ChromeOS – Google entwickelt ein eigenes Betriebssystem

Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Lange wurde über den Schritt spekuliert, jetzt ist es offiziell: Google arbeitet an einem eigenen Betriebssystem. Unter dem Namen ChromeOS, angelehnt an den Browser der Suchmaschine, möchte man ein OpenSource-Betriebssystem entwickeln, das seinen Hauptfokus auf das Internet richtet. Geschwindigkeit, Einfachheit und Sicherheit sollen der Kern der Entwicklung sein, man möchte eine perfekte Plattform für den Internetzugang bieten. Der Code soll bereits dieses Jahr veröffentlich werden, mit ersten Netbooks, die mit ChromeOS laufen, ist allerdings erst im zweiten Halbjahr 2010 zu rechnen.

Für mich ist dieser Schritt auf der einen Seite eine logische Weiterentwicklung der bisherigen Strategie von Chrome, auf der anderen Seite natürlich ein deutlicher Angriff auf Microsoft. So hat man dort derzeit besonders Probleme, für Netbooks und ähnliche Geräte eine angemessen Softwareplattform bereitzustellen, hat Google die Chance erkannt und nutzt sie nun aus. Es wird spannend zu sehen, mit welchen (Hardware)-Partnern kooperiert wird und ChomeOS somit als Standardbetriebssystem auf den ausgelieferten Geräten läuft.

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Kommentare
Avatar Seodeluxe   
8. Juli 2009, 09:13

Hammerhart! War aber nur eine Frage der Zeit oder?

Avatar wojcik   
8. Juli 2009, 09:17

Das ist doch wieder so ein Rohrkrepierer wie der Chrome Browser ansich. Ich denke das Google OS wird wohl nur ein Nischen dasein fristen.

Avatar Johanstormarn   
8. Juli 2009, 09:26

RT @sistrix [Blog] ChromeOS ? Google entwickelt ein eigenes Betriebssystem http://tinyurl.com/lcfhr5

Avatar AR   
8. Juli 2009, 09:36

@wojcik

Abwarten, Google Apps wie Text&Tavelen oder Gmail haben inzwischen auch ihren Marktanteil. Ob dieses OS ein Erfolg wird, wird auch davon abhängen wie Google dieses vermarkten kann und welche Hersteller (z.B. Dell etc.) dieses auf ihren Geräten anbieten. Im Bereich Netbooks und Nettops wird es sicher eine Alternative zu Windows 7 werden können, insbesondere wenn es für den 0815-PC/Internet-User einfach und intuitiv zu nutzen ist.

Avatar Sebastian Kunz   
8. Juli 2009, 09:39

Definitiv eine Frage der Zeit. Logischer Schritt einer stark wachsenden Firmenstruktur. Ich frage mich nur, wie viele Dinge umgesetzt werden. Glaube aber auch, dass es viele Neuerungen geben wird, die Microsoft & Co. dann wieder kopieren.

Avatar nielsbohr   
8. Juli 2009, 09:53

Wo jetzt schon ein Google-Betriebssystem angekündigt wird http://tinyurl.com/lcfhr5… Wo bleibt eigentlich Chrome für Mac? #ChromeOS

Avatar Ulf   
8. Juli 2009, 10:36

Und wer benutzt Chrome?
Bei dem aktuellen Marktanteil wird nun eben versucht über das Betriebssystem den Browser zu verbreiten. Und auf anderen Betriebssystemen darf kein hausinterner Browser vorinstalliert sein. Paradox…

Avatar addbase   
8. Juli 2009, 10:41

Das neue Betriebssystem muss ja nicht nur auf nem normalen Desktop PC ausgeliefert werden. Vielleicht gibt es ja bald die schon lange geplanten Entertainment Geräte fürs Wohnzimmer in denen Fernsehen / Stereoanlage / Internet / Textverarbeitung /… vereint ist.

Avatar Johannes   
8. Juli 2009, 10:47

Ich denke, dass ist eher eine strategische Entscheidung: Google ist nunmal ein Internetunternehmen und muss so sicherstellen, dass die ganzen tollen (kostenlosen *haha*) Dienste auch von den Nutzern erreicht werden können – das geht nunmal am besten, wenn man auch den Browser und das OS liefert.

Avatar André   
8. Juli 2009, 11:39

@wojcik

Ich glaube auch nicht, dass dieses neue OS ein Nischendasein fristen wird. Dass der Chrome Browser bislang nichts gerissen hat, liegt neben der Datenschutzdebatte wohl vor allem daran, dass alle Browser kostenfrei erhältlich sind. Google kann sich also hier nicht über den Preis differenzieren. Bleibt noch die Leistung. Diesbezüglich mag Chrome vielleicht etwas besser sein als IE und Firefox, aber der Leistungsunterschied, z.B. bei der Geschwindigkeit, fällt bei Breitbandanschlüssen einfach nicht so ins Gewicht.

