Dank DSGVO: SEO relevanter denn je

· 28. Mai 2018 · 3 Kommentare
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.
So sicher, wie Weihnachtsmänner gegen Spätsommer in den Supermarktregalen stehen, so zuverlässig gibt es einmal jährlich einen Artikel, der den baldigen Tod von SEO herbeifabuliert. Dabei ist SEO wichtiger denn je - auch dank der Datenschutzgrundverordnung.

Kaum ein Internet-Professional wird den 25.05.2018 so schnell vergessen: fast jede Webseite musste angepasst werden, gefühlte Millionen Datenschutzerklärungen wurden geändert und das nachträgliche Einholen “vergessener” Opt-Ins wurde zum (Marketeer)-Volkssport.

Und doch hat das ganze Theater mit ein paar Tagen Abstand betrachtet im Grundsatz viel Gutes: die Nutzer erhalten (zumindest zum Teil) die Hoheit über ihre Daten zurück. Datenschutz rückt wieder etwas mehr in den Fokus.

Wer sich die Anzahl der Werbetracker auf Webseiten wie sport1.de auch nach der Datenschutzgrundverordnung anschaut, sieht, wie notwendig die Richtungsänderung ist. 28 Tracker, ein Großteil davon Werbenetzwerke werden geladen.

Dabei war die DSGVO nur der Auftakt: mit der aktuell in Abstimmung befindlichen ePrivacy-Verordnung werden die Cookie-Richtlinien vermutlich deutlich verschärft. Third-Party-Cookies geht es an den Kragen und ein Großteil der Internet-Werbeindustrie in Europa wird sich umorientieren müssen.

Doch zum Glück gibt es SEO. Von einem Nutzer, der selber aktiv nach “donut roboter” sucht, brauchen wir kein Surfprofil, keine Nutzerdaten oder sonstige Informationen. Alleine das Keyword reicht, um das aktuelle Bedürfnis zu verstehen und die perfekte Seite anzubieten.

Wer die Suchintention seiner (Google)-Besucher richtig versteht und in perfekte Inhalte zu dieser Intention umsetzt, wird in den nächsten Jahren zu den Gewinnern zählen. Natürlich versucht Google einen größeren Teil des Kuchens abzubekommen und Mittelsmänner rauszunehmen – aber so ist eben das Spiel.

Die Sterne stehen gut für SEO: in Zeiten von mehr Datenschutz, steigender AdBlocker-Verbreitung und sinkender Relevanz von Facebook (Google schickte im letzten Jahr mehr Besucher zu den Verlagen als Facebook), werden die Stärken von SEO deutlich: Besucher mit einem klaren Bedürfnis auf der eigenen Webseite.

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28. Mai 2018

Kommentare

Marvin   
29. Mai 2018, 11:17

Ich sehe das ganz ähnlich. SEO ist und bleibt die absolute Grundvoraussetzung, um überhaupt irgendwie in den Suchmaschinen gefunden zu werden. Auch, wenn viele Dinge bereits Standard sind, benötigt es immer noch einen SEO, der Daten wie Suchanfragen, Suchintention, Nutzerbedürfnis etc. richtig Interpretiert – also die richtigen Schlüsse daraus zieht.

Timo Specht   
29. Mai 2018, 20:52

Hallo Johannes,
schön, dass Du mir zum Feierabend aus der Seele sprichst. Nach einigen Tage im DSGVO Karussell und unendlichen Opt-In Mails habe ich das ganze Spiel Online Marketing nochmals reflektiert: –> Was ist und bleibt ist SEO – vom einfachen Keyword über User Intention bis hin zum smarten Content. Das funktioniert und bringt langfristig Traffic, und zwar wertvollen Traffic.
„Der baldige SEO Tod“ – Artikel von dem Du sprichst, bringt uns zumindest regelmäßig zum Schmunzeln. Auch 2018 ranken SEO Projekte verlässlich, wenn man seine Hausaufgaben gewissenhaft erledigt.
Danke für deine Gedanken!

ONMA Hannover   
12. Juni 2018, 10:27

Guten Tag,

wir sehen das genauso wie Du! SEO ist und wird auch in Zukunft unerlässlich im Online Marketing sein. Auch wir können über Negativartikel gegen SEO nur schmunzeln 😉

Liebe Grüße aus Hannover

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