Steuerung der internen Verlinkung mit Nofollow

Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Die interne Verlinkung ist zugleich ein sehr interessanter und wichtiger aber auch extrem häufig sträflich vernachlässigter Parameter für Suchmaschinenoptimierung gerade umfangreicher Webseiten. Durch gezielte Veränderungen können hier schnell deutliche Erfolge erzielt werden, ohne, dass neue eingehende Links gekauft akquiriert werden müssen. Die Homepage eines typischen Internetshops zum Thema „Sport“ dürfte folgende interne Verlinkungen enthalten:

imagenotfound
Jetzt kommt die Suchmaschine, sieht die fünf Links auf der Startseite und ermittelt so, dass es auf den Unterseiten also offenbar zu gleich wichtigen (!) Teilen um Wassersport, Wintersport, das Kundenkonto, Versandinformationen und ein Impressum gehen muss. Verstärkt wird diese Einschätzung in sehr vielen Fällen noch dadurch, dass genau diese Navigation dadurch, dass sie in dem Template enthalten ist, so auf jeder Seite wiederholt wird. Nun ist das Problem, dass der Wert jedes einzelnen internen Links mit steigender Anzahl der Links auf dieser Seite sinkt, zweidrittel der vorhandenen „Kraft“ in diesem – zugegebenermaßen extremen – Beispiel also recht sinnlos verschwendet werden. Die Idee ist nun, nur den Seiten, die für das Ranking in den Suchmaschinen wichtig sind, interne Links zukommen zu lassen. Während früher mit komplizierten Flash- und JavaScript-Konstrukten gearbeitet wurde, um den Link für den User zu erhalten, ihn für Suchmaschinen allerdings unsichtbar zu machen, gibt es seit einiger Zeit dankenswerter Weise das „Nofollow-Attribut“ für Links. Eigentlich als Methode gegen den Kommentarspam in Gästebüchern und Blogs gedacht, lässt es sich auch vorzüglich zweckendfremden: Einfach die Seiten, die für den User zwar verlinkt und vorhanden sein müssen, für Suchmaschinen aber keinen Zweck erfüllen so kennzeichnen und der Fluss der „Kraft“ durch interne Verlinkung dürfte sich deutlich verbessern.

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Kommentare
Avatar stanus   
30. September 2007, 23:56

habe erst vor kurzem in einem XT Commerce Shop das „nofollow“ reichlich eingesetzt. XT:C ist schon ein Profi Shopsystem, aber in Sachen SEO ist noch viel Handarbeit notwendig.

Avatar Tobias Schwarz   
1. Oktober 2007, 00:18

Ich halte es persönlich für falsch solche Seiten mit nofollow zu verlinken und setze lieber einen noindex Tag bei der Zielseite. Wie schon beschrieben ist nofollow eine Wertung des Links, noindex eine Wertung der Seite. – Es leuchtet ein nicht relevante Seiten zu kennzeichnen, warum sollte ich aber einen internen Link setzen aber zusätzlich als schlecht kennzeichnen? Für mich ist dies ein Paradoxon und einfach falsch – Ranking hin oder her…

Johannes   
1. Oktober 2007, 09:59

Tobias, du kennzeichnest den Link nicht als „schlecht“ sondern nimmst ihm nur die Fähigkeit, „Linkjuice“ zu vererben und genau das ist gewünscht. Wenn du lediglich die Zielseite als noindex kennzeichnest, besteht das Problem, dass viele Links unnötig auf Seiten zielen, die kein Ranking benötigen, weiterhin.

Avatar MaHype   
1. Oktober 2007, 10:17

Zusätzlich kann man Seiten wie z.B. das Impressum auch mittels der Robots.txt von der Indexierung ausschließen.

MaHype

Avatar mssfldt   
1. Oktober 2007, 11:06

… das rührt irgendwie an den Grundfesten meines Verständnisses. Optimal im Sinne der Benutzerfreundlichkeit ist es doch, wenn der Besucher von jeder Seite zu jeder Seite gelangen kann. Also keine langen Umwege und so. Natürlich im Rahmen eines überschaubaren und intuitiven Designs.

Wenn man nun das etablierte und benutzerfreundliche Template-Menu weglassen würde, wäre man ja bei der steinzeitlichen Hierarche-Struktur, durch die man sich über zahlreiche „Backs“ navigieren mußte oder sich über eher zufällige, aus Sicht des Benutzers unvorhersehbare Querlinks weiterbewegte.
Ich weiß schon: das hast du ja gar nicht gesagt. Aber wenn das stimmt, was du schreibst, dass die Suchmaschinen die Seiten besser bewerten, wenn sie keine übergeordnetes Menü haben, dann wäre das ja die Schlussfolgerung. Wenn man sich die Wikipedia Benutzerführung ansieht, hast du vielleicht tatsächlich recht… Vielleicht ist mein Navigationsverständnis auch einfach steinzeitlich 😉

Avatar stuff@orangebaby.de   
1. Oktober 2007, 11:07

Eine dumme Frage 😉
Ein Nofollow auch für Links die mit einer JS Aktion verbunden sind?

