Nur Dummköpfe ignorieren Linkbuilding

13. April 2016, 09:59

Julian (Herzlich Glückwunsch zum Geburtstag!) von Seokratie hat gestern ziemlich reißerisch losgepoltert und in einem Blogbeitrag mit dem Titel “14 Fragen und Antworten über Linkbuilding im Jahr 2016” jede Menge seiner persönlichen Meinung zum Thema Links und Suchmaschinen eingebracht.

Unwidersprochene Behauptungen haben im Internet leider die negative Angewohnheit, nach einer gewissen Zeit als Fakt wahrgenommen zu werden. Da ich glaube, dass viele von Julians Ansichten aus diesem Blogbeitrag sehr subjektiv und damit so verallgemeinert auch falsch sind, möchte ich der Diskussion mit diesem Beitrag meine Perspektive hinzufügen.

Links sind (mindestens) der zweitwichtigste Rankingfaktor
Das Ranking der Google-Suchergebnisse basiert laut Google auf über 200 Rankingfaktoren. Alle haben einen mehr oder weniger großen Einfluss auf die Positionen der einzelnen Treffer. Bisher war Google sehr zurückhaltend, was die Benennung und Gewichtung dieser Faktoren angeht. Doch vor rund drei Wochen gab es eine – im deutschen SEO-Internet weitgehend ignorierte – erstaunliche Aussage eines “Search Quality Senior Strategist” von Google: er hat die drei wichtigsten Rankingfaktoren benannt. Die beiden wichtigsten Rankingfaktoren sind Inhalte und Links, auf Platz drei steht “RankBrain” (Googles ML-Ansatz). Er hat leider nicht spezifiziert, ob Links oder Content auf Platz 1 stehen aber auch so ist eindeutig: Links sind derzeit mindestens der zweitwichtigste Rankingfaktor bei Google.

Wer Linkaufbau ignoriert, handelt töricht
Somit ist klar: wer bei Google erfolgreich sein will, braucht drei wichtige Zutaten: die besten Inhalte zu dem Thema, die wertvollsten Empfehlungen (=Links) auf seine Inhalte und die richtigen Nutzersignals (nichts anderes wird in RankBrain eingespeist).

Sieht man diese drei Punkte als Faktorenkette für ein gutes Ranking an, wird deutlich, was eine “0” bei Links bedeutet: die anderen Faktoren können noch so gut sein, der limitierende Faktor sind die fehlenden, hochwertigen Links. Dass dies in “freier Wildbahn” nicht immer direkt an jeder einzelnen URL so deutlich zu sehen ist, hängt damit zusammen, dass Links auf die gesamte Domain (“Domaintrust”) sowie interne Links seit vielen Jahren ebenfalls einen wichtigen Einfluss haben.

Linkaufbau ist schwierig, teuer und nervig
Viele der heute großen SEO-Agenturen sind zu einer Zeit entstanden, als Linkbuilding mit Wildwest-Methoden erfolgreich und einträglich war. Die Vermietung von Links hat über viele Jahre astronomische Gewinnspannen eingebracht, das Zuspammen von Blogs und Foren hat viel zu lange funktioniert und Blogger haben für einen 25-Euro-Amazon-Gutschein fast jede Pokerseite verlinkt.

Das alles ist seit ein paar Jahren zum Glück nicht mehr so. Leider haben es jedoch nur sehr wenige SEO-Agenturen geschafft, ihr Angebot entsprechend zu modernisieren. Kein Wunder: konnte der Praktikant früher 20 WordPress-Links in der Stunde “aufbauen”, sitzen gut bezahlte Fachkräfte heute viele Stunden, manchmal sogar Tage an einem guten Link.

Die Zukunft ist schon da. Sie ist nur ungleich verteilt.
Vermutlich überrascht es Personen außerhalb der Branche weniger als Insider: skalierbares Linkbuilding ist kein Agentur-Geschäftsmodell der Zukunft. Eilig herbei geschaffte Surrogate wie “Content Seeding” können den Prozess nur verlangsamen, ihn aber nicht aufhalten.

Erfolgreiches und nachhaltiges Linkbuilding muss heute aus dem angebotenen Produkt selber wachsen. Viele Abteilungen einer Firma müssen zusammenarbeiten und sowohl den Content als auch die Verbreitungswege ständig erneuern und der Nachfrage anpassen. Wenn das gelingt, ist Linkaufbau ein natürlicher, erfolgreicher Prozess und erfolgreicher denn je.

