Not Provided – Steht das Ende der Referrer-Keywords bevor?

23. September 2013, 20:19

Seit Oktober 2011 gibt es einen Begriff, der den Pulsschlag der meisten SEOs in die Höhe treiben dürfte: Not Provided. Dieses Keyword gibt Google Analytics an, wenn ein Besucher über die verschlüsselte Google-Suche auf die eigene Seite kommt. Die wertvolle Information über den Suchbegriff, den der Nutzer hierfür verwendet hat, ist somit verloren. Waren es bis vor wenigen Wochen nur alle Nutzer, die bei Google angemeldet waren, hat Google jetzt den Schalter umgelegt und liefert die verschlüsselte Google-Version zunehmend für alle Nutzer aus. Searchengineland hat dieses Statement von Google dazu bekommen (übersetzt durch uns):

Wir haben die SSL-Verschlüsselung für angemeldete Nutzer 2011 und für Chrome-Nutzer Anfang dieses Jahres angeschaltet. Jetzt sind wir dabei, diesen zusätzlichen Schutz für mehr Nutzer, die nicht angemeldet sind, einzusetzen.

Was diese Aussage in Zahlen ausgedrückt bedeutet, kann man sich bei notprovidedcount.com ansehen. Diese Seite trackt den Anteil der Not-Provided-Referrer für 62 unterschiedliche Domains und stellt eine zusammengefasste Statistik zur Verfügung:

Not-Provided-Count-Charting-the-rise-of-not-provided-in-Google-Analytics-1-600x324

Waren es Anfangs noch rund 20 Prozent der Suchreferrer ohne Keyword, so liegen wir aktuell bereits bei fast 74%. Nur noch ein Viertel aller Google-Suchen überträgt damit das Keyword und es ist davon auszugehen, dass dieser Anteil in den kommenden Wochen noch deutlich abnimmt. Die Begründung von Google für diesen Schritt liegt übrigens in Datenschutz und Datensicherheit. Erstaunlich, dass man als Werbetreibender die Keyword-Daten weiterhin erhält

Dieser Beitrag hat 24 Kommentare

 
Timo
  23. September 2013, 21:14

Einfach nur nervig – gerade wenn man mit großen Brands arbeitet, ist not provided einfach nur ätzend.

Und klar, bei AdWords bekommt man die Daten… toller Datenschutz.

@Johannes
Kann man sowas nicht bei den Wettbewerbswächtern „einreichen“? Die stecken sicherlich nicht so tief in der Materie, aber wenn es sinnvoll beschrieben wird – vielleicht ja für sie interessant.

 
  23. September 2013, 23:17

Sehr spannend. Hatte ich so bisher noch nicht in den Statistiken gesehen, gefällt mir grundsätzlich aber auch nicht wirklich. Und natürlich betrifft das die Werbetreibenden nicht, so kann man sich ja eine neue Zielgruppe erzwingen. 😉

 
  24. September 2013, 01:08

Wie wäre eine Erweiterung für die Sistrix-Tool-Box bei der die User gefragt werden über welches Keyword sie kommen sind 😀

Oder man zwingt jeden User die Sistrix-Toolbar zu installieren dann hätten wir wieder Daten 🙂

 
  24. September 2013, 07:29

Kann ich gut nachvollziehen!

Wobei ich einen Unterschied bei einzelnen Seiten merke.
So ist mein kleiner neuer Blog sehr stark davon betroffen, die Firmenseite hingegen kaum.

http://cl.ly/image/2F1I2C2v2o0T

 
Oink
  24. September 2013, 07:33

Timo Wettbewerbswächtern? Du träumst wohl? Ist doch eigtl. Google überlassen, wie Sie am Ende verlinken, oder sehe ich das falsch? Klar das dadurch jetzt die Suchbegriffe verloren gehen ist doof, aber wir haben das doch alle kommen sehen, oder nicht?

