Einzige Chance: Linkkauf

4. Februar 2011, 10:06

Der „Bloggergate Tsunami“ hatte neben einer nachfolgenden Schlammschlacht unter Beteiligten auch eine positive Seite: Das Thema Linkkauf und –Verkauf zur Manipulation des Google Rankings ist in zahlreichen Postings und Artikeln besprochen, bewertet und kommentiert worden. Der Tenor der meisten Wortmeldungen reicht von „ist illegal“ über „ist unmoralisch“ bis hin zu „braucht man sowieso nicht“. Ich möchte mit diesem Posting eine Gegenmeinung vertreten und kurz vorwegschicken: wir kaufen keine Links, wir verkaufen keine Links, wir bieten keine SEO-Dienstleistungen an, sondern entwickeln ein Software-Produkt – nicht mehr, nicht weniger aber das ziemlich gut. Ich maße mir also an, die Sache recht unabhängig betrachten zu können und trotzdem einen ausreichend tiefen Einblick in die SEO-Branche zu haben.

Das Thema Linkkauf ist so alt wie Google selber. Die Ursache dafür liegt nicht darin, dass die Käufer gerne Geld ausgeben, sondern ist auf eine Schwäche im Google-Algorithmus zurückzuführen. Funktioniert das System, Links als Empfehlung für eine Seite zu werten, im ursprünglichen und eher wissenschaftlich getriebenen Internet noch recht gut, sieht es in weiten, kommerziellen Teilen düster aus. Wer verlinkt seine Hausbank schon mit „Kredit ohne Schufa“? Solche Links lassen sich in der Regel nur über monetäre Anreize erzielen – dabei ist es egal, ob es sich um eine Einmalzahlung handelt, der Link monatlich gemietet wird, der Anbieter einen schönen Linkbait (der auch Geld kostet) baut oder sonst wie Geld für den Link ausgegeben wird. Da das Google-Ranking aber nun mal primär auf Links basiert, gibt es in zahlreichen Keywordbereichen keine andere Möglichkeit für ein gutes Ranking, als selber für diese Links zu sorgen. Alle Versuche, die ich in den letzten Jahren beobachtet habe, in competitiven Bereichen zu ranken ohne aktives Linkbuilding zu betreiben, sind gescheitert.

Trotzdem möchte ich auf einen wichtigen Aspekt hinweisen: das Spiel wird immer härter. Googles Methoden, um gekaufte Links zu erkennen entwickeln sich weiter, Mitbewerber sind eher bereit, gekaufte Links bei Google zu melden und das Angebot an Seiten, auf denen man Links sinnvoll kaufen kann, entwickelt sich nicht so stark, wie die Nachfrage nach diesen Plätzen. Dass sich trotzdem viele Seitenbetreiber auf dieses Spiel einlassen, liegt nicht an Naivität, sondern an der Tatsache, dass es ihre einzige Chance ist, gefunden zu werden.

Dieser Beitrag hat 35 Kommentare

 
  4. Februar 2011, 10:23

Gut auf den Punkt gebracht, würde aber ergänzen: „dass es ihre einzige Chance ist, ÜBER GOOGLE & CO. gut gefunden zu werden“. Alternative Online-Marketing-Maßnahmen sollten nicht (ganz) ausgeblendet werden.

 
  4. Februar 2011, 10:33

Mich stört noch ein anderer Aspekt: Google hat fast eine Monopol-Stellung als Suchmaschine und verdient gleichzeitig an Online-Werbung durch Google Adsense.

„Untersagt“ mir Google Werbeplätze mit einer von mir definierten Werbeform zu verkaufen, dann missbraucht m.E. Google seine Monopolstellung als Suchmaschinen und kommt in einen Konflikt als Anbieter von Google Adsense.

Ja, ich verkaufe auf meinen Webseiten eine Werbeform, die ich „Textlink Ads“ nenne. Die Links sind nicht (wie bei Google Adsense) oder AdServern unkenntlich gemacht – es sind reine, klare Links. Daran sehe ich nichts verwerfliches – denn die Anzeigen deutlich als Werbung gekennzeichnet sind. Damit entsprechen sie den redaktionellen Empfehlungen zur Trennung von Werbung und Inhalt.

 
  4. Februar 2011, 10:43

Ich sehe Linkkäufe auf lange Sicht als problematisch an, denn langfristig werden dadurch die Suchergebnisse ausschliesslich von kapitalstarken Unternehmen dominiert. Beispielsweise könnte ein kleiner Online-Shop dann nicht mehr durch guten Content und ein clever gemachtes Marketing mit einem kleinen Budget hoch Ranken. Die großen und finanzstarken Online-Shops könnten ihn einfach mit ihren gekauften Links erschlagen.

