SERPs in SERPs

Johannes Beus
Johannes Beus
4. April 2008
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Ein SEO-Thema, das mich seit Jahren beständig begleitet, ist die Indexierung von Suchergebnisseiten durch andere Suchmaschinen, kurz: SERPs in SERPs. Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Suchmaschinen wollen ihren Nutzern eigene Ergebnisse liefern und keine, von anderen Suchmaschinen zusammengestellten Treffer listen. So schreibt Google in seinen Webmaster-Richtlinien auch:

Mit der Datei „robots.txt“ können Sie das Crawlen von Suchergebnisseiten und anderen automatisch erstellten Seiten verhindern, die keinen wirklichen Wert für über eine Suchmaschine auf Ihre Website geleitete Nutzer haben.

Nun ist es aber auch so, dass man durch die Indexierung von eigenen Suchen mit (verhältnismäßig) geringem Aufwand nicht unerheblichen SEO-Traffic generieren kann, wenn das Vertrauen von Google in die Domain vorhanden ist. Zu diesem Posting haben mich zwei Ereignisse der letzten Tage veranlasst, zu denen ich kurz etwas anmerken möchte.

Zum einen hat Google vor rund einer Woche wohl beschlossen, dass die Blogsuchmaschine Technorati.com zu stark in den Google-SERPs vertreten sei und entsprechend gegengesteuert. Technoratis Sichtbarkeit bei Google ist daraufhin deutlich zurückgegangen und gleichzeitig kann man bei Alexa schön beobachten, dass der Google-Traffic anscheinend einen nicht unerheblichen Anteil am Besuchermix der Seite hatte. Hierbei ist ganz interessant, dass Technorati die Suche als „Tags“ getarnt hatte – scheint trotzdem nicht gereicht zu haben. Dass es auch „klassische“ offene Suchen erwischen kann, hat in den letzten Wochen übrigens semager.de gezeigt – ob gewollt oder nicht, der Googlebot hatte eine Vielzahl der SERPs von semager.de indexiert, bis der rote Knopf gedrückt wurde und auch hier Ende war.

Das andere war der objektiv, ausgewogene Beitrag gehässige Rant von Andreas zum Thema Yasni, einer „Personensuchmaschine“. Die grundlegende Frage hierbei ist, ob die aggregierten Ergebnisse zu Namen genügend Mehrwert generieren, als dass ihre Indexierung rechtfertigt wäre. Ein spannendes Thema und ich bin gespannt, wie Google sich hier verhalten wird. Ich persönlich sehe derzeit noch deutlich zu wenig Mehrwert in Yasni, der eine derart massive Präsenz im Googleindex wie derzeit rechtfertigen würde. Es mag zwar sein, dass Yasni viele unterschiedliche Quellen abfragt, zum einen ist es – böse ausgedrückt – letzendlich doch „zusammengescrapter Content“ und zum anderen reduziert sich bei vielen der Namen die Quellenlisten auf Google/Yahoo/MSN.

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Kommentare
Nils Zimmermann   
4. April 2008, 19:10

Auf jedenfall ein interessantes Thema. Eventuell ist dieses Phänomen bald auch bei dt. Preissuchmaschinen zu erleben und die Shops selbst rücken wieder in den Vordergrund, was ich persönlich sehr begrüßen würde ;-), wobei es ja nun auch nicht so ist, dass diese Seiten totale Autoritäten sind.

PS: Welche Keys hattest Du bei der Technorati Sichtbarkeit verfolgt?

Greetz

DJTonic   
4. April 2008, 19:39

Oh, Herr Sistrix verlinkt zum ersten mal auf einen Beitrag von mir. Das steigert aber meine Motivation, weiterzubloggen wirklich gehörig. (nein, ausnahmsweise KEINE Ironie meinerseits).

