Warum sich die Erfassung von Google-Rankings verändert

Seit 2025 erschwert Google die Erfassung von Suchergebnissen Schritt für Schritt. Wir vermuten, dass Google damit vor allem neuen Wettbewerbern wie ChatGPT den Zugriff auf seinen Suchindex erschweren will und verhindern möchte, dass Suchergebnisse in das Training offener KI-Modelle, beispielsweise aus China, einfließen. Analyse-Tools wie unseres sind dabei nicht das Ziel, werden aber mitgetroffen.

Für SEO-Daten heißt das: Die gewohnte Vorstellung einer stabilen Trefferliste mit 100 Positionen entspricht immer weniger der Realität in den Suchergebnissen. Wir konzentrieren uns deshalb auf die Daten, die weiterhin belastbar sind und über tatsächliche Sichtbarkeit entscheiden, allen voran die erste Ergebnisseite. Das Wichtigste vorab: Die Top-10-Rankings und der Sichtbarkeitsindex bleiben verlässlich. Veränderungen gibt es vor allem bei der Aktualisierungshäufigkeit und bei Rankings auf den hinteren Suchergebnisseiten.

Was sich dabei konkret geändert hat, was das für dich bedeutet und wie wir damit umgehen, haben wir hier zusammengetragen.

Google liefert teilweise abweichende Trefferlisten

Was Google geändert hat: Seit September 2026 beobachten wir, dass Google bei einem Teil der Abfragen Trefferlisten ausliefert, die deutlich von den regulären Suchergebnissen abweichen. Sie sehen aus wie echte Suchergebnisse, enthalten aber andere Websites. Das ist ein branchenweites Problem: Tool-Anbieter und Datenlieferanten weltweit bekommen solche abweichenden Trefferlisten.

Was wir tun: Unsere Qualitätsprüfung hat die abweichenden Trefferlisten früh erkannt. Seitdem veröffentlichen wir nur Ergebnisse, die zusätzlich mehrfach geprüft wurden. Besteht ein neues Ergebnis die Prüfung nicht, erheben wir das Keyword erneut, bis ein geprüftes Ergebnis vorliegt. Das braucht Zeit, deshalb werden manche Keywords gerade seltener aktualisiert.

Was das für dich bedeutet: Bei manchen Keywords liegt die letzte Aktualisierung länger zurück als gewohnt. Du siehst dann den letzten geprüften Stand, erkennbar am Aktualisierungsdatum. In Projekten können wir dadurch den Rhythmus aus den Projekteinstellungen nicht immer einhalten. Die Aktualisierung auf Anforderung ist seit September 2026 abgeschaltet, weil sie die zusätzliche Prüfung umgehen würde.

Keyword-Überblick für „schwingschleifer“ in SISTRIX, markiert ist die Angabe „Aktualisiert: 30.09.2026“, die zeigt, wann das Keyword zuletzt aktualisiert wurde.
Neben dem Keyword siehst du, wann es zuletzt aktualisiert wurde.

Weiterleitung über /goto-Adressen

Was Google geändert hat: Seit Juni 2026 leitet Google Klicks auf Suchergebnisse über eine interne /goto-Adresse. Aus ihr lässt sich das Ziel nicht ablesen, sondern erst, wenn man ihr folgt. Inzwischen betrifft das praktisch alle Links in den Suchergebnissen.

Was wir tun: Wir lösen diese Adressen für alle organischen Treffer und die wichtigsten weiteren Elemente zu ihren echten Zielen auf, bevor die Daten in deine Auswertungen einfließen. Das bedeutet für jede einzelne URL zusätzlichen Aufwand.

Was das für dich bedeutet: Bei weniger wichtigen Elementen, etwa einzelnen Links in Karussells oder Boxen, kann die genaue Zieladresse fehlen. Deine Rankings und die organischen Treffer sind davon nicht betroffen.

