Abgesang auf die Metasuchmaschine

Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Ich freue mich ja jedes Mal, wenn in einer Pressemitteilung von einem neuen Stern am Suchmaschinenhimmel die Rede ist. Wenn es sich dann noch um eine deutsche Suchmaschine handelt, steigert sich diese Freude gar ins unermessliche. Jetzt war es wieder mal so weit, WeFind („die neue Web 2.0 Suchmaschine“) ist gestartet. Um es kurz zu machen, die Qualität der Ergebnisse hat mich nicht direkt dazu veranlasst, den WeFind-Hintergrund runterzuladen und auf allen Computern einzurichten. Deswegen möchte ich jetzt gar nicht so sehr etwas zu WeFind selber, sondern zu grundsätzlichen Problemen von Metasuchmaschinen schreiben.

Metasuchmaschinen arbeiten so, dass sie die Suchanfrage an eine Reihe von Suchmaschinen weitergeben, die Ergebnisse sammeln und möglichst sinnvoll aufarbeiten. In den Anfängen der Suchmaschinentechnologie waren Metasuchmaschinen recht beliebt, da jede einzelne der zahlreichen kleinen Suchmaschinen nur einen sehr geringen Teil des Webs durchsuchte und man so immerhin zu halbwegs treffenden Ergebnissen kam. Heute haben Metasuchmaschinen nahezu keine Relevanz mehr – zum einen ist der Index von Google oder Yahoo groß genug und lässt in der Regel keine wichtigen Seiten aus, zum anderen kann die Qualität der Metasuchmaschinen nicht mehr mithalten.

Das liegt im Wesentlichen daran, dass während Google beispielsweise über 200 unterschiedliche Signale hat, um ein schönes Ranking zu bauen, Metasuchmaschinen mit deutlich weniger auskommen müssen. Auch WeFind schreibt, dass zur Einbindung von „Suchpartnern“ normalerweise eine OpenSearch-Schnittstelle verwendet wird – und über diese kommen nicht mehr Informationen, als man üblicherweise auch im Browser sieht. Wie schwierig es ist, Ergebnisse aus mehr als einer Quelle sinnvoll zu gewichten, kann man manchmal bei Google selber sehen. Für Universal-Search wird auch mehr als ein Index abgefragt (Web, Bilder, News, Videos, usw) und Google steht vor der Problem, wie die unterschiedlichen Rankings zusammengefügt werden – und das geht häufig genug schief, obwohl Google Zugriff auf die kompletten Ranking-Faktoren jedes einzelnen Indexes hat.

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Kommentare
Avatar Danny   
19. Dezember 2008, 20:08

Ich sitze gerade am Laptop, hier habe ich den IE6 und FF3 installiert. Mein Feedreader benutzt den IE als internen Browser.
Als ich die Seite WeFind gerade aufrufen wollte, sagte er mir, dass das mit dem IE6 wohl nicht geht, ich solle doch IE7 oder Firefox oder Opera runterladen.
So etwas finde ich schwach, sehr schwach sogar.
Aber natürlich habe ich die Suchmaschine dann auch noch eben mit dem FF getestet.
Und auch ich bin recht überrascht von der Suchmaschine. Ich ranke dort sogar schon ganz gut mit meinen Hauptkeys 🙂

Gruß
Danny

Avatar Peter Kredit   
20. Dezember 2008, 07:42

„oder „Kredit“ wird dort sicherlich nicht stehen :-)“

wer weiß, wer weiß…

zum Beitrag, denke, dass es schon etwas mehr an neuer technologie braucht um am suchmaschinen markt mitnaschen zu können!?

Avatar Max   
20. Dezember 2008, 11:30

Ich wollte weFind gerade in
http://www.2wid.net/Internet/Suche/Suchmaschinen/Liste/Metasuchmaschinen/kt2134.php
vorschlagen.

Aber ich warte doch noch lieber etwas ab.
Aber in 3-6 Monaten schau ich da noch einmal rein. Viele gute Ideen werden leider nicht lange am Leben erhalten, wenn sie nicht sofort im Markt ankommen.

Avatar chrheu   
20. Dezember 2008, 16:53

Mal abgesehen davon, dass ich so eine Suche schlicht überflüssig halte, finde ich es beachtlich, dass solche Schnapsideen gleich mit riesen Background betrieben werden: AG-Gründung, eigene Pressesprecherin, usw.

