Fear, Uncertainty and Doubt

Johannes Beus
Johannes Beus
12. Dezember 2008
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Suchmaschinenoptimierung ist seit jeher ein Bereich, in dem gesicherte Erkenntnisse Mangelware sind. Zwar gibt es eine Reihe von Aussagen, auf die sich die meisten in der Branche einigen können, weite Teile unterliegen aber persönlicher Einschätzung und Abwägung. Viel Raum also für Spekulationen – und genau dazu möchte ich etwas schreiben. Viele werfen Google vor, absichtlich für Verwirrung und Unsicherheit zu sorgen. Ich glaube, dass es vielmehr Blogs, Foren und Firmen sind, die (falsche) Gerüchte in die Welt setzen – sei es aus Unwissen oder Interesse an bestimmten Entwicklungen. Seit ein paar Tagen geht so ein Fall mal wieder durch Blogs und Medien:

NTT Europe, ein euroweiter Anbieter von Hostinglösungen, hat untersuchen lassen, in wieweit lokales Hosting Einfluss auf das Google-Ranking hat. Das Experiment bestand darin, dass man 25 Suchbegriffe durch Benutzer aus dem jeweiligen Land bei Google hat eingeben lassen. Einmal wurde die Google-Standardsuche gewählt, einmal die Auswahl „Seiten aus Deutschland“. Bei den ersten fünf Treffern wurde dann nachgesehen, in welchem Land die Seiten gehostet werden. Der geneigte Leser mag es bereits ahnen, das Ergebnis war, dass Google bei der Suche nach „Seiten aus Deutschland“ in der Regel Seiten findet, die in Deutschland liegen. Da diese Aussage, selbst wenn in wolkige Werbesprache verpackt, doch nicht so überraschend ist, musste man sich noch etwas einfallen lassen und ist auf die Aussage von Hitwise gestoßen, dass zwischen 14 und 30 Prozent der Googlenutzer dieses „Seiten aus LandXY“-Feature ab und an mal nutzen. Und fertig war die Feststellung, dass man bis zu 30 Prozent des Traffics verlieren könne, wenn kein Hosting im jeweiligen Zielland genutzt werde. Als würden die unzulässigen Verallgemeinerungen und Logiksprünge nicht schon ausreichen, hat NTT Europe für die Überschrift der Pressemitteilung die Geschichte einfach mal umgedreht sowie weiter verallgemeinert und behauptet: „NTT Europe Online: Lokales Hosting verbessert Google-Ranking um 30 Prozent“.

Diese Aussage steht so jetzt erstmal im Raum. Die Arbeit, die genaue Vorgehensweise sowie Überlegungen, die zu dieser Aussage führten zu hinterfragen, macht sich in der Regel niemand. So kommt es, dass zahlreiche Blogs die Pressemittelung unreflektiert online stellen und damit dafür sorgen, dass der Unsinn langsam ins „SEO-Allgemeinwissen“ einfließt. Etwas erstaunt war ich dann heute Morgen, als ich gesehen habe, dass und wie sich das Handelsblatt dem Thema annimmt. Weiter verkürzt und verallgemeinert muss ich da unter der Überschrift „Serverstandort bestimmt Google-Ranking“ lesen, dass „die Relevanz einer Webseite bei Google […] durch den so genannten Page-Rank bestimmt“ werde und eine lokale Länderdomain „nachweislich eine positive Auswirkung auf die Resultate der Suche in Google“ habe. Was für ein ausgemachter Unsinn! Da werden weite Teile eine Pressemeldung 1:1 durch einen Journalisten übernommen, Ungenauigkeiten sowie Unwahrheiten verstärkt und hinzugefügt und das ganze zu einem Text verquirlt, der dem Anspruch einer seriösen Wirtschaftszeitung nicht gerecht werden kann.

Nicht, dass ich falsch verstanden werde: ich freue mich über jeden Beitrag, der sich Gedanken zu Funktionsweisen und Mechanismen bei Google macht. Tests und Analysen sind die Grundlage einer soliden SEO-Arbeit. Aber in einer Branche, in der soviel Unsicherheit herrscht, sind Behauptungen, wie sie von NTT Europe aufgestellt wurden, extrem kontraproduktiv. Ich wünsche mir von Bloggern und Forenschreibern, dass solche Aussagen etwas intensiver hinterfragt werden – von Journalisten erwarte ich das einfach.