Dieser Beitrag hat 31 Kommentare

 
  13. April 2016, 10:23

Ich habe vor kurzem ein interessantes Video eines erfolgreichen Maklers angesehen. Dort ging es um die Grundlagen des Geldes. Eine der sehr interessanten Aussagen in dem Video ist: Die meisten richten ihren Fokus auf Geld verdienen, anstatt auf Produktion, Dienstleistung oder Wert liefern. Sie rennen also dem Geld ständig hinterher. Der Fokus muss aber auf die Lieferung gelegt werden und nicht auf das „hereinziehen“.
Wenn Du also kein Geld hast, will keiner Dein Produkt oder Deine Dienstleistung haben, weil es einfach keinen Wert für die Leute hat.
Kann man finde ich 1:1 adaptieren auf das Thema SEO und Backlinks.
https://www.youtube.com/watch?v=On1F5wK4Qyg

 
  13. April 2016, 10:32

Hallo Johannes,

Erst einmal vielen Dank für die Glückwünsche und es freut mich, dass Du Dir die Zeit genommen hast, sogar in einem Blogpost zu kommentieren! 🙂

Ich stimme Dir eigentlich in allen Punkten zu, nur ist unsere Konsequenz eine andere. Das Problem ist ja nicht, dass viele keine Links mehr aufbauen, sondern viele Agenturen bauen immer noch Links wie im Jahr 2009 auf, als hätte sich nie etwas geändert. Lieber macht man daher kein Linkbuilding und kümmert sich erst einmal um alles andere, denn dort ist bei den meisten „normalen“ Webseiten noch großer Handlungsbedarf.

Versuche als Agentur einmal einen tollen Link für einen Kunden zu bekommen, der nur einen mittelmäßigen Online Shop hat, keinerlei Content und keine bekannte Marke. Kein normaler Mensch würde so eine Webseite verlinken. Es bleibt Dir also nur, entweder erst für richtig gute und verlinkungswürdige Inhalte zu sorgen oder den Link zu kaufen. Viele Agenturen wählen die zweite Option.

Und 2016 ist es so: Selbst wenn man gute, verlinkungswürdige Inhalte hat – niemand verlinkt einen mehr freiwillig, das ist zusätzlich nochmal schwerer geworden. Da gibt man dann eben nochmal den erwähnten 25-Euro Gutschein dazu.

Meine Ansicht ist sicher radikal und zusätzlich sage ich ja „Wenn alles andere gut da steht, kann man auch Linkaufbau betreiben“. Aber aus der praktischen Erfahrung sage ich einfach: Lieber vier Manntage in einen guten Inhalt stecken als vier Manntage in einen einzigen Link.

Trotzdem noch einmal provokant: Betreibst Du denn Linkbuilding für Sistrix? 😉

 
Dominik
  13. April 2016, 10:49

Ich sehe es ähnlich wie Julian, lieber Arbeit in den Aufbau von gutem Content stecken als einem Backlink hinterher rennen. Wir haben den aktiven Linkaufbau für unseren Onlineshop irgendwann einmal gestoppt, geschadet hat es nicht. Allerdings braucht es dafür eine gewisse Markenbekanntschaft. Unbekannte Onlineshops können wahrscheinlich ohne Linkaufbau nicht groß werden.

 
Johannes Beus
  13. April 2016, 10:49

Julian, ich glaube, dass wir sehr unterschiedliche Auffassungen von „Linkbuilding“ haben. Für Dich scheint Linkbuilding rein der Teil zu sein, wo konkret ein Link gesetzt wird – ob nun gekauft, selber in einem Kommentar/Forum oder sonstwie.

Für mich fängt Linkbuilding bereits bei der Konzeption von sinvollen Inhalten an: was fehlt in der Branche noch, in welcher Form kann man es aufbereiten und bereit stellen. Und erst dann kommt die Frage: wie werden Menschen darauf aufmerksam und verlinken es auch. Dieser letzte Schritt ist allerdings gar nicht mehr so schwierig, wenn der Rest davor stimmt.

