Gefahren der Linkvermietung


Johannes Beus 04.01.2007 09:59 Uhr

Nicht erst, seit das Konzept von Text Link Ads mit Linklift auch Deutschland erreicht hat, scheinen viele Seiten- und Blogbetreiber in der Vermietung von Textlinks eine neue Goldgrube zu sehen. Dass sie aber auch Gefahren für die eigene Seite birgt, scheint vielen Verkäufern nicht klar zu sein.

Aktuelle Suchmaschinen berechnen das Ranking nach wie vor zu einem Großteil aus externen Faktoren, die der Seitenbetreiber selber nicht so einfach und schnell manipulieren kann wie beispielsweise den Title-Tag. Einer, und vermutlich auch der wichtigste dieser externen Faktoren ist derzeit die Qualität, Quantität und Verteilung von eingehenden Links. Links, die von einer Seite auf eine andere zeigen werden als positive Wertung für diese gewichtet und gehen so in das Ranking ein.

Wenn jetzt Seitenbetreiber anfangen, Links nicht mehr zu setzen, weil sie als Empfehlung für die verlinkte Seite gelten, sondern, weil sie dafür Geld erhalten, wird den Suchmaschinen die Rankinggrundlage entzogen und die Qualität der Suchergebnisse wird sinken. Dass Suchmaschinen dies nicht einfach hinnehmen, sollte jedem klar sein. So ist es bei Google seit Jahren üblich, dass Seiten, die als Verkäufer von Links auffallen, keinen PageRank mehr vererben. Es kann auch angenommen werden, dass nicht nur die PageRank-Vererbung sondern auch jegliche weitere Vererbung von „Google-Juice“ an externe Links unterbunden wird. Dieser Filter wird dauerhaft auf der Domain lasten – auch, wenn in einigen Monaten oder Jahren der Verkauf von Links an Gewicht verloren hat und neue Werbeformen entwickelt wurden.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen den Kauf oder Verkauf von Links. Es gibt sicherlich viele Beispiele, wo themenrelevant und für den Nutzer mit Mehrwert ver- und gemietet wird. Nur sollten Seitenbetreiber sich vorher gut überlegen, welche Links sie auf ihre Seite aufnehmen und somit eine Empfehlung für diese Seite abgeben und wie offensiv sie den Verkauf von Links öffentlich kommunizieren wollen. Vielleicht ist ein großer Text-Link-Ads-Button auf dem Blog dabei nicht die beste Idee.

Johannes Beus, Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX, beschäftigt sich seit 2001 mit der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen. Auf einem der ältesten deutschsprachigen SEO-Blog veröffentlicht er seit 2003 regelmäßig Zusammenfassungen eigener Auswertungen und Einschätzungen des SEO-Marktes.

 


Kommentare (20)


 
Mit dieser Mitteilung stimme ich vollkommen überein, aber das Problem wurde auch bereits gleich im ersten Abschnitt erwähnt - das Einkommen (Geld). Wenn ein Blogger von den erzielten Einnahmen leben muss, dann kann ich schon verstehen, wenn er lieber den Spatz vor der Nase als die Taube irgendwo hinten im Wald nimmt.

Wie viele Unternehmen überprüfen nach der Fertigstellung Ihrer Website alle relevanten Merkmale wie PageRank, Suchmaschinenplazierung, Logfile-Analyse? Und wenn ich die selbe Frage an Blogger richten würde, wäre dieser Prozentsatz noch geringer, so dass ich von dieser Gruppe gar nicht die oben erwähnten Zusammenhänge erwarte.

Aus Dresden Grüssend

RALPH
 
Sistrix hingegen weist auf die Gefahren der Linkvermietung hin, und Chris Schagen von Linklift hatte bereits zuvor Gegenargumente in seinem Blog gesammelt: Während Sistrix die Gefahr sieht, dass irrelevant gesetzte Links durch Linkvermietung einem Blog schaden ...
 
Du erwähnst, dass Google bei solchen Seiten das vererben des PR unterlässt. Hast Du dafür nachvollziehbare Beispiele?

Vieles im SEO-Bereich erscheint mir wenig belegt und dadurch sehr ominös. Kann aber auch sein, dass die SEO Angst haben, ihr Know-How preiszugeben.
 
Ich mail dir gleich ein paar Beispiele zu. Bitte um Verständnis, das nicht öffentlich breitzutreten.
 
Ich habe auch Linklift auf meiner Seite, direkt darüber steht "Werbelinks". Ist keine gute Idee, wenn ich das richtig verstanden habe, oder ist das Google egal? Ich frage, weil ich das natürlich auch mit einem gif lösen könnte.
 
Als Linkverkäufer würde ich darauf achten, die Sache sowenig publik wie möglich zu machen. Also besser als Grafik mit "Sponsoren" oder so. Auch im Linklift-Verzeichnis nicht den Namen oder die URL des Blogs angeben. Im Linklifter-Blog wurden ja bereits einige Anregungen in diese Richtung gegeben.
 
Ist es denn rechtlich abgesichert, seine verkauften links als Sponsoren darzustellen, ist das nicht etwas anderes? Ansonsten danke, ich werde es ändern, sobald ich zuhause bin.
 
