Verbreitung von Google Analytics/AdSense

Johannes Beus
Johannes Beus
2. August 2008
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Durch ein Posting von auf Seo-Scene.de bin ich auf einen Beitrag von Mario Fischer zum Thema Datenschutz und Google Analytics aufmerksam geworden. Im Kern geht es darum, ob für Google durch die Zusammenführung von Daten die Möglichkeit besteht, IP-Adressen einzelnen Personen zuzuordnen. Eine interessante Diskussion, auf die ich aber gar nicht weiter eingehen möchte. Für mich war der Beitrag Anstoß, mal nachzusehen, wie verbreitet Google Analytics im deutschsprachigen Internet eigentlich ist. Dazu habe ich mir jeweils die Startseite und ein paar Unterseiten von rund einer Millionen, deutschsprachigen Domains angesehen (Für Olaf: es waren exakt 1.176.638 Domains). Das Ergebnis sieht so aus:

imagenotfound
Bei 129.344, also etwa 11 Prozent aller Domains konnte der Analytics-Code gefunden werden. Schon ein beachtlich hoher Wert. Noch interessanter wird es, wenn man sich die Seiten ansieht, die Analytics und/oder Google AdSense integriert haben. Da für Google durch die JavaScript-Integration von AdSense letztendlich die gleichen Datamining-Möglichkeiten wie bei Analytics gegeben sind, sollte man sich hier wohl keine Illusionen machen, dass diese nicht genutzt würden:

imagenotfound
208.721 Domains oder rund 18 Prozent, eine so hohe Abdeckung dürfte kein anderer Dienst im deutschen Internet haben. Interessant wäre jetzt noch zu sehen, wie viel Benutzer Google mit dieser Abdeckung erreicht. Ich würde vermuten, dass die Zahlen noch höher sind, da tendenziell besucherstarke Seiten Analytics/AdSense einbinden. Leider reicht meine Zeit hierfür heute nicht mehr, eventuell schiebe ich diese Zahlen noch nach.

Ähnliche Beiträge
Kommentare
sbrinkmann   
2. August 2008, 14:05

Interessant finde ich auch, wie verbreitet Google Analytics im Vergleich zu anderen Webtracking-Tools ist. Da droht einer ganzen Branche die selbe Zukunft wie damals Netscape und auch Opera.

Johannes   
2. August 2008, 15:04

Ich glaube, das Problem ist, dass die meisten Anwender von einem falschen Deal ausgehen. Der ist eben nicht „Das nette Google schenkt mir einen tolle Trackingsoftware“ sondern „Ich gebe Google meine kompletten Nutzerdaten für immer und ewig und kriege dafür eine gute Trackingsoftware“.

sbrinkmann   
2. August 2008, 15:09

Natürlich. Letztlich machst Du das bei jedem Anbieter von Webtracking-Software, so lange es eine ASP-Lösung ist. Ich glaube nur, dass Google seine Software Analytics nicht wegen der Daten verschenkt sondern um die Kunden zu Adwords zu locken. Mir hat mal ein Google-Mitarbeiter gesagt: Sparen Sie sich das Geld für eine Webtracking-Lösung und investieren Sie es lieber in Adwords-Werbung. Davon hat man sogar als Site-Betreiber am Ende des Tages mehr.

Tom   
2. August 2008, 17:41

Wie hast Du denn die 1 Mio+ Domains ausgewählt? Die Auswahl Deines Samples hat einen großen Einfluss auf das Ergebnis. Ich komme auf etwas andere Zahlen, kann ich in den nächsten Tagen mal veröffentlichen (oder wir diskutieren offline darüber).

stuff@orangebaby.de   
2. August 2008, 20:55

Man kann in vielen Fällen das No-Script Add-On für Firefox empfehlen. So hat man fast die 100%ige Kontrolle darüber welcher Dienst was sieht.

Brati   
2. August 2008, 23:54

Auf einer meiner drei Webseiten setze ich selbst GoogleAnalytics ein, wobei das bei einer Erneuerung der Webseite sicherlich wegfällt, da ich dem Trend, dass auf jeder Seite ein Google-Javascript integriert ist, doch sehr kritisch gegenüber stehe.

Obwohl ich selbst Analytics benutze, blockiere ich es erfolgreich zusammen mit Adsense mit „Adblock Plus“ für den Firefox. Finde ich ganz praktisch, da ich eigentlich keine Lust habe, dass Google mich auf – deiner Statistik nach – 18% der deutschen Webseiten verfolgen kann.

vanCity   
3. August 2008, 01:18

Interessante Zahlen. Gefühlt hätte ich mit weniger gerechnet. Aber die Auswertung zeigt, welches Vertrauen Google mittlerweile genießt. Ich hab gerade mal die Auswertung mit einer größeren Datengrundlage gestartet (knapp 11.000.000 .de Domains). Mal schaun was dabei rauskommt…

sbrinkmann   
3. August 2008, 10:08

@ Brati: Interessant, dass Du selbst Analytics einsetzt, es aber dann blockst. Kriegen Deine User dann eine kurze Erklärung präsentiert, wie sie Ga auch bei Dir blocken können? 😉

