2008 – Was erwartet uns?

Johannes Beus
Johannes Beus
1. Januar 2008
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Die Silvesterparty leidlich überstanden, liegen noch knapp 366 Tage in diesem Jahr vor uns. Zeit, sich ein paar Gedanken zu möglichen Entwicklungen in diesem Jahr aus Sicht eines Suchmaschinenoptimierers zu machen.

SEO wird anspruchsvoller
Ein Trend, den es so die letzten Jahre kontinuierlich gab, wird sich auch 2008 fortsetzen. Suchmaschinenbetreiber entwickeln ihre Technik fortwährend weiter und heben die Hürden damit immer etwas weiter an. Zwar fällt diese Weiterentwicklung Vielen gar nicht so stark auf, da sie im Tagesgeschäft untergeht; wenn man sich allerdings mal Optimierungsmethoden, wie so noch vor 3 oder 5 Jahren üblich waren heute aus der Retrospektive ansieht, wird deutlich, dass das ganze Thema langsam erst erwachsen wird. Das Vorgehen von Google gegen Webkatalogbetreiber, Linkverkäufer und in letzter Zeit auch Artikelverzeichnisse wird nicht zum Jahreswechsel beendet sein. Diejenigen, die in der Vergangenheit sauber und zukunftsorientiert gearbeitet haben, werden davon profitieren, viele andere werden sich neu orientieren müssen. Dadurch, dass große Verlage wie aktuell der SPIEGEL ihre Archive öffnen (vor einigen Monaten schonmal angesprochen), wird die durchschnittliche Qualität der Suchergebnisse steigen – auch hierdrauf muss reagiert werden.

Grenzen werden durchlässiger
Suchmaschinenoptimierung ist schon länger kein abgegrenztes Geschäftsfeld mehr. Die Zusammenarbeit mit anderen Bereichen wird in 2008 nochmals intensiver und SEO-KnowHow wird stärker und frühzeitiger in Prozesse wie den Relaunch von Webseiten einfließen. Werkzeuge wie Social-Media-Optimisation, Linkbaiting oder auch Reputation Management werden in diesem Jahr bekannter und verbreiteter und werden den Arbeitsalltag vieler Suchmaschinenoptimierer verändern.

Google wird weiter wachsen, Alternativen fehlen
Google wird auch 2008 seine dominierende Marktstellung halten und in einigen Märkten ausbauen können. Es wird zwar Versuche geben, neue Suchmaschinen zu etablieren (wie WikiaSearch), damit die breite Masse der Nutzer allerdings von Google wechselt, muss die Qualität der neuen Suchmaschine schon bedeutend besser sein, als diejenige, die Google derzeit liefert. Und diesen Schritt sehe ich derzeit nicht – vielleicht werden Ansätze wie die Semantik dies leisten können, ich wäre allerdings überrascht, wenn dort 2008 schon ein Durchbruch erzielt werden kann. Da im Suchmarkt für Google nicht mehr viel Luft nach oben ist, werden neue Anwendungen und Projekte gestartet. AErwartet werden neben der Wikipedia-Konkurrenz „Knol“ auch Projekte wie Google Health oder das Google Drive (Onlinefestplatte), bei denen allen, die das Wort „Datenschutz“ buchstabieren können, vermutlich die Haare zu Berge stehen. Bleibt zu hoffen, dass Googles Firmenmotto „Don’t be evil“ gerade in diesen Bereichen in Zukunft wieder etwas stärker zu spüren sein wird.

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Kommentare
Kralle   
2. Januar 2008, 05:16

Danke für einen endlich rationellen und bedachten Jahresausblick 2008. Allerdings sehe ich im Konzept von WikiaSearch deutliches Potenzial für einen möglichen Hype. Relevante Marktanteile des Projekts könnten die SEO-Landschaft durchaus aufmischen, gerade im Hinblick auf einen offenen Algorithmus. Zumindest eine Anpassung an bestehende, nicht-öffentliche Algos mit gleichzeitiger Offenlegung könnte das Thema Suchmaschinenoptimierung massentauglicher werden lassen.

Alex   
2. Januar 2008, 14:08

interessante Aussicht Johannes!
mal sehen was sich von Wikipedias Seite gegenüber Google tut!

guter Content wird immer mehr King..
besonders weil die ersten Blogs anfangen Ihren guten Content mehrsprachig anzubieten (siehe Smashing Magazine / Dr. Web)

hab mich vor einigen Wochen mit den Jungs von http://www.tolingo.com unterhalten, ich bin gespannt in welche Richtung sich besonders das mehrsprachige / globalisierte Internet 2008 entwickeln wird.

Frohes Neues Jahr + no evil
Gruß Alex

Johannes   
2. Januar 2008, 19:31

Kralle, ich lass mich gerne überraschen und würde mich freuen, mit WikiaSearch einen Gegenpol zu Google zu bekommen. Wie aber schon geschrieben, glaube ich nicht, dass die es packen werden. Zu „longtailig“ sind die meisten Suchanfragen mitterweile und zuwenig Surfer machen im Web mit, als dass genügend Stimmen für einen ausreichenden Anteil der SERPs zusammenkommen können.

Alex, die Übersetzungsgeschichte habe ich für dieses Blog auch schonmal überlegt, dann aber nicht mehr verfolgt. Vielleicht komme ich ja dieses Jahr dazu, das umzusetzen.

Kralle   
3. Januar 2008, 02:40

Nunja, wie gesagt, ich sehe eben deutliches Potenzial, eine Revolution wird damit sicher nicht losgetreten. Um relevante Marktanteile zu erobern dauert es Jahre, auch im Web.
Google ist durch 2 Dinge groß geworden:

– bessere Qualität als das bisher Dagewesene
– geschicktes und intelligentes Marketing

Letzteres ist es, was Google auch heute noch die Position sichert, aber Letzteres ist es auch, was Jimmy Wales beherrschte, um Wikipedia so groß zu machen.
Bessere Qualität stellt sich nur ein, wenn entsprechende Reichweiten vorhanden sind, also zahlreiche heavy user daran teilnehmen. Von daher wird Wales gut daran tun, anfangs hauptsächlich die Reichweiten zu erhöhen und diese Zielgruppen zu erreichen.
Freilich werden erstmal Single-Keys und Top-Suchen im Fokus stehen, ein geschickter Algo sollte das aber auch auf den Longtail herunterbrechen können.

Ich vertrete bereits seit längerer Zeit die Ansicht, daß nur ein Open-Source-Algorithmus Bewegung in den Markt bringen, und letztlich auch die Qualität sichern kann.
Auswirkungen hätte es allerdings auch auf die gesamte Branche.

Wie gesagt, ich sehe Potenzial, was daraus gemacht wird steht auf einem anderen Blatt.

Michael   
3. Januar 2008, 14:20

Sehr schöner Ausblick. Dem geschriebenen kann ich mich nur anschließen. Besonders dem letzten Absatz „Google wird weiter wachsen, Alternativen fehlen“. Somit konnte mir bei der Spamschutzeingabe für diesem Kommentar das Schmunzeln nicht verkneifen: Yahoo

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