Top-Keywords 2007

Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Wenn man aus dem Fernsehen derzeit eines lernen kann, dann ist es, dass Jahresrückblicke am besten Mitte des laufenden Jahres gesendet werden sollten, um eine bestmögliche Quote zu erzielen. Yahoo scheint gelernt zu haben, und ist mit dem Rückblick auf die beliebtesten Suchen 2007 bereits für Deutschland und die USA online – in Australien griff man ganz tief in die Trickkiste des Fernsehens und lies den Kram von Frauen vorlesen. Höchste Zeit also, dass ich in der Keyword-Datenbank mal gucke, was passiert ist.

Die Aufteilung der einhundert häufigsten Suchen nach Markennamen, generischen Keywords sowie eingegebenen URLs zeigt interessante Trends: Wie früher schon die AOL-User geben immer mehr Nutzer die URL in eine Suchmaschine ein und hoffen, dass die Suchmaschine sie weiterleitet. Dies scheint auch Suchmaschinen nicht ganz verborgen geblieben zu sein – vor einigen Wochen ist Google von seiner Praxis, alle URLs weiterzuleiten dazu übergangen, bei einigen URLs passende, weitere Seiten anzuzeigen. Fast die Hälfte aller Suchanfragen sind Markennamen. Schön wenn man Inhaber einer der Marken ist, nicht so schön, wenn einem so massiv potentieller Traffic verloren geht. Für generische Keywords wie Routenplaner, Wetter oder Immobilien bleiben zum Schluss nur noch 27 Prozent übrig. Zwar steigt dieser Anteil, je longer der Tail wird, deutlich an, gibt aber trotzdem zu denken.

Bei den Top-15 der Keywords für dieses Jahr gibt es keine größeren Überraschungen decken sie sich doch größtenteils mit denen der vergangenen Jahre. Lediglich Knut, der Eisbär aus Berlin, hat es Dank massiver Medienpräsenz in diese Liste gelang und der damit wohl als Top-Promi für dieses Jahr gelten darf. Das Keyword mit den meisten, interessanten Eingabevarianten dürfte Google sein: von Googel über Goggle bis zu Googl ist alles vorhanden. Wie wird das nur, wenn eines der innovativen Doppel-Vokal-Startups erstmal eine etablierte Marke erreicht? Ein Politikername ist übrigens in den kompletten Top-1000 nicht zu finden. Wer noch etwas in der Liste stöber will, kann sich die Top-1000-Liste gerne hier herunterladen (11kB), – alle Informationen natürlich und wie in einigen Stunden im Fernsehen ohne Gewähr 🙂

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Kommentare
Avatar Nic   
5. Dezember 2007, 17:33

Auf den Spamschutz muss man erstmal kommen, ist leicht zu übersehen…

Was ich fragen wollte.
Wie kommts, dass in der Top-1000-Liste ganze URLs drinstehen?
Bsp.: http://www.youporn.com, http://www.web.de, http://www.freenet.de, bild.de, etc…

Johannes   
5. Dezember 2007, 17:34

Wie in dem Beitrag schon geschrieben, die User geben URLs nicht mehr in die Adresszeile des Browses sondern in ihre Suchmaschine ein und hoffen, dass die Suchmaschine sie weiterleitet.

Avatar Wolfgang   
5. Dezember 2007, 18:15

Wenn man Google als Startseite hat und in die Adresszeile klickt, bevor die Google-Seite vollständig geladen ist, wird die eingetippte URL automatisch in das Google-Suchfenster übernommen.
Oft hat man dann schon Return gedrückt und so eine Suchanfrage nach der URL ausgelöst. Und in dem Fall klicke ich auch gleich auf das Suchergebnis anstatt die URL noch einmal in die Adresszeile einzutippen. Mir passiert das regelmäßig. (Ich bin aber nicht derjenige, der auf Youporn oder Bild.de herumsurft 😉

LG, Wolfgang

Avatar Flibber   
6. Dezember 2007, 01:38

Gar keine Paris Hilton dabei, komisch – dafür aber Knut der Bär, ist auch kuschelig und hat Speck auf der Brust 🙂 Tja, 2007 hat nichts Neues oder Erstaunliches gebracht, Schade.

Avatar Thomas   
6. Dezember 2007, 09:36

Man darf aber auch nicht übersehen, wie viele User mit der Adresszeile bis heute nichts anfangen können, bzw. viele wissen gar nicht, dass sie da selbst etwas reinschreiben können. Für die ist automatisch die Sucheingabe bei Google der naheliegendste Schritt – egal für was …

Avatar Michael   
6. Dezember 2007, 11:53

Wer sucht denn nach Google wenn er bereits auf Google ist?

Johannes   
6. Dezember 2007, 12:11

Michael, das sind keine Google-Daten 🙂

Avatar Heiko   
9. Dezember 2007, 03:13

Ich finde es beeindruckend, das Knut der Eisbär es soweit nach vorn gebracht hat.
Interessant wie viele Leute scheinbar seine Geschichte mitverfolgt haben.

„Telefonbuch“ gefällt mir… Ich glaube ich hätte gerne eine eite zum Keyword „Telefonbuch“ unter Googles Top-10 😉

Avatar Mario Fischer   
25. Dezember 2007, 15:38

Die Liste ist auch dahingehend interessant, dass es ja für die meisten generischen Begriffe auch gute, bekannte Domains gibt. Trotzdem scheinen die Menschen entweder zu faul zu sein, das alles mit www und schnick-schnack einzugeben (ich bin auch faul:-) oder man kann es sich halt doch nicht merken, die z. B. die ganzen Urlaubs- und Reiseportale heißen. Dass Knut im Berliner Zoo residiert, müsste man auch wissen, wenn man Nachrichten liest oder schaut.
Und auch, dass man Wetter unter wetter.de oder .com bekommt.

Fazit: Noch immer hilft es nix (nicht alles 😉 einen „großen“ Domainnamen zu haben. Sie suchen trotzdem alle in Google… Jeden Tag und immer wieder auf´s Neue…

Avatar Oli   
26. Dezember 2007, 21:09

Wo bekommst du denn 25 Millionen Suchanfragen deutscher Suchmaschinen her? Ich bezweifle, dass Suchmaschinen die Top-Begriffe so leicht rausrücken.

Avatar jauernicker   
12. Januar 2008, 21:36

„Dynamo Dresden“ ist in den Top 1000 noch vor Schalke oder vfb stuttgart… hätt ich nicht gedacht

und das rednex sogar in der obern hälfte (ich vemute top 500) ist, ist für mich eine echte überraschung!

Avatar trendstrom   
30. März 2008, 23:02

@ Mario Fischer

Ich stimme zu, mit einer guten URL bekommt man längst keine Besucher. Egal wie kurz und einprägsam die URL ist, der Griff zu Google erscheint trotzdem naheliegender. Wenn man also eine Domain ohne große Inhalte parkt, dürfte das nicht sehr erfolgreich sein.

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