Johannes   
4. April 2008, 20:51

Nils, bei vielen Preissuchmaschinen kann man den Mehrwert recht gut erkennen: Eigene Daten, Meinungen, Preisverlauf, was weiss ich noch alles. Die Sichtbarkeit würd über eine (sehr) große Anzahl unterschiedlicher Keywords erfasst, das gilt für alle der drei Graphen da.

SeoBlogger, sicher, dass das das erste mal war? Kann ich mir kaum vorstellen 😉

Pelle Boese   
4. April 2008, 21:08

Also ehrlich gesagt, kotzt mich Yasni ziemlich an. Ich will nicht, dass die bei der Suche nach meinem Namen auf der ersten Seite stehen…

Rainer   
5. April 2008, 00:54

Wieso DAS denn nicht? Ist doch geil, wenn dich deine Ex-Ischen schnell genug finden, um noch einmal von dir durchgenudelt zu werden. Früher mussten die noch unter einem Vorwand bei gemeinsamen Freunden oder sogar der eigenen Mutter anrufen.

Lupus   
5. April 2008, 04:06

Endlich tut Google was gegen die Spamverseuchung der Suchmaschine – das konnte ja nicht mehr so weitergehen. Wenn man relevante Ergebnisse haben wollte, ist man gleich auf Seite 5 gesprungen oder hat eben eine andere, vernünftige Suchmaschine (zum Beispiel ask) genommen. Google ist echt zum AOL der Suchmaschinen verkommen – danke liebe SEO Spammer….

Sascha   
5. April 2008, 17:59

Würde auch einen Ausschluss von yasni und den Preissuchmaschinen im Googel Index befürworten.

Johannes   
5. April 2008, 18:50

Lupus u. Sascha, zum Glück basiert der Googleindex aber nicht auf dem (Internet)-Volksvotum 😉

Ralph   
5. April 2008, 22:58

Johannes, Du hast zwar das Ergebnis gleich selbstentdeckte Tatsachen vorgestellt und dafür habe ich jedes mal Respekt, aber mir fehlen hier Deine eigene Gedanken über Lösungsideen 😉

Ausserdem macht mich dieser Satz sehr neugierig: „Die grundlegende Frage hierbei ist, ob die aggregierten Ergebnisse zu Namen genügend Mehrwert generieren, als dass ihre Indexierung rechtfertigt wäre.“ Heißt dies jetzt, wenn ich Tag & Nacht die Suchmaschinen mit meinen Schlagwörtern „nerve“, dass dadurch die betroffenen Websites öfters im Index vorkommen oder bin ich hier mit meinen Gedanken auf dem Holzweg?

Ach ja… Einen Vorschlag habe ich: Besteht die Möglichkeit, dass man eine Nachricht bekommt, wenn ein Kommentar in der Rubrik mit eigenen Kommentaren hinzu kommt? Dies wäre sehr hilfreich 😉

Ralph

Arno Nym   
5. April 2008, 23:15

Sehr schönes Thema. Da fällt mir doch direkt meiner guter Freund, „der“ ebay ein.

Johannes   
6. April 2008, 14:16

Ralph, ich glaube nicht, dass es hier andere universelle Lösungswege als „Suche aus dem Index lassen“ gibt. Bei dem einen Satz glaube ich schon, dass du auf em Holzweg bist ;-), die E-Mail-Benachrichtigung dürfte nun korrekt funktionieren.

Ralph   
6. April 2008, 21:20

@Johannes: Ach… lieber bin ich auf dem Holzweg und habe Klarheit 😉

Wegen der E-Mail-Benachrichtigung: Wo stelle ich diese ein oder ist diese automatisch aktiviert?

