SEO: gefühlter Handlungsbedarf

· 14. Februar 2012 · 41 Kommentare
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Wenn ich in meinen Twitter-Stream schaue oder mir das tägliche SEO-Update auf Seo.at abhole, habe ich zeitweilig das Gefühl, dass sich die SEO-Welt kontinuierlich schneller dreht: fast minütlich scheint es neue Formate, Verticals, Integrationen, Algorithmusänderungen und Verbesserungen zu geben. Gerne werden diese Nachrichten so intoniert, dass jeder professionelle SEO davon ausgeht, umgehend handeln zu müssen, um nicht morgen vom Google-Hades jenseits Position 100 empfangen zu werden. Zur fortwährenden mentalen Gesundheit des geneigten Lesers hier eine andere Sichtweise:

Als Google sich vor über 10 Jahren dazu aufmachte, die Suchwelt neu zu erfinden, gelang mit der Einbeziehung von Links in das Ranking eine Revolution: die Qualität der Trefferlisten wurde massiv erhöht und es dauerte nicht lange, bis der Marktanteil der Suchmaschine den Ergebnissen von Wahlen in Nordkorea nahe kam. In den Anfängen waren die SERPs-Verschiebungen, die bei den regelmäßigen „Google-Dances“ zu beobachten waren noch massiv – Google musste mit einer Vielzahl von Faktoren und Dämpfungswerten experimentieren und diese in das bestmögliche Verhältnis zueinander setzen. Das hat nach ein paar Jahren allerdings recht gut funktioniert und Google kam dem gewünschten Optimum immer näher: entsprechend geringer wurden die Regelungsschritte, die vorgenommen werden mussten. Auch bei der Einspielung tiefgreifender Algorithmusänderungen, die einen Großteil des Index betreffen, hat Google sich in den letzten Jahren vornehm zurück gehalten. So sorgt ein Update wie Panda, bei dem prozentual nur ein sehr geringer Teil der Seiten betroffen ist zwar für große Aufregung, ist aber im Umfang bei weitem nicht mit einem Florida-Update (2003) zu vergleichen.

Wer heute im organischen Index erfolgreich sein will, optimiert im Grunde nicht anders als vor 5 Jahren: eine sauber strukturierte Seite, die Nutzung passender Keywords sowie möglichst hochwertige Links sind weiterhin das Rezept für den SERP-Erfolg. Entsprechend sollte auch der Fokus eines SEO auf diesen Punkten liegen – alle weiteren Themen, seien es Social-Signals oder die neuerdings von Google regelmäßig geworfenen Nebelkerzen, sollten nicht den Blick auf die wirklich wichtigen Faktoren verstellen.

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Kommentare

SEOnaut   
14. Februar 2012, 12:22

Genau richtig. Im Grunde hat sich so viel gar nicht geändert. Die Kunst ist sich auf das zu fokussieren, was man wirklich umsetzen kann. In der Masse der Neuigkeiten kommt mal schnell dazu alles machen zu wollen, aber das dann nur oberflächlich. So wurden nur ganz wenige Blumentöpfe gewonnen.

knut   
14. Februar 2012, 12:27

Das stimmt schon. Die Basics, welche 90% ausmachen sind immer noch gleich.
Aber in einem hoch kompetetiven Umfeld macht sehr oft eine Kleinigkeit den Unterschied.Ich kann mir gut vorstellen, dass Google mit verschiedenen Signalen versucht die reinen Affiliates herauszufiltern. Und eine typische SEO Affiliate Schleuder wird keine große Twitter oder Facebook Gemeinde besitzen.

Wobei mich die aktuellen Searchmetrics Rankings Ergebnisse schon sehr überascht haben und demnach FB extreme Auswirkungen haben soll. Mich wundert bei FB nur immer, dass dies ja nur für Fanpages gelten kann, weil nur diese öffentlich und somit crwalbar sind.
Gruss
Knut

Wahid   
14. Februar 2012, 12:43

„eine sauber strukturierte Seite, die Nutzung passender Keywords sowie möglichst hochwertige Links sind weiterhin das Rezept für den SERP-Erfolg.“

Vernünftiger Inhalt gehört auch dazu.

Ansonsten toller Artikel, wie immer.