Trefferlisten enden vor Platz 100

Was Google geändert hat: Google zeigt längst nicht mehr für jede Suche 100 organische Ergebnisse. Bei vielen Keywords endet die Trefferliste früher, danach kommt schlicht nichts mehr.

Was wir tun: Künftig stellen wir in unseren Auswertungen die Keywords auf der ersten Ergebnisseite in den Mittelpunkt, also die Top 10. Was dahinter kommt, ist im zeitlichen Verlauf nicht mehr verlässlich vergleichbar.

Was das für dich bedeutet: Verschwindet eine Domain bei einem Keyword aus den Top 100, kann das auch daran liegen, dass die Trefferliste kürzer geworden ist. Kennzahlen wie die Zahl der Keywords in den Top 100 oder die Verteilung der Rankings auf die Plätze werden davon beeinflusst, ohne dass sich an deiner Sichtbarkeit etwas ändert. Für den Sichtbarkeitsindex spielt das praktisch keine Rolle: Rankings auf der ersten Ergebnisseite bestimmen wegen ihrer deutlich höheren Klickwahrscheinlichkeit den weit überwiegenden Teil seines Werts, die hinteren Plätze, um die es hier geht, tragen nur sehr wenig bei. Für Vergleiche über längere Zeiträume ist die Zahl der Keywords in den Top 10 die verlässliche Größe.

Nur noch 10 Treffer pro Abfrage

Was Google geändert hat: Seit September 2025 liefert Google höchstens 10 Treffer pro Abfrage. Vorher ließen sich die ersten 100 organischen Treffer einer Suche mit einer einzigen Abfrage erhalten, heute sind dafür zehn Abfragen nötig. Die Umstellung kam ohne Ankündigung und betraf alle, die Rankings messen.

Was wir tun: Wir haben die Erhebung darauf umgestellt. Die erste Ergebnisseite erheben wir für jedes Keyword, die weiteren Seiten dort, wo sie für die Auswertungen wichtig sind. Weil die erste Seite über Sichtbarkeit und Klicks entscheidet, stellen wir sie künftig auch in unseren Auswertungen in den Mittelpunkt.

Was das für dich bedeutet: Für die Top 10 ändert sich nichts. Rankings auf den hinteren Seiten werden seltener aktualisiert als die erste Seite, Kennzahlen wie die Zahl der Keywords in den Top 100 schwanken dadurch stärker. Auch in der Google Search Console war die Umstellung zu sehen: Viele Websites hatten ab Mitte September 2025 weniger Impressionen und eine bessere durchschnittliche Position. Das war eine Folge der Umstellung bei Google, kein Rankingverlust.

Keyword-Verlauf von sistrix.de seit 2021: Die Zahl der Top-100-Keywords fällt 2026 von rund 27.000 auf etwa 13.000, die Top-10-Keywords bleiben bei rund 10.000 bis 12.000.

AI-Antworten statt Trefferlisten

Was Google geändert hat: Gleichzeitig verändert sich nicht nur die technische Erfassung der Suchergebnisse, sondern auch das Suchergebnis selbst. Google beantwortet immer mehr Suchen mit generierten Antworten, in den AI Overviews über den Treffern und im AI Mode. Die klassische Trefferliste rückt dabei nach unten oder fällt ganz weg.

Was wir tun: Wir messen deshalb zusätzlich zu den Rankings, wie Websites in generierten Antworten vorkommen, bei Google und in anderen AI-Assistenten.

Was das für dich bedeutet: Ob eine Website gefunden wird, hängt zunehmend auch davon ab, ob sie in diesen Antworten erwähnt oder als Quelle genannt wird. Ein stabiles Ranking heißt deshalb nicht mehr automatisch gleich viele Besucher. Wie oft deine Website in AI-Antworten vorkommt, siehst du im AI Check.

AI-Check-Überblick für die Marke Sunday Natural: 1.081 Prompts, davon 754 in Google AI Overviews, 238 im Google AI Mode und 46 in ChatGPT, darunter der Verlauf der Mentions und Citations seit Oktober 2025.