Als Beispiel vielleicht unser Amazon-Keyword-Tool vom Jahresanfang: diese Inhalte gab es in Deutschland noch nicht frei verfügbar. Wir haben sie also geschaffen und mit einem Interface versehen, das jeder auf Anhieb versteht und gerne nutzt. Die eigentliche Verbreitung ging dann fast von alleine: viele Magazine/Quellen haben den Link ohne unser Zutun gesetzt, bei einigen haben wir eine kurze Mail geschickt und erklärt, dass es dieses Tool nun gibt. War das Linkbuilding? Na klar, auch.

 
  13. April 2016, 11:05

Erst einmal vielen Dank für den Beitrag, ich habe den Eindruck, dass Linkbuilding in Misskredit geraten ist, weil es eben mittlerweile sehr komplex ist. M.E. ist das Linkbuilding dem persönlichen Networking immer noch sehr ähnlich. Gute Inhalte helfen hier entscheidend, aber auch das ist wie beim Networking. Wenn ich meinem Gegenüber nichts zu sagen habe, dann kommt auch kein Kontakt zustande. Übrigens ist nicht nur der Inhalt selbst relevant, sondern auch wie er präsentiert wird. Oft werden bestimmte Themen von Dutzenden Seiten inhaltlich sehr ähnlich behandelt, aber wenn die Darstellung unterhaltsam, klar verständlich und ggf. humorvoll ist, hat man wieder einen Vorteil.

 
Etienne Dilocker
  13. April 2016, 11:08

Hallo Julian,

dein Absatz

„Lieber macht man daher kein Linkbuilding und kümmert sich erst einmal um alles andere, denn dort ist bei den meisten „normalen“ Webseiten noch großer Handlungsbedarf.

mag für unumkämpfte Bereiche gelten, aber überall, wo die Konkurrenz bzgl. On-Page akzeptabel ist und zusätzlich Links aufbaut hast du keine Chance. Das Problem, dass ich dabei sehe ist, dass es relativ leicht ist bzgl. On-Page gut zu sein und trotzdem objektiv schlechte Inhalte zu haben.

Folgendes ist ein sehr anekdotisches Beispiel, aber es verdeutlicht das Problem ganz gut. Ich habe vor etwas über einem Jahr ein ausführliches Produkttest-Portal in einem ganz gut umkämpften Bereich gelauncht. Und wenn ich von Produkttest rede, dann meine ich das. Jedes Produkt wird mehrere Tage auf Herz und Nieren getestet, das ganze wird per Video festgehalten, es enstehen pro Test zig Bilder, etc. 5-Manntage für einen Post inkl. Video-Produktion sind keine Seltenheit. Das Feedback derer, die meine Testberichte lesen ist hervorragend. Allerdings konkurriere ich mit den ganzen Fake-Test-Seiten. Diese sind in der Regel 1.) länger am Markt, 2.) inhaltlich schrott, aber on-page sehr gut und 3.) betreiben seit Tag 1 an exzessives Linkbuilidng. Ich bin am Anfang etwas naiv an die Sache herangegangen und dachte ich ignoriere das Linkbuilding und versuche nur User zu erreichen. Also habe ich mich von Tag 1 an auf Social Media konzentriert. Das klappte – dafür dass ich keien einflussreichen Influencer hatte auch recht gut. Die YouTube-Subscriber wachesn stetig. Auf Facebook kommt auch ab und an ein Fan dazu. Immer mal wieder teilt ein Hersteller meine Testberichte auf Facebook und Co, was für kurze Traffic-Spikes sorgt. Aber hat mir das irgendwas für’s organische Ranking gebracht? Fehlanzeige. Die Top 10 für meine Keywords sind voll mit inhaltlich grenzwertigen Fake-Test-Seiten, mit vielen, vielen Links. Mann muss nicht viel Erfahrung haben, um zu sehen, dass die Links (zumindest die „besseren“ davon) offensichtlich gekauft sind. Nicht zuletzt, weil ich nach einem halben Tag Recherche genau die gleichen Links angeboten bekommen hab. Unter diesem Aspekt hat mich dein Post gestern ein bisschen verwirrt. Nachdem ich jetzt hier die Antwort von Johannes gesehen habe, dachte ich, ich muss auch mal meinen Senf dazu geben.

„Trotzdem noch einmal provokant: Betreibst Du denn Linkbuilding für Sistrix? “

Ich glaube, wenn man erst mal einen derartigen Brand-Wert wie Sistrix (Brandrecognition unter Online-Marketern wahrscheinlich ähnlich wie Apple oder Coca-Cola unter der Gesamtbevölkerung) kann man wahrscheinlich wirklich komplett auf organisches Linkbuilding vertrauen. Aber jetzt erklär mir mal, wie man es soweit – komplett ohne Linkbuliding – oder sehr große Werbebudgets schaffen will? Vor allem, wenn man nicht First-Mover ist.