Julian   
14. Februar 2012, 12:51

Sehe ich auch so: Der SERP Erfolg ist immer noch abhängig von den drei genannten Punkten im Beitrag. Weitere Themen sollte man eher als Feintuning sehen. Wer schon seit 2009 mit Rich Snippets (http://www.gruenderszene.de/marketing/rich-snippets-website-traffic) arbeitet wird dadurch sehr viel Traffic gezogen haben, aber einen Einfluss auf die Positionen im organischen Index gab es dadruch vermutlich nicht.

Pascal   
14. Februar 2012, 12:59

Wahre Worte.

Mißfeldt   
14. Februar 2012, 13:00

Erst mal Danke für die beruhigenden Worte 🙂
Ich muss Wahid allerdings zustimmen: ich denke auch, dass Google immer mehr Metriken einsetzt, um die Qualität eines Contents zu ermitteln. Selbst wenn das nur in Mini-Schritten passiert und sich über Monate oder Jahre hinzieht: Aber in der Summe ist das in meinen Augen inzwischen eine vierte „Säule“ für das Ranking. Und diese vierte Säule ist in meinen Augen diejenige, die wächst bzw. an Bedeutung gewinnt, während die drei anderen eher rückläufig sind.
Dafür sind in meinen Augen Faktoren wie „Brand“ oder (verifizierbaren) Author, Social Signals, Einsatz von Medien (Bilder, Videos etc) „themenrelevante Links“, etc von Bedeutung.

Insofern meine Meinung zum Fazit des Artikels: ja und nein 🙂

Seojunky   
14. Februar 2012, 13:06

Vielen Dank Johannes für diese ehrlichen Worte. Es ist schön hin und wieder Beiträge zu lesen, in denen man wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Wenn einem wieder bewusst wird, wer Experte auf dem Gebiet SEO ist und wer nicht. Wer mit dem Panda Update den Weg zur Suchmaschinenoptimierung gefunden hat und seinen Blog mit der Promotion des Updates gepusht hat. Nur für wie lange … 🙂

Lange Rede, kurzer Sinn: Toller Beitrag!

Grüße,
Seojunky

Georg   
14. Februar 2012, 13:14

Rrrrrichtig – habe immer wieder den Eindruck, dass sich einige in (durchaus interessante) Details verrennen und dabei die grundlegende Arbeit vergessen. Nur sind diese Details halt die Kür und bei weitem nicht der dem Aufwand gerechtfertigte Umsatztreiber.

Nico   
14. Februar 2012, 13:22

ja und nein! grundsätzlich haben Social, Rich Snippets & Co keine direkten Einfluss auf das Ranking, indirekt allerdings sehrwohl! Angenommen ich habe sehr gute Inhalte auf meiner Seite, irgendwo her muss der Traffic ja aber kommen. und dass der nicht sofort über den organischen index kommt wissen wir alle! Also ist Social eine tolle Möglichkeit Besucher zu gewinnen…. diese Besucher halten sich dann idealerwiese sehr lange auf meiner Seite auf. Wenn ich nun google via Analytics & Co. die Möglichkeit biete das Userverhalten (des Social Traffics) auf meine Seiten zu messen, werde ich dadurch langfristig Rankingvorteile haben, sofern die Bouncerate und Aufenthaltsdauer besser ist, als die des Wettbewerbs. gleiches gilt z.B. für Rich Snippets: durch den Einsatz von Rich Snippets kann ich die CTR erhöhen, die ja bekanntermaßen auch eine von vielen Rankingfaktoren darstellt!

Die Summe aller Maßnahmen macht den Braten fett! und deshalb halte ich die aktuellen Ansätze dennoch für wichtig. Wobei man natürlich anmerken muss, dass man einzelne Faktoren auch immer durch andere kompensieren kann! Wen sich mein Thema also z.B. nicht wirklich für Social eignet (Thema Hämorrhoiden 😉 ), muss ich eben mehr (gute themenrelevante) Links „besorgen“….

