IndexWatch 03/2010

Johannes Beus
Johannes Beus
1. April 2010
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Der Monat ist vorbei, Ostern steht kurz vor der Tür – hier sind die aktuellen IndexWatch-Zahlen des vergangenen Monats. Wie immer basieren die Tabellen auf dem SISTRIX Sichtbarkeitsindex und geben die Auf- und Absteiger im Google-Index wieder. Wie üblich geht es mit den Gewinnern los:

Gewinner

#DomainVeränderung
1192.150.8.60+98.017%
2suchspaniel.de+27.253%
3deutschebahn.de+10.938%
4datingjungle.de+7.480%
5medizinfo.com+5.464%
6computerfrage.net+2.590%
7boersennews.de+683%
8ibud.de+275%
9semags.de+219%
10exportpages.com+215%
11multimania.de+194%
12dd-inside.com+132%
13wikia.com+113%
14cyrillus.de+108%
15nachrichten.de+99%

„Duplicate Content ist für Google kein Problem“ – und was sieht man bei den Gewinnern ganz oben? Adobe hat es geschafft, seine komplette Webseite unter der IP-Adresse des Servers in den Googleindex zu schießen. Ärgerlicherweise rankt der Content dort nun auch und schadet offenbar der eigentlichen Domain adobe.com. Das kann man recht gut sehen, wenn man sich die Top-10 für das Keywords „photoshop“ von dieser und letzter Woche ansieht und vergleicht: adobe.com ist von Position ein auf 4 gefallen, den Platz hat eine Weiterleitung auf die Adobe-Startseite eingenommen. Mittlerweile scheint das Problem wieder behoben zu sein, Adobe.com rankt wieder „richtig“ und die IP-Adresse ist verschwunden. Aber ob das auch bei kleineren, deutlich schwächeren Domains so unproblematisch abgelaufen wär?

Mit suchspaniel.de (was eine Domain) und ibud.de haben es nach langer, langer Zeit mal wieder Pseudosuchmaschinen in den Index geschafft. Eigentlich hat Google das Problem schon vor 4 oder 5 Jahren in den Griff bekommen, komisch dass die beiden jetzt durchgerutscht sind. Jedenfalls hat man bei Google nicht lange gefackelt und die Domains komplett aus dem Index geworfen – so eine Penalty sieht man heute auch nicht mehr alle Tage.

Auch bei den Verlierern des Monats sind dieses Mal ein paar interessante Fälle dabei: die Citibank heißt nun Targobank und hat folglich die Domain gewechselt. Trotzdem sind nicht alle Rankings mitumgezogen und so kommt es, dass targobank.de nur noch die Hälfte der Sichtbarkeit der Citibank.de hatte. Ähnliches kann man bei Tomshardware beobachten: der Umzug von der .com auf die .de hat die Sichtbarkeit in Google nahezu halbiert. Schauen wir mal, ob das offenbar fehlende Vertrauen in die neuen Domains in den kommenden Domains doch nicht umzieht …

Mit Neww.org hat es (mal wieder) ein Social-Bookmarkt-Projekt zerlegt. Schaut man sich an, aus welchen Keyword-Bereichen man dort seinen Traffic gezogen hat, so kommt das nicht sonderlich überraschend. Ebenfalls ist die „trends“-Subdomain von Abakus zwischen der SEMSEO und der Campixx in eine Penalty gefahren. Überraschend? Eher nicht.

Mit Twenga hat es einen der größeren Wettbewerber im Preisvergleichs-Umfeld getroffen. Ich hatte zwar den Eindruck, dass man dort in den letzten Jahren viel richtig gemacht hat, aber anscheinend hat das nicht gereicht. Im Sichtbarkeitsindex ging es von 73 auf 14 runter. Schön sieht man die Auswirkungen so einer Penalty auch, wenn man sich die Rankingverteilung vorher und danach ansieht. Ebenfalls interessant ist Qype.com – hier gibt es allerdings so viel zu schreiben, dass ich in den kommenden Tagen daraus einen eigenen Beitrag mache.

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Kommentare
David   
1. April 2010, 14:55

Twenga hat massiv Backlinks eingekauft. Dies könnte der Google-Algo nun mitbekommen & eine Penalty verhängt haben.

auch David   
1. April 2010, 15:13

die trends subdomain wurde doch kurz nach der bekanntgabe von seodiver komplett umgeleitet, oder haben die einen penalty bekommen und erst danach umgeleitet?
sind ja auch kaum noch seiten im index von der subdomain.

Johannes   
1. April 2010, 15:21

David, dass Twenga den ein oder anderen Link gekauft hat, ist glaube ich offensichtlich. Ich hatte das aber so eingeschätzt, dass sie das noch halbwegs „sauber“ machen und daher vorher andere Mitspieler dran glauben müssten. War wohl nicht so …

auch David, die zweite Variante ist richtig.

ednetz   
1. April 2010, 16:51

Hallo!
auf den Blog-Artikel von Qype bin ich sehr gespannt, weil der Absturz ist schon gewaltig.

nachrichten.de scheint mittlerweile richtig in Fahrt zu kommen.