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Kommentare
Hanta   
12. Dezember 2008, 12:52

Jorunalisten sind auch nur Menschen, die auf den SEO Hype aufspringen. Im übrigen bin ich, was das SEo wissen angeht genau Deiner Meinung. In meinen eigenen kleinen Versuchen jeden Tag was dazuzulernen, kann ich nicht alles verifizieren, also versuche ich allgemeine Kompetenzen herauszufiltern, denen ich leichter glaube als anderen. Rate mal wer dazugehört. Wie gut mein System ist, wird sich dann herausstellen. Allerdings sollte mittlerweile jeder kapiert haben dass die Blogosphäre eine Kommentar-Kommunikation ist und keine Wissenschaftliche-Enzyklopädie. Das Wissen ergibt sicher höchstens aus der Intelligenz der Massen

Der Punkt der für dieses im Netz befindliche Halbwissen sorgt ist, dass neue SEO-Erkenntnisse eben momentan die größten Traffic-Magneten sind.

Ich freue mich jeden Tag auf ein bißchen SEO-Soap in der Blogosphäre, freu mich dass man mit einigen schön feiern kann (seofm.com/seriesofpoker/teilnehmer.html) und begebe mich dann wieder in meine Welt, wohlwissen, dass ich nicht so viel weiss wie ich gerne möchte und nicht so viel kann wie ich mal können will.

In Demut
Schönes Wochenende.

boeserseo   
12. Dezember 2008, 13:26

Aus Spass hatte ich vor nicht allzulanger Zeit mal so eine ähnliche „Studie“ gemacht. Im Endeffekt ist es aber alles Blödsinn…

Ich hoste meine Projekte demnächst auf Honolulu, und ich wette das Google mich genauso positionieren würde, als wenn ich mein Hosting in Berlin hätte.

Der Link zu meinem Artikel: http://boeser-seo.blog.de/2008/05/22/wo-spielt-sich-der-google-index-ab-4208699

david   
12. Dezember 2008, 12:39

Interessant finde ich die Frage: Wie definiert Google den Serverstandort? Bei der RIPE kann für das Subnetz im Country-Feld DE angegeben werden – wenn Google also den RIPE-Eintrag beachtet, würde danach die Webseite in Deutschland liegen.

Zuverlässiger ist es aber, wenn Google konkret einteilen würde, welche Netzblöcke an deutsche RIPE-Mitglieder vergeben wurden. Damit wäre der Country-Eintrag hinfällig.

Gibt es dazu schon genauere Untersuchungen?

tameco   
12. Dezember 2008, 13:50

Johannes, danke für deinen Artikel. Du hast vollkommen recht und deine Befürchtungen, dass solcher Unsinn ins SEO-Allgemeinwissen einsickert, sind berechtigt. Jeder, der selbst eine Website betreibt, wird wissen, dass der reine Standort von Server und/oder Hoster kein Ranking-Kriterium ist (und auch nicht sein kann). Höchstens die Ladegeschwindigkeit einer Website (die durch den Standort des Servers beeinflusst werden kann) ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein Ranking-Kriterium. Was NTT Europa angeht, kann man sie nur beglückwünschen, dass so wenig Leute wirklich Ahnung von SEO haben. Das Handelsblatt disqualifiziert sich mit solchen Berichten allerding in der Tat. Traurig, dass Journalisten bei einem solch speziellen Thema nicht tiefer in die Materie eindringen. Sofern dies aus Zeitmangel geschieht, würde ich empfehlen, solche Stories einfach komplett wegzulassen.

