Der Linkzar macht Ernst

Johannes Beus
Johannes Beus
21. Februar 2009
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Vor einigen Wochen hat jemand das Thema „Russenlinks“ aufgenommen und die Seite Linkzar.ru ins Leben gerufen. Ich fand‘ das am Anfang ganz lustig, wollte der Geschichte aber keine weitere Öffentlichkeit geben, da ich glaubte, dass zu der Sache alles gesagt sei. Der selbsternannte „Linkzar“ droht auf der Seite allen, die sich negativ über Linkbuiding unter Zuhilfenahme von Links aus Russland äußern damit, ihre Seite mehr oder weniger stark mit eben genannten Methoden zu verlinken. Das ganze in eher einfachem Deutsch verfasst und mit ziemlichem Theater in den Kommentaren gespickt, ließ mich die Sache nicht weiter verfolgen.

Ich bin eben noch mal zufälligerweise über die Seite gestolpert und habe gesehen, dass der Betreiber der Seite seinen Ankündigungen hat Taten folgen lassen. Eine Reihe von Domains werden neuerdings von russischen Seiten verlinkt und ich kann nach Rücksprache mit einigen der Betreibern versichern, dass diese Verlinkungen nicht selber initiiert sind. Recht schön kann man das beispielsweise an diesem Query sehen:

Linkzar
Dass die ganze Geschichte auch an Google nicht spurlos vorbei geht, kann man an Suchabfragen wie dieser (Screenshot) gut sehen. Die Seiten, die verlinkt wurden, sind dort jetzt gesammelt zu finden. Interessant wird jetzt zu beobachten, wie die Beteiligen mit der Situation umgehen. Insbesondere Google ist jetzt in Zugzwang und ich bin gespannt, ob und wie reagiert wird.

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Kommentare
mklappenbach   
22. Februar 2009, 00:03

Hi Johannes,

ich hab das auch schon erschreckt bemerkt und gestern darüber (auch mit Screentshots aus deinen Tools) gebloggt: http://matbox.net/linkbuilding-weaponized-russia-strikes-back/

Ich hoffe, dass sich Google für diese Fälle wirklich etwas einfallen lässt. Bin selbst mit einem größeren Portal betroffen.

VG Mat

Johannes   
22. Februar 2009, 00:08

Mat, super Posting, bist jetzt bei mir im Feedreader 😉

Peter   
22. Februar 2009, 00:38

Hatten das Thema auch auf dem Stammtisch. Ist schon seltsam, der Text vom Linkzar scheint mir so gar nicht mit den realen Links zusammen zu passen, die er scheinbar gesetzt hat.

Internetente.de   
22. Februar 2009, 01:09

… Einen guten Grund hätte da ja… aber lassen wir das. Bei SISTRIX finden sich nun erste Reaktionen auf die RU Linkwelle. Es wird interessant welche Reaktion Google zeigen wird.

make love not war   
22. Februar 2009, 02:34

Irgendwie find ich die Aktion lustig, auch wenn es für euch natürlich hart ist. Seid ja auch selbst Schuld mit euren Fingerzeigpostings. Eigentlich ist es auch ein sehr schönes SEO Experiment. Bin gespannt wie die betroffenen Seiten reagieren und was mit den Linkspendierenden Seiten passiert. Vorallem ob Google davon überhaupt Notiz nimmt.

gruß

Prometeo   
22. Februar 2009, 08:28

Wie nun bei Sistrix und Mat zu lesen scheint Linkzar ernst zu machen und hat begonnen die ersten Webseiten zu verlinken. Bösartige Verlinkung als Erpressungsmethode, bin gespannt was als nächstes kommt.

tdaus   
22. Februar 2009, 08:44

Der Linkzar macht Ernst – das ist doch für alle Beteiligten inkl. Google ein Grund mehr nachzudenken… http://tinyurl.com/af3ofp

m_kapferer   
22. Februar 2009, 09:38

Russischer SEO versucht deutsche SEOs zu erpressen: http://tinyurl.com/af3ofp

boris_bergmann   
22. Februar 2009, 12:33

linkzar.ru macht angeblich Ernst: http://tinyurl.com/af3ofp (de), http://tinyurl.com/c974az (en), http://tinyurl.com/c23ds2 (de)

Ich   
22. Februar 2009, 12:48

Ich hatte mal vor einigen Monaten aus Spaß sowas in irgendeinem Kommentar allerdings mit dem Hinweise „buyed Links“ gepostet, dass damit jetzt natürlich jemand ernst macht und richtig fett ins Geschäft zieht ist ja wohl die Oberfrechheit. Hey, meine Idee, mein Patent…..

