Wurde Pinterest.com von Google’s Interstitials Update getroffen?

9. Februar 2017, 10:08

Vor ein paar Wochen haben wir unsere Gewinner & Verlierer Liste der Google SERPs für Deutschland, UK und Spanien veröffentlicht. In diesem Blogbeitrag sind wir auch intensiver auf den großen Erfolg von pinterest.com eingegangen. Dort verlinkten wir zudem ein Interview mit Casey Winters, ehemaliger Product Lead on Growth Team von Pinterest, indem er erklärte, wie wichtig die SEO-Arbeit für das Unternehmen sei. Nun ein paar Wochen später nach dem Google Interstitials Update, zeigt sich ein drastischer Fall des mobilen Sichtbarkeitsindex von pinterest.com:

Sichtbarkeit Index für Desktop und Smartphone von Pinterest.com

Trotz der schnellen Genesung von pinterest.com in der Desktop Sichtbarkeit, sind die Verluste im mobilen Index groß: 40% in den UK, 35% in den USA, 34% in Deutschland und Spanien. Im Durchschnitt über alle Ländern muss die Domain heute noch einen Verlust von 16,5% verbuchen.

Sichtbarkeit Index für Smartphone von Pinterest in Deutschland, Spanien, UK und USA.

Um ein Gefühl für das Ausmaß des Verlusts zu bekommen, schauen wir uns zunächst einmal den Absturz in den UK genauer an. Hier sind es, wie bereits erwähnt, minus 40% im mobilen Sichtbarkeitsindex – umgerechnet 167 Sichtbarkeitspunkte (von zuvor 417 auf 214 Punkte). Vergleicht man die Indexwerte mit anderen Domains wie Mirror.co.uk (165 Punkte im mobilen Sichtbarkeitsindex), Linkedin.com (160 Punkte im mobilen Sichtbarkeitsindex) oder Independence.co.uk (144 Punkte im mobilen Sichtbarkeitsindex) kann man deutlich sehen, dass der Verlust bei Pinterest.com mit einem kompletten Verschwinden der anderen genannten Domains gleich zusetzten wäre.

Das Spiel mit den Interstitials

Wie bereits erwähnt, ist dieser extreme Fall im mobilen Index kurz nach dem Rollout des Google Interstitials Update zu erkennen. Zuvor verwendete Pinterest.com mit großer Freude Bildschirm-füllende Interstitials auf ihrer mobilen Seite, wie die nachfolgende Abbildung zeigt.

(1) Dem Nutzer wird in diesem Fall nicht direkt der gewünschte Inhalte angezeigt:

Beispiel des Interstitials auf pinterest.com

(2) In dieser Abbildung bewirbt Pinterest.com seine APP – und dies über die gesamte Bildschirmbreite. Der Originalinhalt ist nur durch „nach unten scrollen“ zu sehen:

Beispiel des Interstitials auf pinterest.com

Interessant zu sehen ist, dass der Nutzer das Interstitial nur angezeigt bekommt, wenn er die URL direkt im Browser eingibt oder einen Link, welcher zu dieser URL führt, anklickt. Klickt der User jedoch auf das Suchergebnis Pinterest.com in den Google SERPs, so bekommt dieser ebenfalls ein Interstitial zu sehen, welches Google aber offensichtlich als ok empfindet.

Vergleich der Interstitials von pinterest.com

Welche Schlüsse können wir daraus ziehen?

Heute vor einem Monat haben wir den Verlust im mobilen Index von Pinterest.com entdeckt – dennoch war es wichtig, sicher zu gehen, dass die Verluste mit dem Google Update in Verbindung stehen. Neben Pinterest.com haben auch andere Domains wie Whosampled.com, Instructbales.com oder Bose.co.uk, welche ebenso Interstitials nutzten, an mobiler Sichtbarkeit verloren.

Auch diese Domains haben Keywords zwischen der ersten und zehnte Seite in der Google Suche einbüßen müssen: Sie rankten nicht schlechter, sondern die Keywords waren einfach verschwunden:

Rankingverteilung in den ersten 10 Seiten in absoluten Zahlen

Dennoch, das Geschäft mit den Interstitials funktionierte wohl für Pinterest.com eine Zeit lang sehr gut. Womöglich wollte man zunächst abwarten, um zu schauen, inwiefern man letztendlich tatsächlich von dem Google Update betroffen ist. Auch den Satz auf Google’s Blogpost zu dem bevorstehende Update, „The intent of the search wuery is still a very strong sognal, so a page may still rank highly if it has great, relevant content„, könnte als Einladung dazu verstanden werden.

Am Ende des Tages scheint es, als ob Pinterest.com doch härter von dem mobilen Update getroffen wurde, als erwartet. Dennoch nutzt Pinterest.com die Interstitials weiterhin für die Desktop Variante, weil es sich offensichtlich für sie auszahlt:

(1) Content shown on Smartphones. (2) The same content shown for Desktop.

Ich hoffe euch gefällt’s.

 

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