Wieso (fast) alles, was du bislang über die Google CTR wusstest, nicht mehr stimmt

Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Wir haben 80 Millionen Keywords und Milliarden Suchergebnisse analysiert, um Klickraten in den Google Suchergebnissen besser zu verstehen - und waren genauso überrascht, wie du es gleich sein wirst. Wirf’ dein bisheriges Wissen zu CTRs über Bord und lass uns loslegen.

Die Google CTR (Click Through Rate oder Klickrate) zeigt dir, welcher Prozentsatz der Suchenden auf einen bestimmten Treffer in den Google Suchergebnissen klickt. Wenn du nur wenig Zeit mitgebracht hast, hier die wichtigsten Ergebnisse unserer Analyse in der Zusammenfassung:

Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse

  • Die durchschnittliche Klickrate (CTR)  auf der ersten Position bei Google liegt bei 28,5%
  • Danach fällt die CTR stark ab: auf der zweiten Position liegt sie bei nur noch 15,7%, auf der dritten Position bei 11,0%
  • Auf den zehnten Treffer klicken im Durchschnitt nur noch 2,5% der Suchenden
  • Globale CTRs über alle Typen von Suchen sind jedoch wenig aussagekräftig: je nach Suchintention und damit SERP-Layout variiert die CTR für Position #1 zwischen 13,7% und 46,9%
  • Suchen, bei denen Sitelinks ausgespielt werden, haben eine deutlich bessere CTR als rein organische SERPs (46,9% zu 34,2%)
  • Die schlechtesten Klickraten haben kommerzielle Suchen bei denen Google Shopping (13,7%) oder Google Ads (18,8%) angezeigt werden
  • Auch Featured Snippets (23,3%) und Knowledge Panel-Integrationen (16,7%) reduzieren organische Klicks bei Google erheblich
  • Generell gilt: je mehr unterschiedliche Elemente und Integrationen in den SERPs erscheinen, desto niedriger ist die CTR
  • Für SEO bedeutet das: die Suchintention eines Keywords bestimmt das SERP-Layout und das wiederum bestimmt, wie viele organische Klicks du erzielen kannst – das Suchvolumen des Keywords ist dabei nicht mehr alleine ausschlaggebend

Hast du etwas mehr Zeit mitgebracht, hier unsere ganze Analyse in aller Tiefe mit weiteren spannenden Ergebnissen:

Wieso wir uns mit der Google CTR beschäftigen müssen

Suchmaschinenoptimierung ist die Kunst, möglichst viele relevante Besucher von Google auf die eigene Webseite zu leiten. Die Klickrate (CTR) hat dabei einen massiven Einfluss auf das Ergebnis deiner Arbeit. Es ist allgemein bekannt, dass kaum ein Nutzer auf die zweite Ergebnisseite klickt. Deutlich unbekannter sind aber die massiven Unterschiede der CTR innerhalb der ersten zehn organischen Treffer.

Hinzu kommt: die meisten Studien und Analysen zur Google CTR basieren auf dem Klickverhalten von Desktop-Nutzern. In fast allen Ländern haben die Suchen auf dem Handy jedoch mittlerweile die Desktop-Suchen überholt. Mobile-SERPs sind deutlich konzentrierter und zeigen die Richtung, in die Google die Suche entwickelt schon heute.

Die Landschaft der Google-Suche ändert sich derzeit rasant. Die Anzahl der Mobile-Suchen steigt stetig, die Vielfalt in den Suchergebnisse erhöht sich durch neue Integrationen von Google und die Aufmerksamkeitsspanne mit der damit verbundenen Bereitschaft zum Scrollen sinkt – diese und noch weitere Einflussfaktoren sorgen dafür, dass bisheriges Wissen zu Google CTRs überholt ist.

28,5% der Google-Nutzer klicken auf den ersten organischen Treffer

Im ersten Schritt, als Grundlage für alle weiteren Auswertungen, haben wir die Google CTR über alle analysierten Daten ermittelt. Im Gegensatz zu den bisherigen Analysen zur Klickrate, messen wir dabei ausschließlich Mobile-Daten, also das Verhalten der Nutzer auf dem kleinen Bildschirm ihres Handys. Die Ergebnisse für die erste Google-Ergebnisseite:

Deutlich zu sehen, wie unterschiedlich das Klickverhalten der Googlebenutzer ist: die mit Abstand meisten Klicks landen auf dem ersten organischen Treffer (28,5%). Auf Position zwei sind es mit 15,7% nur noch rund die Hälfte der Klicks und der Prozentsatz nimmt danach stetig ab.