Christian   
12. Dezember 2008, 12:56

Komischer Laden, wenn ich das jetzt richtig gecheckt haben brauchen die für ihre eigene Seite kein SEO.
Die Deutsche, Spanische & Englische Seite wirdauf einem Server in Frankreich gehostet und die Französische in Deutschland 😀

Bfri   
12. Dezember 2008, 13:09

Sieht mir nach dem typischen Stille-Post-Prinzip aus. Am Ende kommt dann etwas raus wie: NTT Hosting beinflusst das Google Ranking. 😉

Es ist halt immer die Frage, wie schnell wird etwas weiter gegeben, ohne es noch einmal zu überdenken. Erinnert mich so ein bisschen an den Fall, vor ein paar Monaten, wo ein Journalist eine mehrere Jahre alte Meldung auf Google News entdeckt hatte und ohne große Datumsprüfung weiter geleitet hatte: Plötzlich war United laut Medien bankrott. So schnell ganz gehen.

Nerd in Skirt   
12. Dezember 2008, 14:09

Die fabelhafte Welt der Mundpropaganda!

Gerade eben habe ich einen wunderschönen Artikel bei Sistrix zum Thema „Stille Post oder viel Spaß mit Copy & Paste“ über das unreflektierte Übernehmen beschönigender Pressemitteilungen durch Blogger gelesen und würde ihn am liebsten einfach hierher kopieren!

loptr   
12. Dezember 2008, 15:30

Die Frage, welche der Artikel aufwirft ist, inwiefern es die wirkliche SEO Gemeinde stören kann. Findet man es einerseits gut, dass andere SEOs, welche noch nicht so viel Erfahrung haben, jetzt sich auch größtenteils auf andere Sachen konzentrieren (hier „Suche in Land XY“), ist es andererseits problematisch im Umgang mit dem Kunden.
Dieser hat -wahrscheinlich- auch von diesen Halbwahrheiten gehört und bemüht jetzt seinen SEO mit genau diesen Fragen. Wir alle wissen, wie kompliziert es sein kann, den Kunden von Gegenteilen zu überzeugen. Mal abgesehen von der Zeit, welche man dafür opfern muss. Kunden, welche von unseriösen Firmen kontaktiert werden und hoffen, auf diese Art etwas vom Kuchen ab zubekommen sind dann wieder umso mehr verärgert wenn sie feststellen, dass die länderspezifische Optimierung nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Den Firmen kann es ja egal sein.
Bsp: „Wir bringen Sie unter die TOP 10 bei Suchanfragen in Deutschland und so erhalten Sie 30% mehr Besucher als jetzt.“
Völlig klar, dass sowas lukrativ ist, zumal es von einem Artikel des Handelsblatt (wobei ich bisher eigentlich eine sehr gute Meinung über diese Zeitschrift hatte) unterstützt wird.
Aber wieder mehr Kunden verärgert, wenn wenn der Erfolg ausbleibt.

Uwe   
12. Dezember 2008, 15:49

Über so einen Schmarn denke ich noch nicht mal 5 Minuten nach! Und diejenigen die sowas glauben sollen es ruhig, ist ja weder ein Vorteil oder Nachteil für mich. Aber jeder ein wenig „denkende“ SEO muss zum Ergebnis kommen, dass es nicht stimmen kann.
Schönen 3. Advent noch!

MarkusK   
12. Dezember 2008, 16:42

Ich kann die fehlende Korrelation von lokalem Hosting und Ranking nur unterstützen: Ich habe für ein Projekt in UK einmal eine Marktuntersuchung machen lassen. Im Preisvergleich und Produktsuchthema bei google.co.uk waren außerordentlich viele Domains, die nicht in UK gehostet haben. Das liegt auch daran, dass es in UK kaum große gute Hoster gibt, und ein großer wurde von der deutschen UnitedInternet-Gruppe aufgekauft und gilt technisch gesehen als deutscher Hoster. Ich würde demnach sagen, dass ein lokales Hosting das i-Tüpfelchen des SEO ist, in der elitären Gruppe des Page-Rank-Sculpting und der Keyword-Proximity, also ein Thema für hochliebevolles detailliertes SEO, aber mitnichten MainStream oder Basisentscheidung.

Gruß Markus

marcus   
12. Dezember 2008, 17:57

MarkusK…

Keine Macht den Drogen!!!

