Braucht Linkbuilding mehr Transparenz?

Johannes Beus
Johannes Beus
3. Dezember 2009
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Eigentlich wollte ich derzeit mit einer geflügelten Kusche Richtung Berlin und zur TRG-Weihnachtsfeier schweben, leider hat die Lufthansa ihr Flugzeug kaputtgespielt und muss erst irgendwelche Ersatzteile herbeischaffen. So habe ich Zeit, etwas zum Thema Transparenz und Qualität von SEO-Dienstleistungen zu schreiben. Mediadonis hat die Diskussion vor ein paar Tagen angestoßen, andere wie SEO-United (seit gestern übrigens mit hübsch überarbeitetem Webseiten-Design) und Loewenherz haben ihren Teil dazu beigetragen. Im Kern geht es um Linkbuilding-Bemühungen der unvermindert zahlreich aus dem Boden sprießenden SEO-Agenturen.

Natürlich hat Marcus Recht, wenn er schreibt, dass viele vertriebsorientierte SEO-Firmen gerade im Linkbuilding-Bereich miese Qualität abliefern. Ich würde sogar weiter gehen und weniger als 10% der am Markt agierenden Firmen für diese Dienstleistung empfehlen und selbst da muss ein Experte über die gelieferte Arbeit drübersehen und qualitative „Ausrutscher“ nach unten erkennen und korrigieren. Aber ist das jetzt ein Problem, das Transparenz wirklich lösen kann? Sicherlich, es gibt eine Reihe von Kunden, die erkannt haben, wie mächtig SEO als Werkzeug ist und bereit sind, entsprechend Geld in die Hand zu nehmen. Da ist in der Regel dann auch inhouse profundes SEO-Wissen vorhanden und die Arbeit von Dienstleistern kann entsprechend bewertet und gesteuert werden – für diesen Typ Kunde ist die Lieferung einer Liste der aufgebauten Links hilfreich.

Ich würde allerdings behaupten, dass die Mehrheit der laufenden SEO-Verträge unter 2.000 Euro im Monat liegt, Linkbuilding inklusive. Gehen wir davon aus, dass die Hälfte davon für Linkbuilding eingeplant ist – dann hat die Agentur 2, vielleicht auch 3 Tage pro Monat für Linkbuilding. Ganz ehrlich: was soll in der Zeit Sinnvolles gemacht werden? Der Kunde, der monatlich zahlt, ist von anderen Marketingkanälen zeitnahe Erfolge gewöhnt und will auch im SEO Ergebnisse sehen – die in der Akquise auch häufig versprochen werden. Dann ist der Eintrag in Artikelverzeichnisse, Blogkommentare und der ganze weitere, hinreichend bekannte Mist die naheliegende Lösung.

Ich will dieses Vorgehen hier auf keinen Fall gutheißen, möchte nur zu bedenken geben, dass Transparenz allein nicht die Lösung des Problem sein wird. Wie ich hier vor einiger Zeit beschrieben habe, ist das Linkbuilding-Problem recht vielschichtig und ich glaube, dass nur der aufgeklärte Kunde auf längere Sicht die richtigen Entscheidungen treffen wird.

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Kommentare
Matthias Kolb   
3. Dezember 2009, 15:13

Vielen Dank für den Beitrag.

Aber es halt meistens so, was gut sein soll, kann nicht in kurzer Zeit geschehen.

Aber ich denke, wenn man die 2-3 Tage richtig nutzt, kann man sicherlich auch etwas positives damit erreichen.

Gruß

Klaus   
3. Dezember 2009, 16:28

@ Johannes: Da gebe ich dir vollkommen Recht – mit Sicherheit liegt der Großteil der Verträge für Linkbuilding deutlich unter EUR 2.000 / Monat. Wichtig ist dass man den Kunden aufklärt und ihm sagt was er für sein Geld bekommt – das Problem sind aber solche Agenturen die für Linkbuilding z.B. EUR 50 oder EUR 100 verlangen und so den Markt ruinieren.
Ein richtig guter Link ist schon mal ein Aufwand von 1-2 h und – kann sich jeder selbst ausrechnen wieviele sich da pro Monat ausgehen…

Woy   
3. Dezember 2009, 17:03

@Klaus. Das ist (leider) die freie Marktwirtschaft.

Der Markt wird/muss/wird sich auf kurz oder lang wieder selber regulieren. Es werden wohl einige Kunden geben, welche schlechte Erfahrungen machen und deshalb genauer auf die Finger schauen.

