Wie verbreitet sind Social-Signals?

10. Januar 2014, 10:29

Nutzt Google aktuell Social-Signals für das organische Ranking? Diese Frage wird in der SEO-Branche bereits seit geraumer Zeit intensiv diskutiert. Während Google in Person von Matt Cutts dementiert, dass GooglePlus-Votes in den allgemeinen Algorithmus einfließen, ist der Gedanke für uns natürlich verlockend, dass man die lästigen Gästebucheinträge und Spam-Kommentare einfach durch ein paar schnell zusammengeklickte Fake-Personen in den sozialen Netzwerken ersetzen kann. Doch wie praktikabel ist das für Google eigentlich?

Um einen neuen Blick auf diese Frage zu ermöglichen, habe ich untersucht, wie weit Social-Signals in freier Wildbahn verbreitet sind. Dafür habe ich für 1.000 bunt gemischte Domains zum einen untersucht, auf wie viele unterschiedliche URLs der Domains externe (Deep)-Links zeigen. Und diese Zahl dann der Anzahl unterschiedlicher URLs mit mindestens einem Social-Signal (Facebook, Twitter, GooglePlus) gegenübergestellt:

social-vs-linksDas Ergebnis ist ziemlich eindeutig: mehr als 80% der untersuchten Domains haben mehr unterschiedliche URLs mit Links als mit Social-Signals. Wenn man im Hinterkopf behält, wie selten freiwillig gesetzte Deeplinks bei den meisten Projekt-Typen sind, dann zeichnet diese Auswertung kein gutes Bild für die Nutzbarkeit von Social-Signals in Suchmaschinenalgorithmen.

Geht man etwas tiefer in die Daten, so zeigt sich natürlich ein differenzierteres Bild. So gibt es einige Bereiche, in denen Social-Signals funktionieren. Bild.de und weitere News-Seiten haben zum Beispiel mehr URLs mit Social-Signals als mit Links – die dort vorhandenen Inhalte bieten sich für ein Verbreiten über soziale Netzwerke einfach an. Auf der Gegenseite sind auffällig viele Online-Shop, Branchenbücher und Ecommerce-Seiten.

Dieser Beitrag hat 12 Kommentare

 
  10. Januar 2014, 13:00

Finde ich nen guten Ansatz. Spannend wäre aber auch, wie unterschiedlich es aussehen würde, wenn wir nur den hostname oder domain betrachten. Letztlich versucht Google ja vor allem auch Popularität und Trust einer Domain durch Links zu ermitteln, um dadurch auch URLs, die noch keine (Deep)Links erhalten haben besser einschätzen zu können. Würde man soziale Signale jetzt ebenfalls eher auf Domain/Brand-Ebene verstehen wollen, könnten Sie das bisherige Modell für die Domain-Pop schon sinnvoll ergänzen.

 
  10. Januar 2014, 14:38

Nette Analyse, die aber imho überhaupt nicht auf den eigentlichen Zweck von Social Signals eingehen – denn der ist nicht zwingend mit denen eines Links vergleichbar. Und das schon gar nicht in der SEO-Branche, wo genau bekannt ist, dass Links definitiv das Ranking beeinflussen. Social Signals tun das vermutlich noch nicht (auf jeden Fall nicht in dem Maße, in dem sich das einige gern wünschen), sie sind aber ein offensichtlicher und für jede/n einsehbarer Qualitätsfaktor, wenn sie öffentlich dargestellt werden. Und insbesondere Seiten wie bild.de werden Wer darauf legen, dass die Menge dieser sozialen Signale möglichst hoch – ganz egal, ob sie nun zum Ranking beitragen oder nicht. Viele Social Signals lassen auf eine gute Vernetzung innerhalb sozialer Netzwerke schließen, was dann in der Regel zu viel Traffic führt (sofern es keine gefakten sozialen Signale) sind. Und letztendlich ist Traffic das einzige, was zählt. Nimmt man noch die sozialen Effekte dazu, also das es durchaus viele Menschen gibt, die etwas liken, weil sie sehen, dass andere es auch geliked haben, wird der Unterschied zu Links noch deutlicher. Links sind ein technischer Ansatz und Links müssen nicht zwingend zu mehr direktem Traffic führen – wenn niemand einen Link klickt, dann wird auch kein Traffic erzeugt. Hat eine Website aber extrem viel Likes, dann hat höchstwahrscheinlich auch eine dazugehörige Facebook Page viel Reichweite. Und genau darüber kommt dann der Traffic. Insofern stellt sich letztendlich die Frage, ob Social Signals für das organische Ranking von Vorteil sind, imho überhaupt nicht, solange Traffic erzeugt wird.

 

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  15. Januar 2014, 14:14

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass Social Signals auf das organische Ranking keinerlei Einfluss haben, aber auf den Traffic. Wenn man ein gutes Ranking hat, lohnt sich der Einsatz von Social Signals eher, als wenn man sich im Ranking-Aufbau befindet. Deshalb meine Empfehlung bei beschränkten Ressourcen: zuerst Links dann social signals! VG, J

 
  15. Januar 2014, 16:03

Ich habe jetzt versucht auf unterschiedlichen Domains rein durch Social Links die Seiten nach vorne zu bringen.

Mein Resultat ist das dies überhaupt keinen Einfluß auf das Google Ranking hat.

 
  21. Januar 2014, 18:32

Ich habe mit Twitter und Pinterest sehr gute Erfahrungen sammeln können. Facebook bringt da eher nicht so viel 😉

 

[…] Wie verbreitet sind Social-Signals? […]

 
  11. Februar 2014, 22:07

Vielen dank für die info!

 
TorstensTrends
  29. März 2014, 22:50

Also ich bin der Meinung das es völlig klar ist, das die Meisten Domains überwiegend mit Links bedient wurden. Die meisten Unternehmen habe Social Media zwar erkannt doch bisher nicht effektiv genutzt. Daher würde ich den gleichen Vergleich noch einmal in 12 betrachten.

 
TorstensTrends
  29. März 2014, 22:56

Daher würde ich den Vergleich in 12-24 Monaten betrachten. Artikel als Lesezeichen gespeichert und in Kalender gespeichert 😉

 
  2. Juli 2014, 17:46

Google verwendet soziale Signale in ihren Algorithmus, meiner Meinung nach. jedoch ist es in ihrem Interesse, dies zu leugnen, da die Signale sind sehr leicht zu manipulieren .. Sie können 1000 Google+ sehr einfach kaufen, zum Beispiel.

 
  27. Juli 2014, 14:39

Interessanter Artikel zum Thema Social Signals und deren Wirkung. Wer mit einem Klick gerne die Social Signals seiner eigenen Webseiten oder Videos checken möchte kann dies nun mit unserem Tool unter: http://social-signals.info tun! 🙂 Lg aus Bremen

 

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