SEO bedeutet aber eben auch alle möglichen Chancen und Faktoren zu nutzen! Und gerade im bereich SEO Beratung spielt das eine wichtige Rolle, ich möchte mir ungern später nachsagen lassen, dass ich Trends nicht erkannt und verschlafen habe! 😉 Man sollte die einzelnen Faktoren niemals separat betrachten, sondern immer im Kontext und in Verzahnung mit allen anderen Rankingfaktoren.

trotzdem schöner Artikel! 😉

Mißfeldt   
14. Februar 2012, 13:24

Beim Lesen meines Kommentars fällt mir auf, dass ich am Anfang ein „Ja, stimmt, sehe ich im Grunde genauso“ hätte schreiben sollen. Erst dann kommt die Einschränkung mit den sich einschleichenden Minifaktoren, die sich in der Summe zu einer „vierten Säule“ (Content-Qualität-Faktoren) summieren. Hoffe, es ist deutlich, was ich meine 🙂

Sebastian   
14. Februar 2012, 13:31

Wahre Worte! Vielen Dank für den Artikel. Wenn die Basics erledigt sind, sollte man sich allerdings an die Kür machen. Hier würden mich Verhältnisse / Faktoren interessieren, wie wichtig sind z.B.: FB Likes, wenn zwei Seiten technisch, on- und offsite komplett ausoptimiert sind.

frauholle   
14. Februar 2012, 13:44

sehr schön geschrieben und auf den Punkt gebracht :-).

Johannes   
14. Februar 2012, 13:53

Nico, ich glaube durchaus, dass soziale Signale (wie auch immer) Auswirkungen auf das Ranking haben (werden). Den Punkt, den ich versuchen in dem Blogposting rüberzubringen ist allerdings den Zeitaufwand, den man in die Optimierung der einzelnen Felder steckt. Es ist durchaus nicht unüblich, dass sich jemand ne Woche Gedanken über irgendwelche Social-Voodoo-Sachen machen, dabei das Keyword aber nicht im Title-Tag der Seite stehen hat …

Mario   
14. Februar 2012, 13:54

Natürlich bringen „Social-Signals“ was … Links! wenn auch nur nofollow …

Johannes   
14. Februar 2012, 13:56

Mario, und sogar da kann man sich aktuell bei Twitter durch den eigenen t.co-Redirect nicht so ganz sicher sein 😉

PRECOM   
14. Februar 2012, 13:57

Also ich sehs ähnlich wie @Knut. Das meiste sind immer noch die Basics. Nur es stimmt, dass gerade bei den vorderen Plätzen ohnehin alle die Basics beherrschen und – ich hoffe stark – auch beherzigen! Und auf den ersten paar Plätzen (je nachdem wie stark der Mitbewerb ist) machen dann so kleine feine „Neuigkeiten“ sicherlich Sinn.

Aber mir gehts ähnlich. Vor lauter Neuigkeiten, Tipps, Tricks, wichtigen und unbedingt notwendigen To-Do’s und den magischen Rezepten wird mir schön langsam schlecht! Schuster bleib bei deinen Leisten…..und mach das dafür RICHTIG gut!!!

Mario   
14. Februar 2012, 13:58

Auch wieder wahr 🙂

Stefan Köhn   
14. Februar 2012, 14:03

Hallo Johannes,

definitiv richtig. Ich denke aber, dass man sich auch nicht zu sehr auf die Basics versteifen und ab und zu durchaus über den Tellerrand hinaus schauen sollte. Das Internet, wie es noch vor einigen Jahren bestand hatte, wandelt sich durch Social gerade erheblich. Das stellt auch für Google eine Möglichkeit dar, dem im Übermaß zum Ranking beitragenden Backlink ein weiteres Bewertungskriterium zur Seite zu stellen. Das das derzeit noch nicht der Fall ist, ist klar. Ich denke aber, dass es nur eine Frage der Zeit und des Erfolges von Google+ ist, bis auch SEOs auf dem Gebiet stark umdenken müssen. Warum sich also nicht jetzt schon mit den Besonderheiten von Social beschäftigen um für den Fall der Fälle bereit zu sein? 🙂

@Wahid: lies Dir bezüglich der Searchmetrics Ergebnisse mal die sehr gelungenen Beitrage von Martin (http://www.tagseoblog.de/wenn-top-ranking-faktoren-mit-senf-auf-der-glatze-korrelieren) und Julian (http://www.seokratie.de/google-ranking-faktoren-2012-fur-deutschland-und-wieder-mal-mein-senf/) durch – die rücken Deine Sichtweise darauf wieder etwas in „normales Licht“ 🙂