Liebe Grüße
Etienne

 
Akira
  13. April 2016, 11:15

Als Aussenstehender betrachtet:

Ihr seid Euch in Euren Meinungen ähnlicher, als Ihr denkt. Ihr habt es nur noch nicht bemerkt und Euch vielleicht in einigen Punkten etwas missverständlich ausgedrückt. 😀

Das Beispiel mit dem Anmazon-Keyword-Tool beschreibt Julian doch:

Zitat: „Ihr solltet guten Content für Eure User erstellen und nicht, um Links zu bekommen. Die Konsequenz von gutem Content können Links sein, ….“

 
  13. April 2016, 11:53

Ich denke auch, dass man Linkbuilding etwas holistischer sehen sollte. Linktauschanfragen versenden oder 25 Euro Gutscheine spreaden ist wirklich sowas von 2012. Richtige Pressearbeit erzeugt als „Abfallprodukt“ ebenfalls Links – ich denke das ist das was Johannes in seinem Beispiel auch meinte. Man setzt den Fokus nicht zwangsläufig auf Links, sondern macht Pressearbeit für ein Produkt oder bewirbt es und staubt dann, wenn das Produkt wirklich gut und/oder neu ist, zusätzlich auch noch Links ab. Wir merken jedenfalls, dass man auch ohne Links gerade durch Social Signals und viel mehr noch die damit verbundenen positiven Usersignale sehr viel erreichen kann, aber dass es auch Grenzen gibt. Diese Wachstumsgrenzen kann man nur mit Links überwinden.

 
  13. April 2016, 13:32

Danke Johannes. Jeder Tweet, jeder Share, jeder Post der zu einem Content auf einer Website führt ist ein Link und somit wäre ja Social…Content…auch Linkbuilding

 
  13. April 2016, 13:44

Vielen Dank für diesen Artikel.

Agenturen, die sich auf bestimmte Branchen spezialisiert haben, können weiterhin sehr erfolgreich Linkbuilding anbieten. Das funktioniert, weil verschiedene Kunden die gleichen Linkquellen nutzen können. Von der Netzwerkbündelung profitieren Kunden wie auch Agenturen aufgrund der geringeren Linkkosten.

 
  13. April 2016, 17:10

Danke Julian für deinen Post bzw. Johannes für Deine Sicht der Dinge. Für mich ist Linkbuilding immer noch ein sehr wesentlicher Teil des Online Marketings. Ich gebe Etienne recht, in jedem umkämpften Markt ranken die Seiten gut, die stark bzw. hochwertig verlinkt sind…

Perspektivisch sehe ich Linkbuilding als Teil des Contentmarketings. Denn es reicht gerade zum Start eines neuen Projektes nicht aus, nur gute Inhalte sauber aufbereitet anzubieten. Viel mehr muss man potenzielle Interessenten, Kunden und Linkpartner auch darauf aufmerksam machen.

 
Meier
  14. April 2016, 01:27

Linkbuilding ist tot, Seiten die künstlichen Linkaufbau nötig haben gehören weit nach hinten im Internet. Links bekommt man automatisch, bester Indikator für google. Im Jahre 2016 muss jedem klar sein, dass es es nur auf die Interessen der Besucher ankommt und für die Betreiber von Webseiten nur auf das nötige betriebswirtschaftlich Know-how.

 
  14. April 2016, 07:30

Hallo „Meier“. „Linkbuilding ist tot“ – hatte lange gedauert, aber die Aussage musste ja kommen. Wenn auch von einem anonymen Post. SEO ist auch tot. Alles ist tot, außer AdWords, Affiliate und Banner 🙂

– Scherz! –

Nein im Ernst: Es gehört nach wie vor beides zusammen! Erstklassige Websites und DANACH gutes Linkbuilding. Links sind Empfehlungen und wenn wir eines gelernt haben, das Empfehlungen nach wie vor das Beste Marketing sind und bleiben. Sowohl offline als auch online. Nur eben die Art und Qualität der Links ist entscheidend. Bringt es den Leser im Web wirklich weiter? Wer sollte dann ein Problem mit der Empfehlung haben? Niemand – auch nicht Google. Das ist m.E. Fakt und wird auch so bleiben.