Bei Computerfrage.net zeigt sich einfach die Linkpower und Erfahrung von gutefrage.net. In meinen Augen machen die es richtig gut.

lg aus München

One Advertising AG   
2. April 2010, 09:10

Hallo Johannes, was ist denn mit abakus-internet-marketing.de passiert?

seo-onkel   
2. April 2010, 12:12

Trend ist auf jeden Fall mal wieder das zunehmend News und informativen Websites den Weg an die Spitze aufnehmen.

Hannes   
2. April 2010, 14:40

Google hat das dc problem leider immer noch nicht im griff. Vor allem so Beispiele wie das von Adobe zeigt, dass google Domain dc auf solche Weise filtert, dass der Effekt nah an die Auswirkungen einer Penalty herankommt. Wenn die zweite Domain die eigene ist, Glück gehabt.

Johannes   
3. April 2010, 12:27

Thema Abakus wurde bereits hier besprochen: http://www.sistrix.de/news/indexwatch-11-2009/ – die haben auf einer Subdomain eine Menge Keywords in den Index gehauen. Google sah‘ da jetzt keine Mehrwert mehr und hat die Subdomain geschlossen: https://assets.sistrix.com/wp-content/uploads/sites/20/2010/04/22102244/visindex-trendsabakus.png

Jonas   
3. April 2010, 11:36

@OAA: Bei Abakus tippe ich auf so einen starken Anstieg und apruptem Abfall durch irgendeinen sehr starken Backlink der möglicherweise gekauft wurde. Anders kann ich mir das nicht erklären.
Vielleicht hatten die in diesem Zeitraum einfach einen PR 9 Link oder ähnliches der richtig gut eingeschlagen hat, der dann von Google aber abgewertet wurde.

Thomas Wingenfeld   
4. April 2010, 20:11

Twenga war schon sehr dreist unterwegs, bis zum „Schluß“. Erfüllt mich mit großer Genugtuung, dass diese Methoden nicht dauerhaft erfolgreich sind.

Kamillo Kluth   
6. April 2010, 20:43

Trends.Abakus hat keine Penalty bekommen sondern wurde sauber via 301 weitergelietet und zwar ziemlich genau in der Nacht zwischen dem 5.3. und dem 6.3.2010 siehe: http://www.abakus-internet-marketing.de/seoblog/abakus-trends-seo-diver – Der Grund hierfür lag einzig und allein in der Sache der Natur – Trends.Abakus war nie dafür vorgesehen zu ranken und ist hinter einem Login für die entsprechende Zielgruppe wesentlich treffender – unter trends.seodiver.com – bekommt man in Zukunft die aktuellen Listen nur halt ausführlicher sowie international.

Trends-Forscher   
7. April 2010, 13:44

Lieber Kamillo Kluth, ich finde es höchst lächerlich, was Du da behauptest. Es mag ja sein, dass die Subdomain per 301, bzw. einzelne Unterseiten per 302 weitergeleitet wurden zu diesem Zeitpunkt. Nur besteht absolut kein Zusammenhang zwischen einer Weiterleitung und einem schlagartigen Verschwinden in den Google-Serps. Bei einer Weiterleitung ist so ein Übergang fliessend. Hier war der Absturz senkrecht nach unten. 100.000 Seiten ziehen nicht über Nacht in Echtzeit bei Google in den Serps um auf eine neue Domain und verlieren ab sofort ihre Rankings. Hier wurde klipp und klar abgerankt.
Steh doch wie ein Mann dazu und gestehe einen Fehler ein. Nimmt niemand übel. Kann auch bei Abakus passieren. Ich persönlich würde es ja eher als Test verkaufen, wie weit man gehen kann, ohne als Spam erkannt zu werden und wie lange so ein Projekt gut gehen kann, bevor es gekickt wird.

White linkSpy   
8. April 2010, 16:06

Würde mich schon genauer interessieren, was bei Twenga los war.

Hat noch jemand ein paar Info´s? Mir fallen auf Anhieb ein paar Seiten ein, die sich beim Linkaufbau sehr weit aus dem Fenster lehnen und prächtig damit durchkommen.

http://www.felix-kaindl.de/wp-content/uploads/2010/04/twenga-penalty.jpg

😉

Uwe Tippmann   
9. April 2010, 11:47

@Trends Forscher – es war nur ein Redirect nicht mehr und nicht weniger. Egal was reininterpretiert oder hellgesehen wird – ich habe den Redirect selbst geschaltet – und zwar als sämtliche Rankings im „grünen“ Bereich waren. Mindestens 1 Woche bevor Johannes seine Toolbox den Downswing bemerkt hatte.. genug Zeit, sodass Google auf einen 301 ganz normal reagieren konnte. Es war sozusagen der Testcase, was passiert, wenn man eine gut funktierende Domain mit hoher Sichtbarkeit in den Selbstmord stürtzt und auf eine einzige Landingpage redirected.

Sash   
27. April 2010, 10:50

Twenga rankt jetzt schon wieder wie zuvor. Wie kann das nach so einer brettharten Penalty so schnell gehen? Zumal immer noch reichlich fragwürdige Links von denen unterwegs sind? Das ist ja eine Topmotivation für alle massiven Linkkäufer dieser Republik.

Wir lernen daraus:

– massiv Links kaufen
– gut Ranken
– Penalty abwarten
– ein paar schlechte Links zurückbauen
– reinclusion request stellen (Google ein paar rückgebaute Links zeigen)
– gute Rankings zurück erhalten

Oder liege ich da falsch?

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