Den meisten Seo Firmen fehlt es schlicht und einfach an soliden Grundlagen/Ressourcen(Anständige Tauschwährung, Produktivsystem(Email,Datenbank,etc(automatische Berichtsgener. usw). Das ist genauso als würdest du in ToFastToFurious mit ’nem Buggy ankommen…..

Constantin   
3. Dezember 2009, 18:43

Hallo Woy,

den Hinweis auf die freie Marktwirtschaft (die wir ja nichtmal haben!) finde ich etwas schwierig.

Hier geht es ja nicht um einen regulären Markt, sondern man beschäftigt sich ausschließlich auf einer irgendwie wissenschaftlichen Basis mit der Manipulation der Google Daten. Es geht also nicht um Angebot und Nachtrage und man stochert größtenteils im Nebel…

Wenn ich in ToFastToFurious mit nem Buggy ankomme, verliere ich das Rennen. Wenn ich bei der Suchmaschinenoptimierung einmal mit der falschen Strategie an den Start gehen, versaue ich mir auch zukünftig sämtliche Chancen. Auch dieser Unterschied ist gewaltig 🙂

Liebe Grüße,
Constantin

lois   
3. Dezember 2009, 23:30

von 2000 / monat koennen wir hier in oesterreich nur träumen da heisst es der grafiker macht das mit als eine eierlegende wollmilchsau

Anonymous   
4. Dezember 2009, 14:22

Leider ist das mit dem profunden InHouse-Wissen bei größeren Budgets in vielen Fällen auch nicht richtig. Ich kenne Unternehmen, die richtig viel Geld in SEO investieren (wir reden hier von 20K+ monatlich), und dabei eigentlich keine Ahnung von dem Thema haben.

Und ja, die werden auch schon mal über den Tisch gezogen.

Tatsächlich gibt es aber nur eins, was hier Abhilfe schaffen kann: Die Unternehmen müssen verstehen, wofür sie Geld investieren. Und wenn hier ein gewisses Basis-Wissen vorhanden ist, dann kommt die Forderung nach mehr Transparenz ganz automatisch.

Bis dahin heißt es: Der Markt bereinigt sich selbst. Nicht nur auf Seite der SEO-Agenturen, auch auf Seite der Kunden.

WEBDEGMBH   
4. Dezember 2009, 14:50

klasse post, aber da gibt´s leider noch ein Problem: Selbst die guten SEO-Agenturen liefern oftmals einfach unzureichende Ergebnisse.

Beispiel:
wir nutzen die Online-Tools zweier renommierter Anbieter und v.a. die Ranking-Checks sind (noch immer) ein Witz. Grausige Usability, fehlende Features. Andere Tools, die angeblich global einsetzbar sind, liefern offensichtlich falsche Ergebnisse.

Darüber hinaus erinnere ich auch gerne an das PageRank-Sculpting via NoFollow: Was haben die Großen darüber alles geschrieben. Dann kommt der Cutts und erklärt, dass NoFollow tot ist. Das liest mein Chef und sagt: „Die haben doch alle keine Ahnung, du machst das selbst.“ Dann brauche ich ne SEO-Agentur eben nur für ein paar qualitativ hochwertige Links (Thema: Transparenz). Und sonst für nix.

Nicht persönlich nehmen, aber man merkt, dass euch SEO-Agenturen einfach nicht genug auf die Finger geschaut wird, nicht genug Fragen gestellt werden.

Schönes WE!
Olli

SEO-effektiv   
14. Dezember 2009, 21:01

Ich denke das jede SEO-Agentur seine eigene Firmen-Philosophie hat und wer als „SEO“ in Zukunft auf dem Markt bestehen möchte, ist gezwungen gute – sehr gute Ergebnissse bei seinem Kunden abzuliefern. Deshalb haben wir uns auch für Sistrix und die Searchmetrics Suite entschieden, um die getätigten Arbeiten auch dem Kunden transparent darzustellen.

Es ist wie in allen Branchen, es gibt die TOP-Agenturen,die Flop-Agenturen, die Großen, die Kleinen und halt auch die schwarzen Schafe. So ist das halt…

DieWebAG   
5. März 2010, 19:58

So ist es wirklich. Aber gute arbeit macht sich bezahlt. Und…Kundentreue und Folgegeschäfte sind viel wirtschaftlicher.

Irene   
15. Februar 2012, 15:53

Whoa, whoa, get out the way with that good informtaion.

auto insurance   
19. Februar 2012, 02:46

I need to do something like:Set AliasName for dbo.RealNameso sql query likeselect * from AliasName.dbo.MyTablewill workI think many people need to do itThank youMassimo Bizzarro

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