 
Michael
  24. September 2013, 08:56

Vielleicht ist es nach langer Zeit mal wieder angebracht, sich nach Alternativen umzusehen. Omniture, Web-Trends, Piwik – Gibt es hier aktuelle Vergleiche zu Stärken und Schwächen? Es wäre sicher mal interessant, sich mal wieder stärker mit dem Thema zu befassen.

 
  24. September 2013, 09:01

Timo, in der aktuellen Situation können auch die Wettbewerbsbehörden Google nicht zur Weitergabe der Referrer-Daten zwingen. Gerade im Umfeld der NSA-Affäre ist Datenschutz ein allgemeinverständliches Thema. Anders würde es aussehen, wenn Google seinem Analytics-Dienst alleinigen Zugang zu diesen Daten gewähren würde – dann würden Etracker und wie sie alle heißen bestimmt schnell in Brüssel anrufen.

Michael, die Unterdrückung der Referrer-Daten ist technisch gelöst und lässt sich nicht durch den Switch auf einen anderen Webanalyse-Anbieter umgehen. Es haben alle das gleiche Problem.

 
Norbert
  24. September 2013, 11:49

Dieser Chart deckt sich gut mit unseren Erfahrungen. Seit ca. 14 Tagen bekommt man bei generischen Besuchern nahezu keine Keywords mehr. Egal, welches Tracking-Tool man nutzt. Davor war dies bei deutlich weniger Besuchern der Fall. Eben jenen, die mit ihrem Google-Account eingeloggt waren.

Es wird vermutlich nur eine Frage der Zeit sein, dass Analytics diese Daten als einziges Tool liefern kann und dann kostenpflichtig wird. Sollte dies so kommen, bleibt nur zu hoffen, dass sich die Kollegen von etracker und Co. zusammen tun und gegen dieses Monopol vorgehen.

 
  24. September 2013, 14:23

[…] SEO Kreisen natürlich ein heiß diskutiertes Thema, wie die Beiträge gestern von SEO-United und Sistrix zeigen. Nach dem bisherigen Verlauf werden laut dem Zähler auf http://www.notprovidedcount.com/ […]

 

[…] „not provided“ Problematik, die gestern in den USA (hier, hier und hier) und in Deutschland (hier und hier) besprochen wurden, haben wir Traffic-Daten für insgesamt 150.000.000 Visits in […]

 

[…] flächendeckend nur noch mit “Not Provided” an Analytics übermittelt. Mehr dazu bei Sistrix, SEO United oder auch schön aufbereitet auf […]

 
  25. September 2013, 16:48

Wie bereits angesprochen wurde, ist das Verhalten nicht anders für Google als für die übrigen Wettbewerber. Die Situation ist eine Spezifikation:
„Clients SHOULD NOT include a Referer header field in a (non-secure) HTTP request if the referring page was transferred with a secure protocol“

Die besuchten Seiten sind oft nicht-verschlüsselt, die Google-Suche ist eben doch verschlüsselt (SSL). Der Browser soll entsprechend nicht senden, welche Seite er zuvor besucht hat (aus dieser Angabe würde man die Suchbegriffe filtern). Abhilfe für den einzelnen Betreiber kann es schaffen, seine eigene Seite mit SSL auszuliefern (per Standard, damit alle Besucher von Google direkt die SSL-Seite sehen). Denn bspw. Mozilla Firefox liefert bei einem Link von einer SSL-Seite zu einer anderen SSL-Seite den Referer aus, sofern network.http.sendSecureXSiteReferrer gesetzt ist (afaik standardmäßig gesetzt).

http://kb.mozillazine.org/Network.http.sendSecureXSiteReferrer
http://stackoverflow.com/questions/4043638/referer-header-when-linking-to-a-non-ssl-site-from-an-ssl-site

 
  27. September 2013, 11:39

Das sind keine guten Neuigkeiten.