Ein Ranking auf Position #1 erzielt eine Klickrate, die um mehr als das zehnfache höher ist, als ein Ranking auf Position #10. Den größten, absoluten Sprung in CTR macht man mit einer Rankingverbesserung von Platz #2 auf Platz #1: diese Verbesserung führt zu einer CTR, die um 12,8 Prozentpunkte höher liegt.

Auf der zweiten Seite konnten wir deutlich weniger als ein Prozent CTR für jede Position messen. Daher konzentrieren wir uns mit der Analyse auf die erste Seite. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: wenn du nicht auf der ersten Seite rankst, findest du bei Google für den Nutzer nicht statt.

Klickraten werden durch das SERP-Layout festgelegt

Doch Durchschnittswerte, wie im Diagramm oben, verzerren die Realität. Sie zeigen eben nur den Durchschnitt. Reale Klickraten können für dich, in deinem Keywordumfeld und in deiner Branche ganz anders aussehen. Daher sind wir in der Analyse einen großen Schritt weiter gegangen und haben die CTR für unterschiedliche SERP-Layouts erhoben.

Unter SERP-Layout verstehen wir die konkrete Zusammensetzung einer Google-Ergebnissseite (SERP). Diese besteht zu weiten Teilen aus den klassischen, organischen Treffern, wird aber zunehmend mit anderen Boxen und Integrationen angereichert.

In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf die häufigsten SERP-Layouts. Dafür schauen wir uns jeweils die erste, von Google ausgespielte Integration an und verwerfen Keywords, die aus einer Kombination unterschiedlicher Boxen besteht. So erhalten wir vergleichbare und saubere Daten.

Die meisten Keywords: rein organische SERPs

Die allermeisten der von uns gemessenen Keywords bestehen aus rein organischen Treffern: 10 blaue Links, wie in den Anfangszeiten von Google und keine weiteren, ablenkenden Elemente.

Je stärker man in den Longtail eintaucht, desto größer wird der Anteil von rein organischen SERPs – im Gegenzug bestehen trafficstarke Keywords aus dem sogenannten Shorthead häufig aus unterschiedlichen Integrationen und Boxen. Die CTRs für rein organische SERPs sehen so aus:

Im Hintergrund (in grau) siehst du die Referenzwerte von weiter oben, also die Durchschnittswerte über alle ausgewerteten Daten. Die blaue Linie zeigt dir die Klickraten für dieses spezifische SERP-Layout an. So kannst du die Unterschiede und Abweichungen einfach erkennen. Das gilt auch für die weiteren Auswertungen.

In diesem Fall ist deutlich zu sehen: auf allen zehn Positionen liegt die Klickrate bei rein organischen Suchergebnissen über dem Durchschnitt. Auf der ersten Position sind es sogar rund 6 Prozentpunkte mehr: es klicken 34,2% der Suchenden auf den ersten Treffer, wenn das SERP-Layout ausschließlich aus organischen Treffern besteht.

SERPs mit Sitelinks: 46,9% CTR auf Position #1

Es folgt die Auswertung von Suchergebnissen mit Sitelinks. Mit der Sitelinks-Erweiterung bietet Google weitere Navigationsmöglichkeiten direkt auf Unterseiten an. Diese Integration nimmt viel Platz und auch Aufmerksamkeit in Anspruch.

Sitelinks werden von Google ausgespielt, wenn ein klarer Website-Intent vorliegt: der Nutzer sucht eine spezielle Webseite, kennt die URL aber nicht oder weiß nicht, wie man einen Webbrowser bedient. Das zeigt sich auch sehr deutlich in den Klickraten:

Auf der ersten Position (der mit den Sitelinks) sehen wir eine deutlich überdurchschnittliche Klickrate von 46,9% – fast jeder Zweite klickt auf diesen Treffer. Im Gegenzug sind die CTRs auf den anderen Positionen signifikant geringer: auf Position drei liegt die Klickrate beispielsweise bei weniger als der Hälfte des Durchschnitts (5,6% zu 11,0%).

