Die SEO-Wunderzutat

Johannes Beus
Johannes Beus
26. Dezember 2013
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Der SEO an sich ist ein Herdentier. Wenn er sich nicht gerade an den bekannten Wasserlöchern sammelt und große Mengen Gerstensaft konsumiert, ist er damit beschäftigt, den heiligen SEO-Gral zu entdecken und ungeprüft auf seine 76 WordPress-Installationen anzuwenden. Schaue ich in dieser ruhigen Zeit zwischen Weihnachten und Silvester zurück, so wird deutlich, dass unser Herdentrieb in regelmäßigen Abständen wieder ausbricht: erst werden massenhaft Links aufgebaut, ein Jahr später entdecken wir dann, dass viele davon wieder abgebaut werden müssen. Aktuell lautet die Maxime: Content. Es würde mich nicht wundern, wenn es im kommenden Jahr auch bei diesem Trend zu einer Gegenbewegung kommen würde und – oh Wunder – vielleicht doch nicht ganz so hochwertige Inhalte wieder von der Seite gelöscht werden. Diese Reihe könnte ich endlos fortführen, allen Beispielen gemein ist aber, dass viel Zeit und Energie verschwendet wird.

Ich möchte einen anderen Blickwinkel auf die Jagd nach besseren Positionen anbieten: Dein Ranking wird nur so gut sein, wie es der schlechteste aller Ranking-Faktoren für Deine Seite und dieses Keyword zulässt. Eher mathematisch ausgerichtete Leser mögen sich an einer Faktorenkette orientieren, graphisch Interessierte denken an das schwächste Glied in einer Kette. Dieses schwächste Glied gilt es nun ausfindig zu machen und zu optimieren – so lange, bis ein anderer Ranking-Faktor der Schwächste ist und folglich im Vergleich zum Wettbewerb verbessert werden muss. In diesem Sinne noch ein Frohes Fest und einen guten Rutsch in das neue (SEO)-Jahr.

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Kommentare
Hanns Kronenberg   
26. Dezember 2013, 10:56

In der BWL nennt man es Theory of Constraints oder Engpassoptimierung: http://de.wikipedia.org/wiki/Theory_of_Constraints

pip   
26. Dezember 2013, 11:11

Wahre Worte zu Weihnachten! Viel zu oft sieht man wie Online-Shops Geld in ‚Content‘ verbraten, Start-ups an SEO statt am Produkt arbeiten oder große Brands vollkommen unnötig und kontraproduktiv Geld bei Linkaufbau-Agenturen allokieren.

In Workshops verwende ich tatsächlich sehr gern die Faktorengleichung aus Content * Popularity (Proxy: Links) * Crawlability/Accessability um zweierlei zu illustrieren:

1.) Ist ein Faktor 0 oder klein bleibt das Ergebnis auch sehr klein
2.) Nur wer in allen Disziplinen exzellent ist, erhält auch herausragende Ergebnisse

Adriano   
26. Dezember 2013, 11:17

Derzeit ist der wichtigste Faktor, der Inhalt und Verhaltensfaktoren. Weitere natürliche und Ihre Website wird mehr und mehr wahrgenommen Google werden. Sorry, für die Fehler, ich weiß nicht viel Deutsch.

Marcus   
26. Dezember 2013, 11:52

Die Zeiten, in denen man sich auf nur einen Rankingfaktoren (Links) konzentrieren konnte und andere Faktoren „links liegen lassen konnte“, sind lange vorbei. Wer heute ausschließlich auf den Content schaut, denkt zu einseitig. Inzwischen zählt das „Gesamtpaket“.

Daniel Hommers   
27. Dezember 2013, 15:39

Danke für den erfrischenden Beitrag. Optimieren ist eben doch etwas anderes als produzieren; vielleicht sollte öfter daran erinnert werden.

Lothar   
27. Dezember 2013, 17:02

Sehr geistreicher und witziger Artikel, der zum Nachdenken anregt. „Die Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.“ Auf der Jagt nach einem besseren Ranking mag dieses Sprichwort wirklich zutreffen. Lasst uns also alle nach diesem bösen Glied suchen. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht zu der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen ausartet.

Thomas   
27. Dezember 2013, 22:46

Sehr nachdenkliche Worte die Du uns hier zum Ende des Jahres hinterlassen hast. Allerdings sprichst Du nicht ganz die Unwahrheit mit Deinen Zeilen. Haben mich auf jeden Fall sehr nachdenklich gemacht.
In diesem Sinne – einen guten Rutsch . P.S. Im nächsten Jahr wird alles besser ! 🙂

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