Gruß Stefan

Sabrina   
14. Februar 2012, 14:17

Ich stimme Knut zu, die Basics bleiben gleich und das ist auch gut so. Jedoch kommt es immer mehr auf Kleinigkeiten an, um auf Pos 1 zu gelangen. Je höher man im Ranking steigt, desto schwieriger wird es. Da kann es schonmal helfen, wenn man seine Absprungrate verringert oder die Anzahl an shares, usw. steigert.
Letztlich sollte man den Blick für das Wesentliche aber nicht verlieren.

Gretus   
14. Februar 2012, 15:03

Hallo,

die soziale Suche als Nebelkerze zu bezeichnen ist genauso verwirrend wie irgendwelche Korrelationen als Rakingfaktoren 2012 zu verkaufen 😉

Sozial Signals sind definitiv ein Thema für das man sich auch Zeit nehmen sollte. Empfehlungen aus sozialen Netzwerken sind die neuen Links, sich bereits jetzt eine möglichst qualifizierte Reichweite bei Facebook, Twitter und Co. zu verschaffen kann auf jeden Fall nicht schaden…

Grüße

Gretus

Martin   
14. Februar 2012, 15:04

Hallo!

Kurzer und guter Artikel. Ich finde aber auch das es schon viel mehr da draußen gibt als die Standard rythmen und Phasen die man in das Ranking Investiert. Bespiele gibt es on mass wie es gehen kann.

Die Konkurrenz war aber auch vor 5 Jahren einfach nicht so groß, daher ist auch die Informationsflut die kommt zu befriedigen. Jeder will mehr und vor allem das wissen was andere nicht wissen. Viele machen sich dann auch einen Hoax daraus…

Johannes   
14. Februar 2012, 15:19

Gretus, stimme ich doch vollkommen mit Dir überein. Wenn es noch nicht wichtig ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es in Zukunft wichtig wird recht hoch. Also kein Thema, das man vernachlässigen darf. Ich plädiere in dem Blogposting aber dafür, seine verfügbare Zeit richtig einzuteilen: also nicht 90% der Zeit für eventuelle künftige Faktoren zu verschwenden und mit den restlichen 10% die aktuellen Faktoren zu vernachlässigen sondern genau andersrum.

Gretus   
14. Februar 2012, 15:33

Hallo,

da magst Du Recht haben, wobei man Social Media Marketing natürlich nicht nur auf seinen womöglichen SEO-Effekt reduzieren sollte. Die Basics niemals außer Acht lassen und mögliche Neuerungen stets auch in Betracht ziehen, lautet wohl die Devise in Zeiten wo alles immer schneller zu werden scheint 😉

Grüße

Gretus

Jürgen   
14. Februar 2012, 15:43

Die Facebook Likes und Google Plus‘ bringen auch jetzt schon was, und zwar reichlich Verkehr. Deshalb würde ich die 90/10 Formel in Frage stellen wollen.

dr_ksp   
14. Februar 2012, 16:39

@jürgen: das sehe ich ähnlich (aus Erfahrung). Die Searchmetrics Ranking Faktoren für 2012 bestätigen, dass die Social Signals durchaus Bedeutung haben…

Huggy   
14. Februar 2012, 18:49

Zuerst Danke für den Artikel, durchaus erfreulich nebst all den Bild-SEO Blogs mal wieder etwas „bewiesenes“ zu lesen.

„Die Searchmetrics Ranking Faktoren für 2012 bestätigen, dass die Social Signals durchaus Bedeutung haben…“

Und genau das tun sie nicht. Wer den gesamten Bericht gelesen hat, sollte – ebenso, wie es Marcus im Blogpost öfter erwähnt hat – feststellen, dass keine tatsächlichen Rankingschlussfolgen daraus ziehbar sind. Auch wenn ich an diesem Punkt für gewöhnlich weit aushole und mein Gegenüber mit Gegenargumenten überschütte, finde ich Hanns Kommentar bei Julian (seokratie.de/google-ranking-faktoren-2012-fur-deutschland-und-wieder-mal-mein-senf/#comment-56555) auf den Punkt gebracht. Ich kann dir ohne Probleme 30 weitere Zusammenhänge sagen, die zwar für top rankende Seiten gelten mögen, allerdings kein Kriterium für ein Ranking sind.