Hier werden die Auswirkungen des Website-Intents plastisch sichtbar: der Nutzer sucht eine spezielle Webseite und ist auch nur bereit, auf diese als Treffer zu klicken. Er akzeptiert in den allermeisten Fällen keine anderen Ergebnisse – ein Ranking für Keywords mit der Website-Intention lohnt sich also nur, wenn man die gesuchte Webseite oder Marke ist.

Featured Snippets kosten 5,3 Prozentpunkte CTR

Als Featured Snippets bezeichnet Google organische Suchtreffer, die in den SERPs besonders hervorgehoben werden. Sowohl das Text-Snippet ist umfangreicher als bei herkömmlichen Treffern, auch werden zusätzliche Elemente wie Bilder oder Tabellen eingebunden:

In den Suchergebnissen sind Featured Snippets zu finden, wenn Google von einer Know Simple-Suchintention ausgeht: der Suchende möchte etwas wissen und Google glaubt, die Antwort direkt in den Suchergebnissen liefern zu können. Das zeigt sich auch in den CTRs:

Das erste Ranking (mit dem Featured Snippet) hat eine Klickrate, die um 5,3% Prozentpunkte unter dem Durchschnittswert für diese Position liegt. Die Webseite, aus deren Informationen das Featured Snippet erstellt wird, profitiert davon also nicht. 

Interessanterweise profitieren die Seiten auf Position #2 und #3 allerdings deutlich: der Zweitplatzierte gewinnt fast fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Durchschnittswert (15,7% auf 20,5%) und auch der Dritte kann die CTR von 11% auf 13,3% steigern.

Google Apps: die extreme Version des Featured Snippets

Bei Suchen mit der SuchintentionKnow” möchte der Nutzer sein Wissen erweitern. “Know Simple” ist ein von Google definierter Spezialfall – hier glaubt Google die Frage direkt in den Suchergebnissen beantworten zu können und spielt ein Featured Snippet aus. Eine zwar nicht offiziell von Google definierte aber laut unseren Daten noch extremere Version der Know-Simple-Suchen sind solche, bei denen Google eine eigene, kleine Anwendung in den SERPs ausspielt:

Das sieht man für Übersetzungen, Wörterbücher, das Wetter und noch zahlreiche weitere Keywordgruppen. Das Ergebnis zeigt sich in der Verteilung der Klickrate deutlich:

Die CTR auf der ersten Position halbiert sich fast und bricht von 28,5% auf nur noch 16,3% ein. Aber auch eine Premiere zeigt sich in den Daten: die zweite organische Position erhält bei diesem SERP-Layout mehr Klicks als die erste Position: 16,7% der Googlenutzer klicken auf #2 und nicht auf #1.

Knowledge Panels: nur 16% statt 28% CTR

In Knowledge Panels versammelt Google eine Vielzahl unterschiedlicher Inhalte, zumeist aus dem Knowledge Graph (Googles Verständnis von Dingen, Orten, Personen und mehr).

Während des Knowledge Panel auf dem Desktop rechts der eigentlichen SERPs zu finden ist und somit zu dem von Nielsen gemessenen Pinball-Muster führt, ist es in der mobilen Suche direkt unterhalb des Suchfeldes auf der ersten Position. Das zeigt sich in den Klickraten:

Die CTR auf den ersten beiden organischen Positionen bricht im Vergleich zum Durchschnitt deutlich ein. Viele Nutzer finden offenbar im Knowledge Panel bereits die gesuchten Informationen – gerade auf dem Handy, wo jeder Ladevorgang einer neuen Seite viel Zeit frisst.

Auf den restlichen organischen Positionen sehen wir ein ähnliches Klickverhalten wie bei anderen SERPs-Layouts, die ebenfalls ein starkes Elemente am Anfang haben: es klicken etwas mehr Suchende auf diese Treffer als im Durchschnitt.

Negativrekord bei Keywords mit Google Shopping: nur 13% CTR

Google muss Geld verdienen. In jedem Quartal mehr Geld, so will es die Börse. Der Weg: Klicks aus dem organischen Bereich der Suche, die Google keine Einnahmen bringen, in den bezahlten Bereich verschieben – denn dort wird per Klick bezahlt.

