Erkenntnisgewinn beim Brockhaus

Johannes Beus
Johannes Beus
12. Februar 2008
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Der Brockhaus-Verlag hat angekündigt, seine Inhalte ab Mitte April in einem kostenfreien, aber werbefinanzierten „Lexikonportal“ zur Verfügung stellen zu wollen. So ganz freiwillig kommt die Entwicklung aber offenbar nicht – im vergangenen Geschäftsjahr sollen durch eine stark rückläufige Entwicklung des Verkaufs der gedruckten Werke Verluste in Millionenhöhe angefallen sein. Der „Fall Brockhaus“ scheint mir hier beispielhaft für eine ganze Reihe von Verlagen zu stehen. Sowohl in Deutschland als auch International hat die Mehrheit den rechtzeitigen Einstieg ins Internet schichtweg verschlafen. Nun sinken die Auflagen, Anzeigenkunden wechseln spürbar ins Internet und die Verlage sehen ihre Felle wegschwimmen. Absolute Unverständnis ruft bei mir hervor, dass der Brockhaus-Verlag, der das Internet seit 10 Jahren beobachtet haben will, erst jetzt tätig wird – leichter wird ein erfolgreicher Einstieg in den letzten 5 Jahren nicht geworden sein. Hier hat man die Gelegenheit, Nutzer zu binden jahrelang ungenutzt gelassen. In der Zwischenzeit konnten Projekte wie die Wikipedia enorm stark werden. Um den Bogen zum Thema Suchmaschinenoptimierung zu kriegen, hier der Vergleich, auf welchen Ergebnisseiten von Google die Wikipedia und Brockhaus.de derzeit üblicherweise zu finden sind:

imagenotfound
Freundlich ausgedrückt, könnte man sagen, dass der Brockhaus eher auf Benutzer, die bis zur sechsten Seite durchklicken, optimiert. Auch wenn in der Umsetzung des Lexikons nun keine Fehler gemacht werden, bleibt zu hoffen, dass die Entscheidung nicht zu spät gefallen ist und genügend „moderne, postmaterielle Performer“ (so die Zielgruppe laut Brockhaus) Gefallen an dem Angebot finden …

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Kommentare
Kommentator   
12. Februar 2008, 12:03

leider werden hier Äpfel mit Birnen verglichen.
Bisher war http://www.brockhaus.de eine reine Firmenseite auf der praktisch keine Fliesstexte (Lexikonartikel) für Google erreichbar waren.
Wikipedia hingegen ist eine der grössten bekannten Textwüsten.

Man wird also für sinnvolle Ergebnisse den gleichen Test noch einmal in frühestens einem halben Jahr wiederholen müssen.
Dabei könnte man dann schön sehen, in wie weit Content wirklich „King“ ist. MFG Der Kommentator

Johannes   
12. Februar 2008, 12:08

Kommentator, es ist natürlich richtig, dass die Versuche auf der Domain bislang eher halbherzig waren. Aber kann man das einem Verlag im Jahr 2008 wirklich noch nachsehen? Wenn ich bei Google nach „site:brockhaus.de/wissen“ suche, scheint es dort schon gewisse Versuche in der Vergangenheit gegeben zu haben … mit „Feigwarze“ ranked die Domain ja immerhin schon auf der ersten Seite …

Kommentator   
12. Februar 2008, 12:11

Ich sage nur, es ist sinnlos VOR einem Relaunch einen Vergleich zu machen, um damit Schlüsse auf die Situation NACH dem Relaunch zu ziehen.

Es wird sich ja jetzt etwas ändern.
Und bis jetzt sind die Webseiten nicht vergleichbar. Da müsste man brockhaus.de eher mit der Webseite eines anderen Mittelständigen Verlags vergleichen, aber nicht mit einem der grössten und stärksten Webprojekte überhaupt. MFG Kommentator

Johannes   
12. Februar 2008, 12:28

Kommentator, natürlich kann ich nicht vorhersagen, wie sich die Seite nach dem Relaunch entwickeln wird. Allerdings kann ich feststellen, dass das bisherige SEO schlecht ist und meine Hoffnungen, dass der Verlag begriffen hat, wie das Internet funktioniert, sind nach dem Lesen der einigen Kilobyte Marketing-Bullshit auch eher bescheiden.

Gerald Steffens   
12. Februar 2008, 13:57

das erschreckende ist doch nicht das „jetzt“ oder das „in einem halben jahr“, sondern das, warum erst jetzt 😉

Tim   
12. Februar 2008, 16:36

Lustigerweise habe ich mir gerade letztens die Frage gestellt wieso Brockhaus, den Zug so verschlafen hat? Mal ob sie mit ihren Massen an Content und der vermutlich nicht ganz schlechten Domain das Richtige jetzt etwas vernünftiges machen werden.