Luchsus   
12. Dezember 2008, 18:17

Schöner Artikel! Ich bin auch auf den „Report Summary“ von NTT Europe Online gestoßen – daraus kann man überhaupt nichts herauslesen, vor allem weil man nicht weiß, wie sie die Daten ausgewertet haben. Insofern weiß man auch nicht, ob es zum Beispiel zufällige Korrelationen waren o.ä. Dann noch Zahlen von irgendwo anders her dazu zu schmeißen, ist völlig unseriös. Es wundert mich immer wieder, wie schnell die Leute drauf aufspringen, ohne das zu durchdenken.

Ich hab vor einiger Zeit eine ähnliche Studie gelesen, die zum Fazit kam, dass Websites, die in Deutschland gehostet werden, in den .de-Serps besser gelistet würden. Man kann es ja auch so sehen: Jemand, der in Deutschland lebt, erstellt mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Website mit einer Zielgruppe in Deutschland, und zugleich wählt er mit höherer Wahrscheinlichkeit seinen Hoster in Deutschland. Daraus kann man aber nicht ablesen, dass das lokale Hosting ein Rankingfaktor ist.

Will nicht mal jemand einen „Grundkurs Statistik für SEOs“ schreiben?

Seodeluxe   
12. Dezember 2008, 19:01

Hm, ich gebe zu den Artikel weitgehend ungeprüft übernommen zu haben. Asche auf mein Haupt, ich habe den Artikel entfernt. Wäre nett wenn Du den Link auch entfernen könntest.
Beste Grüße
Marcell

bennos   
12. Dezember 2008, 19:39

Das mittlerweile jeder Schwachsinn geglaubt wird, wird mir jeden Tag immer wieder vor Augen geführt.

Dem Journalisten kann man keinen Vorwurf machen. Wie lange habt ihr gebraucht um euch in das Theman SEO zu finden? Ein Journalist der nur begrenzte Zeit hat, kann sich in ein solches Fachthema gar nicht einlesen.

Das lokales Hosting (Domain, IP, Serverstandort) ein Rankingkriterium sein soll, scheint in dem Allgemeinwissen aber schon länger aufgenommen worden zu sein. Im Abbakus Forum habe ich einige Disskussionen diesbezüglich geführt. Ich habe noch nie einen Sinn in einem solchen Kriterium gesehen.

Aber mir ist es Recht. Sollen sich die Hobby Seo’s und alle anderen mit ihren unwahrscheinlichen Hypothesen beschäftigen, das kann erfolgreichen SEO’s nur Recht sein. Sichert es doch das Einkommen.

Ingolf   
12. Dezember 2008, 20:51

Auch heute wieder haben zahlreiche Blogs diese Sau gläubig durchs Dorf getrieben. Warum geben diese Leute nicht einfach mal „Kredit“ bei Google ein?

Fusion   
12. Dezember 2008, 22:37

Wie immer im SEO-Bereich: viele Spekulationen 😉 Und wer BEWEIST jetzt das die NTT-Studie Fakt/Unsinn ist? Ich meine, der Google-Algo besteht vermutlich aus mehreren Dutzend Faktoren, warum sollte da ausgerechnet der Serverstandort unberücksichtigt bleiben?

Johannes   
12. Dezember 2008, 23:19

Fusion, niemand. Genausowenig, wie die NTT-Studie BEWEIST, dass ein Server im jeweiligen Land das Ranking um 30% verbessert. Allerdings habe ich auch nie die Behauptung aufgestellt, der Serverstandort bliebe unberücksichtigt. Wenn man allerdings überlegt, dass Wikipedia in den Niederlanden, Amazon in Irland, Ebay in den USA, http://www.google.de derzeit in UK und Yahoo offenbar in der Schweiz gehostet werden, kann der mögliche negative Effekt nicht so arg sein – besonders, seit man das Land in den Webmastertools einstellen kann.

