeplink-Verhältnis“ können wir das Verhältnis der Links auf die Startseite der Domain im Vergleich zu den Links auf Unterseiten (Deeplinks) ablesen. 

Es gibt keine allgemeingültigen Regeln, welches Verhältnis für ein natürliches Linkprofil spricht. Generell lässt sich jedoch sagen, dass es bei Shops und Seiten ohne Fokus auf redaktionelle Inhalte normal ist, dass die Mehrheit der Links auf die Startseite geht. Bei News-Seiten ist das Verhältnis häufig andersherum – es werden mehr Backlinks auf Deeplinks (z.B. einzelne News-Artikel) gesetzt statt auf die Startseite.

Es macht durchaus Sinn, dass ihr bei der Bewertung des Deeplink-Verhältnisses Vergleichswerte von euren Wettbewerbern herauszieht, um einen Eindruck davon zu gewinnen, ob eure Domain ein ähnliches Verhältnis vorweist oder ob es gravierende Unterschiede gibt.

Direkt darunter finden wir die Übersicht „Nofollow-Verhältnis“. Diese Übersicht zeigt das prozentuale Verhältnis zwischen Links mit dem Attribut „nofollow“ im Verhältnis zu Links mit dem Attribut „follow“ an.

Es ist normal, dass die meisten der eingehenden Links das Attribut „follow“ haben. Da es jedoch auch hier keine allgemeinen Richtwerte für eine natürliche Verteilung der Linkattribute gibt, macht es auch bei dieser Metrik Sinn Vergleiche mit direkten Wettbewerbern von euch zu ziehen. 

In der Übersicht „Verlauf“ können wir ablesen wie viele verlinkende Domains philips.de im Zeitverlauf aufweisen kann. Ähnlich wie in der Übersicht des Sichtbarkeitsindex können hier auch PINs zur Markierung von bestimmten Ereignissen gesetzt werden.

Schritt 2: Ankertexte überprüfen

In der Übersicht „Top-Linktexte“ bekommen wir einen Eindruck davon mit welchen Ankertexten unsere Domain am häufigsten verlinkt wird.

Die Ankertextverteilung bei philips.de ergibt eine natürliche Mischung aus Brand-Keywords, der URL (mit http- und https-Protokoll) und generischen Keywords wie „hier“. 

Ein leerer Ankertext steht für eine Verlinkung durch Bilder. In einer hohen Ausprägung kann dies auch immer ein Anzeichen für zahlreiche Spam-Links sein. Durch einen Klick auf das „+“ sehen wir die URLs, von denen die Links stammen. 

Diese Ansicht lässt sich in der ersten Spalte nach der Anzahl der Links sortieren. So sehen wir schnell, dass die mit Abstand meisten dieser Bildverlinkungen von Philips selbst, Online-Shops, Werbepartnern oder Nachrichtenportalen stammen. Somit sind diese Verlinkungen unbedenklich. Sollten Bildverlinkungen in einer solchen Ausprägung von Seiten ohne Sichtbarkeit, auffälligen TLDs wie .ru, .club, .link oder ähnlichen stammen, sollten diese dringend genauer betrachtet werden und gegebenenfalls durch die Disavow-Liste entwertet werden, damit sie nicht zu einer Abstrafung durch die Suchmaschine führen können.

Schritt 3: Analyse der Top-Linkziele

Um zu verstehen, welche der eigenen Inhalte besonders gut ankommen und besonders häufig verlinkt werden, lohnt sich ein Blick auf die Übersicht „Top-Linkziele“.

Die Übersicht der Top-Linkziele kann nach eigenen Wünschen sortiert werden. Empfehlenswert ist eine Sortierung der Linkziele nach Domains, da dadurch Mehrfachverlinkungen durch z.B. sitewide Verlinkungen von Domains herausgefiltert werden können. In der Spalte „Domains“ wird die Anzahl der Backlinks auf das Link-Ziel von unterschiedlichen Domains angezeigt.