Jan   
22. Februar 2009, 13:09

Spaßig ist doch, wer da AdWords für „link kaufen“ und/oder „black seo“ schaltet…

Torsten   
22. Februar 2009, 14:36

Auch wenn der eine oder andere vielleicht sogar über diesen Kommenatr hier schmunzeln wird, aber wenn der „Linkzar“ das ernst meint und vorsätzlich vor hat die von ihm angeprangerten Seiten zu schädigen, dann dürfte dies bereits als Wirtschaftskriminalität zu betrachten sein, denn immerhin sollen damit auch Unternehmen geschädigt werden.

Es ist sicher schwer rauszubekommen, wem die linkzar.ru tatsächlich gehört, allerdings nicht unmöglich. In Frage kommen nur zwei Gruppen: die deutschen SEO-Firmen, die solche Links verkauft haben und die russischen Webmaster auf deren Webseiten die Links gebucht wurden und die nun eine Einnahmequelle wegschwimmen sehen.

Radicke   
22. Februar 2009, 17:02

Was mich an der Sache am meisten interessiert: was wäre denn, wenn jemand in großem Umfang Firmen damit erpressen würde, böse Links zu setzen, wenn nicht Geld gezahlt wird?

Oder man könnte seine Wettbewerber rauskegeln, wenn man mit solchen Leuten zusammenarbeiten will…

Es könnte ja sein, dass eCommerce-Firmen einen guten Teil ihres Umsatzes verlieren, wenn sie plötzlich sehr schlecht indiziert sind.

Klar, das wäre kriminell, aber 1. erklär das mal einem Staatsanwalt, 2. führe mal einen sauberen Nachweis, was genau der Schaden ist und 3. gibt es kein Recht auf eine gute Google-Indizierung…

ein echtes Problem!

Johannes hat Recht: Google ist gefragt…

Martin   
22. Februar 2009, 17:35

Ist der Linkzar nur ein gekränktes SEOchen? Der seine Felle davon schwimmen sieht und schnell noch allen schaden will? Ich glaube nicht. Ich denke, dass ist eine klar durchdachte Strategie.
Natürlich soll Google aktiv werden, das ist vermutlich genau das, was die Initiatoren des Linkzar bewirken wollen: Der Penalty gegen massenhafte Russenlinks soll aufgehoben werden. Damit man die Links in Zukunft wieder ruhigen Gewissens kaufen kann. Und wenn die das tatsächlich in großem Stil aufziehen, welche Wahl hat google?
Links aus Russland grundsätzlich abzuwerten, wird wohl kaum durchsetzbar sein. Und die Betreiber oder ihre Sites aufspüren? Wenn das so einfach wäre, hätte google es sicher längst gemacht oder machen lassen. Die Sache groß aufzubauschen und staatsanwaltlich verfolgen zu lassen, würde für google ein massives Image-Problem bedeuten. Bisher ist es ja nur eine Nischendiskussion.
Ich bin echt gespannt, wie sich das entwickelt und wünsche allen Betroffenen viel Erfolg.

JInsiders   
22. Februar 2009, 18:27

Total krasse Sache! Der russische Linkzar macht ernst und bringt deutschen SEOs in Bedrängnis! Mehr bei Sistrix http://tinyurl.com/af3ofp

Uwe   
22. Februar 2009, 20:11

Für stehen da ganz klar die Linkkäufer dahinter!
Wenn ich Google wär würde ich z.B. einfach Links aus .ru auf .de Seiten nicht werten. Links aus AV, WB und SB wurden doch auch ziehmlich entwertet. Und jemand gestorben daran? Die Paar Seiten die wirklich natürliche Links aus .ru auf .de haben kann man doch an einer Hand abzählen. Die haben dann eben Pech…

Loewenherz   
22. Februar 2009, 21:05

Ich hatte mal ein Posting in den Kommentaren dort, und über diese gelungene Satire gelacht. Der Comment wurde nie publiziert, seitdem war ich nie wieder auf der Seite. Okay, nun finde ich eine Liste alter (teilweise gar nicht mehr von mir betreuter) Kunden dort wieder. Aber was richtig mies ist: Ein Posting mit meinem Namen, in dem über Johannes hergezogen wird. DAS ist richtig übel.