 
  14. April 2016, 10:01

Nun – dazu könnte ich jetzt einen 50k-Wort-Beitrag schreiben, aber dazu fehlt mir ein wenig die Zeit – es ist doch so. Wie andere Kommentatoren auch schon gesagt haben.

Johannes, also mit oder für SISTRIX Linkaufbau zu machen, ist doch easy. Julians Frustration kann ich sehr gut nachvollziehen. Seokratie ist ja nicht die erste Agentur, die versucht, sich aus dem organischem Linkaufbau zurückzuziehen. Da gab es vorher schon welche. Eine ganze Reihe sogar. Erstaunlich ist die publike Art und Weise, wie das geschieht.

Organischen Linkaufbau als Dienstleistung anzubieten und damit finanziell erfolgreich zu sein, ist im deutschsprachigen Bereich eine wirklich harte Nuss. Die hat hier noch niemand geknackt. Die Amerikaner (oder besser Englisch-Sprecher) haben da schon deutlich mehr Beispiele, z. B. Stonetemple, Eric Ward, citationlabs.com, Builtvisible, Distilled, Digital Philippines etc. Es gibt noch Dutzende weitere solcher Anbieter für organischen Linkaufbau. Im englischsprachigen Umfeld ist diese Disziplin auch einfacher. Es gibt von allem mehr. Mehr Geld, mehr Content, mehr Blogs etc. Wo sind all diese organischen Anbieter in D/A/CH? Und die, die es noch gibt, wie erfolgreich sind diese – wirtschaftlich betrachtet?

Das Problem hier ist, dass Kunden – vor allem deren Controlling-Abteilungen – nur auf die Anzahl der Links schielen. Diese soll man unabhängig davon, wie die Rahmenbedingungen sind, immer wieder reproduzierbar erreichen und das am besten noch vertraglich zusichern. Gute Rahmenbedingungen sind aber bei den wenigsten Kundenprojekten gegeben:

– Kunde versucht nicht aggressiv Geld zu verdienen (z. B. Onlineshops werden nur sehr schwer verlinkt)
– Kunde publiziert schon seit vielen Jahren Inhalte auf hohem Niveau
– Kunde investiert viele Monate in den Beziehungsaufbau mit Influencern
– Kunde bietet eine auch optisch bestechende Publikationsplattform
– Kunde ist bereit über einen langfristigen Zeitraum in riskanten Outreach zu investieren

und so weiter

Ein bisschen schade finde ich aber dennoch, dass der durchschnittliche Leser bei Julian das Gefühl bekommt, das Linkaufbau irgendwie nicht mehr gut oder realistisch ist. Realistisch war er für Viele noch nie. Das heißt aber nicht, dass er nicht notwendig ist. Das ist er. Zwingend!

Nur wer wird diese Arbeit in Zukunft machen?

@Etienne

„Aber jetzt erklär mir mal, wie man es soweit – komplett ohne Linkbuliding – oder sehr große Werbebudgets schaffen will? Vor allem, wenn man nicht First-Mover ist.“

In deinem Fall würde ich dir diese Strategie empfehlen: http://contentmarketingboutique.de/cmeg-016/ (Kostet nur Zeit und Content)

Wenn du schon so viel in die Produktion von Inhalten investierst, dann publiziere sie „auszugsweise“ in Form von Gastbeiträgen da, wo Traffic ist. In anderen reputablen Medien. Du brauchst keine tausende von Links, um gegen die Faker zu gewinnen. Und die Portale werden es dir auch danken.

Viel Erfolg
Saša

 
  14. April 2016, 10:22

Gerade frisch von heute:

Using Content Marketing For Links? You Might Be Doing it Wrong
https://builtvisible.com/content-marketing-for-links-wrong/

Ein sehr schöner Beitrag darüber, warum es Sinn macht, vom Linkbuilding als Ziel des Content-Marketings zum Funnel getriebenen Modell upzugraden. Der Beitrag skizziert die Evolution des Linkbuildings und zeigt, wie sich die Denke ändern muss:

Zitat: “What we’re not doing: learning what people link to and creating content to achieve that.

What we’re doing: learning what people love, creating the best content we can write and promoting in the right places.”

