Social Signals everywhere!

· 11. April 2012 · 17 Kommentare
anna-lena.raduenz
anna-lena.raduenz

Auf der SMX München gab es so gut wie keinen Vortrag, indem nicht über Social Signals gesprochen wurde. Ich war etwas erstaunt, denn dass Social Signals Einfluss auf die Suchmaschinenoptimierung haben war vor einem Jahr bei einigen noch sehr umstritten und ich erinnere mich an Gespräche mit SEOs welche die Relevanz völlig abstritten und sich sicher waren: „SEO, das geht auch ohne Social Media“. Ich selbst beschäftige mich seit Ende 2009 mit dem Thema Social SEO und bin mir der ansteigenden Relevanz sehr sicher, zumal Google seinem Netzwerk Google Plus höchste Priorität zuspricht. Hinzu kommt der neue Social Media Star „Pinterest“ der nicht nur als Trafficbooster ganz vorne dabei ist, sondern auch „noch“ follow Links verteilt.

Ich habe vor einigen Wochen begonnen die „Google Story“ als Hörbuch zu hören und bin damit nochmal zu den Anfängen von Google zurückgeführt worden. Bei allem was wir im Bereich SEO tun, sollten wir die Grundidee von Google nie vergessen. „Dem User die möglichst relevantesten Ergebnisse für seine Suche anzeigen.“ Das Ursprüngliche Web bestand aus einer Vielzahl von Internetseiten, die der User kennen musste um sie zu finden – oder er kam durch einen Link zu einer Website, die von einer ihm bekannten Website empfohlen wurde. Im Ursprung sind Links Empfehlungen, die Google verwendet um die Relevanz einer Website berechnen zu können. Eine andere „Währung“ gab es nicht – bis Social Networks entstanden. Und hier tun User nichts anderes, als andere Webinhalte zu empfehlen – es ist also mehr als naheliegend, dass Google diese Empfehlungen in den Algorithmus mit einfließen lässt, „um dem User die möglichst relevantesten Ergebnisse für seine Suche anzeigen.“

Wer sich also mit Suchmaschinenoptimierung beschäftigt, kommt auf kurz oder lang nicht mehr umhin, sich mit dem Thema Social Media zu beschäftigen. Bei dem einen Keyword mehr, bei anderen weniger. Zugegeben, auch in Zukunft wird nicht jedes Thema in sozialen Netzwerken diskutiert werden, aber sehr viele andere Themen werden mehrmals täglich in Social Networks diskutiert und auch „empfohlen“. Viele Unternehmen haben überhaupt nur an Sichtbarkeit und Reichweite gewonnen, weil sich deren Inhalte über soziale Medien verbreiten. Nicht alle Produkte werden aktiv gesucht, weil wir von deren Existenz noch gar nicht wissen. Soziale Netzwerke schaffen es neue Bedürfnisse zu wecken und viral zu verbreiten. Die virale Verbreitung ist hierbei die oberste Kunst um Reichweite aufzubauen, Diskussionen anzuregen und damit am Ende auch wieder Links zu generieren, weil darüber berichtet wird. Social Media und SEO rücken hier also immer weiter zusammen.

In diesem Zusammenhang habe ich besonders eine Funktion der Sistrix Toolbox für mich entdeckt.

Die Sistrix Toolbox zeigt unter https://tools.sistrix.de/social/changes (für eingeloggte Nutzer) die Social Signals Gewinner des Tages und bietet damit eine Übersicht an Best Practice Beispielen für gute Social Media Kampagnen und virale Verbreitung. Ein Feature an dem ich persönlich sehr viel Freude gefunden habe, da es auch den Verlauf der Sichtbarkeit in Verbindung mit Social Signals aufzeigt.

Auf den ersten Blick erscheinen die üblichen Verdächtigen. YouTube, Facebook, BBC, Stern…, aber man hat die Möglichkeit nach Netzwerk zu sortieren und gerade beim Klick auf Google Plus wird es interessant, da man entdecken kann, welche Firmen den Google Dienst bereits erfolgreich nutzten. Google Plus Best Cases sind leider noch sehr selten und schwer zu finden, wenn man danach sucht.

