Google zu Core Updates: Dein Wettbewerb ist besser als Du

Johannes Beus
Johannes Beus
1. August 2019
Johannes Beus
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Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Alle paar Monate spielt Google eines der großen Core Updates aus und wirbelt damit die SERPs gehörig durcheinander. In einem neuen Blogpost erklärt Danny Sullivan von Google nun mehr den Hintergründen dieser Updates.

In dem Beitrag mit dem Titel What webmasters should know about Google’s “core updates” gibt es jede Menge Allgemeinplätze aber zum Teil auch Neuigkeiten und neue Gewichtungen. Die wichtigsten Aussagen habe ich hier zusammengefasst und eingeordnet:

  • Offizielle Bestätigung: Google ist dazu übergegangen, die großen Core Updates offiziell zu bestätigen. Die zahlreichen kleineren Änderungen im Algorithmus werden weiterhin ohne Bestätigung einfach eingespielt.
  • Allgemeine Neubewertung von Inhalten: das Ziel der Core Updates sind nicht einzelne Seiten oder Inhalte. Google zielt darauf ab, mit diesen Updates Inhalte generell besser bewerten zu können.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang das Beispiel, das Danny wählt: hat man 2015 eine Liste mit den 100 besten Filmen erstellt und aktualisiert diese jetzt, wird sie zwangsläufig anders aussehen – nicht, weil die Filme die vor einigen Jahren drauf waren schlechter werden, sondern weil neue, bessere Filme hinzukommen.

    Übertragen auf das Core Update: das Anspruchsniveau in den Google Ergebnissen hat sich gesteigert. Wer weiterhin für gute Ergebnisse in Frage kommen will, muss kontinuierlich besser werden, da der Wettbewerb es auch wird.
  • Fragenliste für Inhalte: Google hat die 2011 bereits veröffentlichte Fragenliste für Content aktualisiert und angepasst. Sie ist jetzt in Bereiche unterteilt. Interessant ist der Bereich “Comparative Questions”. Es geht nicht nur um die eigenen Inhalte, sondern um die eigenen Inhalte im Vergleich zum Wettbewerb: liefert die Seite substantiellen Mehrwert im Vergleich zu den anderen Treffern?
  • Lesen & Verstehen: E-A-T: Googles Konzept von E-A-T (Expertise, Authoritativeness and Trustworthiness) sollte mittlerweile jeder in den Search Quality Rater Guidelines gelesen und auch verstanden haben. Es ist die Grundlage, auf der Google den Algorithmus versucht zu verbessern.
  • Google ist eine Maschine: Danny bestätigt auch noch einmal, dass Google Inhalte nicht verstehen kann. Google muss dafür maschinenlesbare Signale erkennen und diese als Proxy für die Einschätzung des Inhalts durch Menschen nutzen. Eines dieser Signale sind weiterhin Links.
  • Recovery beim nächsten Update: verliert eine Domain durch ein Google Core Updates Rankings und passt seine Inhalte in Folge an, wird eine Verbesserung der Rankings in der Regel erst wieder beim nächsten Core Update erfolgen. Wenig überraschend: es gibt darauf keine Garantie.

Fazit

Natürlich dürfen wir von einem Blogbeitrag von Google nicht den heiligen Gral zur Erreichung von Top-Rankings erwarten. Trotzdem hat Google einige Punkte gut zusammengefasst und andere bestätigt. Am interessantesten fand’ ich die Bestätigung, dass die Inhalte deiner Wettbewerber Einfluss auf dein Ranking haben. Das Qualitätsniveau in den SERPs steigt und wer weiterhin mitspielen will, muss mitziehen.

