AdSense und der Dollarkurs-Mythos

Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Häufig lese ich in Blogs oder Foren, dass die Einnahmen durch AdSense ja eigentlich schon ganz gut sein, der schlechte Dollarkurs aber viel des Gewinnes durch den schlechten Kurs des US-Dollars verloren gehe. Es ist zwar prinzipiell richtig, dass der Dollarkurs Einfluss auf die Höhe der AdSense-Überweisungen hat, allerdings in weitaus geringerem Maße als angenommen. Doch Schritt für Schritt:

Angenommen, die deutsche Krankenversicherung Gierig hat gehört, dass man über Google ganz viele neue Kunden gewinnen könne. Gierig legt sich nun also bei Google in Dublin einen AdWords-Account an und erteilt die Abbuchungsgenehmigung für ihr Geschäftskonto. Die Profis erstellen ein paar Anzeigen, im Durchschnitt kosten die Klicks dort 1 Euro und 1000 Surfer klicken auf Anzeigen von Gierig im Contentnetzwerk. Am Ende des Monats zieht Google jetzt die 1000 Euro von Gierig ein, rechnet diese Einnahmen in US-Dollar um und wird sie an Google USA überweisen.

Ich habe jetzt eine der bekannten, hochwertigen Contentwebseiten zum Thema Krankenversicherung. Dort werden auch die Anzeigen der Firma Gierig angezeigt und natürlich auch geklickt. Da AdSense jetzt aber – im Gegensatz zu AdWords – in US-Dollar rechnet, wird mir der Klick in US-Dollar vergütet. Ich erhalte also die 1 Euro abzüglich der Provision von Google – sagen wir mal 25 Prozent – und dies multipliziert mit dem aktuellen Dollarkurs, also rund 1 US-Dollar. Am Ende des Monats werden meine Einnahmen von US-Dollar in Euro umgerechnet und mir werden die etwa 75 Cent für den Klick überwiesen.

Das Währungsrisiko beschränkt sich jetzt aber nur auf den Zeitraum, der zwischen dem Einziehen der Gebühren bei Gierig und der Auszahlung an mich liegt, also im Regelfall rund ein Monat. Sollte der Dollarkurs jetzt weiter stark sinken, so werden die 1000 Euro, die Google beim nächsten mal von Gierig einzieht ja mehr US-Dollar sein und folglich werde ich – in US-Dollar – mehr erhalten.

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Kommentare
Avatar Stefan   
7. Juni 2007, 16:50

hört sich logisch an. Nur wenn man im Monat nicht auf 100$ Einnahmen kommt, wird auch nichts ausgezahlt. Somit kann es sein das sich das Währungsrisiko doch über einen längeren Zeitraum erstreckt.

Avatar Johannes   
7. Juni 2007, 17:04

Klar, dann steigt die Zahl der Monate, in denen der Dollarkurs sich ändern kann. Andererseits sind Teilnehmer, die 100 USD pro Monat nicht erreichen vermutlich auch nicht die Zielgruppe, die davon lebt 🙂
Die Überlegungen oben gehen auch nicht auf, wenn man Seiten hat, die US-Anzeigen einblenden. Komplett konfus wirds, wenn man zB englische AdWords-Anzeigen auf seiner Seite hat (Pfund->Dollar->Euro) – das Risiko starker Kursschwankungen sollte trotzdem nicht zu groß sein.

Avatar Igor   
8. Juni 2007, 12:34

Wie immer man es auch rechnet, Tatsache ist das man weniger bekommt bei fallenden Dollar-Kurs.

Igor

Avatar Johannes   
8. Juni 2007, 12:36

Aber eben nur soviel weniger, wie der Dollarkurs in dem Monat gefallen ist. Die Aussagen wie „Anfang letzten Jahres war der Dollar noch 20% mehr wert und ich verdienen jetzt soviel weniger“ sind falsch.

Avatar Bernd   
12. Juni 2007, 12:38

Davon abgesehen wird der Preis durch die Nachfrage bestimmt, nicht durch Währungsschwankungen. Wenn der Dollarkurs sinkt werden Adwords-Anzeigen für Werbetreibende günstiger und sie werden mehr nachfragen. Die höhrere Nachfrage läßt den Anzeigenpreis steigen, so dass wieder mehr Gelder an Adsense-Betreiber ausgeschüttet wird. Kursschwankungen dürften also keinen/einen geringen Effekt haben.

Avatar Axel   
4. Oktober 2007, 13:28

Trotzdem wer glaubt, dass der Dollar sich langfristig erholen wird, und nicht direkt auf die Auszahlungen angewiesen ist, kann sich das doch auf nen Dollar Konto auszahlen lassen und auf einen besseren Kurs warten oder was meint ihr?

Avatar Christian   
25. Oktober 2007, 16:02

Wenn der Dollar sinkt, dann sinken auch die Ausgaben des Adwordskunden. Außer natürlich, falls in deinem Beispiel der Pfund gleichmäßig wie der Dollar fällt.
Wenn die Adwords Ausgaben insgesamt nun sinken, sinken logischerweise auch die Adsensevergütungen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Google die Währungsschwankungen durch einen geringeren Prozentsatz, den Google sich einstreicht, ausgleicht.

Außerdem gehst du in deinem Beispiel davon aus, dass wenn der Advertiser 1 Euro je klick zahlt, Adsense automatisch 1 Euro abzgl. der 25% und in USD umgerechnet bei Adsense auszahlt. Wenn dem wirklich so wäre, würden die Adsense CPCs in USD ja analog zu der Währung schwanken (abgesehen natürlich von anderen Faktoren, wie Verbesserung der Seitenqualität etc).
Gleiches gilt für den Beitrag von Bernd: Auch hier gäbe es dann höhere CPCs in USD.
Ich kann allerdings nichts derartiges feststellen.

Schlussfolgerung: Die Währungsschwankungen beeinflussen sehr wohl die Einnahmen in Euro.

Avatar Christian   
25. Oktober 2007, 16:07

Sorry, der erste Absatz meines Kommentars war natürlich Blödsinn, ich weiß nicht was mich da geritten hat, dass ich darauf kam, Adwords müsste in britischen Pfund bezahlt werden :/
Der Rest trifft aber zu, eCPM/CPC müssten analog zu den Währungsschwankungen steigen/fallen, damit der Verdienst in Euro gleich bleibt.

Avatar health insurance   
12. Mai 2012, 06:24

Auch 2012 wird es wie­der eine neue Epi­sode der Müritz Saga geben. Zum sieb­ten Mal wird in der Frei­licht­bühne in Waren von 29. Juni bis 1.September auf­ge­führt. Ab sofort bis zum 30.4.2012 gibt es online Kar­ten zum Früh­bu­cher­preis. Auf zur Müritz Saga „ Ein Herz und eine Klinge“.

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Avatar bvozww   
10. August 2012, 14:45

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