Ich habe mir mal das Beispiel Pizza Hut rausgesucht und näher angesehen und mich gefragt, woher die vielen Google Plus Ones kommen. Am Tag meiner Recherche besaß Pizza Hut in der SISTRIX-Liste der Social Winner insgesamt 850 Google Plus Votes. Pizza Hut hat einen Google Plus Account, hat hier aber noch nie etwas gepostet und verweist auch auf www.pizzahut.com nicht auf den Account.

Social SignalsSocial Signals Gewinner des Tages (sortiert nach Anzahl Google+ Votes gesamt)

Bleibt also nur eine Schlussfolgerung, dass dieser umstrittene Google Plus Button in den Google SERPS tatsächlich geklickt wird. Ich persönlich hatte hier immer meine Zweifel, denn wer verteilt einen „+1“ für eine Seite, die er zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht aufgerufen hat oder andersrum, wer sucht eine Seite, findet sie und kehrt dann zu Google zurück um den +1 Button zu drücken. Jetzt weiß ich es, bei Pizza Hut rund 850 User.

+1-Button Pizza Hut auf der Suchergebnisseite+1-Button auf der Suchergebnisseite

Google kann diese Votes nutzen, um Brands zu identifizieren. Solche Mengen +1 erhalten wahrscheinlich eher bekannte Marken mit denen sich die Nutzer identifizieren möchten oder die sie lieben.

Die vielen Tweets durch welche Pizza Hut an diesem Tag zu den Social Winner gehörte, kommen übrigens über die Möglichkeit nach einer erfolgreichen Online-Bestellung dieses zu twittern: http://topsy.com/www.pizzahut.com/.

Ein weiteres interessantes Beispiel ist die TV Serie „Smash“ aus den USA. An der Stelle der Hinweis, dass man die Ergebnisse auch nach Land sortieren kann, was sicher noch ganz andere interessante Schlussfolgerungen über die Social Winner zulässt.

Social Signals SmashSocial Signals Smash (Quelle: Sistrix Toolbox)

Aber zurück zu Smash. Wenn man in der Toolbox auf das + hinter der Domain klickt, erhält man eine Verlaufsgrafik der Social Reichweite und hier sieht man, dass diese mit dem Anlaufen der ersten Staffel stark zunimmt.

Zeitliche Entwicklung Social Signals SmashZeitliche Entwicklung Social Signals Smash (Quelle: Sistrix Toolbox)

Das ist nun ein bisschen wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei, was war zuerst? Aber ich möchte behaupten, dass die starke virale Verbreitung zum Erfolg der Serie beiträgt, die Reichweite erhöht und den Erfolg widerspiegelt. Eine Serie die nicht konstant erfolgreich wäre, würde zu Beginn viele Likes generieren und die Anzahl würde dann stagnieren. Dass die Social Votes den Erfolg widerspiegeln wird anhand der Zahlen zur Serie auf Wikipedia bestätigt.

Ein weitere Indiz für den großen Erfolg liefert die Sisitrix Toolbox unter https://de.sistrix.com/nbc.com/social. Die Seite zur Serie gehört im Bereich Social Media zu den Top-URLs auf nbc.com.

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Kommentare

Jan   
11. April 2012, 13:49

Eine weitere Möglichkeit, wie PizzaHut an die +1 gekommen sein könnte, ist die +1 Extension für Chrome, die relativ prominent im Chrome Web Store platziert ist. Gibt es auch für Firefox, den Großteil dürfte aber Chrome ausmachen, schätze ich. Wenn das in den USA ähnlich gern genutzt wird wie Browser-Plugins zum Beispiel von delicious oder StumbleUpon, könnte das einen teil davon erklären.

Niels   
11. April 2012, 14:15

Hallo Jan,

eine größere Verbreitung sollte die Google Toolbar für den Internet Explorer haben. Dort ist auch der +1 Button enthalten. Sehr praktisch um Seiten ein +1 zu geben die nicht indiziert sind und keinen +1 Button integriert haben. Bei Webseiten die immer noch mit Sessions-IDs in der URL arbeiten sollte man das natürlich nicht machen.

Viele Grüße,
Niels

Flo   
11. April 2012, 16:00

Ich frage mich, ob und in welchem Umfang Google die Kombination aus Suchanfrage und Plus-Vote in den SERPS nutzt. Sprich: Wenn ich nach „Spiegel“ suche und dann den Button im Ergebnis neben spiegel.de klicke, ist das je etwas komplett anderes, als wenn ich nach „duftes Nachrichtenmagazin“ suche und dann neben spiegel.de das Plus klicke. Einfach formuliert: Ist Buttonklicken in den SERPS je nach Suchbegriff der moderne Ankertext? Grüße, Flo

Peter   
11. April 2012, 16:03

Grundsätzlich interessantes Thema.