 
  4. Februar 2011, 11:02

Die Frage bei bezahlten Links ist ja auch: „Wo ist die Grenze zu ziehen und wie kann diese überhaupt automatisiert erkennt werden?“. Denn es ist absolut nichts verwerfliches daran, auf seiner Webseite Werbeplätze zu verkaufen.

Vielleicht in Form von Bannern oder aber eben Textlinks. Nichts anderes passiert, wenn man ein Affiliate-Programm verwendet, nur eben über einen Zwischenhändler, der mitverdient.

Was natürlich niemand (außer manchen Seitenbetreibern) will, sind Seiten, die nur aus Werbelinks bestehen und deren meist minderwertiger Content einzig und allein dazu dient, entsprechende Keywords zu bedienen und dank der Rankings gute Einnahmen erzielen. Weite Teile des Affiliate-Marketings funktionieren leider genau so.

Es ist richtig, dass es im kommerziellen Bereich mit der Verlinkung Probleme gibt. Aber das Internet ist eben immer mehr ein soziales Netz und dort zählt natürlicherweise nur eines: WIRKLICH interessante Angebote, hilfreicher Content oder witziges und kurioses, auf das man gern seine Freunde und Bekannte aufmerksam macht. Und da muss man sich als kommerzieller Anbieter eben wirklich Mühe geben und sich von überholten Marketingvorstellungen lösen.

Viele kriegen das leider nicht hin und versuchen stattdessen, die „Signale“ aus dem sozialen Netz zu manipulieren bzw. künstlich zu erzeugen. Wenn das entdeckt und abgestraft wird, durch Google oder sonstwen, ist das Jammern dann groß.

Ein ähnlicher Umbruch steht übrigens den Ladengeschäften bevor, durch den Einzug von Smartphones und Apps, die Barcodes lesen können. Ein Bekannter zeigte mir letztens so eine App, die direkt im Laden einen Angebotsvergleich mit der Konkurrenz ermöglicht.

Anstatt das diese nun den Fokus auf andere Bindungsmaßnahmen bzw. Mehrwerte legen, wie z.B. den Service, sehe ich die Ladengeschäfte schon Barcodes entfernen, Klagewege beschreiten oder die Smartphonenutzung im Laden zu untersagen, Scrambler zur Unterbindung der Internetnutzung zu installieren oder sonstige dumme Ideen umzusetzen….

 
  4. Februar 2011, 11:06

Ich hab nicht gesagt: braucht man sowieso nicht, sondern erst die Basics erledigen und dann Verlinkt werden. Wirkt auch irgendwie organischer 🙂

 
Simsalabim
  4. Februar 2011, 11:07

@Sebastian: das ist doch vollkommen normal, ob es sich auf Links bezieht, TV-Werbung, etc… (diese Kleine vs. Große Laier ist doch genauso langweilig, wie Kneipengespräche, à la die da oben…)
Linkkauf ist normal und gehört dazu. Wenn ein Shop es sich nicht leisten kann, muss er sich über andere Merkmale vermarkten. UND Online-Marketing beinhaltet nun mal auch SEO, und das wiederum Linkkauf (wenn wir von kommerziellen Themen und Shops sprechen). Und der Linkkauf gehört eben genauso in die Budgetplanung wie bspw. Versandkosten. Wer das nicht berücksichtigt, hat halt seine Hausaufgaben nicht gemacht und das Projekt von Anfang an falsch geplant.
Das ganze nennt sich Marktwirtschaft und die findet natürlich auch im Netz statt.

 
  4. Februar 2011, 11:54

Hallo,

nur weil alles irgendwie Geld kostet, kann man doch nicht sämtliche Möglichkeiten des Linkbuildings als `Linkkauf´ abstempeln. Es ist schon ein Unterschied, ob ich mir einfach irgendwo meine Links zusammenkaufe oder z.B. durch einen raffinierten Linkbait (meinetwegen auch die Verlosung eines iPads) dafür sorge, dass ich `natürlich´ verlinkt werde. Man muss Anreize schaffen, das stimmt, dieses muss aber nicht immer nur bares Geld sein…

Grüße

Gretus

 
wohnmobilpark
  4. Februar 2011, 12:04

@Sebastian
Kleine Shops und kleine Unternehmen sind trotz Topprodukt oder -Leistung auch nicht in der Lage in bundesweite Werbung in Printmedien, Kino und TV zu schalten. Wie problematisch ist es, dass dort nur die kapitalstarken Firmen vertreten sind?

