Der Wettbewerb in den SERPs steigt und ist in Deutschland am härtesten

26. Juni 2012, 12:25

Wer in mehr als einem Land SEO betreibt wird schnell merken, dass der Sichtbarkeitsindex des einen Landes nicht mit dem Sichtbarkeitsindex anderer Länder vergleichbar ist. Einer der Gründe dafür ist, dass in jedem Land eine unterschiedliche Anzahl an Domains um Platzierungen bemüht ist. Anfang 2011 war Johannes so freundlich und hat uns aus den Toolbox Daten interessante Vergleiche zwischen den fünf Ländern, die als erstes der Toolbox hinzugefügt wurden, aufgezeigt.

Kürzlich hat TRG den Online Business Summit in Hamburg veranstaltet, zu dem ich einen Vortrag zu „Internationalem Linkmarketing“ beitragen durfte. Das war eine hervorragende Gelegenheit um freundlich nach einer frischen und um die neuen Länder erweiterten Version der oben genannten Daten zu bitten. Diese darf ich hier nun vorstellen.

Ich habe die Farben der Balken und die Reihenfolge analog zu den o.g. Daten von vor 1,5 Jahren festgelegt. Analysiert werden die Anzahl der Domains in den Top 100, die Anzahl Keywords pro Domains sowie die Anzahl der Domains in den Top 10. Wir tasten uns langsam voran und beginnen mit der Anzahl der Domains in den Top 100 – die Kennzahl mit der weichsten Aussagekraft. Wenn wir die neuen Daten mit den alten vergleichen, finden sich schon bei der Betrachtung dieser Zahlen (Ergebnisse der SERPs von 1 Million Keywords) spannende Erkenntnisse.

Anzahl Domains in den Top 100 in Mio. Nach Ländern
Der Wettbewerb in Deutschland hat leicht angezogen – im Vergleich zu UK schaut das aber noch harmlos aus. Dort gibt es über 15% mehr verschiedene Domains in den Top 100. Das ist schon deutlich. Bei Frankreich und Italien gab es weniger starke Erhöhungen des Wettbewerbs in den SERPs. Bei Spanien jedoch sehr deutliche, mit ca. 20% mehr Domains in den SERPs. Die Frage ist, ob es sich hier wirklich um Domains „aus Spanien“ handelt oder ob es Domains aus den südamerikanischen, spanischsprachigen Ländern sind. Dort ist die Internetaktivität in den letzten zwei Jahren explodiert. Auch könnten die Domains aus den USA sein und auf die lateinamerikanische Bevölkerung ausgerichtet sein. Hochinteressant sind natürlich die Daten zu den „neueren“ Ländern der Toolbox. Bei Österreich und der Schweiz ist es sehr beeindruckend, dass hier fast Zahlen wie in Deutschland erreicht werden, obwohl die Länder um ein vielfaches kleiner sind. Sicherlich kommen auch viele der Domains, die in Österreich und der Schweiz ranken, aus Deutschland. Die Daten aus den USA setzen offensichtlich eine neue Messlatte – das aber nur auf den ersten Blick! Wenn man nur diese Daten, also die Anzahl der Domains in den Top 100, hätte, könnte man zu dem Schluss kommen, dass SEO in den USA am wettbewerbsintensivsten ist gefolgt von UK auf zweiter und Deutschland erst auf dritter Stelle. Diesen Schluss sollte man jedoch nicht zu früh ziehen! 😉

Auch wenn man die durchschnittliche Anzahl der Keywords zu denen eine Domain rankt betrachtet, entsteht zunächst ein ähnlicher Eindruck.

Anzahl Keywords pro Domain nach Ländern
Wie in den zuvor vorgestellten Zahlen zeigt sich auch hier, dass SEO in Deutschland, UK und den USA als sehr wettbewerbsintensiv einzustufen ist. Die USA legen die neue Schwierigkeitslatte recht hoch an, eine Veränderung der Reihenfolge zwischen Deutschland und England ist zu erkennen. Auch hier interessant zu sehen, dass Österreich und Schweiz sehr nah an die deutschen Verhältnisse heran reichen.