Aber, Anna-Lena, wie auch schon bei Deinem Vortrag auf dem seoDay 2011 in Köln:
Die Bedeutung von social Signals für’s Ranking wird nicht wirklich klar. Damals hast Du über Korrelationen zwischen Rankings und versch. social Embeddings referiert und dies aus meiner Sicht als Kausalität fehlinterpretiert.

Auch in diesem Blog-Beitrag kann ich (ok, außer der Binsenweisheit von der Währung „Links“ bzw. „Likes“) leider keinen Ansatz für die Relevanz von social Signals auf SEO finden.

Was ist mit den Punkten, dass Google keinen Voll-Zugriff auf Facebook-Likes und Tweets hat sowie einem ordentlichen Case, der eine Kausalität für den Einfluß von Social auf SEO nachweist? _Das_ wäre imho interessanter gewesen.

Nichts für ungut.

Peter

Hanns   
11. April 2012, 17:07

@Peter: Meiner Meinung nach geht es hauptsächlich darum, dass es Google anhand von verschiedenen Signalen immer besser gelingt guten Content zu erkennen. Mit einer Analyse der Social Signals erhält man viele Hinweise, welche Contents und Aktionen erfolgreich und viral sind. Mit diesen Erkenntnissen gelingt es einem selbst besseren Content zu erstellen und diesen erfolgreicher über die sozialen Netzwerke zu verbreiten. Das führt zu mehr direktem Traffic über soziale Netzwerke, zu besseren Nutzersignalen für Google und zu mehr Links. Welche dieser Punkte wie stark für den SEO-Erfolg zu gewichten sind, ist noch nicht ganz klar. Ich bin wie Du der Meinung, dass man die in diversen Studien gemessenen Korrelationen zwischen Social Signals und Rankings auf keinen Fall überinterpretieren sollte und eine direkte Kausalität mehr als fraglich ist. Es ist aber bestimmt kein Fehler erfolgreiche Social-Media-Aktionen und virale Contents durch Wettbewerbsanalysen zu identifizieren und diese dann kreativ für die eigene Website zu adaptieren. Zumindest indirekt wird das positive Effekte auch auf den SEO-Erfolg haben.

Brandon @ Seattle Organic SEO   
12. April 2012, 08:08

Just discovered your tools & your blog. Fantastic blog!

In terms of „social signals“, Anna-Lena hits it on the head as far as paying attention to „signals“ like Brin & Page were trying to find the right „signals“ when they wrote „The Anatomy of a Large-Scale Hypertextual Web Search Engine.“ In 1.3.1 Improved Search Quality, they write „In particular, link structure [Page 98] and link text provide a lot of information for making relevance judgments and quality filtering. Google makes use of both link structure and anchor text…“ However, that was 12 years ago.

Obviously, they’ve updated the algorithm as pointed out by Bill Slawski who writes a bit about the subject of search patents. Also, they have their „Social Web Blog“ which shows their constant changes to the algorithm that are more „social.“

Great reminder of the fact search is definitely becoming more social!

Nico   
12. April 2012, 08:48

sorry Anna-Lena, aber die Links von Pinterest sind schon seit Wochen NOfollow…. 😉

Beste Grüße
Nico

Sven   
13. April 2012, 09:57

Leider werden in dem Beitrag einige falsche Tatsachen wiedergegeben. Pinterest ist schon eine ganze Zeit „nofollow“ außerdem kommt nicht im Ansatz rüber, wie sich die Social Signals auf die Serps auswirken. Die 850 GooglePlus Votes können sonst wo her kommen… In meinen Augen ist dies ein typischer Post ohne Tiefgang.

Hennie   
14. April 2012, 15:47

Googles Engagement bei Google Plus lässt eigentlich keinen Zweifel mehr zu, dass Social Media Elemente noch viel mehr Bedeutung erlangen werden als es jetzt schon der Fall ist. Die Frage bleibt allerdings in welchem Umfang und auf welche Art es die Gewichtung beeinflussen wird.

Sebastian   
15. April 2012, 12:12

Vielleicht könnte die Autorin ja kurz Stellung nehmen!?