Da versucht man Seiten zu Themen zu erstellen, die auch die Leute interessieren und Google selbst bietet diese Informationen immer weniger an. Klar für Unternehmen sind diese Informationen wichtiger – die zahlen jedoch auch mit AdWords dafür. Für Blogs und einfache Informationsseiten, die aktuelle Themen bringen wollen und damit inhaltlich hochwertiger werden, ist dies jedoch ein starker Rückschritt. Ich finde Google schießt sich damit selbst ins Bein. Bis jetzt konnte man aktuelle Informationen und hochwertige themenrelevante Artikel von guten Anbietern finden. Wenn gar keine Keywords mehr für Nicht-Werbebetreiber erkenntlich sind – findet man diese zwar immer noch leicht, aber es kann gut sein, dass diese nichts aktuelles haben, da sie Trends verpassen und das wirft wiederrum ein schlechtes Licht auf Google.

 
  28. September 2013, 13:43

Wie Stefan Koch beschrieb, ist hier Google nicht direkt schuld.

Problem: https (Google) –> http (Zielwebseite) = Browser gibt Referer nicht weiter
Lösung: Zielwebseite auf https umstellen

Die Frage ist nur, ob die Informationen, die wahrscheinlichen Performanceverluste aufwiegen.

 
  29. September 2013, 16:53

Das widerspricht auch, den Bestrebungen von Google, für die User zu optimieren. Wie soll ich die Seite optimal auf die Kundenwünsche anpassen, wenn ich nicht weiss, wonach die gesucht haben.

 
  9. Oktober 2013, 15:35

@2WID: Funktioniert das wirklich? Das wäre ja fast eine Überlegung wert. Ganz so viel Geld dürfte ein Zertifikat ja nicht kosten. 🙂
Gruß, Max

 
Norbert
  14. Oktober 2013, 11:01

Warum funktioniert es dann bei Adwords? Da hat die Zielseite auch kein SSL-Zertifikat…

 
  14. Oktober 2013, 14:56

Ich bezweifle, dass das was mit HTTPS zu tun hat. Bei HTTPS zu HTTP soll gar kein Referrer geschickt werden, ich beobachte in den letzten Wochen aber stark vermehrt, dass zwar Referrer von Google kommen, hinter „q=“ aber keine Suchbegriffe mehr auftauchen.

 

[…] dem geänderten Nutzerverhalten hat Google die Übermittlung der Suchbegriffe laut einer Sistrixmeldung umgeschaltet, so dass man keine Suchbegriffe mehr von nicht bei Google eingeloggten Usern mehr in […]

 
  19. Oktober 2013, 09:47

Nun, wenn ich die Kommentare hier so lese, stelle ich fest das wieder jeder nur an sich denkt. Genau das macht Google doch auch! Was will man denen denn jetzt vorwerfen? Google als Unternehmen will Gewinne machen und nicht dafür sorgen das andere es leichter haben.

 
  11. November 2013, 03:20

Habe immer sehr viel mit diesen wichtigen Daten gearbeitet, aber durch das (not provided), macht es Google uns Webmastern sehr schwer. Schade eigentlich. Werde jetzt versuchen die nötigsten Werte aus der Webmaster-Zentrale abzulesen 🙁

 
Susann
  13. November 2013, 17:03

>Erstaunlich, dass man als Werbetreibender die Keyword-Daten weiterhin erhält
Meinst Du damit, wenn man Adwords für die eigene Seite einsetzt?

 
  14. November 2013, 11:00

Im Blog von Stefan Köhn ist übrigens ein guter Test bzgl. der Qualität der AdWords-Daten als Ersatz für die ausbleibenden Daten in den Web Analytics zu finden: http://www.stefan-koehn.de/blog/2013/11/not-provided-mit-adwords-umgehen/

 

[…] optional check provided by this ISO 2281 checks (but not essential pertaining to getting ISO 6425 approval) can be […]

 

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