Johannes   
1. Oktober 2007, 11:22

mssfldt, ich glaube, das hast du etwas falsch verstanden. Es ging mir nicht darum, dass die erste Navigationsebene komplett aus dem Template verbannt wird sondern darum, dass man die Kraft, die diese durch die interne Verlinkung generiert auf die richtigen Seiten, also die, die später auch in den SERPs ranken sollen, konzentriert. Folglich kann es also sinnvoll sein, „Meta“-Seite wie das Impressum etc auszuschließen. Wenn du dir mal die SERPs zu [impressum] ansiehst, so wirst du feststellen, dass neben ein paar Infoseiten wie der von Wikipedia dort hauptsächlich sehr starke deutsche Authorities ranken, die ihr Impressum „direkt“, also ohne nofollow verlinkt haben.

stuff@orangebaby.de, habe ich mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken zu gemacht würde jetzt aber mal so intuitiv sagen, dass dort kein nofollow benötigt wird. Kommt aber vmtl. auf die konkrete Umsetzung an.

Avatar stuff@orangebaby.de   
1. Oktober 2007, 13:34

Nunja – scheint wohl auch nicht zu schaden. Danke aber für den Tipp – habe das gleich mal ausprobiert und malsehen wie das sich über die Zeit auswirkt 🙂

Avatar Olaf   
1. Oktober 2007, 15:51

Also hier kommen mehrere Punkte zusammen. Erstmal würde ich zustimmen, dass man Seiten, die eigentlich eh nichts in SERPS zu suchen haben per noindex (ideal) oder robots.txt entsprechend markiert. Ich würde dazu auch ein Impressum zählen.

Ansonsten würde ich das mit dem nofollow nicht ganz so überbewerten. Wenn man Seiten hat, die besonders gut ranken sollen, also besonders viel Linkjuice abbekommen sollen, so kann man diese ja auch mehr als einmal pro Seite verlinken. Das ist eigentlich auch der Normalzustand. Eine Seite findet sich einmal in der Navigation und wenn es halt eine besondere Seite ist, kann man diese auch noch zusätzlich außerhalb der Navigation anteasern – schon allein damit die Besucher die z.B. auf der Startseite gelandet sind auch diese Seite finden. Das würde ich dann auch mal als organische Verlinkung bezeichnen und dürfte das Problem mit dem Linkjuice auch und sauberer lösen. Ansonsten kann man sicherlich auch den Prioritätenwert in den Sitemaps benutzen, um wichtigere von unwichtigeren Seiten zu unterscheiden. Das sollte sich dann auch mittelfristig in den SERPS auswirken und ist vor allem zentral regelbar.

Avatar Michael   
1. Oktober 2007, 21:46

Mich würde es einmal interessieren, ob diese Theorie auch schon erfolgreich getestet wurde. Die Vorteile liegen ja bekanntlich auf der Hand, jedoch markiert man Teile des eigenen Projektes auch als „unnütz“. Unnütze Seiten möchte ich eigentlich nicht in meinem Projekt haben.

Avatar Loewenherz   
1. Oktober 2007, 23:42

Hallo Johannes,

deine Überlegungen sind sicherlich korrekt und bei manchen Projekte, wie dem angesprochenen, sinnvoll in der Umsetzung. Man sollte allerdings wirklich genau wissen, was man tut. Denn ich konnte beispielsweise bei manchen Projekten feststellen, dass das von dir als Beispiel für einen nofollow-Kandidaten angegebene Impressum gut rankte im Hinblick auf „Tätigkeit + Region“ in den Suchbegriffskombinationen (du erinnerst dich an die Diskussion zu den Branchenbüchern?), da gerade das Impressum hier detaillierte Informationen enthält. Sicher ließe sich das auch bei anderen Seiten erreichen, aber hey, warum auf dieses Pontential verzichten? Insofern setze ich in der Regel lieber keinen nofollow-tag in der Navigation ein und pimpe die nofollow-Kandidaten so hoch, dass sie viel bringen.

Avatar eforia web manager Blog   
2. Oktober 2007, 10:08

Sistrix schreibt in seinem Blog ber interne Verlinkungen und warum man manchmal dafr das Attribut nofollow benutzen sollte.

Johannes   
2. Oktober 2007, 10:14

Michael, ist sicherlich schwer, zu beweisen, dass diese Methode Vorteile haben kann, weil sich zum einen das Internet ständig erneuert und so auch neue Links auf Seiten hinzukommen und zum anderen auch an den Seiten selber geschraubt wird. Ich bilde mir trotzdem ein, Erfolge damit erzielt zu haben 🙂

Loewenherz, und wieso ranked nicht die Startseite oder eine Beschreibungsseite des Handwerkers für dieses Query? Die Conversion-Rate des Impressums dürfte deutlich unter der einer ordentlich gestalteten Start/Info-Seite liegen.