 
  4. Februar 2011, 12:10

ich habe mich gestern via Twitter bei allen SEO´s und Bloggern, egal ob pro oder contra Bloggergate für ihre wertvollen Beiträge bedankt. Wir wissen alle, dass wir nicht von heute auf morgen in den Suchmaschinen von Seite 10 auf Seite 1 kommen. Ich wollte mir mit AdSense ein paar Euro dazuverdienen, wegen ein paar Eigenklicks (zu Testzwecken) hat mir Google das Konto deaktviert. Wir wissen auch, dass jede Suchmaschine ihre Eigenheiten hat, ich profitiere gerne von den Vorzügen der jeweiligen SuMa. Seien wir froh, dass wir soviel Auswahl haben; ich weiss, ich habe allen Grund zu frohlocken, weil meine Seite überall gut gelistet wird. Und doch einen Wermutstropfen: trotz der guten Positionierung tragen sich viel zu wenige ein. Das gibt noch Knochenarbeit, nochmals 4 Jahre ? ich hoffe nicht.

 
bingfan
  4. Februar 2011, 12:11

Ein thematisch passender Link ist ja auch dann nützlich (für den Leser), wenn er nicht suchmaschinenwirksam ist. Eine wirkliche Spam-Lösung kann aber nur ein nicht-anonymes Netz sein, in dem „echte“ Menschen oder verifizierte Herausgeber / Markeninhaber andere Menschen oder Marken „empfehlen“. Also so etwas wie Facebook. In einem solchen adminstrierten System ist Spam technisch sehr viel schwieriger zu etablieren als im anonymen Web. Egal wieviele Versuche Google unternimmt, um Spam zu eliminieren, in ihrem offenen Dienst / Index werden sie nicht so weit kommen wie ein geschlossener Dienst.

Da Facebook immer mehr Inhalte „aufsaugt“ (Wikipedia, Unternehmensseiten, RSS-Feeds …) muss man irgendwann einmal garnicht mehr aus diesem System raus, um alles relevante zu finden. Höchstens wenn eine ganz tiefe Recherche über das „ganze“ Web notwendig ist, weil die Quelle kein Interesse hat, gefunden zu werden.

Von diesen Profi-Suchen kann Google aber auf Dauer nicht leben. Irgendwann verkaufen die selber Links von ihren PR 9 – 10 Seiten, wetten ?

 
  4. Februar 2011, 12:20

Ich sehe den Linkkauf so wie es ist, als Werbung. Ich kann mir überall Platz für meine Werbung kaufen oder mieten, warum soll ich es im Internet nicht dürfen? Ein Link ist Werbung, da geht kein Weg dran vorbei.

Wenn ich privat irgend ein Laden meinen Mitmenschen empfehle, dann mache ich auch Werbung dafür — nur dass ich es kostenlos mache, weil der Laden mir. bspw. so gut gefällt.

Links kann ich eben genau so entweder „empfehlend“ oder werbend einsetzen. Wo ist das Problem?

 
Ich+Du
  4. Februar 2011, 12:22

@Bruno: „Untersagt mir Google Werbeplätze mit einer von mir definierten Werbeform zu verkaufen, dann missbraucht m.E. Google seine Monopolstellung als Suchmaschinen“ — Nein. Google untersagt nichts, Google verwendet nur gekaufte Links nicht für’s Ranking (so Google diese erkennt). Missbrauch wäre es, wenn Google-eigene Werbug für’s Ranking zählen würde, andere Werbung aber nicht.

@Simsalabim: „Linkkauf ist normal und gehört dazu.“ — Kein Problem damit. Gekaufte Links sind Werbung, und wenn diese gekennzeichnet sind, ist alles ok. Wenn ich in einer Zeitung ein Inserat setze ist dieses auch als Werbung Erkennbar.

 
  4. Februar 2011, 12:44

@Simsalabim & @Sebastian: Ich kritisiere hier nicht die Marktwirtschaft und ich stimme auch zu, dass solange Werbung als Werbung erkennbar ist alles OK ist. Der Punkt ist doch der, dass die Suchmaschinenplatzierung auf diese Weise faktisch gekauft ist und damit als (bezahlte) Werbung angesehen werden kann. Aber der Nutzer kann nicht erkennen, dass diese Suchmaschinenplatzierung erkauft wurde und geht davon aus, dass die Platzierung weitgehend neutral ermittelt wurde. Was sie aber nicht ist, da die Platzierung, wenn auch über umwege, erkauft wurde.

