Google verändert Behandlung von Stopworten

Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Eine Anpassung, die Google schon vor ein paar Tagen vorgenommen hat, zu der ich allerdings erst selber ein paar Versuche machen wollte, bevor ich etwas dazu schreibe, ist die Art und Weise, wie Google Stopworte behandelt. Diese sogenannten Stopworte sind Füllworte wie „und, in, oder, auf“. In der Regel tragen diese nicht dazu bei, dass der Inhalt einer Seite besser klassifiziert und gefunden werden kann – Suchmaschinen sind also schon recht früh dazu übergegangen, diese Worte nicht zu indexieren um so mehr Platz für richtigen Content im Index zu haben.

Kam bei der Verwendung von Stopworten in der Googlesuche früher noch regelmäßig der Hinweis, dass das gesuchte Stopwort ein gebräuchliches Wort sei und in der Suche nicht miteinbezogen werde, ist dies seit einigen Tagen nicht mehr der Fall. Dass Stopworte offensichtlich auch in das Ranking einfließen, kann man an den Suchen nach „Suchmaschinenoptimierung Bonn“ und „Suchmaschinenoptimierung in Bonn“ sehen. Während der erste Platz selbstverständlich korrekt belegt ist, ist bei der Suche mit Stopwort auf Platz zwei eine Seite zu finden, die dieses ebenfalls im Title hat.

Welche Konsequenzen hat das nun? Zum einen müssen zukünftig eine deutlich größere Anzahl von Keywordkombinationen – gerade im Longtail – abgedeckt werden. War es früher noch ausreichend, nur auf die Keywords ohne Stopworte zu optimieren, ist dies nun nicht mehr der Fall. Allerdings ergibt dies derzeit noch einige interessante und durchaus profitable Nischen bei Keywords, die ansonsten sehr stark umkämpft sind …

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Kommentare
Avatar Markus   
21. Januar 2008, 16:45

Mmh, da werden sich die ganzen Textbroker Aufträge auch mal ändern. Bis jetzt sieht man da ja noch eher: „benutze die Keyword Kombi unverändert x mal“. Fand ich schon immer unnatürlich und die dabei entstehenden Texte sind auch nicht die Besten.

Seh ich das richtig, dass dies auch der Grund für die Schwankungen der letzten Tage ist?

Johannes   
21. Januar 2008, 16:52

Markus, die Schwankungen der letzten Tage sehen mir eher nach „richtigen“ Veränderungen im Index aus, hat soweit ich das sehe nichts mit der Veränderung der Behandlung von Stopworten zu tun. Bei den 1000 Keywords, die ich zur Berechnung der Änderungsrate überwache sind auch gar keine dabei, in denen diese Stopwords vorkommen.

Avatar Gerhard Zirkel   
21. Januar 2008, 18:04

Tja, da wird so mancher Zeitgenosse nicht umhin können, zukünftig ganze Sätze zu formulieren. Auch auf die Gefahr hin, dass der User dann merkt was er teilweise für einen Schrott liest 🙂

Gerhard Zirkel

Avatar Olaf   
21. Januar 2008, 18:08

Also ob sich da bei Google bei der Behandlung der SERPS tatsächlich was diesbezüglich getan hat, muss sich erst noch herausstellen. Es macht jedoch Sinn (aus dem Nähkästchen plauder…), die SERPS mindestens zweistufig zu bewerten. Erstmal werden die SERPS per UND-Verknüpfung ohne Stoppworte aus dem Index gezogen und in einem zweiten Schritt werden solche Ergebnisse, die die Suchbegriffe im Volltext haben nochmals höher gewertet. Das sorgt für eine verbesserte Relevanz, kann man aber durch einfaches Weglassen des Stoppwortes nicht erkennen…

Avatar Loewenherz   
21. Januar 2008, 21:44

Hi Johannes,
die unterschiedliche Behandlung von Ergebnissen mit oder ohne Stoppworte ist mir vor einigen Wochen erstmals aufgefallen. Ich dachte, etwas verschlafen zu haben, aber wie ich sehe, handelt es sich tatsächlich um ein neueres Vorgehen.

Avatar Wini   
21. Januar 2008, 23:46

Also so irgendwie ist das doch ein alter Hut…

Stoppworte hin oder her – die SERPS sahen schon vor 2 Jahren, als ich auf „Wohnung in Heidelberg“ optimiert habe anders aus als bei „Wohnung Heidelberg“ (wohlgemerkt nicht als Phrase sondern jeweils als einfache Keyword-Kombo). Zwar war der Unterschied schon immer nur graduell, aber er war auf jeden Fall vorhanden.

Avatar Daniel   
22. Januar 2008, 10:08

@Wini

Genauso kenne ich das auch. Auch ich habe örtlich auf Berlin
optimiert, da es uin unserem Bereich wenig Sinn hat überregional
gefunden zu werden, mit „in“ stehe ich auf Platz 5 – ohne „in“
auf der 1. Die serps sind definitiv schon seit Jahren unterschiedlich.

Avatar David   
31. Januar 2008, 16:55

Ich muss Wini und Daniel zustimmen, was die unterschiedlichen SERPS angeht. Ähnliches beobachte ich ebenfalls schon seit Jahren. Das Fehlen des Stopworthinweises ist mir aber neu.

Avatar Janine   
18. November 2012, 06:49

That’s really sehrwd! Good to see the logic set out so well.

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