Der da war‘s

Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Eine Reaktion, die ich bei unerwarteten Verschlechterungen (bei Verbesserungen merkwürdigerweise nicht) in den Suchmaschinenpositionen seit längerem vermehrt feststellen kann, ist die Bezichtigung der Konkurrenz, da eine gewisse Mitverantwortung zu tragen. Da werden seitenlang Meta-Keywords-Angaben zitiert, Spam-Meldeformulare von Google genannt und der Konkurrenz jegliches schädigendes Verhalten unterstellt, das man sich ausmalen kann. Was ist davon zu halten?

Sicherlich, selbst Google hat mit dem Einfügen des unscheinbaren Wortes „praktisch“ in den Satz „Mitbewerber haben praktisch keine Möglichkeit, Ihr Ranking negativ zu beeinflussen oder Ihre Website aus dem Index zu entfernen.“ in den Hilfetexten für Webmaster indirekt bestätigt, dass es Möglichkeiten gibt, unliebsamer Konkurrenz im Googleindex zu schaden. Allerdings muss man bedenken, dass es hier nicht um simple und allgemein bekannte Methoden und Vorgehensweisen geht, dieses zu bewerkstelligen. Das ein oder andere Keyword zu viel oder der ein oder andere unschöne Link von „bösen“ Seiten ist heute für Google kein Grund mehr, die betreffende Seite abzuwerten. Hier bedarf es schon deutlich ausgeklügelter Vorgehensweisen sowie Kombinationen von Methoden – ich schätze die Anzahl der Personen in Deutschland, die über das entsprechende Wissen verfügen auf eine niedrige, zweistellige Zahl.

Bei genauerer Betrachtung der Fälle, in denen der Verantwortliche die Schuld für den Rankingabfall nicht übernehmen wollte, ist es in der Regel so, dass Fehler gemacht wurden: keine Standardomain, deswegen Duplicate Content oder ein Backlinkaufbau, der ausschließlich auf Webkatalogen und Artikelverzeichnissen basiert sind hier Usus. Bevor man den Schuldigen also bei der Konkurrenz sucht, sollte man sich absolut sicher sein, selber keine Fehler gemacht zu haben – denn genau da liegt die Ursache für die deutliche Mehrheit aller SEO-Fehler.

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Kommentare
Avatar Daniel   
29. Juni 2008, 09:26

Die deutschen sind doch alles neider 🙂

Avatar Pelle Boese   
29. Juni 2008, 13:57

Exakt meine Meinung 🙂 Es ist natürlich einfacher, erstmal Andere anzukreiden, man sollte dennoch vorher mal die eigene Suppe analysieren…

Avatar Sascha   
29. Juni 2008, 14:38

Ganz deiner Meinung, in 99% der Fälle wird die Schuld für einen Rankingabfall bei dem betreffenden Webmaster selbst liegen. Aber du sagst ja selbst, ein einseitiger Backlinkaufbau mit AVs kann hier schaden und die kann eigentlich jeder erstellen. Ein bisschen mühselig diese Methode, aber immerhin für jeden Konkurrent machbar.

Avatar felix   
30. Juni 2008, 10:46

Ich sag auch immer, der sistrix wars!

Johannes   
30. Juni 2008, 10:49

Felix, bitte bei so bei allen Reinclusion-Requests angeben 🙂

Avatar Gero   
30. Juni 2008, 16:57

@Felix und dass stimmte etwa nicht? Ich habe den Johannes jetzt grade von meinem Anwaltsbüro anschreiben lassen…

Aber mal im ernst. Ich empfehle bei diesen Anschuldigugen immer, erst mal zu prüfen, ob man sich nicht den neuen Wurm 2.0
(http://abgefahrn.blogger.de/stories/1053630/) eingefangen hat.

@Johannes
Stimme dir absolut zu. Zudem ist auch die Frage wie effektiv es sein kann, viel Arbeit zu investieren, den ein oder anderen Mitbewerber abzuschießen. In der Zeit die man für eigenes SEO verloren hat, ist der nächste Wettberwerber vorbeigehuscht…

Avatar Olaf   
30. Juni 2008, 18:12

Ich gehe auch davon aus, dass die allerwenigsten Sites da draußen ernsthaft Techniken verwenden, die sich negativ auf das Ranking eines Konkurrenten auswirken – mal vom einen Pushen abgesehen. Allerdings gibt es in Verbindung mit Adwords ein paar Anbieter, die Adwords-Anzeigen spiegeln und als normale Seiteninhalte anzeigen – ohne noindex. Das Ganze läuft dann so unter dem Vorwand, dass man sich die Anzeigen der Konkurrenz ansehen kann. Dagegen ist im Prinzip erstmal nichts zu sagen, nur haben solche Seiten halt wenig im Google-Index zu suchen, da sie sonst ja mit den organischen Ergebnissen konkurrieren. Die Anbieter dieser Seiten sehen das natürlich anders, weil sie über die Anzeigen und damit auch Keywords anderer an ihre Kunden herankommen wollen.

Avatar Florian   
3. Juli 2008, 22:41

@Daniel
Leider gilt bei uns allzu oft: Wenn die Konkurrenz einfach besser ist, kann das nicht mit rechten Dingen zugehen. Abmahnen, Anschwärzen, Schlechtmachen, es ist schade wieviel Energie manche Leute auf die Mitbewerber verwenden, statt vor der eignen Tür zu kehren.

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