Sie unterstützen dich Blogger halt durch Geld und erhalten dafür den Link als Gegenleistung. Ob du das jetzt "Sponsoren" oder "Werbung" nennst, ist egal - erst recht, wenn es in einer Grafik steht :-)
 
Willst du mir nicht auch noch die Frage in meinem aktuellen Post beantwortet. Zuviel des guten? Ich danke jedenfalls.
 
Sorry, kann ich nichts genaueres und sinnvolles zu sagen, ohne mir das genauer anzusehen und dafür habe ich derzeit zuviel um die Ohren.
 
Morgen Johannes.
Das was du schreibst beschäftigt uns ja nun schon etwas länger. Scheinbar lässt sich diese Entwicklung aber nicht aufhalten. Im Gegenteil es ist ein Markt geworden auf dem sich immer mehr dubiose Linkverkäufer tummeln. Diese züchten hohe Pagerank Seiten um dann bei eBay großen Profit zu machen. Das ist schlecht fürs Web (nicht wegen dem Geld, da habe ich nichts dagegen), sondern wegen der Blindheit mancher Webmaster und wegen der Qualität des Webs.

Ich bin gespannt wie es '07 weitergeht. 06 war ja schon das Jahr der vielen deutschen 8er Seiten.
 
Wobei ich nicht denke, dass die künstlich auf hohen PageRank gezüchteten Domains das Problem für Google ist. Der PageRank dieser Seiten kommt meistens nur durch einen oder sehr wenige Links und hat somit entsprechend weniger Power. Sorgen werden Google eher die natürlich gewachsenen starken Seiten, die Links verkaufen, machen. In den USA ist das ganze ja schon etwas länger ein großes Thema - sieht so aus, als würde es das (nach der Internationalisierung des Webspamteams letztes Jahr) die nächste große Sache, die rüberkommt.
 
Ich denke das Problem wird leider weitervererbt. Die vielen hochgezüchteten Seiten geben die schlechte Qualität immer weiter und weiter. Das fängt bei Webmastern an die bei W3 PR8 Seiten Links kaufen und geht weiter bei irgendwelchen billigen Ami Links.

Das mit den Linkverkäufen in D ist natürlich auch ein Problem, aber scheinbar behalten vertrauenswürdige Seiten (bis auf wenige Ausnahmen) ihre Power obwohl die verkaufen was das Zeug hält (siehe hei*e Te**pol**). Was kann Google machen? Den Link nicht mehr werten oder generell alle Links auf einer Seite "weniger" werten? Was passiert dann? Dann gibt es mit Sicherheit ein ganz schönes Durcheinander.
 
Hmm,

das mit den Beispielen würde mich auch interessieren. Ich habe es bisher eigl. so gehalten, dass wenn man die Seite recht easy durch ein bisschen Backlinkchecken gefunden hat, ich Abstand von einem Linkkauf genommen habe. Allerdings wäre es natürlich gut zu wissen ob man das irgendwie überprüfen kann.
 
Hi das mit den Linkskauf und Verkauf ist so eine Sache.
Auf eine Art kann man verstehen wenn sich Firmen sagen, ok ich kauf ein paar Links zb bei teliad.de und spar mir den Mitarbeiter und die Zeit die ich benötigen würde um manuell Linkpartner zu finden.
Auf der anderen Seite kann es da natürlich zu Problemen kommen, aber auch dann wenn du keine Links kaufst:)
 
Naja, ich denke man mus sda auch teilweise etwas unterscheiden.
Ein fetter 8er Link kost 200 $ im Monat, ein 9er 400 $. Das ganze macht man - bei ner Seite die eine gewisse Struktur hat- paarmal, da ist man mit 2-3000 $ gut dabei. Nach drei Monaten dürfte die eigene Seite nen dicken guten Balken haben und die Unterseiten können einzeln monetarisiert werden. Reicht ja schon wenn man die 7er Links günstig verkauft, dann ist man recht schnell in der Gewinnzone.
Aber das soll ja nicht das Ziel von Linkkauf sein.....
 
Viele SEOs die Links kaufen möchten, suchen nach einer guten Liste an Links, wo man günstig Pagerank Links mieten kann, also Backkinks besorgen kann, tja und die Linkhändler die mit ihren Linkbörsen es möglich machen Backlinks ...
 

Jede Menge Linksangeboten kann man auch in ebay finden. Die meisten Angebote sind echte Schnäpchen, aber oft sind viele Betrüger unterwegs.
Worauf sollte man achten?
1) Der Verkäufer soll der Inhaber von der Seite sein.
2) Die Seite soll ein echter PR haben
3) je mehr Links erhält eine Seite, desto wenige ist die PR-Vererbung
4) Der Inhalt von der Seite soll änlich mit dem Inhalt von Ihre Seite sein.
5) Der Link soll suchmaschinenfreundlich geschrieben sein: Ohne JavaScript, Rotation, mit "title" und "name".
 
Hallo, ich habe mal eine Frage zu einem PR, bei einem Domain-Umzug. Was passiert bei folgendem Fall: Die Seiten heißen jetzt alle *.htm, bei dem neuen Anbieter dann *.html , übernimmt Google diese nach der Ummeldung anstandslos mit jeweiligem PR oder werden die Seiten dann wie neu angelegte behandelt und fangen dann wieder bei PR0 an.
Jetzt schon mal danke für Antworten.
 
@Grandel:

mach ne 301 Weiterleitung, dann wird der PR beim nächsten PR-Update übernommen...