Torsten   
22. Februar 2009, 21:16

Sicher wird es schwer einem Staatsanwalt das genau zu erklären, aber wenn es nicht anders geht muß man zu solchen Mitteln greifen.

bitverdreher   
23. Februar 2009, 00:57

SEO-Cyber-War 😉 http://tinyurl.com/af3ofp

Weltenweiser   
23. Februar 2009, 09:44

Spannend: Erpressungsversuch mit bad links aus Russland. Mal sehen, was Google macht. http://tinyurl.com/af3ofp

webdesignlounge   
23. Februar 2009, 11:47

Der Linkzar macht ernst. Wie reagiert Google? http://tinyurl.com/af3ofp

Lupus   
23. Februar 2009, 12:03

Ach ist das herrlich – da schlägt jemand die Suchmaschinenmanipulierer mit Ihren eigenen Waffen und diese schreien gleich nach dem Staatsanwalt, nachdem diese selbst jahrelang den Markt manipuliert haben – das sieht aus wie „Zuhälter verklagt Schutzgelderpresser“ – ich denke mal, da hat jemand euer Ende eingeläutet und endlich wird aus Google und Co. wieder das, was sie einmal waren – Suchmaschinen, in denen man Wissen finden kann und nicht nur von SEO Heinis gepushte Seiten!!! Bei euch sollte der Staatsanwalt mal reinschauen wegen unlauteren Wettbewerbs und Datenmanipulation.

Den Dünnbrettbohrern des Internets wird das Sperrholz geklaut und schon fürchten Sie in die Untiefen der Beteutungslosigkeit zurück geschleudert zu werden.

tommifant   
23. Februar 2009, 12:46

@Lupus
Matt, bist du das?

Stefan   
23. Februar 2009, 13:34

Ich finde Davids Frage sehr interessant, denn in der Tat würde eine – wie auch immer geartete – Abstrafung durch Google für den Linkempfänger eine massive wirtschaftliche Bedrohung darstellen – nicht nur für Ecommerce-Angebote, sondern auch extrem für alle werbefinanzierten redaktionellen Angebote. Das sollte schnell geklärt werden.
BTW:
Wäre ich ein böser Mensch mit Potenzial für Verschwörungstheorien, würde ich sagen: Google sollte gar nichts machen, um die Links auszufiltern. Denn wenn die Platzierung in den SERPs sinkt, wären die „Opfer“ ja gewzungen, mehr Adwords zu schalten, um ihr Geschäft am laufen zu halten…
BTW2: Ist den eine negative Auswirkung bislang tatsächlich (objektiv) dokumentiert?

nike   
23. Februar 2009, 14:31

Ich glaub hier nehmen sich einige viel zu wichtig. Ein paar hundert qualitativ besch…ne Russenlinks mit den genutzten Top Keywords rufen natürlich Google und auch die Hamburger Staatsanwaltschaft sofort auf den Plan. Eventuell könnte man ja einen Rettungsfond für geschädigte SEOs gründen. Is scho Rosenmontag???

Pascal   
23. Februar 2009, 16:06

uii sistrix hats auch erwicht

[gefakten Kommentar gelöscht, Joh.]

Geht das rumflame jetzt los so das man andere in den Dreck zieht ?
Denke für diesen Kommentar wird nun auch abgestraft aber das kan man wohl nicht ändern.

Johannes wie siehts aus schon veränderungen in deinen Backlinks gesichtet oder nur großes gelaber ?