Anna-Lena   
15. April 2012, 22:04

Hallo zusammen,
entschuldigt die verspätete Stellungnahme!
Danke für Eure Hinweise auf Pinterest, scheint als hätte ich da was verpasst. 🙂

@Peter: die Bedeutung von Social Signals für das Ranking ist abhängig vom Keyword noch sehr unterschiedlich, aber gegeben. Hier hilft es sich die Verteilung der Social Signals der Wettbewerber bzw. der Top 10 zu einem Ranking anzusehen. Es gibt Keywords da fällt auf das die top Positionen sehr viele Social Signals haben was einen Hinweis auf die jeweilige Relevanz gibt. Zu Deinem Punkt Google keinen Vollzugriff auf Likes und Tweets hat: Das ist der Grund warum Gogole plus Ones eine so hohe Bedeutung gibt. Wie man in den SERPS sehen kann werden Likes und Tweets auch nur noch sehr selten angezeigt. Ich würde aber darum nicht sagen dass Likes und Tweets nicht mehr gewertet werden, da Google Plus noch keine relevante Größe an Usern hat die ausreichend ist, woran Google aber ja sehr stark arbeitet. Auf dem SEO Day habe ich über das Ranking von Facebook Pages in den Google SERPS gesprochen, das sind zwei verschiedenen Themen und hier haben Social Signals eine andere Bedeutung. Ich werde mir gerne mal Gedanken um einen realen Case machen um das die Relevanz stärker zu verdeutlichen.

Grüße
Anna-Lena

seoprogrammierer   
17. April 2012, 11:39

Hi Hanns,
jap genau mein Reden. Letztes Jahr sind alle über den seoday gerannt und haben likes als die neuen Links angekündigt. Wo sind diese Stimmen jetzt? Totaler Blödsinn. Auch glaube ich nicht an g+ als Rankingfaktor (Was einige jetzt wieder erzählen).
Natürlich sind soziale Signale interessant und toll zu beobachten! Aber mit dem SEO-Ranking haben sie erstmal, nach meinen Beobachtungen, nichts zu tun. Man muss echt aufpassen was man der Szene da draußen erzählt, sie ist nämlich nicht doof!
Schön, dass hier wieder etwas leben in den Blog kommt! Ein weniger geprüfter könnte es sein. Über Pinterest (alter Hut) haben wir schon nach der SMX in der Blackhatshow beim Seonauten gesprochen. Bereits damals war die goldene Zeit schon vorbei..
Und jetzt gehts direkt weiter zum nächsten Post über Linkkauf-Diskussion mit eisy und co.

azella   
17. April 2012, 19:52

How comes the Screenshots are German? ;P

Lucy   
18. April 2012, 09:40

I think the author’s surname (Radünz) might give away why the screenshots are in German!

Thomas Matti   
18. April 2012, 22:34

Pizza Hut gehört zur Firma Yum! Brands. Mit weltweit ungefähr einer Million Angestellten sind 850 mal + eher wenig. Man könnte die Mitarbeiter ja ein wenig „motivieren“ die Firma zu liken… pardon. Zu Plussen. Oder eben beides 😉

Und. Wichtig. Plus und like-Geschichten sind sehr dynamisch.
Der User hat Plus und like gegeben. Der User hats wieder zurückgenommen 😉
Um Kausalitäten zwischen Socialmedia-Elementen und organischen Suchergebnissen zu identifizieren braucht es darum ein Monitoring über eine grössere Zeitachse.

Best Case ist immer noch sich um seine (potentielle) Kundschaft Gedanken zu machen und ihnen das zu geben was sie wollen und brauchen. In vielen Fällen ist das sogar das selbe. Damit macht man garantiert nichts falsch 🙂

Stefan   
27. April 2012, 15:30

Ich habe einen kleinen Social-Test seit kurzem am laufen. In Anlehnung an diese „What i really do“ – Bildchen, habe ich das auf unseren Content (Video) und die Zielgruppe (Motorradfahrer) abgestimmt: http://www.gaskrank.tv/whatireally/

Ich bin auf die Ergebnisse gespannt und werde eine kleine Auswertung der Maßnahmen online stellen.

Andreas   
20. April 2013, 04:11

Danke für den Guten Artikel! Hat mich schon um einiges weiter gebracht 🙂

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