Wenn ich von anderen SEOs höre, dass man statt Links doch lieber Likes aufbauen soll, ist das – derzeit (und vermutlich für immer) einfach Falsch. Ich lasse mich dazu breitschlagen, dass Likes eine Ergänzung sind (seh‘ ich zwar derzeit nicht so, aber soll eben jeder seine Meinung haben) , aber nur weil selbsternannte Kommunikationsexperten einen weiteren Markt ergreifen wollen, entsprechen solche Aussagen noch lange nicht der Wahrheit.

Rankingfaktor? Möglich.
Essentiell? Wirklich nicht.
Effektiv? Vermutlich nicht.
Effizient? Auf keinen Fall.

Und Aussagen wie „aber es bringt auch Besucher!“ mag vielleicht stimmen, hat aber mit SEO nichts zu tun.

Gretus   
14. Februar 2012, 20:38

Hallo Huggy,

lol, was hat Sistrix hier denn `Bewiesenes´ geschrieben? Manchmal glaube ich echt, Ihr wisst gar nicht mehr was Ihr so alles für einen Blödsinn verzapft. Sistrix hat ein Statement abgegeben, wie er die derzeitige Entwicklung im Bereich SEO einschätzt. Sonst nix!

Die Vorgehensweise der Untersuchung von Searchmetrics hier grundlegend anzuzweifeln dürfte auch Johannes nicht gefallen. Ich hoffe mal, dass auch er zukünftig noch einige Auswertungen in Bezug auf womögliche Rankingfaktoren veröffentlichen wird…

Grüße

Gretus

vanCity   
14. Februar 2012, 22:35

@Sistrix
volles ACK! SEO ist heute im Großen und Ganzen nach wie vor nicht anderes als vor einigen Jahren auch. Es ist nur alles wesentlich schneller geworden und das ein oder andere interessante vertical ist dazugekommen.
Die von dir angesprochenen Nebelkerzen gefallen mir ebenfalls, denn was Google in seiner Kommunikationsstrategie schon immer perfekt beherrscht hat ist die Häppchenkultur und das Seeden von Missinformationen. Das klappt seit Jahren bestens. In SEO-Kreisen führt es dann permanent dazu, dass Google Fähigkeiten angedichtet werden, die einfach fernab von jeglicher Realität sind. Sollen die Leute doch glauben was sie wollen. Jeder muss seine Erfahrungen machen. Der Tag hat nur 24 Stunden, und wenn die Leute meinen, sich groß um social signals kümmern zu müssen, bitte. Mir sind jedenfalls 10.000 Besucher organischer SEO Traffic im Bereich Kredit und Telekommunikation lieber als 100.000 Facebook User oder irgendwelche Likes und Shares. Aber so ist das nun mal im Leben. Der eine geht mit 40 in Rente und der andere schuftet bis ins hohe Alter, weil er immer den sogenannten Meinungsmachern hinterhergelaufen ist, anstatt selbst das Heft in die Hand zu nehmen…

Marco   
15. Februar 2012, 08:06

Der Artikel ist wirklich gut, ich kann dem auch nur zustimmen. Nur muss ich auch noch was zu den Kommentaren sagen.
Also Mißfeldt: Sicherlich hast du bedingt recht mit der Aussage:
„Dafür sind in meinen Augen Faktoren wie „Brand“ oder (verifizierbaren) Author, Social Signals, Einsatz von Medien (Bilder, Videos etc) „themenrelevante Links“, etc von Bedeutung.“
Gerade im Bereich „Social Signals“ bin ich etwas anderer Meinung. Google bezieht diese zwar ein, aber nur im „eingeloggten“ Zustand, ich glaube in den realen Suchergebnissen spielen diese noch nicht so eine Rolle.
Bei den Bereichen „Bilder, Videos, Multimediale Medien, themenrelevante Links“ uvm“. bin ich ganz bei dir, das ist zum Teil schon in Google implementiert und wird auch noch weiter an Bedeutung gewinnen.