Viele Grüße
Saša

 
  14. April 2016, 15:44

Danke für diesen spannenden Beitrag – Hochinteressanter Artikel . Ich finde das Spannungsfeld zwischen den vielen Unterschiedlichen Aussahen von Linkbilding ist tot und Linkbuilding wichtiger Faktor spannend.
Wir bleiben dran – nicht nur für Google. Jeder Link hilft auch unsere Marke bekannt zu machen. Gerade für Unternehmen die regional unterwegs sind ist das ein nicht zu verachtender Faktor.

VG, Daniel

 

[…] Link­buil­ding ist ein wich­ti­ger Be­stand­teil bei such­ma­schi­nen­op­ti­mie­ren­den Maß­nah­men. Sagt Jo­han­nes Beus von Sis­trix. […]

 
  17. April 2016, 04:48

Es ist eine zweistellige Zahl an Jahren her, da glaubte ich noch, was Google damals sagte: Nur auf guten Inhalt setzen, das allein sei wichtig.

Naja, man lernt.

Und später achtete ich dann bei liebevoll erstellten neuen Projekten darauf, daß auch ein paar Links da-sind.

Leider hat das auch dazu geführt inzwischen, daß eine regelrechte Linkschlacht ausgebrochen ist, die ich – allein aus Zeitgründen aufgrund der Anzahl von Projekten – nie mitgemacht habe. Und auch keine Lust dazu hatte offengesagt.

Und wie alle Trends gibt es auch hier einen Gegentrend. Google erkennt inzwischen – es hat ewig gedauert, das muß man dazu-sagen – endlich surreale, also unnatürliche Linkstrukturen.

Was natürlich nichts daran ändert, daß Links weiterhin wichtig sind, wie der Autor diese Beitrags zutreffenderweise schreibt.

Aber man kann nicht mehr allein durch affiges Linkkaufen etwas erreichen. Und das ist auch gut so.

 

[…] Nur Dummköpfe ignorieren Linkbuilding – Auch Johannes Beus von SISTRIX widmet sich dem Thema Linkbuilding. Seiner Meinung nach muss erfolgreiches und nachhaltiges Linkbuilding aus dem angebotenen Produkt selbst erwachsen und sei daher nicht zwingend ein Agentur-Geschäftsmodell der Zukunft mehr. Weiter… […]

 
  17. April 2016, 10:12

Ich bin mir nicht sicher, ob in Zeiten, in denen der Pinguin sein Unwesen treibt, „unnatürliches“ Linkbuilding noch zeitgemäß ist. Früher habe ich zum Beispiel gerne Links getauscht, eben weil es jeder gemacht hat und ein einfaches Mittel war, um sich im Ranking zu pushen. Heute geht das nicht mehr. Ist Google heute nicht schlau genug, um zu erkennen, wann ein Link durch Linkbuilding über eine Agentur entstanden ist? Vielleicht bin ich einfach nur zu ängstlich (ja, der Pinguin hatte mich auf einer meiner Seiten getroffen :-((), aber mittlerweile bin ich der Meinung, dass nur natürlich aufgebaute Links auch gute Links sind. Auch denke ich, dass man mit gutem Content und wenig eingehenden Links trotzdem ranken kann. Bin aber kein SEO, nur meine laienhafte Meinung. 😉

 
  19. April 2016, 10:27

Die Diskussion ist mal wieder sehr spannend. Seokratie und Sistrix vertreten teilweise unterschiedliche Positionen, im Kern sehe ist sie aber nicht so weit auseinander. Und dann der webmaster-hangout von Johnny Müller zum Thema Links. @Johannes @Julian: Wie ist Eure Meinung dazu?

 
  19. April 2016, 13:26

Ich glaube ein wenig Linkbuilding ebnet einer Webseite sicherlich einen leichteren Start in ordentliche Rankings, als wenn alleinig der Content herhalten muss. Ich sehe es als Katalysator, der die Positionierung bei Google und Co. in Gang bringt. Danach muss die Seite aber durch Content und Mehrwert glänzen, dann kommen die Backlinks von ganz alleine.

 

[…] über Linkbuilding im Jahr 2016 angestoßen und kurz darauf von Johannes Beus mit einer Gegendarstellung […]

 
  23. April 2016, 10:37

Die Frage ist nicht ob Links weiterhin Juice und Trust und in Folge dessen bessere Rankings bringen, sondern wie man mit Linkbuilding umgeht. Google wird immer besser im Erkennen, ob das Linkprofil natürlich ist oder nicht.