Und zu Adsense: Ich habe offen gesagt ein Problem damit, wenn User Werbung abblocken, zumal wenn sie wie Adsense noch recht gut ausgesteuert wird. Denn wer soll die Internet-Angebote denn sonst bezahlen? Abogebühren würden ja wohl die wenigsten von Euch bezahlen, oder? Aber das gehört vielleicht nicht hier hin, weil es ja um GA ging.

stuff@orangebaby.de   
3. August 2008, 10:28

@sbrinkmann
Ich blockiere Adsesene auch erstmal. Prinzipiell hat der User das Recht zu entscheiden, welcher Code auf seinem Rechner ausgeführt wird oder was er sehen will.
Oder findest du es auch nicht so toll wenn ein User mit w3m, links oder lynx deine Webseiten ansuft weil er dann keine Banner oder sonstwas sehen kann?
Also es ist schon richtig so janusköpfig zu arbeiten. Es wird schon genug Werbeklickvolk unterwegs sein.

DJTonic   
3. August 2008, 14:06

Da sieht man mal wie selbstverständlich Google heutzutage ist. 18% ist schon eine verdammt große Menge…

Johannes   
3. August 2008, 14:11

Tom, kurz: die Domains, von denen ich glaube, dass sie im deutschen Googleindex am besten ranken. Ist natürlich real deutlich komplexer und würde den Umfang des Kommentarfeldes sprengen, deswegen können wir uns dazu gerne mal offline austauschen.

vanCity, ich bin auf deine Zahlen gespannt.

DJTonic, schön wieder etwas von dir zu lesen 😉

Olaf   
3. August 2008, 16:04

@Johannes: Danke! 🙂

Johannes   
3. August 2008, 16:27

Ehrlich gesagt finde ich den Wert eher erstaunlich niedrig – dafür, dass es im semiprofessionellen (kostenlosen) Bereich keine wirklichen Alternativen gibt.

Ciao
Johannes

Timm   
4. August 2008, 09:17

Wenn du dir die „best rankenden Domains“ anschaust, sind das natürlich auch oft welche, die gut Geld damit verdienen. Somit kommt für diese auch schnell eine E-Tracker,… Lösung in Frage. Kleine Seiten ohne Einnahmen haben, wie du richtig sagst, keine wirkliche Alternative. Kein Tracking vs. Analytics.

Johannes   
4. August 2008, 09:29

Timm, vermute ich auch, glaube aber, dass dadurch, dass die Auswahl schon recht groß war auch die meisten aktiven, kleinen Seiten miterfasst wurden. Also Vermutung: Bei allen Seiten wird der Prozentsatz geringer ausfallen, wenn man allerdings eine Gewichtung nach Besucherzahlen mit reinrechnet, dürfte er deutlich höher werden.

Loewenherz   
4. August 2008, 09:54

Genau das ist ein Problem, über das ich seit jenem Artikel bezüglich Analytics nachgedacht habt: „In welchem Umfang nutzt Google die DataMining-Möglichkeiten von AdSense im Vergleich zu Analytics?“
Im gleichen Maß? Nur eingeschränkt, um die inhaltliche Übereinstimmung der Anzeigen zu gewährleisten?
Schätze, dass Google im Laufe der Zeit klarer werden sollte in seiner Außendarstellung und der Akzeptanz von Privatsphäre. Sonst verlieren sie immer mehr…

Thomas Fruetel   
4. August 2008, 12:31

Sollte man die Verbreitung von Doubleclick hier nicht auch noch berücksichtigen, die ja auch zum Google Imperium gehören? Mit dessen Resellern werden dann sicher noch mehr als 18 Prozent der Websites getrackt.

sbrinkmann   
4. August 2008, 20:27

@Timm: Wenn ich mir den Funktionsumfang von GA anschaue, weiß ich nicht wirklich, wofür ich die anderen Tools kaufen soll. Ab einer bestimmten Site-Größe reden wir ja da über richtig viel Geld.

Mario Fischer   
6. August 2008, 08:08

Timo Aden, ehem. Googlemitarbeiter und dort für Analytics zuständig, hat vor 3 Wochen festgestellt, dass es wohl schon über 5 Mio. Analytics Accounts gibt. Man kann das an der Nummer im Tracking-Code ablesen, die hochgezählt wird.
Mehr dazu hier:
http://www.timoaden.de/2008/07/ber-5000000-google-analytics-accounts.html

Tony   
8. August 2008, 03:24

Hat jemand von euch Erfahrungen mit Piwik? ich denke darüber nach, das als Alternative zu Analytics einzusetzen.

Ralph   
30. August 2008, 22:51

@Johannes: Besteht die Möglichkeit, diese Auswertung eventuell in eine Diplomarbeit mit einzubeziehen?

Ralph

Johannes   
30. August 2008, 23:14

Ralph, mit Quellenangabe gerne.

Stefan   
1. September 2008, 12:28

18% – mit oder ohne Doubleclick?
Denke eher das der Wert etwas höher liegen dürfte, besonders bei den besser besuchten Seiten.

Johannes   
1. September 2008, 12:40

Stefan, da ist noch kein Doubleclick mit drin. Lediglich AdSense und Analytics.

Die Kommentarfunktion wird 30 Tage nach der Veröffentlichung des Beitrags deaktiviert.