Googles EU-Vergleichsbox: Der häufigste Anbieter ist Google selbst

Seit dem 8. September zeigt Google in der EU statt der bisherigen Produkt-Karussells eine Box mit Vergleichsportalen. Wir haben über 10 Millionen Suchergebnisse aus sieben Ländern ausgewertet. Der Anbieter, der darin am häufigsten zu sehen ist und am häufigsten ganz oben steht, heißt Google.

Wie es zur Vergleichsbox kam

Die EU-Kommission hat am 23. Juli 2026 eine Strafe von 460 Mio. Euro gegen Google verhängt, weil Google eigene Dienste in der Suche bevorzugt hat (EU-Kommission). Am 8. September hat Google die Suche im Europäischen Wirtschaftsraum umgebaut. Bei Produktsuchen steht seitdem die Box „Vergleichsportale“ an der Stelle der bisherigen Produkt-Karussells.

Box „Vergleichsportale“ mit aufgeklapptem Google Shopping mit Gravelbikes, darunter Shoparize und shopping.de

In der Box stehen Preisvergleiche und Shopping-Dienste. Bis zu drei sind direkt sichtbar, der oberste ist mit Produkten und Preisen aufgeklappt, die übrigen liegen hinter „Weitere Produkte“. Einer dieser Anbieter heißt „Google“ und führt zu google.com/shopping. Die Überschrift der Box lautet mal „Vergleichsportale“, mal trägt sie den Namen der Produktkategorie, etwa „Handys & Smartphones“.

Wie oft die Box erscheint

Die Box gibt es nur im Europäischen Wirtschaftsraum. In Großbritannien, der Schweiz und den USA taucht sie in unseren Daten kein einziges Mal auf.

In Deutschland steht sie in 5,9 % aller Suchergebnisse, in den anderen Ländern zwischen 3,1 % (Schweden) und 6,6 % (Niederlande). Ob sie erscheint, hängt in Deutschland an der Suchabsicht: Bei Suchen mit Kaufabsicht steht sie in 19,2 % der Suchergebnisse, bei Informationssuchen in 1,0 %. Das Suchvolumen spielt dagegen keine Rolle, vom Nischen-Keyword bis zum Begriff mit über 10.000 Suchen im Monat liegt der Anteil zwischen 5,1 und 6,0 %.

Wenn die Box erscheint, steht sie weit oben: im Median als viertes Element der Ergebnisseite, in knapp der Hälfte der Fälle unter den ersten drei.

Deutschland: 51 Anbieter, Google vorn

Balkendiagramm: Anbieter in der deutschen Vergleichsbox, Google Shopping in 17,5 % auf Platz 1

51 verschiedene Anbieter tauchen in den deutschen Boxen auf. Google Shopping liegt bei allen drei Kennzahlen vorn:

  • Platz 1, aufgeklappt mit Produkten und Preisen: Google Shopping in 17,5 % der Boxen, Testberichte.de in 10,2 %, CodeCheck in 9,8 %, idealo in 5,6 %
  • Unter den ersten drei: Google Shopping in 47,5 %, Testberichte.de in 30,5 %, CodeCheck in 29,3 %, idealo in 15,7 %, billiger.de in 11,9 %, Geizhals in 7,2 %
  • Irgendwo in der Box: Google Shopping in 79,7 %

Wer unter den ersten drei steht, landet in rund einem Drittel der Fälle ganz oben, bei Google Shopping genauso wie bei Testberichte.de oder idealo. Für Platz 1 entscheidet also vor allem, wie oft ein Anbieter überhaupt unter die ersten drei kommt.

Europa: Überall steht Google Shopping vorn

Balkendiagramm: Google Shopping steht in allen sieben Ländern am häufigsten auf Platz 1

In den anderen Ländern ist der Abstand noch größer. In Schweden steht Google Shopping in 37,8 % der Boxen auf Platz 1 und in 88,9 % unter den ersten drei, in Italien in 32,2 und 79,0 %, in Spanien in 31,4 und 78,6 %.

Direkt hinter Google steht in Frankreich, Spanien, Italien und den Niederlanden kein nationaler Preisvergleich, sondern Shoparize oder Bigshopper. Beide kennen Händler bisher vor allem als CSS-Partner, über die sie Google-Shopping-Anzeigen schalten. idealo steht in Italien in 25,8 % der Boxen unter den ersten drei, in Frankreich in 20,6 %, in Spanien in 18,6 %.

Datenbasis

Ausgewertet haben wir alle Smartphone-Suchergebnisse aus dem SISTRIX-Keyword-Bestand, die zwischen dem 7. und 14. Oktober 2026 neu erhoben wurden: 10,8 Mio. Suchergebnisse aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Polen, den Niederlanden und Schweden. Platz 1 ist der oberste Anbieter, aufgeklappt mit Produkten und Preisen. Platz 1 bis 3 sind die Anbieter, die ohne Klick auf „Weitere Produkte“ zu sehen sind. In allen Boxen, die wir darauf geprüft haben, war genau ein Anbieter aufgeklappt, immer der oberste.

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