Gut zu sehen sind die Auswirkungen bei Keywords, für die Googles Preisvergleich ausgespielt wird. Gerade auf dem Handy ist die Integration deutlich präsenter und raumgreifender als normale Anzeigen:

Wenig überraschend hat so eine massive und grafische Einbindung sehr direkte Auswirkungen auf die organische Klickrate für Suchanfragen, bei denen sie zu sehen ist:

SERP-Layouts, bei denen oben die Google Shopping-Integration eingebunden sind, stellen den Negativrekord für organisch CTRs auf: nur 13,7% der Nutzer klicken dort auf den ersten Treffer der Suche. Auch bei den weiteren Treffern sind die Klickraten deutlich unterdurchschnittlich.

Google Ads reduzieren die CTR um 10 Prozentpunkte

Google Ads (ehemals Google Adwords) ist die klassische Form der Anzeigen in den Suchergebnissen. Durch ein Gebotsverfahren optimiert Google Reihenfolge und eigenen Einnahmen:

Aus ehemals drei farblich abgesetzen Anzeigen sind mittlerweile vier Anzeigen geworden, die nur noch Experten von organischen Treffern unterscheiden können. Das zeigt sich auch in den CTRs der organischen Treffer:

Die Klickrate für die erste, organische Position liegt rund 10 Prozentpunkt und damit rund ein Drittel unter den Durchschnittswerten. Auch die restlichen Klickraten auf der ersten Trefferseite sind deutlich unterdurchschnittlich.

CTR-Diebe: Bilder, Standorte, Nachrichten & Rezepte

Zu den Urgesteinen der Universal-Search-Integrationen gehören die Boxen für Bilder und Nachrichten. Aber auch die mittlerweile dazugekommenen Einbindungen für Orten/Firmen sowie die recht neuen Rezepte-Integrationen haben alle eines gemeinsam: die Besucher klicken weniger auf die restlichen, organischen Treffer wenn diese Integrationen in den SERPs zu finden sind. Da die CTR-Verläufe für diese Integrationen alle ähnlich aussehen, haben wir sie hier in einem Absatz zusammengefasst.

Doch es gibt auch eine Ausnahme: die Video-Boxen. Sind diese Video-Integrationen in den Suchergebnissen eingebunden, klicken mehr Nutzer auf den ersten organischen Treffer als im Durchschnitt während die Klickraten auf den restlichen Rankings in etwa gleich bleibt:

Was (und wie) wir gemessen haben

Unser Ziel war es, aktuelle und zutreffende CTR-Daten für die aktuelle Suchlandschaft bei Google zu ermitteln. Das heisst: wir schauen uns Werte für die Nutzung auf dem Handy an, da mehr als die Hälfte aller Suchen auf dem Smartphone stattfindet und dieser Anteil weiter steigt.

Auch war es uns wichtig, nicht nur allgemeine Durchschnittswerte zu ermitteln. Wie in den Analysen zu sehen, verzerren diese die Realität: ob auf den ersten Treffer nun fast 50% der Nutzer klicken wie bei Sitelinks oder nur 13% wie bei einer Einbindung von Google Shopping, macht für den potentiellen SEO-Erfolg einen massiven Unterschied.

In der Theorie ist es ganz einfach: wir nehmen von Partnern bereitgestellte Daten für Impressions und Klicks aus der Google Search Console, kombinieren diese mit unseren Informationen zu SERP-Layouts und werten die vereinten Ergebnisse aus.

Wer schon einmal tiefer mit Daten aus der Search Console gearbeitet hat, weiss, dass die Praxis anders aussieht: eine Mischung aus inkonsistenter Erfassung, Datenschutzbedenken, Angst vor Wettbewerbsbehörden und weiteren Faktoren führt dazu, dass nur ein Teil der Daten aus Google Search Console nach intensiver Bereinigung wirklich nutzbar sind. Alleine das sind schon genug Inhalt für einen eigenen Blogpost…

Die so bereinigten Daten aus der Search Console haben wir mit unseren Informationen zu SERP-Layouts vereint. Dabei haben wir uns auf die häufigsten Layouts konzentriert. In SISTRIX werten wir über 50 unterschiedliche Boxen und Integrationen aus, hier geht es aber nur um die wichtigsten Typen. Auch haben wir uns auf „sortenreine“ Ergebnisse beschränkt, also lediglich Werte genommen, bei denen der Typ sowie organische Treffer vorkommen. Für Kombinationen und Mischungen haben wir zwar Werte, das würde den Umfang dieses Artikels jedoch sprengen.