Avatar Kim   
2. Oktober 2007, 18:24

hat ein exlude in der robots.txt in dem Falle dieselben auswirkungen wie der nofollow auf das impressum etc.?

Johannes   
2. Oktober 2007, 20:25

Kim, nein, da der Link seine Wertigkeit weiterhin behält, die verlinkte Seite nur nicht gespidert werden darf.

Avatar Woyciechowski Marcus   
3. Oktober 2007, 10:54

Die Technik ist ja schön, finde es aber immer wieder erstaunlich und schade, dass sehr viele Webverzeichnisse mogeln. Z.B. ranking-hits, die haben wohl in der .htaccess oder robots.zxz für bestimmte Seiten auch soetwas eingerichtet.

Avatar Frank   
3. Oktober 2007, 14:10

@Johannes und alle Interessierten
Habe gerade hier >>http://www.linkpartnercheck.de/link-nofollow.html<>http://www.paper-city.de<&lt;. Neben Online-Zeitungs-Anzeigen werden sog. "Profile für den Mittelstand" angeboten. M. E wird dort SEO in einer Formen betrieben, dessen Nutzen für den Kunden recht fraglich ist. Und eine Kooperation mit Yahoo ist gerade in Arbeit. Alle Optimierungsmaßnahmen werden grundsätzlich zuerst über das Portal gelinkt. Woher ich das weiß? Ganz einfach – seit Monaten haben wir dort eine Linzenz als Werbeagentur, nutzen diese jedoch nicht, sondern beobachten die Entwicklung. Anfänglich hörte sich das mal ganz interessant an, mittlerweile wird's m. E. eher fraglich. Wenn Ihr Lust habt könnt Ihr ja mal nachschauen. Eure Meinung würde mich interessieren. Gruß, Frank

Avatar ulliversum.twoday.net   
6. Oktober 2007, 11:53

Im SEO-Blog von SISTRIX gibts einen interessanten Beitrag zum Thema interne Seitenverlinkung:

http://www.sistrix.com/news/679-steuerung-der-internen-verlinkung-mit-nofollow.html

In den Kommentaren zum Beitrag geht es dann auch um die Frage, ob das Nof…

Avatar Reklameblogger   
8. Oktober 2007, 17:28

@Frank
Sorry, aber was hat p****-city.de mit einer _suchmaschinenfreundlichen_ Seite (jetzt mal „SEO“ grob übersetzt) zu tun? Da wird vielleicht was für den „Mittelstand“ getan, aber ganz sicher nicht durch „SEO“. 😉

Avatar Lars   
10. Oktober 2007, 20:48

Auch ein wichtiger Punkt zum Thema interne Verlinkung: Weiterleitungen über einen anderen Server, z.B. zum Zwecke des WebControlling, sind für die Vererbung von „LinkJuice“ ebenfalls völlig irrelevant.

@Olaf: Das ist mir z.B. auf Deiner Seite aufgefallen. Wenn Du Klicks auf bestimmte Links zählen willst, dann solltest Du das nicht über die einfache Implementierung eines Link-Trackers tun.

Avatar gee   
17. Oktober 2007, 23:11

@Lars,
sehr interessant:
„Wenn Du Klicks auf bestimmte Links zählen willst, dann solltest Du das nicht über die einfache Implementierung eines Link-Trackers tun“

–> was meinst du damit genau mit einfacher Implementierung eines Link-Trackers? ich bin mir nicht sicher, ob ich dich richtig verstehe, hast du ein beispiel?

Und wenn, wie denn dann, hast Du einen Vorschlag?

Avatar Aixxia   
25. Oktober 2007, 01:10

Ich habe das ausgiebig getestet und muss Michael da Recht geben, der Noindex ist besser. Im Moment fahre ich im Test beides zusammen, mal sehen wie das sich entwickelt.

Avatar SEO Blitz   
6. Dezember 2007, 22:33

Matt Cutts hats selber gesagt: nofollow ist ein probates Mittel zum Lenken des internen Linkjuice-Flows einer Website.
Mitunter reagierten SEOs auf diese Aussage mit Äußerungen wie “Es ist Googles Aufgabe, die wichtigen Pages meiner Sit…

Avatar trendstrom   
1. April 2008, 15:47

Ob man Unterseiten wie ein Impressum „herunterfahren“ sollte, hängt vorwiegend davon ab, wie das Impressum strukturiert ist und welcher Content dort platziert ist.

Die Aussage:
„Die Conversion-Rate des Impressums dürfte deutlich unter der einer ordentlich gestalteten Start/Info-Seite liegen.“
kann daher nicht als „allgemeinverbindlich“ betrachtet werden.

Man kann durchaus auch ein Impressum mit ordentlichen Inhalten versehen und optimieren – ob das sinnvoll ist, hängt sicherlich vorwiegend vom Angebot der Internetseite ab.

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