Ozan   
15. Februar 2012, 09:53

Im Grunde ist es nichts anderes wie vor Jahren. Eigentlich wirklich traurig, dass man solche Standards immer und immer erneut anlegen muss. Jeder SEO ist darauf bedacht, genau diese Punkte abzuarbeiten.
Erfolg kommt dann entweder, wenn er es richtig gemacht hat und kontinuierlich.

Ich hoffe, es wird sich in den nächsten Jahren etwas ändern, so dass man nicht immer die gleichen Punkte abarbeiten muss.

Alexander   
15. Februar 2012, 10:48

Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und behaupte, dass es für Unternehmen im Anbetracht der inzwischen herangewachsenen Marktstärke von Facebook, Twitter, Google+, Youtube, GooglePlaces, Yelp, Groupon, Linkedin, Xing, Pinterest usw. durchaus möglich wäre, gänzlich auf eine Unternehmenswebseite zu verzichten und trotzdem richtig gut zu ranken und Umsatz zu machen. Inhalte können auf den Plattformen verteilt werden,auf denen sich die Kunden so oder so bereits herumtreiben, Kundenbetreuung kann darüber erfolgreich erledigt werden, Markenbildung betrieben werden, neue Mitarbeiter gescoutet und Produkte verkauft werden.

Als Referenz reicht mir eine einfache Landingpage mit ein paar Über-Uns Daten, Links zu meinen Social-Media Auftritten und vielleicht das ein oder andere Angebot. Insofern, denke ich, ist es durchaus sinnvoll, dem aufgescheuchten Hühnerhaufen hinterherzurennen und auf das nächste große Ding sofort mit aufzuspringen. Das klingt zwar stressig, erweist sich doch aber inzwischen schon oft als effektiv.

Dominik   
15. Februar 2012, 14:26

Ich glaube nicht das professionelle SEOs Probleme damit haben, die Wichtigkeit der SEO Faktoren einschätzen zu können und durchaus in der Lage sind Newsstreams von Faktorpriorität zu differenzieren. Das Thema trifft eher SEO Kunden, welche an Hand der Newsstreams versuchen die Wichtigkeit der einzelnen Faktoren zu bemessen. Nicht ganz unschuldig daran ist auch die SMM Lobby, welche gerne zur bestmöglichen Nutzung des Hypes auch auf eben diese SEO News verweist. Warum sich zahlreiche SEO Blogs vorwiegend mit diesen ganzen kleinen Neuerungen beschäftigt wird dann wohl darin begründet sein, dass eben diese News in der Veröffentlichung deutlich effizienter sind, als z.B. erweiterter Analysen bei den Grundfaktoren anzustellen ;).

Alexander Holl   
15. Februar 2012, 16:50

Hallo Johannes,
irgendwie stimmen Dir ja auch alle zu, weil Du (wie so oft) recht hast. Es ist halt nur immer ein Teil unseres Jobs, sich mit allen neuen Ding auseinanderzusetzen und zu verstehen, was wirklich ein großes Thema ist, ob beispielsweise Daten von searchmetrics zu interpretieren sind. Ich persönlich finde das aber gerade das Analytics Thema bei SEO oft zu kurz kommt. Bei jedem neuen Blogpost von Avinash Kaushik (Mr Web Analytics Worldwide) bekomme ich Schweissperlen auf der Stirn, weil ich gleich wieder einen ganzen Tag verbringe um die Inhalte zu verstehen und nachzubauen. Also zusammenfassend es ist gut sich mit jeder neuen Rankingveränderung zu beschäftigen, aber oft noch zielführender ist es, auf Basis von Web Analyse Zahlen, Segmenten, benutzerdefinierten Berichten, Alerts und Multi-Channel Betrachtungen zu verstehen welches Keyword auf der eigenen Seite zu welchen Reaktionen führt. Ach man müsste sich klonen können.
Alexanner

Nico   
16. Februar 2012, 08:37

Johannes, ich denke wir verstehen uns! 🙂
Ich gebe Dir völlig Recht, die Basics in Sachen SEO müssen erledigt sein, bevor man sich um Dinge wie SocialMedia kümmert! Das habe ich mal vorausgesetzt….