Fazit

Das Suchvolumen als alleinige Metrik zur Bewertung der potentiellen Klicks hat ausgedient. Wie in den Analysen deutlich zu erkennen, muss das SERP-Layout des Keywords ebenso in die Bewertung mit einfließen: nur die Kombination aus Suchvolumen und SERP-Layout ergibt eine realistisch Zahl potentieller Besucher.

Google weiss Besucherströme zu lenken. Die unmissverständliche Richtung: entweder als bezahlter Klick aus der Plattform raus (Ads & Shopping) oder aber auf der Plattform bleiben und das Informationsbedürfnis direkt auf Google erfüllen (Featured Snippets, Knowledge Panels, Google Apps).

Die Relevanz der Suchintention nimmt weiter zu: durch seine Suchintention bestimmt der Nutzer das SERP-Layout. Und das SERP-Layout bestimmt, wie viele potentielle Klicks ein organischer Treffer für dieses Keyword erhalten kann.

Auch werden wir künftig eine steigende Relevant für „On-SERP-SEO“ sehen, also eine Optimierung von Inhalten in den Boxen und Integrationen wie dem Knowledge Panel, der Local-Box und zahlreichen weiteren SERP-Features.

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Kommentare
Neue Studie von SISTRIX zur CTR - Online Marketing Spezialist   
13. Juli 2020, 10:33

[…] Wieso (fast) alles, was du bislang über die Google CTR wusstest, nicht mehr stimmt […]

Avatar Ruslan   
13. Juli 2020, 19:31

Und wir füttern Google auch noch mit dem Schema Markup. Bis es im Stile von Spanien vs Google News eskaliert.

Avatar Martin   
14. Juli 2020, 14:21

Hey, der Artikel ist sehr schön aufgebaut und formatiert, jedoch habe ich bei der Headline komplett was anderes erwartet 😅.

Könnt ihr mir bitte in einem Satz kurz erklären, was jetzt hier die bahnbrechende Erkenntniss ist?

Das die Klickrate exponentiell abnimmt ist leider keine neue Erkenntniss 🤭

Vielen Dank.

Johannes Beus   
17. Juli 2020, 06:56

Martin, bislang wurden CTR-Raten allgemein und generell gesehen: die Klickrate für Position #1 ist X Prozent. Wir konnten jetzt mit echten Daten beweisen, wie stark diese Klickraten (je nach Suchintention und damit SERP-Layout) auseinander gehen. Das hat direkte Auswirkungen darauf, wie SEO gemacht wird (Keywordrecherche).

Avatar Winni   
14. Juli 2020, 19:28

Hallo liebes Sistrix Team. Das ist einer der besten Beiträge ever. Vielen herzlichen Dank für diese umfangreiche Analyse. Für mich wurde nun bestätigt, dass die CTR in deutlicher Abhängigkeit der Sucht Intension ist. Wird eine Online-Shopping Ware gegoogelt kommt anteilsmäßig so viel Google-Werbung dass die CTR sehr niedrig ausfällt. Sucht man aber z.b. nach einer Marke wie Facebook oder adidas ist die CTR des organischen ersten Ergebnisses höchstwahrscheinlich extrem hoch, da vermutlich wenig competitor bidding als auch die Tatsache, dass der User ist gewöhnt ist bei der Suche nach einer Marke auf Platz 1 das relevanteste Thema zu finden. Richtig geil wäre es, wenn nun euer Team noch mal diese Analyse für die lokale Suche machen würde. Ich kann mir z.b. vorstellen dass wenn ich mobil nach einem zahnarzt in einer Stadt wie Düsseldorf, Bremen, Leipzig, oder Hannover mit ungefähr gleich viel Einwohnern die Klickrate der organischen ersten Plätze noch niedriger ausfällt. Das beweist auch, dass Google es geschafft hat sich von Suchmaschinen zur absoluten Werbung Maschine weiterzuentwickeln und noch mehr Geld zu drucken. Sei mir doch mal eher nicht. Wir hätten alle gerne Google erfunden 😁👍😎