Loewenherz   
23. Februar 2009, 17:11

Pascal, vielleicht solltest du lesen, was ich weiter oben geschrieben habe. Beim Linkzar werden angebliche Kommentare von SEOs gepostet, die diese gar nicht verfasst haben. Hier geht es nicht – wie Lupus von sich gibt – um Dünnbrettbohrer, sondern richtig üble Versuche, Zwietracht zu säen. Mehr dazu demnächst.

Mobile SEO   
23. Februar 2009, 17:23

Der Punkt ist doch, dass die Seiten, die massiv Russenlinks eingekauft hatten, manuell abgestraft wurden. Wenn nun ein angefressener Russenlink-Haendler sauer ist und tausende von Links auf Konkurrenten setzt, wirkt sich das maximal kurzfristig positiv aus. Dann werden die Links abgewertet. Dass es da noch eine manuelle Penalty gibt, wage ich sehr stark zu bezweifeln, da das hier wohl auch schon bei Google bekannt sein wird. Und wenn doch jemand abgestraft werden sollte, kann man sicherlich recht gut mit linkzar.ru argumentieren – sofern die Seiten sonst 100% sauber sind 🙂

Kevin   
23. Februar 2009, 17:40

Vielleicht sollte man den Trotteln einfach nicht so viel Aufmerksamkeit zukommen lassen, jetzt dürften ja alle wissen was das für eine Seite ist…

Sollen die halt massenweise Links setzen. Abgestraft werden ja wohl hoffentlich nicht die empfangenden Seiten. Google wird ja wohl so clever sein und nur die Links entwerten. Damit hätten die beleidigten Kids dann auch noch ein Eigentor geschossen und sich selbst ihre Geschäftsgrundlage weggelinkt 😉

Inhouse-SEO   
23. Februar 2009, 18:44

Ärgerlicher finde ich es aber noch, wenn solche falschen Kommentare abgesetzt werden. Man sieht hier ja schon, dass diese teilweise ernst genommen werden…

seo-united   
23. Februar 2009, 19:03

Hallo,

scheinbar macht der Typ wirklich ernst. Fast jede bekannte SEO Seite hat mittlerweile Links: ABAKUS, SOS, MSUESS usw.

Grüße

Gretus

pegasus   
24. Februar 2009, 11:54

wo ist das problem? zwischen den ganzen „bekannten“ seo-seiten besteht doch eh schon link-inzucht… da sind die paar russenlinks doch dann auch wurst und schaden nicht mehr.

was ich natürlich nicht gut heiße sind die gefälschten kommentare. ansonsten finde ich das ganze recht amüsant.

Sebastian   
24. Februar 2009, 13:03

Wo sind Beweise? Bislang habe ich noch keinen Beleg für eine Abstrafung gesehen. Nur Vermutungen. Klar die Links sind da und es ist als Spuckt der einem aufs neue Sakko. Aber einen tatsächlichen Zusammenhang zwischen „Bad Links“ und einer Sanktion (in welcher Form auch immer) durch Google habe ich noch nicht gesehen. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren 🙂

Fischticker   
24. Februar 2009, 14:34

Lösung: Google erlaubt in den Webmastertools die Eintragungen von Domains, die keinen Einfluss auf das Ranking der eigenen Seiten haben sollen.
Dort hinein dann *.ru, und im Nu ist Ruh vor dubiosen Typen wie dem Linkzar.
Wer Russenlinks allerdings auch für die eigene Performance nutzt, müsste dann Hand anlegen und die Domains, die der Linkzar einsetzt, von Hand eintragen. Gerechte Strafe übrigens 🙂

kahta   
24. Februar 2009, 17:07

…. und verweise mit einem grinsen 🙂 auf den kommentar von „lupus“ http://tinyurl.com/af3ofp

drupalchix   
24. Februar 2009, 17:30

RT @kahta: …. und verweise mit einem grinsen 🙂 auf den kommentar von „lupus“ http://tinyurl.com/af3ofp

Bruno   
24. Februar 2009, 19:27

Hey, ich brauche auch Backlinks. Kann der Linkzar nicht auch auf mich verlinken? Ich glaube auch nicht an eine Abstrafung durch Google.