Tim   
12. Februar 2008, 16:38

sorry, ich hätte nach der 3. Änderung des Textes vllt den ganzen Kommentar nochmal lesen sollen 😉

Arne   
12. Februar 2008, 17:13

Da Brockhaus im Gegensatz zu Wikipedia redaktionell aufbereitete und verlässliche Informationen bietet, werden hier sowieso Äpfel mit Birnen verglichen. Zu oft schon habe ich mich über schlechte Wikipedia-Artikel geärgert.
Ich freue mich über diese neue Alternative und hoffe sehr, dass die Rankings bei Google noch deutlich besser werden…

Der viSEOcoach   
12. Februar 2008, 19:09

Ich kann da Johannes nur zustimmen. Ist es nicht bei fast allen Verlagen so? Mir fallen keine positiven Ausnahmen ein. Was wirklich beängstigend ist: Wenn die Verlage erstmal schnallen, was sie sich jahrelang durch die Lappen haben gehen lassen, und mit der Umsetzung beginnen, dann wird es für kleinere Websites und Publisher sehr, sehr schwer.

Wo wir jetzt Wikipedia und 9 weitere Results mit 2-5 suchmaschinenoptimierten Ergebnissen haben, da wird es dann in Zukunft so aussehen: 1. Wikipedia, 2. Verlag 1, 3. Verlag 2, 4. Verlag 4, 5. Verlag 5, etc.

Ich bin da der gleichen Meinung wie Aaron Wall:

http://www.seobook.com/books-published-online-chapter und
http://www.seobook.com/archives/002327.shtml

Die Frage ist nur, wie lange wir noch Zeit haben.

konsumo-Blog   
12. Februar 2008, 20:20

Nutzer wollen alles kostenlos und lieber Werbung ertragen als bezahlen zu müssen. Jetzt auch bei Brockhaus. Kann das funktionieren?

Thomas   
12. Februar 2008, 20:25

Hallo Johannes,
hättest du nicht eher http://www.brockhaus-enzyklopaedie.de/ untersuchen müssen, statt die Domain brockhaus.de? Aber die Inhalte hinter o.g. URL kann man zurzeit eben erst aufrufen, wenn man 1499 Euro bezahlt hat. Und das hast du nicht und Google auch nicht. 😉

Johannes   
12. Februar 2008, 20:46

Thomas, so ganz habe ich die Hoffnung ja nicht aufgegeben. Auch, wenn die derzeitgen Maßnahmen auf brockhaus.de eher dilettantisch anmuten, sieht meyers.de schon besser aus: serps-distribution-meyers-duden.png

Böser Seo   
12. Februar 2008, 22:20

Brockhaus und Spiegel veröffentlichen ihren Content…

Kommentator   
14. Februar 2008, 16:59

Wenn wir jetzt schon bei den hübschen Vergleichen sind,
würde mich doch viel mehr ein Vergleich mit
lexikon.meyers.de interessieren.

Die müssten doch mit der Masse im Longtail ganz gut dastehen?

Johannes   
14. Februar 2008, 21:55

Kommentator, in dem 3 Kommentare weiter oben verlinkten Chart sind bereits alle Subdomains beinhaltet. Dort geht es allerdings nur um relative Werte, es wird keine Aussage über absolute Werte getroffen. Trotzdem sieht man, dass mayers.de sicherlich in die richtige Richtung geht.

Gretus   
15. Februar 2008, 00:49

Brockhaus schockt nicht 🙂

Grüße

Gretus

Landwehr Online Reputation Management   
6. März 2008, 11:22

Als Generation Google werden die Menschen bezeichnet, die in eine Welt hineingeboren wurden, in der das Internet ein fester Bestandteil des Lebens und nicht mehr wegzudenken ist.
Eine feste Jahreszahl gibt es nicht aber das Jahr 1993 wird öfters a…

car insurance   
13. Mai 2012, 07:10

Ah, the truth…It can be tough to find. Journalists always have to find two sides to every story, but is that really the truth? What if everyone believes A, except for that radical person who believes B? Is A more true? Should B have a say?I grappled with these questions as a former reporter. I recall getting my hand slapped for giving one side more air time than another. It happened because the second side had only one response. After that reprimand, every story that I put on the air had exactly the same amount of time for both sides, regardless of who may have actually been truthful. People wanted fairness, not the truth.

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