Avatar Julian   
15. Juli 2020, 16:37

Vielen Dank für diesen sehr spannenden Einblick! Speziell der Unterschied der CTR von Position 1 zu 2 stimmt mich jedes Mal erneut (positiv) nachdenklich. Der potentielle Zuwachs an Traffic bei bereits sehr gut rankenden Keywords (puh)…und nahezu jeder ist bereits mit einem Platz in den Top 3 zufrieden.

Avatar Fritz Iversen   
15. Juli 2020, 18:43

Wirklich hervorragende Forschungsarbeit.
Und wie es so ist, gleich hätte man liebsten noch mehr Details erfahren. Zum Beispiel: Wie breit streuen die Abweichungen in den einzelnen SERP-Layouts? Es gibt ja auch den Faktor, wie Metadescriptions getextet sind – kann man z.B. aus einer Position 3 oder 4 durch Formulierungen mehr CTR herausholen oder ist die Chance sehr gering? Manchmal können ein paar Wörter den CTR nach oben treiben – richtig oder falsch?
Die Frage wäre ja umso wichtiger, je mehr die Parameter Position und Form der SERP nicht mehr gut zu beeinflussen sind, weil an der Top-Position logischerweise einfach zu wenig Platz ist und insbesondere Newcomer nach weiteren Faktoren schauen müssen, um eine gewisse Visibilität zu erreichen.

Johannes Beus   
16. Juli 2020, 09:57

Fritz, meine Theorie dazu ist, dass wenn Position 3 dauerhaft eine bessere CTR als Position 2 für das eine Keyword hat, werden sie die Plätze tauschen. Google erkennt in diesem Fall, dass die Nutzer/Suchenden den einen Treffer besser finden als den anderen und wird das in den SERPs abbilden.

Avatar Marcel Wengel   
16. Juli 2020, 12:11

Hi, habe den Artikel nur überflogen, aber sehr spannend. Woher kommen die CTR-Daten? GSC? Die Infos hab ich vermisst, ggf. jedoch auch nur übersehen.

Johannes Beus   
16. Juli 2020, 15:24
Avatar Marian Pohl   
17. Juli 2020, 09:11

Hallo Johannes,

super interessanter Beitrag!

Eine Frage, da ich vor einiger Zeit erst einen anderen Artikel (etwas älter) von euch gelesen habe: https://www.sistrix.de/news/klickwahrscheinlichkeiten-in-den-google-serps/

Darf ich das so verstehen, dass die Zahlen bzgl. der Klickwahrscheinlichkeit hier dann völligst überholt sind?

Beste Grüße

Avatar Rolf Thiemann   
17. Juli 2020, 10:44

Ja und jetzt haben wir noch Computer, Tablets, u. Smartphones da ist der erste Platz schon so wichtig, wie wir hier in der Studie sehen. Wenn man dann weiter in die nahe Zukunft schaut und an die sprachgesteuerten Suchmaschinen, wie Siri mit einbezieht, dann zählt nur noch Platz 1. Siri macht keine zwei Vorschläge sondern nur einen. D.h. alles was nicht an eins ist wird ignoriert. Was für Firmen bedeutet, wenn man nicht die Unmengen von Geld in die Hand nehmen möchte, um auf Platz 1 zu landen, dann sollte man sich dringend nach alternativen Marketing Konzepten umschauen.

Avatar Hans   
18. Juli 2020, 10:29

Hallo,
sehr interessanter Beitrag, muss ich wohl öfter lesen, denn es sind soviele Informationen, die ich alle in mein Hirn reinkriegen muss. Aber Google ist halt der Platzhirsch und bestimmt die Regeln. Sind viele neue Infos für mich dabei. Sehr spannend geschrieben.