Dan   
24. Februar 2009, 21:48

Wollte gerade nochmal beim Linkzar vorbeischauen….die Seite ist wohl nicht mehr erreichbar 🙂 hehe, ging ja flott!

She-Sign.de   
25. Februar 2009, 12:31

Einige Informationen zum Linkzaren, seine Machtspielchen und was er hätte „besser“ machen können.

Uli   
25. Februar 2009, 15:25

„Fischticker – 24.02.2009 14:34
Lösung: Google erlaubt in den Webmastertools die Eintragungen von Domains, die keinen Einfluss auf das Ranking der eigenen Seiten haben sollen.“

Entschuldigung der Nachfrage, aber wo geht das bitt eim Webmastertool. Noch NIE gesehen.

Beste Grüße
Uli H.

Sebastian   
25. Februar 2009, 21:05

Leider funktioniert die Seite nicht mehr. Ich hab es Vorgestern nicht geschafft diese bis zum Ende zu lesen und heute ist sie weg.

Grüße
Sebastian

E-Fee   
26. Februar 2009, 00:22

@Uli: gibt es in den Webmastertools noch nicht, war nur als Lösungsvorschlag gedacht. Find ich gar nicht mal schlecht, abegesehen davon, dass das dann wohl ein Katz-und-Maus-Spiel wird und man die Bad Links dann von anderen Domains rein kriegt.

Bkni   
26. Februar 2009, 12:23

jetzt wo er einen adsense-block auf seiner seite hat, dürfte es ja ein leichtes sein raus zubekommen wer es ist…

lOwPASs   
27. Februar 2009, 18:07

Du brauchst doch nur bei der nic.ru nachschauen, wem die Seite gehört. Ist doch kein Geheimnis! Natürlich wird das in der Regel nicht der Initiator bzw. der Verantwortliche, angesäuerte Russenlink Händler sein. Ich bin kein SEO und habe da auch nicht viel Peilung von. Jedoch kann ich schon verstehen, dass da Einer ganz schön abkotzt, nachdem alle Seiten und Kundenprojekte ne Penalty verpasst bekommen haben und zukünftig mit Einbußen zu rechnen ist.

Paul Buchhorn   
27. Februar 2009, 20:54

Erste Rechtliche Schritte gegen Linkzar.ru eingeleitet

Am Anfang fand ich die Sache ja lustig, doch mittlerweile geht mir dieses infantile Verhalten von dem Betreiber der Seite Linkzar zu weit. Zuerst fördert er die negativen Kommentare und dann kommentiert er auch noch unter falschem Namen (meinem). Kreativ ist die Idee auf jeden Fall, doch der Betreiber weiß wohl nicht auf welch dünnem Eis er sich bewegt.

Mit einer .ru Domain mag man nicht sofort über ein whois an den Admin C kommen, doch über ein Strafverfahren ist dies ohne weiteres möglich. Gestern habe ich den Betreiber darum gebeten seine Äußerungen mir gegenüber und gegenüber allen anderen Beschuldigten auf der Seite zu unterbinden. Der Versuch an den Verstand zu appellieren schlug leider fehl. Worte folgen bekanntlich Taten und so wandte ich mich heute Morgen an die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach.

Den Sachverhalt überhaupt zu erklären ist alles andere als einfach, doch nach ein paar Minuten informativem Gespräch wurde ich auf die örtliche Polizei verwiesen. Also habe ich mir die Seite des Betreibers von Linkzar ausgedruckt und mich auf den Weg gemacht. Naja, hier musste ich ebenfalls erst einmal erläutern, welche Straftat vorliegen würde. Dabei kamen die Punkte „Verleumdung“ und „Beleidigung“ raus. Der Polizeibeamte hat sich Anfangs doch sehr über den Inhalt der Seite amüsiert, erkannte aber zum Schluss die Absichten. Nun gilt es weitere Informationen und Handlugen des Betreibers der Seite zu sammeln, um das Delikt zu konkretisieren.

Ich denke das manche Leute nicht zwischen Spass und Geschäft unterscheiden können. Der Betreiber der Linkzar Seite glaubt durch die .ru Domain sich in Sicherheit wiegen zu können. Allerdings könnte das deutsche Gesetzt in diesem Fall greifen. Hierbei gilt nämlich nicht der Standort des Servers, sondern es kommt ganz darauf an, wo der Sitz des Betreibers ist. Durch seine Artikulation und seine Reaktionszeit ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, das der Betreiber aus Deutschland kommt.