 
  4. Februar 2011, 13:38

man traut sich ja schon gar nicht mehr, einen „normalen“ Link zu einer guten Website zu setzen.
Man vergisst leicht, dass man selber ja gar keine Suchmaschine ist. Letztlich geht es bei der ganzen Nummer doch um „Glaubwürdigkeit“. Vertrauen mir die Leser, wenn ich einen Link setze? Egal ob gekauft oder einfach so: es muss eine ehrliche Empfehlung zu einer guten Seite sein.

 
Fritz
  4. Februar 2011, 15:00

@Martin Breitenberger: genau solche Seiten wie Deine sind eigentlich ein Grund für die Entstehung von „Linkkauf“, denn wohl wenige werden freiwillig einen Link darauf gesetzt haben!
Und welche gute Positionierung meinst Du eigentlich?

 
  4. Februar 2011, 16:29

Danke für den neutralen, zusammenfassenden Artikel. Der Linkbait des Bloggergates war eigentlich doch recht günstig für das was an Berichterstattung erfolgt ist. Mein Fazit: Wer mit dem „Feuer“ spielt, kann sich die Finger verbrennen.

Damit ein schönes Wochenende an Euch alle.

Grüße aus Stuttgart,
Tobias

ps: @Mißfeldt -> Dein Kommentar hat mir am besten gefallen. Vertrauen dem Nutzer gegenüber und das ehrliche Verlinken, das sollte der Idealfall sein, sehe ich auch so. (in einer perfekten Welt…)

 
Klaus
  4. Februar 2011, 17:22

@ Gretus

Wenn Du da mal nicht Haare spaltest.

„Natürlich“ verlinken Dich einige, wenn sie ein iPad gewinnen können.

Wenn wir aber „natürlich“ als, „aus eigener Initiative, nur aufgrund des Webangebotes an sich“ sehen, bist Du schon dabei.

Ob ich den User mit Geld, mit Sachpreisen oder anderen Vorteilen motiviere oder ob ich ihm meine superheiße Freundin vorbeischicke, die ihn motiviert einen Link zu setzen, da ist im Endeffekt kein entscheidender Unterschied. Ich habe den Link bzw. den Linkgeber motiviert (gekauft), auf die ein oder andere Art. 😉

Selbst Linktausch dürfte da drunter fallen, da auch der Gegenlink nichts anderes als ein Sachwert ist, den man in einen Geldwert umrechnen könnte, außer natürlich der Angesprochene meint: „Behalte mal Deinen Link, Deine Seite gefällt mir so gut, die verlinke ich ohne Gegenleistung.“

Grüße
Klaus

 
  5. Februar 2011, 00:20

Ich wage mal die folgende These: Kein Projekt in wirklich umkämpften Keywords ist zu 100% „natürlich“. Das die Linkstruktur nicht alleinig auf gekaufte Links beruhen sollte, ungeachtet das dies auch ein recht teurer Spaß wird/wäre, sollte jedem klar sein…

 
  5. Februar 2011, 08:47

@Timo Abid: Spätestens seit dem BrandUpdate ist es einigen Projekten durchaus möglich auch ohne OffPage-SEO gut zu ranken. Wenn auch eine OnPage-Optimierung für dich schon nicht mehr „100% natürlich“ ist sieht es natürlich anders aus.

 
  5. Februar 2011, 10:41

@Malte, okay – wobei ich mir fast sicher bin, dass auch dort gekaufte Links zu ermitteln sind. Aber lassen wir Brands mal außer Acht… Kredit, PKV, Auto, Sex, Handy ohne Vertrag usw. … alleinig durch onpage? 😉

 
  5. Februar 2011, 12:17

Hallo,

ich habs ja eben schon auf SEO-United zum fast identischen Thema gepostet.

„Linkkauf ist auch nicht gleich Linkkauf-!!!-

Man muss hier unterscheiden zwischen eindeutig gekauften oder gemieteten Backlinks von einschlägig dafür bekannten Domains, Domain Betreibern, Netzwerken usw. & dem Linkkauf von Dofollow sowie Nofollow Backlinks aus Social Bookmarks, Themenrelevanten Backlinks / Presell Pages, Profil Backlinks von High Authority Domains, Linkketten von Web 2.0 Seiten, Blog Posts, Blog Kommentaren uvm..

