Infografik Link-Distribution

10. Oktober 2011, 10:05

Die Qualität und Quantität der eingehenden Links einer Seite sind noch immer das wichtigste Kriterium für die Sortierung Suchergebnissen bei Google. Die gezielte Verlinkung einer Seite ist neben der On-Page-Optimierung damit die Voraussetzung für ein gutes Ranking.

Abhängig von der Wettbewerbsintensität zu einem bestimmten Keyword beansprucht der Linkaufbau häufig die meisten Ressourcen (Arbeitskraft, Geld). Somit steht ein SEO oftmals vor der Situation die Entscheider (GF, Abteilungsleiter, Budgetverantwortliche) in einem Unternehmen über den Linkaufbau zu informieren, um entsprechende Ressourcen genehmigt zu bekommen. Dies ist um so schwieriger, je weniger Fachwissen die Personen im Bereich SEO besitzen. Als ich bis vor kurzer Zeit noch selbst als SEO-Berater tätig war, habe ich insbesondere für solche Situationen eine Infografik erstellt, um die grundsätzlichen Formen der Link-Distribution (Verteilung, Aufbau) zu erläutern. Aber auch für SEO-Profis bietet das Schaubild eine kompakte Übersicht der einzelnen Alternativen und kann bei der Ausgestaltung der Linkaufbau-Strategie hilfreich sein.

Infografik Link-Distribution

Wie die Infografik verdeutlicht, lassen sich die verschiedenen Arten des Linkaufbaus insbesondere durch die Form der Beziehungen zwischen der verlinkenden Website (Linkgeber) und der verlinkten Website (Linkempfänger) unterscheiden. Das Spektrum reicht von vollkommen freiwillig gesetzten Links ohne eine Bindung zwischen den beiden Websites (anarchistische Beziehung) bis hin zu Links, die auf direkte Anweisung des Linkempfängers z.B. in einem eigenen Linknetzwerk bzw. auf der eigenen Website gesetzt werden (vollständige Bindung).

Liegen bei freiwilligen Verlinkungen praktisch unbegrenzte Gestaltungsfreiräume des Linkgebers vor (Linktext, Follow vs. NoFollow, Dauer, Platzierung usw.), so nehmen diese im Verlauf immer weiter ab, je näher sich der Linktyp an einen reinen „Link auf Anweisung“ annähert. Analog dazu nehmen die Steuerungsmöglichkeiten des Linkempfängers zu.

Beide Extreme besitzen ihre Vor- und Nachteile. Besitzt der Linkempfänger eine hohe Steuerungsmöglichkeit, so kann er beispielsweise den Linktext auswählen. Bei stark umkämpften Keywords sind diese Links oft unverzichtbar für eine Top-Platzierung der Website in den Suchergebnissen. Gleichzeitig besteht bei künstlich aufgebauten Links immer die Gefahr eines unnatürlich aussehenden Linkprofils. Wird dieses von Google erkannt, landet die Website schnell in einem Filter.

Zu einem organischem (natürlichem) Linkprofil verhelfen der Website freiwillig gesetzte Links. Bei dieser Form der Links hat der Linkempfänger aber beispielsweise kaum noch einen Einfluss auf den Linktext. Man wird es selten erleben, dass ein freiwillig gesetzter Link mit einem attraktivem Anchor-Text wie „Versicherungsvergleich“, „Sprachreisen“ oder „Hotel München“ versehen wird. Für ein natürliches Linkprofil sind diese Links trotzdem sehr hilfreich. Je mehr natürliche Verlinkungen vorhanden sind, um so mehr „Links auf Anweisung“ verträgt der Link-Mix, ohne bei Google negativ aufzufallen.

Man könnte ein ganzes Buch über die Link-Distribution schreiben und eine Erörterung aller in der Infografik dargestellten Arten des Linkaufbaus mit ihren Vor- und Nachteilen würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen. Für die Darstellung der wesentlichen Zusammenhänge dürfte die Grafik jedoch selbsterklärend sein.