Vielen Dank und schöne Grüße
Hans

Avatar Sara   
18. Juli 2020, 15:16

Liebes Sistrix-Team,

danke für den interessanten Post zum Thema CTR.
Ein paar Fragen dazu:
1. Longtail vs. Short Tail: Habt ihr auch Erfahrungen bei Google Ads? (Organisch sieht der User nur noch Ads mittlerweile – mobil & Desktop)
2. Gibt es mobil massive Unterschiede zur Desktop CTR?

Danke & beste Grüße,
Sara

Avatar Michael   
19. Juli 2020, 14:07

Unter immer mehr Keywords werden Werbeanzeigen eingeblendet und der Werbeanzeigen-Bereich über den organischen Suchergebnissen ist durch zusätzliche Anzeigen-Features mit den Jahren größer geworden.

Die voranschreitende Schwächung der CTR für den organischen Suchbereich führt dazu, dass man sich mit Seite 1 und einer Top-3-Platzierung schon nicht mehr zufrieden geben darf, um überhaupt noch ein paar Klicks abzubekommen. Teilweise muss man ja auf dem Desktop schon ab Platz 2 scrollen. Featured Snippets sind da natürlich ein Segen, aber auch in diesem Bereich ist der steigende Wettbewerb deutlich spürbar.

Was ich damit ausdrücken möchte: Der Schwierigkeitsgrad für Suchmaschinenoptimierung, die tatsächlich nennenswerte Besucherzahlen bringt, nimmt immer mehr zu. Vor allem, weil unter Suchanfragen zu Produkten und Dienstleistungen die Klicks auf organische Top-Platzierungen weniger werden.

Avatar Roman   
21. Juli 2020, 15:52

Danke für den tollen Artikel und die intressante Studie. Solche Studien sind in meinen Augen besser als globale Aussagen, insbesondere wenn es noch weitere Einflussfaktoren de facto gibt. Werde da auf jeden Fall einige Infos rausziehen für mich….Danke nochmals!

Avatar Boutonniere   
23. Juli 2020, 23:35

Sehr spannend. Und wir füttern Google auch noch ausgiebig. Der CTR von Position 1 zu 2 bringt einen jedes Mal erneut zum Nachdenken. Position 3 ist möglicherweise dauerhaft die bessere CTR obwohl teilweise muss man ja auf dem Desktop schon ab Platz 2 scrollen. Es sind viele neue Infos für mich dabei.
Es wird nicht schwieriger, sondern dank solcher Studien nur umfassender.

Avatar Susanna   
24. Juli 2020, 07:02

Danke für die umfangreichen Daten und ihre Auswertung. Was mich auch in der Meinung bestätigt, das Featured Snippets eben doch nicht so toll sind für die eigene SEO.

Avatar Markus Reiferscheid   
24. Juli 2020, 14:30

Auf jeden Fall ein spannendes Ergebnis – so habe ich das Thema tatsächlich noch nicht betrachtet. Ich selbst führe eine Textagentur und mache SEO für meine eigene Webseite noch nicht so lange. Es ist spannend zu sehen, dass nicht nur das Keyword an sich, sondern auch die Suchintention eine starke Rolle spielt – ich werde es in Zukunft mehr beachten

Liebe Grüße

Avatar Reini   
28. Juli 2020, 09:48

Ich finde featured snippets eine Riesen-Frechheit! Genau das, was Google bestraft, also duplicate content, wird hier systematisch gemacht. Google stellt fremden, oft hart erarbeiteten Content als seinen eigenen dar. Man bekommt keinen Traffic, hat keine Möglichkeit den Besucher auf der Seite zu halten, oder zu monetarisieren.
Dass das Snippet wichtig ist, zeigt sich meiner Meinung nach immer deutlicher, je weiter hinten man in den Suchergebnissen landet. Der erste Klick wird gewohnheitsmäßig angeklickt. Meist auch zu Recht, weil Google in den meisten Fällen wirklich die beste Seite und die Antwort auf meine Frage ganz oben liefert. Wird der User auf der Seite nicht fündig, dann kommt es auf die Snippets an. Einmal enttäuscht klickt der, oder die UserIn nicht mehr wahllos auf die Seiten, sondern sucht die, die die Antwort verspricht. Wenn Google einmal den User-intent falsch verstanden hat, dann sind meist alle Ergebnisse ähnlich und helfen dem Suchenden nicht weiter. Hat man dann ein Snippet, das sich abhebt, dann hat man bessere Chancen geklickt zu werden.

