Google lässt Linkverkäufer und -Käufer melden

Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Wie vor einigen Tagen von Cutts schon indirekt angekündigt wurde, gibt es in den Google-Webmaster-Tools neben dem „klassischen“ Spamreport nun auch eine Möglichkeit, Seiten zu melden, die Links verkaufen. Das Ganze ist mit viel pathetischem Text umrahmt, wird aber vermutlich trotzdem recht schnell eine große Zahl an Meldungen zusammenbringen. Interessant in dem Zusammenhang ist, dass sowohl Verkäufer als auch Käufer (!) genannt werden sollen. Sollte Google nach dem monatelangen Säbelrasseln jetzt irgendwann mal dazu übergehen, wirklich einzugreifen, so stellt sich ja die Frage, ob Verkäufer, Käufer oder beide Seiten des Deals Schaden davon tragen. Bislang war es so, dass nur die verlinkende Seite bestraft wurde, da andernfalls die Möglichkeit bestünde, missliebiger Konkurrenz zu schaden, in dem man Links für sie kauft.

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Kommentare
Avatar Malte   
13. Juni 2007, 13:21

Und die deutsche Petz- und Neid-Kultur wird uns ganz sicher zu dem Land mit den meisten Linkkaufpetzen machen.

Avatar Johannes   
13. Juni 2007, 13:24

Denke auch, dass das Formular in Deutschland sehr gut angenommen wird. Ich hatte ja mal die Herkunft der Beschwerden, die Google via ChillingEffects.org veröffentlich, ausgewertet. Das Ergebnis spricht für sich 🙂

Avatar Karl   
13. Juni 2007, 15:23

In Deutschland gibt es auch mehr aktive Webmaster und Domains – also müsste man ein Verhältnis bilden.

Die angeblich typische deutsche Petz- und Neid-Kultur zeigt sich dann eher dadurch, dass sie von euch herbeigebetet wird. Aber jedem das seine.

Avatar Johannes   
13. Juni 2007, 15:25

Es gibt in Deutschland nicht 4-5x soviele Seiten und Webmaster wie in UK.

Avatar Christian Schmidt   
13. Juni 2007, 21:21

Habs vorhin auch durch Zufall in den Tools gesehen. Jetzt kann man endlich lästige Konkurenten verpetzen.

Avatar Daniel   
14. Juni 2007, 00:17

Weiß nicht, ob das so sinnvoll von Google ist, denn wie du ja selbst schon mal geschrieben hast, dürfte Google doch sehr wohl in der Lage sein, große Linkverkäufer zu erkennen, ganz zu Schweigen von vielen Webseiten, wo die Links auch noch extra als „Sponsored Links“ oder „Anzeigen“ gekennzeichnet sind.

Jetzt bekommen sie über das Formular vielleicht ein paar weitere Seiten gemeldet, die sie abstrafen können, aber die Verkäufer und Käufer werden andere Wege finden und die Linkvermietung nur noch heimlicher machen, so dass es für Google und für Außenstehende nicht mehr nachvollziehbar ist.

Da wäre es doch sinnvoller, Käufer und Verkäufer im Glauben zu lassen, dass die Links was bringen…

Avatar Johannes   
14. Juni 2007, 09:46

Ich denke, dass Google generell schon das Ziel hat, diese Sache durch einen algorithmischen Ansatz zu lösen. Um die Wirksamkeit dieses Algorithmus zu testen, benutzen sie vermutlich diese Reports, ganz ähnlich wie bei den Spamreports.

Avatar Calvados   
14. Juni 2007, 15:53

…mit anderen Worten:
Wenn ich eine Seite mit hohem PR habe, dürfte dieser PR lie längste Zeit „hoch“ gewesen sein – wenn ich Links von meiner seite zu anderen Seiten verkaufe ?

Nett 😉

Avatar Johannes   
14. Juni 2007, 16:42

Es bleibt abzuwarten, welche Sanktionen Google gegen Käufer und Verkäufer anwenden wird. Ich halt es für wahrscheinlicher, dass die Seite einfach keinen PageRank oder sonstige „Power“ weitervererbt.

Avatar Pit   
16. Juni 2007, 11:34

Das ist wie auch die Spamreports ein echter Scheiß von Google und deren Glaubwüdigkeit.

Die schaffen nicht ihre Resultate sauber zu machen und darum animieren die die Neider kostenlose Spitzel zu spielen!

Petzen und Neider gibt es genug.

Das Problem dabei ist auch noch, dass Google so wieder einmal mehr manuell in den Index eingreift und die wieder bestraft, die denen gemeldet werden.

Die, die denen nicht gemeldet werden, die bleiben nach wie vor drin.

Darum ist diese Vorgehensweise ungerecht und verlogen von Google zugleich!

Jetzt nur nicht meinen, dass mich Google damit besonders betraft, ich habe noch nie Links gekauft, oder auch nie welche verkauft. Aber es fängt immer klein an und irgendwann haben die ihre Finger überall drin und bestimmen wie in einer Diktatur manuell und nicht über ein Programm, auf das man optimieren kann, was ja jetzt schon mit der Art Monopostellung ist, welche Seiten drin bleiben dürfen und welche nicht.

Das mit Google und deren manuellem Eingrefen und dem Animieren andere zu Verpetzen STINKT zum HIMMEL!

Avatar Jens Schulze   
17. Juni 2007, 15:09

Dann werden wohl eher die Linkkaufbörsen wie LinkLift baden gehen. Wenn ich jedoch ein Link direkt kaufe, wird wohl kaum einer mitbekommen aus dem Seitenbesitzer und mir. Ich glaube nicht das Google manuell bearbeitet. Man könnte das ganze mal testen wie soch ein verpetzer auswirkt, indem man es ganz offensichtlich macht und seine eigene Seite verpetzt. Dann einfach abwarten wie sich das auf das Ranking auswirkt 😉

Cheers Jens.

Avatar Frank Hohenleitner   
3. November 2007, 11:12

Das Verpetzen ist moralisch äußerst fragwürdig. Was aber entschieden zu weit geht ist meines Erachtens die Möglichkeit Konkurrenzseiten durch Linkkauf & Meldung zu schädigen. Das passt dann doch nicht zu Googles Motto „Don’t be evil“…

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