Beste Grüße
Nico

Huggy   
16. Februar 2012, 08:57

„lol, was hat Sistrix hier denn `Bewiesenes´ geschrieben? Manchmal glaube ich echt, Ihr wisst gar nicht mehr was Ihr so alles für einen Blödsinn verzapft. Sistrix hat ein Statement abgegeben, wie er die derzeitige Entwicklung im Bereich SEO einschätzt. Sonst nix!“

Dir auch einen schönen guten Morgen. Du kannst den gesamten letzten Absatz als bewiesen ansehen – wobei du den Ausmaß von Bewiesen natürlich ins Auge des Betrachters legen kannst. Für mich zählt das jahrelange funktionieren als Beweis 😉 Ich habe auch die Vorgehensweise von SM nicht kritisiert, sondern lediglich das hervorgehoben, was SM selbst auch sagt – dass es „lediglich“ Faktoren sind, die bei rankenden Seiten auftreten. Diese Infos sind natürlich auch wertvoll und es lassen sich auch Schlüsse daraus ziehen – aber die sollten etwas vorsichtiger gewählt sein.

Raik   
17. Februar 2012, 09:54

Ich sehe das genauso wie Huggy. Es handelt sich hier um ein Statement. Und ich finde das auch gut so! Weiter so Johannes!

Mike   
17. Februar 2012, 16:58

Ich kann nur voll und ganz zustimmen – die permanente Paranoia vor Google Änderungen führt zu viel Aktion und wenig Ergebnis. Meine Erfahrung ist auch eher die, dass sich sich im großen (!) nicht viel verändert hat. Mit den Mitteln mit denen man 2007 gut SEO machen konnte, funktionieren in der Regel auch heute noch. An der einen oder anderen Stelle sollte man etwas mehr Fingerspitzengefühl walten lassen, aber Panik – ist nicht angebracht…

VG
Mike

Andi   
17. Februar 2012, 19:59

Hi Johannes,

zunächst mal Danke für die doch beruhigenden Worte. Ich ertappe mich selbst auch immer wieder, mich für „neue und nun ganz wichtige Rankingfaktoren“ hinreißen zu lassen und dabei ein bisschen den Blick für’s Wesentliche zu verlieren.
Bisher wurde ich aber immer wieder von der Realität bzw. von der Tante eingeholt: Eine saubere Onpage-Arbeit mit einer guten Backlinkstruktur sind nach wie vor die wesentlichen Erfolgsfaktoren.
Dazu dann noch das passende Tool 😉 und viel Fingerspitzen- und Bauchgefühl.

Gruß

Andi

One Advertising AG   
18. Februar 2012, 21:27

Es vergeht kaum ein Tag, ohne dass selbsternannte Google-Experten neue Ranking-Faktoren ausmachen, die es dann bestenfalls schnellstmöglich umzusetzen gilt. Sistrix-Gründer Johannes Beus hingegen rät zur Besonnenheit und warnt vor blindem Aktionismus. In seinem Blogbeitrag empfiehlt Beus

Petra   
22. Februar 2012, 16:42

Mein Fazit, welches ich auch schon in den letzten Wochen für mich gezogen habe: Einfach mal nicht auf jeden Zug aufspringen, der einem bei Twittbook und co so über den Weg läuft. Vielleicht meint Johannes auch das?
Basics sind wichtig und Weiterentwicklungen darf man nicht ignorieren, aber dieses ständige „Wir müssen up to date sein, weil…“ ist ganz schön anstrengend zu lesen. Und meiner Meinung nach, resultiert dies bei einigen auch aus Faulheit!
Statt kontinuierlich die Basics verbessern zu wollen, sucht man jeden Tag neue Faktoren an denen es nun liegen könnte. In der Hoffnung, dass die schneller zum Erfolg führen. Dabei wird übersehen, dass es immer Arbeit bedeutet…
Ich hoffe, ihr wisst, was ich meine?!

Übrigens hat der Beitrag gerade meine Schreibblockade gelöst. Danke dafür 🙂
LG
Petra

Connex Design Werbeagentur   
11. April 2012, 22:55

Sehr interessanter Beitrag und wahrhaft beruhigende Worte für jeden SEO denke ich.

Danke!

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