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Kommentare
Boris   
2. August 2019, 09:43

Guter Blogbeitrag, einfach, klar und verständlich. Nur bei einer kleinen klitzekleinen Kleinigkeit muss ich passen – kann aber am fehlenden Kaffee liegen.
Ihr sagt:
Allgemeine Neubewertung von Inhalten: das Ziel der Core Updates sind nicht einzelne Seiten oder Inhalte. Google zielt darauf ab, mit diesen Updates Inhalte generell besser bewerten zu können.
Soll das bedeuten, das Inhalte einer gesamten Domain besser verstanden werden sollen? Ich bin etwas konfusioniert 🙂
Liebe Grüße
Boris

Johannes Beus   
2. August 2019, 14:15

Hi Boris! Google möchte damit sagen, dass ihr Ziel dieser Updates ist, die Qualität von Inhalten über alle Seiten des Googleindex hinweg neu einzuordnen und einzuschätzen. Sie haben also nicht einzelne Domains, Branchen oder Themen im Visier, sonder schauen sich alle Inhalte gleichermaßen an.

CJ   
2. August 2019, 10:36

Anmerkungen zum letzten Core-Update und der Qualität der Google Ergebnisse bei einem unserer Projekte.

War ein reines BrandUpdate aus unserer Sicht, die Qualität der Ergebnisse im Verhältnis zur Konkurrenz ist objektiv in keinster Weise ein Ausschlag gebender
Punkt in diesem Umfeld.
Als Bsp: Wir haben ein Projekt was man als Vergleich im Nischenbereich beschreiben würde. Der Brand ist nicht in der Form da wie bei den im Vergeleich
erscheinenden Projekten, also wir treten z.B. nicht bei n-tv als Experten auf, haben Youtube Channels und werden
mehrfach im Jahr von Bild, Spiegel etc. verlinkt. Leider.
Hier haben wir mit dem kernkeywort ca. auf Platz 10 gestanden und in dem Umfeld mit weiteren ca. 400 Keywords ok gelistet.
Jetzt sind wir auf Platz 20+ gefallen und der ganze Keywordset zur Startseite z.B. ebenfalls. Ergebnis, ca. 25% des Traffics hier noch.
Jetzt die Betrachtung dazu. Im Vergleich zur Konkurrenz werden hier vielleicht bis zu 15 Stunden pro Woche in das Projekt investiert,
werden es dort oft statische Seiten sind die seit Monaten nicht angefasst worden sind und auch inhaltlich veraltet sind.
In Beispielen. im Einzelnen.

1 Beim Hauptkeywort gibt es einen Anbieter der seit über einem Jahr out of business ist, Webseite gibt es noch.
Produkt aber nicht. Kann google offenbar nicht erkennen. Listet immer Platz 4 / 5 zum Hauptkeywort.

2 Dann z.B. sind Vergleiche auf Unterseiten von stern.de, focus, Bild , sonstigen Zeitungen hochgerutscht.
Die Stärke der Angebote spiegelt auf alles wieder was da drunter gehängt wird, auch wenn es null Expertise hat
und diese Seiten in vielleicht 3 Stunden getextet wird und der Vergleich selber inhaltlich nicht gut ist.
Kennen alle Nischenseiten Betreiber aktuell vermutlich gut, Vom Rasemäherroboter bis zum Bautrocknervergleich.
Inhaltlich vielleicht vergleichbar mit einmal gebauten Nischenseiten, nicht aber mit regelmässig gepflegten kleineren
Projekten. Kann google auch nicht erkennen.
Dann sollen Sie es machen wie die NYT die auch AffiliateKohle abgreift, die Gartenmöbel etc. dann eben aber auch selber ausführlich testet.

3 In unserem Fall taucht zudem ein Artikel über unsere Nische in dem wir erwähnt und verlinkt
werden in den Platzierungen genau beim Hauptkeywort ebenfalls bei 20+ auf.
Heisst – google listet einen allgemeinen Artikel – zum Hauptkeywort genau so gut wie ein inhaltlich gepflegtes Portal
mit bis zu 15h Arbeitsaufwand jeden Woche, genau so gut wie einen in 1,5h geschriebenen allgemeinen Artikel.

Zudem sind alle ProduktAnbieter hochgerutscht, hier kann ich es noch verstehen, der Vergleich mit der Konkurrenz als Begründung aber eher nicht.