Die herausragende Bedeutung der Beziehung zwischen Linkgeber und Linkempfänger soll an dieser Stelle aber noch einmal betont werden. Was Linkaufbau-Profis längst wissen und praktizieren, wird von vielen Websites oftmals noch stark vernachlässigt. Der Aufbau und die Intensivierung von Beziehungen zu attraktiven Linkpartnern ist eine wertvolle Vorbereitung auf dem Weg zu mehr Steuerungskontrolle bei der Link-Distribution. Dabei lohnt es sich einen Blick auf die Distributionspolitik im Handel zu werfen. Dort ist es üblich, dass die Hersteller von Gütern Filialleiter und Einkäufer mit Incentives (z.B. Events, Reisen, Sachprämien) für sich gewinnen und die Beziehungen stärken. Während Händler oftmals eine Gatekeeper-Funktion bei der Distribution von Waren einnehmen, besitzen Linkgeber (man könnte sie auch Informations-Händler nennen) eine Gatekeeper-Funktion bei der Distribution von Links. Die Ziele von Herstellern (Distribution von Waren bei Händlern) und SEOs (Distribution von Links bei anderen Websites) sind sehr ähnlich. Ein Entscheider, der diesen Zusammenhang verinnerlicht hat, genehmigt in der Regel seinem SEO ein größeres Budget für den Linkaufbau.

Dieser Beitrag hat 26 Kommentare

 
  10. Oktober 2011, 10:59

Wäre sehr nett, wenn die Grafik auch in einer höheren Auflösung verfügbar wäre, man kann zwar darauf klicken, man bekommt aber noch eine kleinere Version.

 
Hanns
  10. Oktober 2011, 11:04

@Wahid: Du kannst einfach die Grafik-URL verwenden: http://www.sistrix.de/news/img?img=/blog/infografik-link-distribution.jpg

 
  10. Oktober 2011, 11:37

@Hanns Danke

 
  10. Oktober 2011, 12:34

Schöne Grafik die du da erstellt hast Hans, so kann man auzf jedne Fall einfach die verschiedenen Verlinkungsarten aufzeigen.

 
  11. Oktober 2011, 09:38

Hi,

sehr schöne Infografik. Mir gefällt auch der Vergleich zwischen dem Einzelhandel und dem Linkhandel. Letztlich sind gute Kontakte „Goldwert“ und sollten auch als solche behandelt werden. Warum nicht jemanden belohnen, der Gute und Zuverlässige arbeit leistet. Und verschiedene Pages zu betreuen, die eine gute Performance hinlegen, ist auch nicht mal eben so gemacht. Und da man selbst auf solche Seiten angewiesen ist, ist es nur angebracht so zu handeln.

 
Michael
  11. Oktober 2011, 09:38

Sehr guter Artikel… viele Fragen sich warum man z.B. mit „hier“ usw.. und Branklinks verlinken sollte. Die Antwort ist oben gut beschrieben…

Denn umso natürlich das Linkprofil wirkt, desto mehr Keywordlinks verträgt die Domain und diese tragen ja auch das meiste in den Serps bei!

Danke für den Beitrag 🙂

 
  11. Oktober 2011, 11:07

Hi, schöne Grafik, die werde ich mir gleich mal ausdrucken und unters Kopfkissen legen 😛 – Endlich kenne ich auch „Tips on how to Save Money on Mortgage Loans“ , dieser Spam..

 
  12. Oktober 2011, 11:17

Hallo,

sehe ich erst jetzt, wirklich nette Grafik…

Grüße

Gretus

 
  13. Oktober 2011, 15:57

Sehr informativ.
Das gekaufte und gemietete Links direkt ein Verstoß sind, sehe ich sehr skeptisch. Es kann ja einfach eine gemietete Anzeige sein, und keine direkte SEO Maßnahme. Wie Google dies unterscheidet würde mich interessieren.

 
linkbutler
  13. Oktober 2011, 16:49

@azella

lt. Google sollte man bei einer gekauften Anzeige den Link auf nofollow setzen.
Zumindest in der Theorie 😉

 
emmapeel
  14. Oktober 2011, 11:07

Gibt es zu den einzelnen Linktypen auch noch eine optimale prozentuale Verteilung? Oder Durchschnittswerte?

 
  14. Oktober 2011, 14:23

Sehr schöne Graphik, vielen Dank ich werde Sie mal für meinen Chef aufbereiten und hoffe auf mehr Budge 🙂

 
  18. Oktober 2011, 14:33

Danke für die gute Ausarbeitung. Aber ich dachte immer, dass auch der Linktausch gegen die Richtlinien verstößt. Oder ist dem doch nicht so?

 
  19. Oktober 2011, 11:16

Die Grafik ist sehr übersichtlich.

Wir sagen Danke
http://www.netazmedia.de

 
Patrick
  21. Oktober 2011, 10:58

Ja, die Grafik ist wirklich sehr gut geworden!