Das Design sieht auch aus wie von 2002…

Avatar Geo   
20. Dezember 2008, 19:42

Es geht wirklich nicht mit IE6 😉

Aber das Sitrix Layout ist im IE6 auch verschoben…scheint modern zu sein 😉

Avatar Johannes   
20. Dezember 2008, 21:14

Zum Layout: Wenn jemand Ahnung und Lust hat, das zu fixen, kann er mir sehr gerne ein Angebot schicken.

Avatar Mobile SEO   
20. Dezember 2008, 22:21

Ich machs fuer kostenlosen Zugang zu den Tools im Januar 🙂

Avatar Franky   
21. Dezember 2008, 22:38

Die Jungs von „wefind“ werden so schnell den Bach runter gehen …. das investierte Geld ist jetzt schon verbrannt ….

Avatar Ronny   
23. Dezember 2008, 11:48

Und warum? Weil quasi alle heutzutage „googlen“ (gooogeln 😉 ) und nicht „wefinden“. Da ist das Produkt zum Begriff geworden und dadurch extrem stark. (Wie bei den Taschentüchern oder Cola. Haste Du mal ein Tempo oder eine Coke 😉 )

Aber davon abgesehen, ich begrüße jeden freundlich und herzlich, der sich ein bisschen den Marktführern entgegenstellt. Bei WeFind ist es wohl leider falsche Ansatz….

Noch zur Technik: Theoretisch müsste doch aber eine Meta-Suchmaschine mindestens indirekt die gleichen Rankingfaktoren nutzen wie die ab bgefragte Suchmaschine selbst. Es ist doch so, das über die API „die ersten 1000“ Ergebnisse geliefert werden. Heißt ja dann das innerhalb dieser „ersten 1000“ schon bereits irgendeine Sortierung vorliegen muss. Oder hab ich das falsch verstanden?

Grüße

Avatar Özgür   
24. Dezember 2008, 08:56

Hi Johannes, schau dir mal die Metasuchmaschine http://keyboardr.com/ an. Finde es recht gelungen.

Avatar Albaniax   
26. Dezember 2008, 22:59

Die Seite gefällt mir, meine Seiten erscheinen viel öfter an erster Stelle, als in Google persöhnlich 😀

Avatar Ralph   
2. Januar 2009, 17:28

Die Schlussfolgerung, dass Meta-Suchmaschinen ihre Suchergebnisse sowieso von anderen Suchmaschinen beziehen und somit eigentlich überflüssig sind, kann ich nicht ganz verstehen, aus folgenden Gedankengang:

Wenn Meta-Suchmaschine A bei Suchmaschine 1-n Ergebnisse X(1-n) erhält, kann doch die Meta-Suchmaschine A schauen, wie oft und wo unter der gewünschten Suchanfrage die Webseite B steht. Beispiel: Deine Website soll gefunden werden. Bei Google steht diese an 2. Stelle, bei Yahoo an 4. Stelle, bei MSN an 7. Stelle usw. Daraus kann die Meta-Suchmaschine A doch wiederum feststellen, dass Deine Website im Durchschnitt an 4. Stelle stehen soll. Gegenüber Google schlechter, Yahoo gleichbleibend und gegenüber MSN besser. Hätten somit die Meta-Suchmaschinen doch eine Berechtigung, unabhängig von der bereits in einem Kommentar erwähnten gleichen Bedeutung suchen=googlen?

Ralph

Avatar Johannes   
2. Januar 2009, 17:38

Ich halte Meta-Suchmaschinen nicht für schlechter, weil sie ihre Ergebnisse von anderen Suchmaschinen beziehen, sondern weil sie nur diese Ergebnisse kriegen und nicht die zugrundeliegenden Daten, _wieso_ diese Domain auf Platz 2 oder 4 ist. Ich glaube, dass man für qualitativ hochwertige SERPs diese Infos benötigt.

Avatar java-fan   
5. Januar 2009, 12:39

Ich glaub wir können lange auf einen Ersatz für google warten. Und ebenso lange auf einen gleichstarken Konkurrenten :-/

Avatar mp3 shqip   
23. März 2010, 22:26

Trotz Onpage und Offpage Optimierung liegt meine Konkurrenz vorne. Diese haben nichtmal richtigen Content geschweige denn backlinks.

Ich denke Meta-Suchmaschinen sind keine „echten“ Suchmaschinen.Diese ziehen ja nur die infos von den „echten“ Suchmaschinen.

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