Ralph

Johannes   
6. April 2008, 22:51

Ralph, die E-Mail-Benachrichtung funktioniert nur, wenn du bei der „SEO-Toolbox“ angemeldet bist. Dann gibt es bei den Kommentaren die Checkbox „Neue Kommentare per E-Mail?“ – ist jetzt seit gestern auch standardmäßig aktiviert.

webtechnik   
7. April 2008, 14:28

„Ein sehr interessantes Thema; mir persönlich ist es auch gerade passiert, dass wegen einer Tagwolke auf meiner Seite durch Yahoo eine Unmenge an Suchergebnisseiten indiziert wurden. Meine eigene Schuld, ich habe das Modul wieder herausgenommen, aber jetzt sind die Seiten drin, und werden es wohl noch eine Weile bleiben. Was Yasni angeht kann ich dem zustimmen, dass dies keinen Mehrwert erzeugt. Aber kaum einer wird seinen Namen wohl an hohen Positionen in den Ergebnissen finden, und wenn schon? Das Problem ist also eher der „zusammengescrapte Content“, und nicht das, was „Lupus“ so sprachgewaltig beschreibt bzw. Peter anmerkt. Fast 7.000.000 E-Bay-Müll-Links sind tatsächlich nicht schlecht. Wer klickt denn auf so einen Link? Wenn man wenigstens auf E-Bay die eigene Seite verlinken könnte …“

speyburn   
8. April 2008, 10:33

Bei Stern.de wird (gewollt oder nicht gewollt) sogar eine ODER-Suche indexiert.
Hab schonmal darüber gebloggt http://www.speyburn.de/seo/die-pseudosuchmaschine-von-sternde/

Das heisst dass bei zwei Suchbegriffen sogar nur einer vertreten sein muss. Da ist die Wahrscheinlichkeit natürlich noch größer dass die eigene Serp irgendwo in den Google-Serps drin ist.

Martin   
9. April 2008, 01:59

Über Semager hatte ich mich schon ziemlich geärgert. Schöner als die manuellen „Kicks“ wären aber algorithmische Lösungen. Das hätte dann den Charme, dass auch die e*-Müllseiten aus dem Index flögen, und nicht nur die vergleichsweise kleinen Fische wie semager. Auch wenn ich mich über die auch in der letzten Zeit gelegentlich geärgert habe…

Michael   
9. April 2008, 16:37

Zu Yasni habe ich mal eine Diskussion auf Xing angestoßen. Interessant war, daß der Yasni-Geschäftsführer auf seinen Datenschutzbeauftragen verweist, der wiederum sagt, daß Yasni folgendes _nicht_ mache:
„Allgemein zugängliche Daten dergestalt zu aggregieren und zu nutzen, dass neue Informationen aus diesen vorhandenen Informationen entstehen”.
Wenn Profile zu Personen automatisch erstellt würden, dann wäre die Grenze des in Deutschland zulässigen überschritten. Deshalb macht Yasni das auch nicht, sondern es gibt einen Wust von Treffern je Name, nicht je Person.
Somit bleibt Yasni praktisch „per Gesetz“ in der Definition von Google („Suchergebnisseiten und anderen automatisch erstellten Seiten“).
Was anderes sind allerdings Profile, die man explizit als Nutzer von sich erstellt. Das war meine Motivation, mich genauer mit Yasni zu beschäftigen: Profil anlegen, eigene Backlinks unterbringen, und gleichzeitig aus dem ganzen Wust von Suchergebnissen verschwinden.

DJTonic   
9. April 2008, 16:51

@michael: das ist wirklich ein sehr köstlicher kommentar.

ecombase.de   
3. Dezember 2008, 15:59

https://web.archive.org/web/20081217012446/http://www.ecombase.de/Abmahnung.yasni.Bellendorf.Ruehl.einstweilige.Verfuegung.php
naja, nicht alles was machbar ist – sollte man auch machen 🙂
zwischen “ scrapen “ und content klau und dubletten mit keys ins web hämmern, sehe ich als “ BETROFFENER “ jedenfalls einen so himmelweiten unterschied, dass ich keinesfalls gewillt bin, mir das auch nur im ansatz gefallen zu lassen

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