Richtig spannend und dazu noch sehr deutlich wird die Betrachtung jedoch erst, wenn man sich die wichtigsten Positionen in den SERPs ansieht – und die sind ja bekanntlich ganz vorne auf der ersten Seite in den Top 10.

Anzahl Domains in Top 10 nach Ländern
Die Positionen betrachtend, die wirklich Traffic bringen, zeigen Deutschland (wie vor 1,5 Jahren) als wettbewerbsintensivstes Land, was SEO angeht. Spannend auch, dass hier der Abstand zwischen Deutschland und anderen deutschsprachigen Ländern viel größer ist. Am interessantesten ist jedoch, dass sich die USA bei der Auswertung der Top-Positionen in den SERPs an dritter Stelle hinter UK einordnet. Wenn man sich diese Daten anschaut, versteht und verdaut, dann wundert man sich nicht, warum diejenigen, die in Deutschland erfolgreich SEO machen auch in anderen Ländern ziemlich gut zurechtkommen.

Dieser Beitrag hat 22 Kommentare

 
Randolf Jorberg
  26. Juni 2012, 16:01

… und die Leute, die sich in Deutschland über zuviel Konkurrenz und sinkende Margen beklagen, sollten vielleicht einfach mal über den Tellerrand gucken… Internationalisierung und Skalierung von Geschäftsmodellen ist IMHO immer noch eines der Themen mit dem meisten Potential…

 
Frank Fuchs
  26. Juni 2012, 16:28

Hi Andre,

Du hast ganz sicher recht, dass die Zahlen ganz darauf hindeuten, dass der deutsche Markt besonders umkämpft zu sein scheint.

Kurz zu dem letzten Chart – Lasse ich mal beiseite, dass ich nicht mit Gewissheit sagen könnte, ob die Keyword-Sets, die in den versch. Ländern verwendet werden, wirklich in dieser Art vergleichbar sind. Aber da vertrauen wir ganz auf Johannes und Hanns 😉

Sagen wir also, die Zahlen vermitteln zumindest tendenziell den richtigen Eindruck, fällt mir auch auf, dass sich die Länder, in denen vergleichsweise viele Domains in den Top zehn sind, immer eine Sprache teilen. Märkte wie z.B. UK profitieren immer schon sehr von der Tatsache, das Weiterentwicklungen sehr viel schneller portiert werden können. Und so profitiert auch Österreich von den Entwicklungen im deutschen Markt.

Das ließe dann auch den Schluss zu, dass in diesen Ländern bereits eine weiterentwickelte „Version“ eingesetzt wird. Man also schon in der Lage ist differenziertere ranken zu können.

Nur eine Beobachtung/Vermutung ganz klar aber ich denke das könnte auch dahinter stecken.

 
  26. Juni 2012, 16:32

…richtig! Und wer das die letzten 2 Jahre noch nicht mitbekommen hat, der hat eindeutig geschlafen 😉

 
  28. Juni 2012, 13:47

… und der Markt wird noch umkämpfter, da die großen Versender keine Lust mehr auf Katalog haben und mit dicken Budgets auf Seite 1 drängen.

 
  30. Juni 2012, 16:46

Hi Andre,

ich bemerke selbst, dass es immer schwieriger wird, eine echte Nische zu finden, die hochgradig lukrativ ist. Wenn man das große Geld verdienen möchte, muss man sich leider an die hart umkämpften Nischen ran wagen. Es ist zwar sehr viel Arbeit, dennoch ist es möglich sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Dies erreicht man durch eine außergewöhnliche Angebotsvielfalt und innovative Ideen. Des Weiteren muss man für eine hohe Änderungsfrequenz der eigenen Website sorgen. Dies bedeutet Content, Content und nochmals Content. Es erfordert entweder eine hohe Disziplin oder eine Großes Redaktion Team. Bei Google wird es zwar immer schwieriger sich zu positionieren, dafür ist Social Media immer mehr im Kommen. Durch das richtige Branding und gut durchdachte Werbekampagnen kann man hier ebenfalls nennenswerte Trafficzahlen erreichen.