Auch deine Beschreibung zu der Grafik und zum Thema Linkaufbau bringt es genau auf den Punkt! Gerne leite ich Interessenten zu diesen Thema zu euren Blog…

Viele Grüße aus München
Patrick (SEO TEAM)
http://www.die-seo-agentur.com

 
  25. Oktober 2011, 18:58

Toller Artikel mit noch besserer Grafik. Vielen Dank

 
  26. Oktober 2011, 22:21

Der Beitrag und vor allem die Abbbildung machen eines deutlich. Es geht nicht ohne offpage-Optimierung. Ich bin aber nach wie vor der Meinung, dass jeder Link (auch nofollow, gehören zum Linkmix) wertvoll ist. In der Vergangenheit haben wir regelmäßig auf den betreuten Seiten Linkaufbau betrieben und obgleich es viel Zeit in Anspruch nahm, hat es sich bislang gelohnt.
Gekaufte/ gemietete Links taugen nicht (auch wenn google sie nicht bestrafen würde), da diese jederzeit wieder weg sein können. Diese Gefahr muss man sich immer bewusst sein.

 
  27. Oktober 2011, 22:59

Gibt es für neue Domains eigentlich ein Maximum an Links, die man pro Woche setzen kann?

 
  31. Oktober 2011, 22:37

Hallo,
mich würde auch interessieren, ab wann man in den Filter abrutscht. Also wie hoch sollte das Verhältniss von Moneykeys zu willkürlichen Linktexten wie Domainname, „hier klicken“, Vorname … sein? Gibt es da eine Art Faustregel?

 
  1. November 2011, 10:26

Danke für die Grafik.
Man kann nicht oft genug betonen, dass das Verhältnis stimmen muss, und man nicht durch eine große Budgetkeule und gekaufte Links ein langfristiges Ergebnis erwarten kann.

Ich find das Verhältnis von Varianz – Linkempfänger zur entsprechenden „Linkart“ schön dargestellt.

 
  1. November 2011, 22:30

You know what, I’m very much incilend to agree.

 
  2. November 2011, 20:54

Schöne Visualisierung eines bekannten und offensichtlichen Zusammenhangs 🙂

 
Christian
  30. November 2011, 21:40

@Mathias

„Gekaufte/ gemietete Links taugen nicht (auch wenn google sie nicht bestrafen würde), da diese jederzeit wieder weg sein können.“

Das ist sicherlich die Gefahr, jedoch kann man die Links ja auch überwachen und dann schaut man eben wie man die Sache angeht. Aber in Marktumfeldern wo man nicht auf aktiven Linkbau verzichten kann, geht es eben auch nicht immer ohne solche Links. Das sie nichts taugen wäre da ziemlich pauschal gesagt, wie bei jedem Link: Es kommt drauf an 😉

 
  22. Februar 2013, 19:25

Hallo,

danke für die Grafik. Ist alles sehr komplex geworden mit den Links. Auch öffentliche Artikelverzeichnisse, wo man umsonst Artikel reinstellen kann, sowie Social Bookmarks, und Webkataloge sind wohl ein Problem geworden, wenn man zuviele davon hat. Der Mix ist entscheidend. Linktausch, mieten oder kaufen, darf es auch nicht sein, eigene Partnerseiten sind auch im Zwielicht, falls mit dofollow wegen dem Netzwerk verlinkt wird. So bleibt eigentlich nichts mehr übrig, als Groß genug zu sein, daß die Medien berichten mit den entsprechenden Backlinks. Und richtig guter Content ist sehr aufwendig, da haben die Großen auch ihre Vorteile mit dem entsprechenden Budget.

Ist dann das Internet über Google so, daß man das vorfindet, wenn man in die Innenstadt zum Shoppen geht? Da kann sich eben auch nicht jeder die Ladenmiete leisten.

Grüße aus Hamburg,

 
  11. September 2013, 11:07

Ich habe eine tolle Internetseite () gefunden, auf der es tolle Produkte zu sehr günstigen Preisen gibt.
Buyincoins
ist eine professionelle Online-Webseite, auf der Waren direkt aus China gekauft können, ohne Versendungsgebühren zahlen zu müssen. Es werden Computer Zubehör, iPod & iPhone Zubehör, HDMI-Video-Kabel, Laser Pointer, Speicherkarten-Lesegeräte, Kopfhörer, Silikonhüllen und viele weitere tolle Geräte verkauft.

 
  27. Dezember 2013, 16:25

Hallo,
vielen Dank für die wirklich sehr informative Darstellung.

Grüße aus Drebkau

 

Kommentare geschlossen

Die Kommentarfunktion wird 30 Tage nach der Veröffentlichung des Beitrags deaktiviert.