Beim OS wird dies vermutlich anders aussehen. Hier gibt es meiner Ansicht nach mit Microsoft nur einen ernstzunehmenden Konkurrenten. Und Google wird wohl auch hier wieder seine Kostenlos-Strategie fahren und sich so über den Preis differenzieren. Wenn dann das OS von der Leistung her mit Windows mithalten kann – zumindest in Bezug auf Spezialplattformen wie z.B. Netbooks – dann wird Google hier vermutlich erfolgreich sein.

Ich glaube auch kaum, dass Microsoft hier wieder seine altbewährten „Ich-mach-die-Konkurrenz-platt-indem-ich-die-Hardwarehersteller-zwinge-nur-mein-OS-zu-installieren“ Praktiken wieder hervorholt. Im Nachhinein haben die sich damit doch erheblich die Finger verbrannt.

Wird aber auf jeden Fall spannend werden! Schwelge schon in nostalgischen Gedanken an den guten alten Broswerwar zwischen Netscape und IE 1996/97…ach, das waren noch Zeiten… 😉

Avatar wojcik   
8. Juli 2009, 11:58

@André

Linux ist kostenlos und schon seit Jahren erfolgreich am Markt vertreten. Also wird sich Google da auch nicht durch den Preis positionieren können. 😉

Ich bleib dabei, das Ding ist für mich ne Totgeburt, genauso wie der Chrome Browser…

Ich kann mich auch noch dran errinnern wie alle vom Chrome Browser geschwärmt haben. Da hab ich von 20% Marktanteil nach einem Jahr gelesen. Super gehyped und was ist?

Nix Nada Null

Ich würde ehr mit Lynx durchs Web browsen als Chrome zu nutzen Oo

Für mich ist im OS Markt der Drops gelutscht. In so einen Markt sich zu etablieren geht nur über ein Revolutionäres OS, und das bezweifel ich einfach. Chrome hat auch keine Revolution im Browsermarkt ausgelöst. Alles was Chrome kann, kann der Firefox schon lange, somit kein Anreiz für User umzusteigen.

Avatar Loewenherz   
8. Juli 2009, 12:12

wojcik, Linux gilt immer noch als System für Nerds. Kein Otto-Windoof-Normalo wird sich das so schnell aufspielen oder eben einen fertigen Rechner damit kaufen. Aber Google haftet der Nimbus der leichten Bedienbarkeit und Schnelligkeit an – wenn so ein System dann auch fertig mit ausgeliefert wird, kann es Erfolg haben. Wenn Google sich nicht wieder als Big Brother selbst ins Knie schießt.
Bei mir würde es natürlich nicht auf einen Rechner kommen 🙂

Avatar wojcik   
8. Juli 2009, 12:25

@Loewenherz

Viele Netbooks werden mit Linux ausgeliefert, wieviele da dieses OS löschen und Windoof draufhauen kann man zwar nur spekulieren, aber es werden ne Menge sein.

Selbst die Netbooks werden mit einem speziellen Linux OS ausgeliefert, das ebenfalls sehr schnell, sicher und einfach gehalten ist. Trotzdem hilft das nicht, daß die User sich damit anfreuden. Ich denke das viele einfach aus Gewohnheit das Google OS löschen werden und dann wieder Windoof draufhauen werden. Die Macht der Gewohnheit…

Und freiwillig wird sich das so gut wie keiner draufhauen, genauso wie du 🙂

Vielleicht ein paar Early Adopters, die das dann auch ausprobieren möchten.

Avatar Popelbratwurst   
8. Juli 2009, 14:30

Man kann wohl davon ausgehen, dass dieses OS kein Allroundtalent sein wird. Vielmehr ein alternatives, Hintergrunddienstarmes und vor allem Google-Lover-OS, welches dann entweder verpufft oder richtig boomt – weil kein Schwein mehr OfflineProgramme nutzt, zumal das Internet sehr bald allgewenwärtig ist.

Selbst wenn es nichts wird, na und? Hauptsache Ballmer schmeißt endlich mal wieder Stühle durch die Gegend 😉

Avatar Stefan   
8. Juli 2009, 17:30

Ich vermisse irgendwie die Anmerkung, dass Google sein System auf dem Linux-Kernel aufbauen wird. Das habe ich zumindest heute so gelesen 😉 Auch wenn anscheinend (identi.ca Dent) keine Linux-bekannten Programme (z.B. X11) verwendet werden soll, ist es doch ein Linux-Kernel.

Avatar matthros   
9. Juli 2009, 14:22

Die sollten endlich mal das Unternehmen Weltherrschaft vergessen und sich um die Dinge kümmern die sie groß gemacht haben. Klar, neben der Suchmaschine, Analytics… kamen einige nützliche Tools von Google. Doch irgendwann muss auch mal Schluss sein. Google sollte sein Budget nich so verheizen.

Avatar Marco   
11. Juli 2009, 00:19

Mit etwas Weitblick konnte man es bereits seit einigen Jahren ahnen – mit Bing und Chrome(OS) wird es nunmehr Gewißheit:

Der Browser War wird in den kommenden Jahren sein Revival in einem Kampf der beiden Giganten finden – und der Internetbrowser wird dabei nur eine Nebenrolle spielen, denn mit Gadget, Apps & Co hat bereits die funktionale Verschmelzung zwischen Browser und OS begonnen.