Gruß Timo Kühne

 
  5. Juli 2012, 07:50

Das Gefühl das Deutschland ein hart umkämpfter Markt ist, habe ich schon lange. Es gibt ja kaum noch Themen die frei von SEO sind. Allerdings hat Google es auch vielen leichtgemacht mit Halbwissen oder Spam zu ranken. Daher ist es vielleicht garnicht so schlecht wenn guter Content irgendwann wirklich mal oben rankt. Liebe Grüße Nancy

 
  8. Juli 2012, 22:18

Oh ja – gefühlsmässig habe ich es schon immer geahnt das in Deutschland mit am schwersten ist. Selten findet man noch eine Nische wo man ohne was zu tun schnell an die Spitze kommt. Das allerdings irgendwann mal „guter Content“ oben sein wird, halte ich für ein Wunschdenken. So schlau sind „Maschinen“ noch nicht und werden es erstmal auch nicht sein 😉

 
  10. Juli 2012, 22:09

Umkämpft ist und bleibt der Markt.

Deshalb gilt es, jeden Tag an seinem Projekt dran zu bleiben, um jeden Tag ein bisschen besser zu werden.

Kontinuität ist sicher ein guter Ratgeber.

 
  11. Juli 2012, 11:58

Wir sind international unterwegs, und ich kann nur sagen die Balkenverteilung spiegelt unsere Erfahrungen wider.

 
  12. Juli 2012, 19:41

Hi,

ich denke das Thema SEO und SERPS wir uns auch in Zukunft noch weiter beschäftigen, auch und gerade für Unternehmen wird es ein harter Kampf ganz vorn mitzuspielen und die besten Lösungen zu präsentieren und Gehör zu finden.
Lassen wir es herankommen

Viele Grüsse
Lars

 
  17. Juli 2012, 04:02

That is some interesting data… I don’t think I would have ever thought Germany would top both the US and UK in competitiveness. It really does paint a picture of some quality SEO in Germany though!

 
  17. Juli 2012, 14:49

Ich denke das nicht nur der Wettbewerb stark ist, sondern auch teilweise mit anderen Bandagen gekämpft wird. Die Ergebnisse in UK sind auch Volatiler.

 
  19. Juli 2012, 13:14

Deshalb ist es auch wichtig jeden Tag an seinem Projekt zu arbeiten und es vorranzutreiben.
Der Markt schläft eben nicht. Ist man heute noch vorn kann es morgen schon wieder ganz anders aus sehen.

 
  19. Juli 2012, 20:01

Austria seems surprisely very strong in SERP.

Dominik

 
  19. Juli 2012, 20:17

Headlines are in German too

Fits to the new SEO Power of Germany and Austria 🙂

 
  19. Juli 2012, 20:18

Auch Österreich scheint gut, und knapp hinter Deutschland, zu liegen.. wenn ich die Grafiken richtig interpretiert habe.

 
  22. Juli 2012, 17:34

Der Markt wird in der Tat immer umkämpfter. Man merkt, dass man ständig ein größeres Budget aufwenden muss, wenn man nicht untergehen will. Sicherlich wird das in Zukunft nicht besser werden.

 
  12. Oktober 2012, 02:40

Aprpeciatoin for this information is over 9000-thank you!

 
  19. Februar 2013, 12:38

Wenn ich mir das so ansehe, erklärt das einiges. Vermutlich sollte ich mein Angebot in Richtung Frankreich verlegen. Das werden harte Zeiten.

 
  3. April 2013, 11:08

Hi, habe einen coolen onlineshop für Schmuck gefunden: http://www.21diamonds.de/ dort kann man zu günstigen Preisen coolen Schuck für Sie und auch für den Herren selbst ist was dabei, da es zahlreiche Uhren gibt!!!

 
  19. März 2014, 00:35

ich denke das

 

[…] Wie groß besagter Wettbewerb ist, beeinflusst im Wesentlichen die Anzahl an Domains. Eine Studie von Sistrix aus 2012 liefert dafür die passenden Zahlen (vgl. Grafik […]

 

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