Wenn die Vergangenheit peinlich wird

Johannes Beus
Johannes Beus
6. März 2007
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

In Zusammenhang mit einem unserer Projekte habe ich heute eine E-Mail der Firma ReputationDefender erhalten. Es geht darum, einen Beitrag, den ein Kunde der Firma vor längerer Zeit bei uns hinterlassen hat, zu entfernen. Offensichtlich ist ihm sein damaliges Verhalten heute peinlich und vielleicht sogar ein Hindernis bei Bewerbungen – der Prozentsatz der HR-Leute, die Namen der Bewerber in Suchmaschinen nachschlagen soll ja schon beachtlich hoch liegen.

Interessant, welche Dienstleistungen sich um die Auffindbarkeit von Informationen bereits jetzt entwickelt haben. Spannend wird es vermutlich, wenn die heutige Generation MySpace, YouTube und Knuddels in das Alter erwächst, in dem sie einen Job finden muss …

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Kommentare
Gabriel   
7. März 2007, 11:38

Und, kommst Du solcherlei Forderungen grundsätzlich ohne Murren nach, lehnst es grundsätzlich ab oder entscheidest Du im Einzelfall?

Insbesondere bei Foren und Blogs stelle ich mir das recht unpraktisch vor, den Themen-Thread zu „zerreißen“ und die nachfolgenden Diskutanten dann über heiße Luft lamentieren zu lassen…

Als Lösung würde sich evtl. anbieten, einen entsprechenden Hinweis in dem jeweils veränderten/gelöschten Beitrag anzubringen. So weiß der zukünftige Leser warum ihm jetzt „ein Stück fehlt“ und dem Wunsch des mittlerweile offenbar gereiften Beitragsschreibers ist trotzdem genüge getan.

Johannes   
7. März 2007, 13:19

Generell komme ich solchen Forderungen schon nach. Es muss ja nicht direkt die Komplettlöschung sein, auch eine Anonymisierung von Namen reicht häufig aus. Auch habe ich kein Interesse daran, irgendwem die Zukunft wegen Jugendsüden oder alkoholisierter Stunden vor dem PC zu verbauen.

holdi   
15. März 2007, 11:10

Anonymisierung finde ich auch völlig ausreichend. Jedoch frage ich mich wer sich schon mit seinem richtigen Namen einträgt. Dazu sind doch nicknames da, oder? Oder gibt es da Dienste die die Arbeitgeber in Anspruch nehmen mit welchen sie mit der hinterlegten Mail-Adresse gleich Namen, Adresse,… erhalten (aber das soltle doch gegen den Datenschutz verstoßen, denn ich meine, als müssten hierzu die Blogs ihre gesamten Mail-Adressen freigeben und dann müssten noch die Mail-Acount-Anbieter die dazugehörigen Namen und Adressen usw. freigeben und der Dienst den die Arbeitgeber in Anspruch nehmen müssten dann alle Blogeinträge wieder zu Namen zusammenführen, das kann ich mir nicht ganz vorstellen). Aber so ein Dienst müsste ja dann auch recht teuer sein. Scheint mir desto mehr ich darüber nachdenke immer unwahrscheinlicher.

gulli   
19. Juni 2007, 15:26

Auch nicknames helfen nicht wirklich weiter. Noch habe ich von jedem Bewerber, für den ich mich ernsthaft interessiere, nach 3 Minuten Recherche auch den entsprechenden Nickname gefunden. Ich kenne nur wenige User, die wirklich jedesmal einen anderen Nickname verwenden

kirsten   
12. Februar 2008, 13:24

Ja,
das Web 2.0 wird uns ewig nachhängen. Was viele Studenten ect. immer vergessen ist, dass z.B. ihre Studi VZ Seite auch nach dem Abschluss online bleibt:-)

Ich habe schon ein paar mal mitbekommen, dass einem Bewerber seine Studi VZ Seite als Ausdruck beim Vorstellungstermin vorgelegt wurde. Die Leute gehen einfach Fahrlässig mit ihren persönlichen Daten um.
Ihr könnt euch ausmalen wie ein Personalchef die Partybilder oder Gruppenzugehörigkeiten wie „Arbeiten ist scheisse“ finden.

Ich denke dass das Web 2.0 noch so einige Diensleistungen entstehen läßt!

Gruss Kirsten

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