2013 – Erwartungen & Vorschau

Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.
26. Dezember 2012 9 Kommentare

Entgegen dem allgemeinen Trend, Jahresrückblicke und Vorschauen bereits im Spätsommer zu veröffentlichen, habe ich mir dafür etwas mehr Zeit gelassen. Und da Entwicklung in der Vergangenheit auch erst mit etwas Abstand interessant wird, möchte ich diesen Teil gleich ganz überspringen und gemeinsam mit Euch in meine Glaskugel für das kommende Jahr schauen.

SEO-Konferenzen vs. noch mehr SEO-Konferenzen
Habe ich dieses Jahr nachwuchsbedingt nur wenige SEO-Konferenzen besucht und das Thema deshalb etwas aus den Augen verloren, wird mit der Jahresplanung 2013 schnell deutlich, dass wir in Deutschland bald mehr Konferenzen als Vollerwerbs-SEOs haben. Diese Entwicklung beobachte ich mit gemischten Gefühlen: zum einen ist es natürlich toll, dass das Thema zu begeistern weiß, der Markt stetig wächst und unserer Branche das alljährlich prophezeite Ende doch nicht kurz bevor steht. Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass es inhaltlich nicht mehr so große Sprünge gibt, als dass diese monatliche Konferenzen gerechtfertig sind. So habe ich dieses Jahr in Gesprächen schon häufig Unmut darüber rausgehört, dass einige Vortragenenden mit gleichen oder sehr ähnlichen Präsentationen und Themen von Konferenz zu Konferenz ziehen. Allgemeine SEO-Konferenzen werden 2013 nicht mehr den Zuspruch erfahren, wie es in den letzten Jahren der Fall war. Dies wird vermutlich zu zwei Entwicklungen führen: entweder geht die Ausrichtung dahin, dass Spezialgebiete behandelt werden und sehr tiefgreifendes Expertenwissen vermittelt wird oder aber die Entwicklung geht in die andere Richtung und ehemals reine SEO-Konferenzen öffnen sich für andere Besuchergewinnungs- und Marketing-Methoden.

Google vs. SEO-Tools
Nachdem Google vor ein paar Wochen seine Google AdWords API TOS in den USA gegenüber zwei Anbietern von SEO-Software durchgesetzt hat, wurde gerade in Deutschland das baldige Ende des Abendlandes ausgerufen. Nachdem die Hysterie jetzt verflogen ist, kurz meine Einschätzung der Sache: ich kann mir nicht vorstellen, dass Google ein ernsthaftes Interesse daran hat, transparenzschaffende Marktbeobachter zu bedrängen. Hier scheint die Rechtsabteilung von Google recht kurzsichtig gehandelt zu haben und ich bin mir sicher, dass dieses Vorgehen weder im Sinne von Google noch im Sinne der Wettbewerbshüter in den USA und Europa ist. Als Google-Aktionär schätze ich das langfristige und besonnene Handeln von Google und sehe keinen Anlass, dass sich dies nun ändert.

Authorship vs. Soziale Signale
Das kommende Jahr scheint mir ein guter Zeitpunkt für Google zu sein, um über Alternativen und Erweiterungen zu den altbekannten Links als Rankingfaktor nachzudenken. Hat man dieses Jahr mit dem Pinguin-Update die Qualität innerhalb des Linkgraphens wieder auf erträgliches Niveau erhöhen können, wird das nicht ewig gut gehen. Naheliegende Alternativen sind zum einen Autorenvernüpfungen und zum anderen Soziale Signale. Die Anreicherung des Linkgraphens um den Autor hat den großen Vorteil, dass die Qualität der Links in der Regel überdurchschnittlich groß sein wird. Der Nachteil wird vermutlich sein, dass die Anzahl der Autoren, die an dem System teilnehmen begrenzt ist. Bei den Social Signals hat Google zwar eine deutlich größere Menge an Teilnehmern/Signalen, die Qualität dieser dürfte aber unterdurchschnittlich sein: quasi eine Entscheidung zwischen dem inhaltlichen Niveau von Cicero und Bild-Zeitung. Ich bin gespannt, wie Google sich entscheidet.

tom
26. Dezember 2012, 16:18

„So habe ich dieses Jahr in Gesprächen schon häufig Unmut darüber rausgehört, dass einige Vortragenenden mit gleichen oder sehr ähnlichen Präsentationen und Themen von Konferenz zu Konferenz ziehen. “

meine meinung!
ist zudem wirklich ein inflationäres thema. 2013 gehe ich zu einer konferenz und fertig!

27. Dezember 2012, 21:45

Danke für die Einschätzung, ich musste auch schon schmunzeln als ich vor wenigen Tagen das Event der Superlative kennenlernen durfte…. Mal sehen ob sich das für die Veranstalter rechnet.

Wie ist deine rechtliche Einschätzung zu dem Thema Weiterverkauf von gecrawlten google Daten? Kann darauf ein Geschäftsmodell langfristig basieren?

Viele Grüße von der Ostseeküste
Carsten

28. Dezember 2012, 09:01

Warum soll Google sich zwischen Authorship und Sozialen Signalen entscheiden und nicht perspektivisch beides heranziehen?

28. Dezember 2012, 16:12

Wenn der inhaltliche Mehrwert sinkt, schaffen es die Veranstalter ja scheinbar erfolgreich mit ausreichend Urlaub Ambiente die Teilnehmer bei der Stange zu halten ;). Kommt gut ins neue Jahr.

Ps.: Das nächste Update ist für den Tiger resviert!

29. Dezember 2012, 01:07

„Warum soll Google sich zwischen Authorship und Sozialen Signalen entscheiden und nicht perspektivisch beides heranziehen?“

Google könnte sich ja auch mal nur einfach für Qualität entscheiden – nur das erkennen sie halt nicht!

31. Dezember 2012, 10:38

Die Entwicklung der SEO-Konferenzen sehe ich genauso. Aber wenn es genug Leute gibt, die meinen, dass man dort zu einem vertretbaren Preis eine gute Leistung bekommt, können die gerne noch mehr Konferenzen anbieten – frei nach dem Motto: Der Markt wird es schon richten 🙂

Viele Grüße und eine guten Rutsch

7. Januar 2013, 09:33

Danke Johannes für die knackicke Zusammenfassung. Auf den künftigen Umfang der Konferenzen bin ich auch sehr gespannt.

Das Thema Content Authorship und Trust ist ja schon auf einigen Veranstaltungen ein großes Thema gewesen. Es wird aber in meinen Augen nicht vollwertig zählen können, da – wie Du ja auch schreibst – eben nicht alle daran teilnehmen (können, wollen, … oder einfach mangels Wissen). Das muss aber ja nicht heißen, dass die jeweiligen Inhalte daher schlechter sind.

Interessant wird auch, wie google weiter mit den Snippets umgeht und wie einfach diese sich auch künftig noch bei neuen Pages in die SERPS integrieren lassen.

@Dominik: Tiger? Ne, der ist doch nicht schwarz/“weiß“ … wie wäre es mit Dachs… Der ist auch bissiger als Panda und Pinguin – oder gibt das Ärger mit der Frankfurter Börse wg. dem Gleichklang 🙂

Wünsche Euch einen guten Jahresauftakt!

16. Januar 2013, 10:40

Allein schon wegen der updates 2012 und der damit erreichten Verunsicherung vieler Webseitenbetreiber läßt sich schnell was verdienen. Eine gewisse Transparenz wäre angebracht, um hier gut von böse unter den SEO zu unterscheiden.

17. Januar 2013, 08:21

nicely written 🙂 I like the way johannes you brief the things. keep the good work carry on. … 🙂