so   
13. Dezember 2008, 12:13

Also zum Einen ist es natürlich für die erwähnte Frankfurter Agentur sehr angenehm, wenn die „Untersuchungen“ auf ein so großen Zuspruch stoßen. Da werden wohl einige Kunden bei den „SEO-Profis“ anfragen. Das erstaunliche für mich war allerdings, dass ein Fachblatt wie das Handelsblatt so einen Schwachsinn noch aufnimmt und sogar als Wahrheit weitergibt. Ich möchte gar nicht darüber denken, wenn einige „News“ des Blattes einen derartigen Wahrheitsgehalt haben…
Da fällt mir spontan der Begriff bezahlte Artikel ein…

chrheu   
13. Dezember 2008, 12:29

Ich kann die Kritik an dem Bericht nicht ganz nachvollziehen. Natürlich ist die Aussage sehr reißerisch und teils unvollständig dargestellt, aber im Prinzip ist es richtig, dass bspw. Wikipedia (laut RIPE in NL angesiedelt) bei der Suche nach „Computer“ und „Seiten aus Deutschland“ nicht rankt. Dadurch geht also ein gewisser Teil, möglicherweise vernachlässigender Teil des Traffics flöten.

Warum wird der Bericht also zerrissen? Kaum sagt Johannes, dass es Schwachsinn ist, springen alle auf den Zug drauf und bekennen sich ebenso dazu. Aha.

Johannes   
13. Dezember 2008, 12:41

chrheu, das Problem ist, dass aus der Aussage „bei der Suche nach -Seiten aus Deutschland- werden in der Regel Seiten gefunden, die auch in Deutschland gehostet werden“ über viele Umwege die Aussage wird „Serverstandort bestimmt Google-Ranking“. Das ist schlicht falsch und ich wollte den Weg, den solche Fehlinformationen gehen, mal aufzeigen.

Geo   
13. Dezember 2008, 14:06

>> Ich möchte gar nicht darüber denken, wenn einige „News“ des Blattes einen derartigen Wahrheitsgehalt haben…
Da fällt mir spontan der Begriff bezahlte Artikel ein…

In welchem Land lebt Ihr? Dilettantische Zeitungs- und Medienberichte sind an der Tagesordnung. Und das nicht, wie man in diesem Fall vielleicht unterstellen könnte, aus fehlendem Fachwissen etc.
Ist mir dann doch noch lieber, als lobbyistische Fehlinformation bzw. das zurückhalten von Detailinformationen um ganze Branchen zu „schützen“…
einzelne Bürger sind dabei irrelevant.
Beim obigen Beispiel kommt wenigsten niemand zu Schaden, hoffe ich 😉

bennos   
13. Dezember 2008, 14:07

chrheu, Johannes hat nur den Weg der Fehlinfos mal aufgezeigt und wie sowas dann zu der Ehre kommt in der FAZ zu stehen.
Zu dem Thema findest du in jedem SEO Forum mehrere Threads und da wird hefigst gestritten über die Auswirkungen. Es ist nicht nur, weil Johannes jetzt mal was dazu geschrieben hat. Fakt ist, das eine noch das andere ist belegbar.

Fusion   
13. Dezember 2008, 14:26

@ chrheu: Verstehe ich auch irgendwie nicht. Die Studie wird als Falsch bzw. „Unsinn“ hingestellt (zumind. in einigen Kommentaren) ohne einen Gegenbeweis zu liefern. Spannend 😉 Das soll nicht heißen, daß man dem NTT-Bericht blind glauben sollte. Dennoch sehe ich persönlich keinen Grund, warum der Serverstandort nicht in den aus x Faktoren bestehenden Google-Algo einfließen sollte. Hat hier jmd. den 16-seitigen NTT-Bericht geliefert? Viell. findet man dort ja ausführliche Informationen…

so   
13. Dezember 2008, 23:58

Zum einen ist die Information „Sie verschenken 30% an Besuchern“ absoluter Schwachsinn. Wieviele Menschen kennt ihr denn, die die Suche „Seiten aus Deutschland“ nutzen? Wenn man schon so argumentiert, sollte man auch aufzeigen wann man die Besucher verliert. Außerdem weiß doch jeder SEOler, der ein wenig Ahnung hat, dass das Land aus dem gehostet wird nicht DER Faktor ist, auf den es ankommt. Der Normalo-User sieht die 30% und bekommt vermutlich Panik und genau das ist doch die Absicht des Artikels.