Auf Sicht von 10 Jahren wird der Normaluser das OS nur noch als übergeifende „Kommunikationszentrale“ wahrnehmen, in der Browser, Mail-Client, Push-Dienste etc. nur noch im Hintergrund als Dienste laufen.

Und da draussen in der zweiten und dritten Welt wie auch der Generation 50+ warten noch über eine Milliarde potentieller Internetnutzer, welche noch nie einen Computer bedient haben. Unkonditioniert, frei von Präferenzen und Gewohnheiten – DAS ist der Markt um den es bei den Netbooks geht.

Hier wird Google den Hebel ansetzen. Und egal wer gewinnt, der lachende Dritte wird zunächst der Nutzer sein – Wettbewerb tut immer gut.

Avatar Andy   
16. Juli 2009, 12:42

Hallo,

das Hauptproblem beim Angriff auf MS und Windows liegt sicherlich in der Unterstützung großer Hersteller.
Google braucht gute Verträge mit großen Smartphone und Netbookherstellern um sich damit durchsetzen zu können.
In den letzten Jahren gab es bereits einige Hersteller von alternativen Betriebssystemen die aber oft an mangelnder Verbreitung scheiterten.
Ich denke dass Google die Macht und das Geld hat sich mittelfristig auf dem Markt festzusetzen. Auch der google-Browser wird sich nach der Entkopplung vom IE bei Windows 7 sicherlich estsetzen.

Aber es wird seine Zeit dauern bis auch google 100% Marktfähige Produkte lostreten kann.

Avatar Torsten   
16. Juli 2009, 16:52

Mag sein, dass Google Chrome (der Browser) momentan noch nicht sonderlich weit verbreitet ist. Dennoch ist es erstaunlich, welche Performance gerade in Hinsicht auf JavaScript plötzlich möglich ist. Hier kann Chrome kein aktueller Browser auch nur das Wasser reichen. Wir nutzen die JS-Engine von Chrome um spezielle Ver- und Entschlüsselungslogarithmen auszuführen. Chrome ist dabei mindestens doppelt so performant wie Firefox 3.5. Das macht dann unter Umständen einen Unterschied von mehreren Sekunden aus. Ähnlich sehe ich die Entwicklung von Chrome(OS). Konkurrenz hat Innovation noch nie geschadet.

Grüße,
Torsten

Avatar Köln | Dialog   
17. Juli 2009, 14:45

Wenn Google da jetzt die richtigen Kooperationspartner findet, könnte die Luft wahrlich dünn für Microsoft werden. Zu wünschen wäre eine dezentralisierung des Monposls ja doch…

Avatar Britta Stahl   
20. Juli 2009, 11:53

Naja, aber das Microsoft-Monopol wird etwas geschwächt, und dafür das Google-Monopol weiter ausgebaut. Weiß nicht, ob das unbedingt als Dezentralisierung bezeichnet werden kann.

Avatar Ulrike Thiel   
22. Juli 2009, 11:22

Hi Johannes,

I will be glad to try the new ChromeOS and hope it will better fit my many programs that are only to use under windows system.

Because my MacOS is Ok, but i use many programs working only under the windows system and so i habe both systems and switch.
would be great to need only one system.

Avatar Sascha   
24. Juli 2009, 11:49

ChromeOS kann und wird den Rang von Microsoft nicht ablaufen können, zumindestens derzeitig noch nicht. Die Usability, so wie sie für Normale Anwender bei Microsoft gegeben ist, kann von ChromeOS nicht geliefert werden. Und da bin ich mehr als sehr sicher. Am Anfang waren auf fast allen Netbooks Linux Versionen, leider wirklich schlechte, installiert. Und jetzt ? Der Marktanteil ist auch wieder auf MS über gegangen. Aber das größte Problem wird die Kompatibilität zu anderen Programmen sein und da wird es einfach nur sehr schwer an Microsoft vorbei zu kommen, für den Normalen Anwender fährt man mit MS wohl besser.

Avatar Himmelslaternen   
30. Juli 2009, 13:21

Habe gerade gelesen das Yahoo! und Mircosoft sich jetzt zusammen arbeiten wollen.

http://www.welt.de/webwelt/article4184519/Yahoo-und-Microsoft-greifen-gemeinsam-Google-an.html

Avatar Homepage   
30. Juli 2009, 19:26

@Himmelslaternen das wird sicherlich mal endlich ein bischen schwung in die Suchmaschinen Branche bringen wobei google zu toppen sich als etrem schwierig erweisen wird… mal sehen ich werds aufjedenfall weiterverfolgen!

Avatar Anna   
31. Juli 2009, 09:20

Naja, das ist schon sehr interessantes Thema.Ich finde aber es ist eine Frage der Zeit.Bin schon mal gespannt.Danke für den schönen Blog.

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