Fairrank klagt, Zeitungen lamentieren & Google wächst

Johannes Beus
Johannes Beus
14. April 2009
Johannes Beus
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Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Drei Informationen, die für Twitter zu lang, für ein eigenes Blogposting aber zu kurz waren: Fairrank hat Thomas Bindl verklagt. Auf OmTalk.com wurden offenbar Beiträge eingestellt, die Fairrank nicht passten. Nun war es scheinbar nicht ausreichend, dass die Beiträge umgehend entfernt wurden, Fairrank will auch noch eine Unterlassungserklärung, dass sowas in Zukunft nicht wieder vorkommt. Ist bei einem Forum ohne vorrauseilende Zensur natürlich nicht zu machen, aber Fairrank klagt trotzdem auf Abgabe eben dieser. Was mich an diesem und ähnlich gelagerten Fällen sprachlos macht, ist da Internetverständnis der Klagenden/Abmahnenden. Erfolgreiches und solides SEO bedingt in meinen Augen, dass man „das Internet lebt“, Digital Natives ist ein in letzter Zeit häufig benutzter Begriff in diesem Zusammenhang. Und diese beiden Sachen schließen sich für mich gegenseitig aus – wer vermeintlich negative Meinungen zu seiner Firma via Gericht unterbinden will, verschließt in vielen Fällen die Augen vor dem Auslöser dieser Beiträge und sucht Fehler nicht bei sich, sondern bei anderen. Dabei wäre genug zu tun: wie sich Links auf Kundenwebseiten zu anderen Kunden und der Agenturseite selber mit den Googlerichtlinien unter einen Hut bringen lassen, erschließt sich mir beispielsweise nicht auf Anhieb …

Danny Sullivan, Oberguru von SearchEngineLand, hat auf seinem privaten Blog ein lesenswertes Posting zum Verhältnis zwischen Google und Zeitungen veröffentlicht. Er geht darauf ein, wie weit Google den Forderungen der Verlage bereits entgegengekommen ist (beispielsweise durch ACAP, diese Art erweiterte robots.txt oder Systeme wie „First Click Free“) und, dass diese mit Hinweis auf ihren „Qualitätscontent“ weitere Zugeständnisse fordern. Im Kern geht es darum, dass Verlage Google nicht dafür verantwortlich machen können, dass ihr traditionelles Geschäftsmodell so nicht mehr funktioniert. Interessant zu lesen, werden wir in Deutschland vermutlich auch bald in ähnlicher Form hören.

Während der Marktanteil von Google in Deutschland seit Jahren deutlich oberhalb der 90-Prozent-Marke verharrt, ist die Situation in den USA etwas spannender. Yahoo und Microsoft waren dort vor einiger Zeit noch deutlich stärker, verlieren aber kontinuierlich Marktanteile, wie aktuelle Zahlen von Hitwise (PDF) zeigen. Dort hat Google zwischen Mai 2008 und 2009 8 Prozent gewonnen, während Yahoo 19% und Microsoft 17% abgeben mussten. Bedenklich ist, wie Google seine Marktmacht im Suchbereich nutzt, um Marktanteile in anderen Branchen zu gewinnen. Laut ComScore hat Google Maps nun erstmals mehr Besuche als der jahrelange Platzhirsch MapQuest – und das, weil Google die Maps-Integration im Zuge von Universal Search häufiger einblendet.

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Kommentare
stephankauf   
14. April 2009, 12:06

RT @sistrix [Blog] Fairrank klagt, Zeitungen lamentieren & Google wächst http://tinyurl.com/ddbkqz

Phil   
14. April 2009, 16:57

Irgendwie war es zu erwarten, das mit Google. Es ist der mächtigste Internet Konzern der Welt. Und eigentlich vertraut jeder auf die Suchergebnisse …

Auch wenn es nach Such Keys wie „Idiot“ (gab es da mal nicht was in den USA, wo ein vergangenener US-Präsident auf Platz 1 rankte .. ich meine mich da zu erinnern) gehtl… und die mal aus der Reihe tanzen.

Sie Ergebnisse haben Mehrwert und das u.a. durch den Ausbau der Suchergebnisse (News, Blogposts, etc..) .. siehe ein kürzlich veröffentlichter Blogpost von Dir, Johannes.

So oder so, in meinen Augen ein Resultat das zu erwarten war mit den MArktanteilen in den USA

sissilogger   
15. April 2009, 15:56

Die inkompetentesten Firmen sind zumeist die ersten, welche Abmahnungen versenden.

Oliver   
23. April 2009, 08:04

Hallo,

das finde ich gut, dass das mal jemand so kommentiert.

Nicht Google ist an allem Schuld. Falsches Management in der Vergangenheit rächt sich heute bei Mitstreitern wie Yahoo, kein den klassischen Printmedien.

Ebenso geht es heute den klassischen Kaufhäusern, die sich neben der wirtschaftlich schwierigen Situation mehr und mehr der Konkurrenz des Internethandels ausgesetzt sehen.

Und hier sind neue Strategien der Betroffenen gefragt und nicht nur Kritik an denen, die sich den Trends angepasst haben.

Grüße

Oliver

seofee   
24. April 2009, 23:07

„Google nicht dafür verantwortlich machen können, dass ihr traditionelles Geschäftsmodell so nicht mehr funktioniert“ …

Dazu nur
„As The New York Times Co. tries to bask in the glory of having bagged five Pulitzers, the company is facing a cash crunch that could put it on the path toward insolvency.“

Noch fragen?

Quelle; http://www.aim.org/don-irvine-blog/new-york-times-nears-insolvency/

Alexandra   
26. April 2009, 09:54

Das mit dem Präsidenten funktionierten mit der Auf gut Glück-Suche von „miserable failure“. Jetzt verlinkt es auf eine Seite von BBC mit einem Bericht über den Link von damals.

Google ist sicher nicht an allem Schuld. Egal wovon man spricht, man kann alles immer auf zwei Arten verwenden. Besonders mit Wissen ist es immer so, dass man es entweder nützlich, oder aber auch schädlich einsetzen kann.

Ohne Google würde das Internet heute womöglich anders aussehen, als es ist, und ich weiß nicht, ob das positiv wäre.

Deswegen würde mich freuen, wenn man nicht so mit der „Alles ist schlecht“-Einstellung an diverse Themen, wie auch Google herangeht, sondern sich eher darüber Gedanken macht, wie man diverse Angebote gut, sinnvoll und sicher einsetzen kann!

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