Bei philips.de ergibt sich hier ein natürliches Gesamtbild. Seiten wie die Startseite, die Karriereseite oder Healthcare werden am häufigsten von unterschiedlichen Domains verlinkt. 

Link Rating und kontinuierliches Monitoring des Backlinkprofils

Wer das Backlinkprofil der eigenen Domain oder auch seiner Wettbewerber kontinuierlich im Blick behalten und zusätzlich automatisiert hilfreiche Tipps zur Verbesserung des Backlinkprofils erhalten möchte, kann dies am besten durch die Funktion „Bewerte dein Linkprofil“ aus dem Link-Modul tun. 

Nach Eingabe der Domain startet SISTRIX die Analyse des Linkprofils und legt unter dem Bereich „Linkrating“ ein Projekt an. Für den Prozess des Linkratings nutzt SISTRIX die eigene Datenbank und kombiniert sie mit der von seokicks.de. Zusätzlich dazu können weitere Datenquellen wie z.B. die Google Search Console, ahrefs.com, Google Analytics etc. hochgeladen werden. Und natürlich besteht auch die Möglichkeit das aktuelle Disavow File als Textdatei zu hinterlegen.

Nach Eingabe der Daten-Quellen wir das LinkRating-Projekt geladen:

SISTRIX gibt uns mit dem LinkRating als Ergebnis einen umfangreichen Einblick in unser Backlinkprofil. In der Übersicht zeigt uns SISTRIX anhand des farbigen Balkens, wie unsere Backlinks anhand der Datenbank einzuordnen sind.  Diese Darstellung können wir uns auch für Hostnamen, Domains und IPs anzeigen lassen. Dazu finden sich im linken Menü die wichtigsten Informationen zur Auswahl wie die Linktexte, die verweisenden Domains, die TLDs und auch die Links selbst. 

Da wir auf einige Themen aus dem Bereich „LinkRating“ bereits eingegangen sind, werfen wir nun noch einen Blick auf die Funktion „Link-Bewertung“.

Bei der Funktion „Link-Bewertung“ liefert uns SISTRIX eine Kategorisierung unserer Backlinks und nennt die Gründe für die Einordnung bestimmter Links in Kategorien. So können wir präzise erkennen, welche unserer Links wahrscheinlich nicht mit den Eigenschaften eines natürlichen Backlinks einhergehen. Beispielsweise sehen wir hier, dass wir Links von Domains erhalten, von denen in der Vergangenheit schon Links angeboten wurden.  Über einen Klick können wir sehen, welche Links sich dahinter verbergen. 

Nun gilt es im Einzelfall zu prüfen, was sich hinter diesen Links verbirgt. 

Zu beachten: SISTRIX ordnet die Links kategorisch auf Basis verschiedener Datenbanken ein. Dennoch sind die Einordnungen eher als Empfehlungen zu betrachten, weshalb die Links im Einzelfall detailliert auf ihre Natürlichkeit und Entstehung geprüft werden sollten, um übereilige Reaktionen beispielsweise durch Benutzen der Disavow-Liste zu vermeiden. 

Fazit

SISTRIX liefert uns detaillierte Einblicke in das eigene Backlinkprofil. Wir können durch die Funktionen des Link-Moduls gezielt nach Informationen wie den Top-Linkzielen oder dem Nofollow-Verhältnis suchen und aus den Daten Maßnahmen zur Verbesserung unseres Backlinkprofils ableiten. 

Mithilfe des LinkRatings unter der Funktion „Bewerte dein Linkprofil“ analysiert SISTRIX alle eingehenden Links und sortiert sie anhand einer großen Datenbank in Kategorien ein. Dazu liefert uns das Tool Erklärungen und automatisierte Handlungsempfehlungen, wie wir mit diesen Links umgehen sollten. Insgesamt erhalten wir dadurch eine gute Möglichkeit das eigene Backlinkprofil zu analysieren und zu verbessern. So können wir Abstrafungen vorbeugen und perspektivisch unsere Rankings verbessern

Dieser Leitfaden ist in Kooperation mit Magdalena Mues von Claneo entstanden.

18.12.2020