Ich denke das die rechtlichen Schritte nun Klarheit in diese Angelegenheit bringen werden. Da sicherlich der Betreiber der Seite Linkzar diesen Artikel ebenfalls lesen wird, würde ich eine Kontaktaufnahme mit mir sehr begrüßen. Wir müssen die Kosten für ein Verfahren nicht unnötig in die Höhe treiben.

Franky   
28. Februar 2009, 18:54

Na – die deutsche Staatsanwaltschaft kann bzgl. ru-Domains überhaupt nichts tun! Schon mal mitbekommen wie schwer es westliche Länder haben in Russland irgendwelche „Online-Verstöße“ einzuklagen?

Dein Gang zur Polizei war umsonst!

Lars   
28. Februar 2009, 20:42

Moinsen,

ich hatte über Weihnachten das Vergnügen eines gehackten Accounts bei meinem Domain-Robot. Dadurch habe ich mich etwas intensiver mit der Thematik des illegalen „Domain beschaffens“ beschäftigt. Die eigene Erfahrung hat mich gelehrt: in Deutschland ist in einem solchen Fall der Gang zur Polizei Zeitverschwendung.

Ich war in der Lage die entsprechenden Spuren zu sichern und konnte die Hinweise noch „warm“ abgeben. Ein paar Tage später wurde ich von der „ermittelnden“ Stelle angerufen und mir wurde erklärt, dass die Hinweise/Beweise keinen Pfifferling wert sind, weil nur bei schweren Straftaten – sprich Terrorismus, Mord und Totschlag – einem entsprechenden Durchsuchungsbeschluss stattgegeben wird.

Um’s kurz zu machen: solange der Bad SEO niemandem eins überzieht, oder ein finanzieller Schaden von mehreren 100000 Euro entsteht (und das dürfte wohl kaum der Fall sein, bzw. nachweisbar sein), ermittelt da niemand. Und in Russland schon gar nicht.

Klaus   
1. März 2009, 12:16

Es ist doch ziemlich offensichtlich, was da läuft…

Nachdem der Typ gemerkt hat, dass er mit seinen Russenlinks eine gestandene Domain doch nicht so leicht abschiessen kann, versuchet jetzt, das ein oder andere Linknetzwerk (naja, vor allem das einer bestimmten Person) zu „outen“, in der Hoffnung, das Google hier irgendwann manuell eingreift und er das dann als „Erfolg“ verkaufen kann.

Das ganze scheint also mehr oder weniger ein persönlicher Rachfeldzug gegen einige wenige Betroffene zu sein. Hier dürfte dann auch der Schlüssel zur Identität des Zaren sein. Mit Kommentaren unter fremden Namen gibt er sich dann noch etwas zusätzliche Bedeutung.

ivan   
2. März 2009, 21:23

Hilfe! die Russen kommen! ps: ich bins Putin.

ivan   
3. März 2009, 12:11

Whoisdaten:

domain: LINKZAR.RU
type: CORPORATE
nserver: ns.majordomo.ru.
nserver: ns2.majordomo.ru.
nserver: ns3.majordomo.ru.
state: REGISTERED, DELEGATED
person: Egor I Evstratov
phone: +7 34356 45675
fax-no: +7 34356 45675
e-mail: linkzar@mail.ru
registrar: REGISTRANT-REG-RIPN
created: 2009.01.27
paid-till: 2010.01.27
source: TC-RIPN

nobody   
15. März 2009, 16:36

Hm, heute mußte ich feststellen, daß auch der Linkzar seinen Server nicht gegen ein Botnetz geschützt hat…

web und technik trends   
19. März 2009, 11:35

naja…ich bin da etwas vorsichtig, mich da einzumischen, hatte schonmal bissel schlechte erfahrung mit google abstrafungen, da war dann eine wichtige seite plötzlich im nirvana verschwunden.
trotzdem netter Artikel, auch gleich mal abgespeichert 🙂

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