Wie Google mit Flash umgeht

Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.
11. Januar 2008 9 Kommentare

Flash und Google sind Gegensätze wie Wasser und Feuer. Suchmaschinen wie Google beschränken sich auf die Textsuche und können Flashdatein so eigentlich nicht lesen. Trotzdem gibt es seit langem Versuche, auch andere Dokumentenarten sinnvoll indexieren zu können. Für PDFs ist das bereits recht gut gelungen – natürlich auch, weil diese in den meisten Fällen hauptsächlich aus Textelementen bestehen und die Schnittstellen zum PDF-Format ausreichend dokumentiert sind. In den letzten Tagen sind einige Artikel zum Umgang von Google mit Flashdateien erschienen. Da dieses Thema ein „Dauerbrenner“ im SEO-Bereich ist, will ich den aktuellen Stand mal zusammenfassen.

Dass Google generell gewillt ist, auch Flashdateien in den Index aufzunehmen, zeigt sich daran, dass derzeit rund 23 Millionen davon gefunden werden können. Im April 2004 habe ich zur Einführung dieses Features in diesem Blog einen kurzen Hinweis dazu geschrieben, es funktioniert offenbar also schon recht lange. Wie schon erwähnt, ist der Googleindex nur Text gewöhnt. Man kann dort also nicht einfach Binärcode, wie ihn Flash generiert, reinwerfen. Dem üblichen Ablauf eines Crawlvorgangs muss also noch ein Filter zwischengeschaltet werden, der die gecrawlte Datei in normalen Text und somit in ein für Google verständliches Format wandelt.

Währung diese Umwandlung bei Google früher eine Eigenentwicklung vorgenommen hat, setzt Google jetzt, so hat es Cutts unlängst in einem Interview bestätigt, auf das frei verfügbare Entwicklerkit von Adobe für Suchmaschinen. Dort ist ein Programm mit dem treffenden Namen „swf2html“ enthalten, das die Konvertierung von Binär- in Textdaten vornimmt. Ich habe diese Umwandlungsroutine gerade mit einem Webfrontend versehen und online gestellt: Flash2Html. Damit kann man Flashdateien, noch bevor sie von online gestellt und von Google indexiert werden, daraufhin überprüfen, ob sie seinen eigenen Erwartungen und Vorstellung an die Suchmaschinentauglichkeit entsprechen.

11. Januar 2008, 10:04

Also ich fand das bislang ganz gut, das Tante G keine Flash-Dateien lesen konnte. So haben sich diese Dinger wenigstens in Grenzen gehalten.

Da wo sie sinnvoll sind, hab ich ja nichts dagegen einzuwenden. Aber wenn man auf eine Seite geht auf der nichts stillhalten kann und alles blitzt und blinkert, weil der Webmaster damit angeben will wie toll er Flash kann, dann nervt das.

Wenn google jetzt damit klarkommt, übertreiben es viele wieder.

Gerhard Zirkel

11. Januar 2008, 10:18

Erstmal danke für den Bericht, ich werde in den nächsten Tagen mal ein paar Tests machen.

@Gerald: sehe ich genauso. Eine dezente Einbindung von Flash ist OK, aber fast alle übertreiben „Ihre Kunst“.
Aber wenn man weiß was Usability ist und wie sie angewandt wird, dann werden die Besucher auch gerne wieder zu dir kommen als auf „BlinkiBlinkiFlashSeiten“ zu gehen.

11. Januar 2008, 12:55

Solange in Flash nur bunte Grafiken von links nach rechts zischen und irgendetwas mal toll aufblinkt, kann auch Google nichts damit anfangen.
Wer also schon unbedingt eine Flash-Startseite verwenden will, muss dann trotzdem mehr abgreifbare und verwertbare Informationen als ein pulsierendes „Bitte klicken Sie hier“ einbauen, damit Google etwas Relevantes crawlen kann.

13. Januar 2008, 16:18

Naja, manchmal werden ja schon tolle Sachen damit gemacht und das dann auch noch recht sinnvoll. Ich finde, die „schau mal, wie toll ich Flash kann“-Seiten nehmen doch wieder etwas ab. Und wenn das dann auch noch eher im Weg steht, kann es schon richtig nerven.
Aber glaubt ihr wirklich, dass das dann so einen großen Einfluß auf die Verwendung hat?

VersicherungsKredit
16. Januar 2008, 22:04

Die meisten die Flash benutzen interessiert Seo/ erreichbarkeit der Seite nicht.
Text alternativen sind ja nicht Hip.
Wer kein JavaScript oder Flash hat ist doch eh ein Bot oder soll Flash und Js Aktivieren.
Schließlich wollen die Besucher doch was.

Die Bevölkerung ist doch auch dafür,
sie wollen die Mauer wieder.

Mehr Barrieren für alle.

18. Januar 2008, 23:10

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Auch diese Woche war in den Weiten des Netzes wieder einiges los. Hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Beiträge der SEO-Szene.
Malte Landwehr erklärt in seinem Blog, wie man das Ranking einer Unterseite in Googles Suc…

19. Januar 2008, 15:26

Vielen Dank für den interessanten Bericht und die Links. Also ich persönlich finde die meisten Seiten, die komplett aus Flash Elementen bestehen ehr unpraktisch. Beispiel: McDonalds oder NikePlus.
Teilweise nervende Animationen mit geräuschen zwischen der Userauswahl. Aber es gibt natürlich auch Ausnahmen. Übrigens: Interessanter Blog hier.

2. Oktober 2012, 12:27

I’ve been stuck on chapter 11 for about 4 weeks now, don’t feel bad. Of course, to try and compensate, I started a short story and I feel even worse because now I have TWO things not done!

23. Januar 2013, 15:31

[…] alle zugänglich machen: Ja Google ist technisch wunderbar, bald kann es vielleicht sogar wirklich Flash komplett spidern. Bis dahin mag es Seo technisch klug sein, nicht nur einen Podcast anzubieten, sondern den Inhalt […]