Avatar Aldin Vojic   
28. Juli 2020, 10:43

Super interessante Insights! Es ist wirklich keine Überraschung, dass selbst bei einer Erstplatzierung die CTR in vielen Fällen relativ bescheiden ausfällt, wenn man Dinge wie Rich Snippets, Ads & Co. berücksichtigt. Was mich noch interessieren würde: Gibt es auch Daten, wie sich die Platzierung von Keywords im Title & der Description auf die CTR auswirkt?

Beste Grüße aus Augsburg!

SEO, so klappts langfristig mit Google und Co !   
31. Juli 2020, 16:36

[…] Natürlich wird auf den ersten Treffer mehr geklickt als auf den 9 ten (mehr dazu hier und hier).Anders herum: Man könnte also sagen: Eine Optimierung bringt hier wenig. So ganz richtig ist das […]

Avatar Christian Wächter   
3. August 2020, 08:28

Sehr sehr guter Beitrag zum Thema. Erstklassig recherchiert und verständlich dargestellt. Über die snippets werde ich mir auch nochmal Gedanken machen. Grade die FAQ bze Q&A verhindern anscheind eher Klicks und Traffic. Danke für die super Analyse.

Marketingtipps der Woche 31 | 2020 - Der Heldenblog | Blog der Marketingberatung Die Heldenhelfer   
3. August 2020, 10:56

[…] Suchmaschinenoptimierung ist die Kunst, möglichst viele relevante Besucher von Google auf die eigene Webseite zu leiten. Die Klickrate (CTR) hat dabei einen massiven Einfluss auf das Ergebnis deiner Arbeit. Wieso (fast) alles, was du bislang über die Google Klickrate wusstest, nicht mehr stimmt, erklärt dieser Artikel: https://www.sistrix.de/news/wieso-fast-alles-was-du-bislang-ueber-die-google-ctr-wusstest-nicht-mehr… […]

Avatar Joachim   
4. August 2020, 11:23

Sehr guter Artikel, wie immer auf sistrix.de. Vielen Dank

Avatar Heiko   
5. August 2020, 23:28

Schöner Artikel! Er bestätigt absolut meine Erfahrungen / Erkenntnisse der letzten 2 Jahre. Vieles ist recht offensichtlich und logisch, wenn man sich ein bisschen mit seinen eigenen GSC Daten auseinandersetzt. Trotzdem schön ein paar beslastbare Zahlen zu haben, auch wenn man diese mit Vorsicht genießen sollte. Z.B. eine SERP mit 4 Ads Anzeigen, einem riesigem Image Pack und featured snippet auf #1 kann mal schnell auch nur 5% CTR bringen… Oft macht es halt die Kombination der ganzen Features.

Habt ihr bei eurer Analyse Branded Queries rausgefiltert? das würde das ganze sonst sehr verfälschen.

Avatar Alex   
6. August 2020, 09:55

Interessante Zahlen. Durch Ads, Maps, Snippets und Co rutscht die „organische“ Suche schon so weit herunter, dass sogar fast nur noch Platz 1 und 2 zählt. Bis der User bei Position 3,4 oder 5 ankommt, muss schon recht viel passieren….

Avatar Gerhard Koronek   
9. August 2020, 14:56

Vielen Dank für diesen ausführlichen und spannenden Beitrag!
Dass die CTRs auch innerhalb der ersten drei Plätze so variieren, hat mich jetzt schon etwas überrascht. (28,5 % > 15,7 % > 11,0 %). Und die 2,5% für die zehnten Platz sind schon ernüchternd.
Aber, sehen wir es positiv, es geht nicht darum “auf die ersten Seite zu kommen”, sondern noch besser zu sein.
Ich habe übrigens meinen Seitenumbruch auf 100 Ergebnisse eingestellt, damit ich zumindest die ersten 30 wahrnehmen kann.
Herzliche Grüße aus Wien
Gerhard

SEO News im Juli 2020 - SEOHouse SEO Podcast Podcast   
11. August 2020, 15:22

[…] CTR-Studie von SISTRIX: Wieso (fast) alles, was du bislang über die Google CTR wusstest, nicht mehr stimmt. […]

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