Links sind und bleiben wichtig, daher sollte man Linkbuilding betreiben. Aber alles was Unnatürlich ist schadet einem langfristig. Gute, qualitative Links muss man sich verdienen, nicht kaufen. Darauf sollte die Strategie aufbauen.

 
  27. April 2016, 13:11

Erstmal Danke für den Artikel, der mir aus der Seele spricht.

Es ist schon kurios: Einerseits wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Google das Netz immer mehr wie ein Mensch sieht, also gute Inhalte erkennt, Nutzersignale auswertet etc. aber zugleich begreifen viele beim Thema Linkbuilding nicht, dass auch hier mit „Offline-Denke“ herangegangen werden muss.

Linkbuilding bedeutet für mich in erster Linie Inhalte zu schaffen, die von ganz alleine dafür sorgen, dass andere darauf verlinken. Warum auch immer! Weil der Inhalt ihre Fragen beantwortet, sie unterhält, zum nachdenken oder diskutieren anregt – in jedem Fall interessant ist.

Und dann trifft man auch heute noch auf SEOs, die für ihre Kunden Links auf uninteressanten, unsichtbaren Blogs, in ungenutzten Webverzeichnissen etc. kaufen, und meinen damit den heiligen Gral gefunden zu haben.

In der realen Welt wären das bezahlte Claquere, und das zieht bekanntlich immer nur kurzfristig.

 
  27. April 2016, 17:14

Den meines Erachtens wichtigsten Punkt hat Saša aufgegriffen, denn abseits der schönen Theorie und Idealvorstellungen gibt es auch noch die betriebswirtschaftliche Realität, die in einer Welt ohne unbegrenzt Zeit und Geld nunmal meist vorhanden ist. Die Einteilung in „gutes Content Marketing“ und „böses Link Building“ ignoriert die vielen Graustufen zwischen schwarz und weiss. Ist ein bischen wie beim Geld anlegen: Will ich Immobilien verkaufen, kann ich natürlich die Angst vor allem schüren, das mit mehr Risiko höhere Renditen einbringt und das Schreckgespenst Börsencrash an die Wand malen. Tatsache bleibt dennoch, daß es zwischen dem Pennystock und der Immobilie durchaus Anlageformen gibt, die bei überschaubarem Risiko solide Renditen abwerfen.

 
  28. April 2016, 18:09

Ich glaube, die Diskussion zwischen Johannes und Julian lässt sich durch die simple Begriffsunterscheidung zwischen Linkbuilding und Linkbaiting auflösen 😉

Das von Julian erwähnte Amazon Tool trägt seinen Teil zum Linkbuilding durch den Mehrwert des Tools bei. Und das ist ja auch eigentlich der Zweck eines Link (=Empfehlung).

Ruslan

 
  30. April 2016, 11:06

Das Kommentieren ist für den Backlinkaufbau in der heutigen Zeit nicht mehr wirklich so relevant. High-Pr-Sites mit hohem Trust oder ein Netzwerk von hochwertigen Seiten bringt oft deutlich mehr Erfolg. Für einen guten Linkmix sollten aber auch die Kommentare beachtet werden. Nicht zuviele machen und darauf achten, dass die Kommentare einen Mehrwert bieten das sollte die Divise sein.

Ich glaube die Diskussion dreht sich im Kreis. Da hier unterschiedliche Begriffe gemeint sind?

Beste Grüße

 
  3. Mai 2016, 10:42

Linkbuilding ist definitiv gestorben! Und aus diesem gewichtigen Grund füge ich diesem Kommentar nun auch meine URL bei. Da es sich darüber hinaus um einen Nofollow-Link handelt, ist die Unwichtigkeit zum Glück doppelt abgesichert 😉

 

[…] Besondere Aufmerksamkeit erfuhr das Thema Linkaufbau. Als Reaktion auf einen Hubspot Beitrag mit Experteninterviews zum Linkaufbau begründete Julian Dziki in 14 Punkten, weshalb Linkaufbau kein fester Bestandteil der SEO Arbeit sein sollte. Johannes Beus verwies im Sistrix Blog dagegen auf die starke Wirkung von Links, die selbst Google erst kürzlich wieder herausgestellt hat. […]

 

[…] sind wichtig, und wie Sistrix schon gemeint hat – nur Dummköpfe ignorieren […]

 

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