3 Bsp. die aus meiner Sicht zeigen, google kann vieles inhaltlich nicht gut bzw. in diesem Fall sogar gar nicht erkennen. Vor allen Dingen diese Vergleich auf den grossen Verlagsseiten müssten eingedämmt werden.

Jo Harris   
2. August 2019, 15:19

@CJ die Verlage werden in Zukunft ALLES dominieren.

Elias Lange   
2. August 2019, 19:25

Danke Johannes für die Zusammenfassung. Bin gespannt wann Google Inhalte mal verstehen kann. 😉

Frank   
6. August 2019, 21:56

Ich stehe quasi noch am Anfang und versuche nachzuvollziehen was ein Laie selbst bezwecken kann, um vernünftige Google Resultate erzielen zu können. Bei meinem Shop versuche ich langfristig die Idee des Storytelling integrieren zu können, aber das ist echt verdammt schwierig. Bin gespannt, wie google es langfristig sehen wird

Dagmar Schulz   
7. August 2019, 16:19

Danke Johannes für den Überblick! Es bleibt bei diesem Thema m.E.: ohne Fleiß keinen Preis 😉

Armin   
7. August 2019, 16:56

SEO war schon immer ein Marathon und kein Sprint. Ich denke, dass Google zukünftig noch mehr Wert auf die Verweildauer von Besuchern auf Websiten legt. Meine Erfahrungen zeigen mir, dass auch gute Backlinks nach wie vor helfen um die eigene Seite gut zu platzieren. Was auch auffällt, es geht weniger um lange texte die einen erschlagen als mehr um einfache Botschaften mit klaren CTA’s. Ich bin gespannt was sich in Zukunft bei der Suchmaschinenoptimierung noch tut.

Domingos   
8. August 2019, 11:17

Nun ja, es gibt gute Inhalte und Inhalte, die Google gut findet, das muss man streng unterscheiden. Ein Projekt büßte lettes Jahr rund ein Drittel der Besucher ein und gewann dieses Jahr rund 100 Prozent an Besuchern. Es gab Veränderungen an dem Projekt, aber diese waren nicht so tiefgreifend. Meine Erkenntnis ist, dass man wie auch Karl Kratz sagte sich niemals nur auf einen Kanal verlassen darf, weil man deren Regeln auf Teufel komm raus ausgeliefert ist, das gleiche Trauerspiel hatten wir schon bei Facebook.

Bildersuche-Layout, Core-Update, Janck vs. Spriestersbach, 3 Freikarten OMK Podcast   
12. August 2019, 11:22

[…] von Johannes Beus ein – siehe: Google zu Core Updates: Dein Wettbewerb ist besser als Du [https://www.sistrix.de/news/google-zu-core-updates/]. Für Google ist es egal, welche Seite vorne ist. Aber Google versucht permanent den Algo im Sinne […]

Florian Beqiri   
12. August 2019, 20:12

Guter Artikel. Ich merke schon, dass es immer schwieriger wird, für bestimmte Keywords zu ranken. Die Konkurrenz wird immer mehr und nun kommt es meistens auf die Feinheiten und Details bei der SEO-Optimierung an.

Thomas S.   
13. August 2019, 17:12

Kann die Punkte von @CJ bestätigen. Das letzte Core Update war ein Widerspruch in sich selbst. Alle großen Verlagsseiten ohne große Hntergrundswissen in den Artikeln tummeln sich im Vergleichsbereich jetzt ganz vorn.

Es gibt auch Seiten, die haben nach den starken Verlusten ihre Inhalte 1:1 auf einer neuen Domain wieder eingespielt. Ergebnis: Sie standen auf den Plätzen vor dem letzten „Core-Update“. Solange solche Sachen durchgehen ist die Transparenz wenig gegeben. Auch neu erstellte Seiten mit 0-8-15 Content ranken deutlich vor „abgeschossenden Domains“ mit qualitativen Inhalten. Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass es diese wieder beim nächsten Core-Update trifft.

Google scheint nach den letzten beiden Updates Domains in eine „Kiste“ zu packen und diese da nicht einfach wieder raus zu lassen. Da haben es selbste neue Seiten mit schlechtem Content leichter.