Peter   
14. Dezember 2008, 10:28

Hmm, wenn man annehmen würde, daß 30% der deutschen „Googler“ die Funktion „Seiten aus Deutschland“ nutzen würde, dann haben Sie ja doch irgendwie recht, oder? Diese Besucher kann man nicht erreichen, wenn der Server in den USA steht, weil die Seite (=Server) nunmal nicht aus DE ist und damit nicht in den SERPs auftaucht.

Soweit finde ich das logisch.

Johannes   
14. Dezember 2008, 11:30

Peter, soweit ja wenn man davon absieht, dass Google seit einiger Zeit in den Webmastertools die Möglichkeit bietet, eben dieses einzustellen und ich dieser 30%-Zahl nicht so recht glauben mag. Abgesehen davon ging es mir bei dem Posting darum zu zeigen, wie im Kern nicht falsche (allerdings doch recht triviale) Aussagen wie eben jede über mehrere Stationen zu „nur wer lokale hostet, hat 30% mehr Besucher“ und „nachweislich positive Auswirkung auf Ranking“ werden.

chrheu   
14. Dezember 2008, 13:59

OK, ich ziehe meine Meinung zurück. Durch die Einstellung des geographischen Ziels in den Webmaster-Tools taucht die entsprechende Domain bei allen drei Suchoptionen auf.

Daher ist der Bericht wirklich Tinnef.

Rainer   
15. Dezember 2008, 15:24

Vor knapp 2 Jahren habe ich mal folgenden Test gemacht: 2 DE und 2 COM-Domains neu registriert (identische WhoIs-Daten). Je 1 DE und COM-Domain lagen auf einem amerikanischen Server, die andere DE und COM-Domain auf einem Server in Berlin.

Alle 4 Domains bestanden aus je 1 statischen Seite. Darin war stets ein bestimmtes Nonsens-Keyword, der Rest der gleichlangen Seiten war Blindtext.

Bei der Suche aus DE nach dem Keyword war das Ranking: DE(Berlin), COM(Berlin), DE(USA), COM(USA)

Bei der Suche über einen US-Proxy nach dem Keyword war das Ranking: COM(USA), DE(USA), COM(Berlin), DE(Berlin)

Habe die Domains nicht mehr, sonst hätte ich die Links hier mit gepostet. Wäre aber sicher interessant, das mal zu wiederholen.

Meine Meinung: Der Server-Standort ist ein Ranking-Kriterium, aber ein ganz unwichtiges. Wer also vergisst, das Keyword in den Title zu schreiben, dem nützt der „richtige“ Hoster auch nichts.

e-commerce-blogger   
17. Dezember 2008, 09:31

Ich muss zugeben, dass ich solche Meldungen auch allzu oft leichfertig „schlucke“ ohne diese weiter zu Hinterfragen. Dieser Beitrag hat mich in dieser Richtung zum Nachdenken bewegt – sehr gut.

Es ist natürlich auch so, dass man bei der Informationsflut irgendwann einmal damit aufhört, alles und jeden zu hinterfragen, weil man das gar nicht mehr packt und damit öffnet man dann leider Tür und Tor für reißerische Berichte.

Nachdem ich nicht mehr Rauche, habe ich damit nun einen schönen, guten Vorsatzs fürs neue Jahr!

Frohe Weihnacht und einen guten Rutsch wünscht

Knut

Petra   
19. Dezember 2008, 19:56

Als ich den Handelsblatt Artikel gelesen hatte, wollte ich auch etwas dazu schreiben doch das ist ja schon endlich mal fundiert geschehen.

Meine Website beweist genau das Gegenteil was die sogenannte Studie behauptet.
Das Hosting ist bei mir im Ausland (Schweiz ist recht teuer)und meine Website steht seit Monaten unter verschiedenen Suchbegriffen ganz oben.

Ich stelle immer wieder fest, dass umprogrammierte Kundenwebseiten die vorher nicht sichtbar waren plötzlich besser gerankt werden und dann noch eine gute SEO und schon stehen die Websites gut dar.

Beim Hosting sollte viel mehr auf die Seriösität der Firma geachtet werden.
Schöne Weihnachten Euch allen
Petra

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