Ich finde es nicht überhaupt nicht verwerflich wenn jemand nicht die Zeit & Geduld aufbringen kann oder möchte und diesen Linkaufbau Prozess lieber “outsourced”. Es gibt genügend Linkquellen die frei zugänglich sind und mir auf “kurz oder lang” Top 10 Positionen in jeder Branche ermöglichen!

Es ist unseriös einam Kunden als SEO Agentur verkaufen zu wollen das ohne Linkkauf TOP 10 Positionen möglich sind. Du kannst soviel On Page optimieren, Content einbinden & “Linkbaits” starten usw. wie du willst, du wirst niemals gegen einen Konkurrenten bestehen der kontinuierlich eine gute Mischung aus Dofollow und Nofollow Social Bookmarks, Themenrelevanten Backlinks / Presell Pages, Profil Backlinks von High Authority Domains, Linkketten von Web 2.0 Seiten, Blog Posts, Blog Kommentaren uvm. kauft. Selbstverständlich bin ich bei diesem Thema voreingenommen da ich das meinen Kunden anbiete .

Wie sollte die Berechnugsgrundlage geändert werden um das zu verhindern?

Viele Grüße und ein schönes WE.

Carsten“

 
Götz
  5. Februar 2011, 13:42

Zurzeit ist es in vielen Bereichen tatsächlich so, dass die einzige Chance darin besteht Links zu kaufen. ABER: Wir befinden uns in der Anfangsphase eines Wandels.

Google ist durch den gewählten Pfad – (fast) ausschließlich Links als Grundlage zur Relevanzbestimmung einer Webseite zu verwenden – in eine Sackgasse geraten.

Zum Einen kann jeder, der das nötige Kleingeld hat, Links (und damit gute Postionen in den Suchergebnissen) „kaufen“. Zum Anderen schaffen es Expertenseiten, die nicht so gut mit Geld ausgestattet sind, aber zum Teil qualitativ den besten Content bieten, nicht auf vordere Plätze und werden nicht wahrgenommen.

Schlussfolgerung: Linkkauf führt gleichzeitig zur Qualitätsverschlechterung der SERPS.

Facebook, Twitter etc. haben Unmengen an User-Signalen, die zur Relevanzbestimmung einer Webseite herangezogen werden können. Diese könnten über kurz oder lang zu einer eigenen Suche genutzt werden, die relevantere Ergebnisse liefert als Google.

Was lernen wir daraus? Google muss und wird im Bereich Userdaten/Usersignalen aufholen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Der Anteil des Linkgraphs wird zukünftig also zurückgehen, was gleichzeitig zu weniger gekauften Links führen wird.

 
comventure
  5. Februar 2011, 15:45

Ob ich als Blogger mich kaufen lasse oder nicht, mag diskussionswürdig sein. Aber die selbe Diskussion aus SEO-Sicht halte ich für völlig irrational. Kein SEO lehnt einen guten Backlink ab. Warum sollte ich also auf einen Link verzichten, nur weil ich ohne Umwege Euros dafür hinlegen muss? Doch nur wenn er zu teuer ist!

Und genau das ist die Aufgabe beim Linkbuilding, in einer bestimmten Zeit, zu den geringsten Kosten, die qualitativ passenden Backlinks zu bekommen. Ob ich nun Geld in die Hand nehme, um eine supertolle backlinkwürdige Seite zu gestalten oder um lustige Backlink-Spielchen zu veranstalten oder ob ich eben einfach nur für meine Backlinks Bares bezahle, ist als echter SEO-Dienstleister lediglich eine Frage der Effizienz.

Wenn ich mit der Kassiererin flirte und mir eine tolle Geschichte ausdenke und ein effektvolles Schauspiel vor dem Filialleiter vorführe, bekomme ich selbst meine Tiefkühl-Pizza im Supermarkt vielleicht ohne Bezahlung. Die Frage ist nur, wie oft kann ich so etwas durchziehen kann. Und bei einem steigenden Vorbereitungsaufwand einer solchen Show, bezahle ich wahrscheinlich doch irgendwann für die Pizza. Und noch wichtiger ist die Frage: Wäre ein solches Vorgehen jetzt moralisch wertvoller oder hochwertiger, als wenn ich einfach nur bezahle?

Wenn man Gretus Aussage liest, könnte man das glauben 😉 Aber mal ganz ehrlich Gretus, für den Auftraggeber ist es doch immer bares Geld, das er für den Link hinlegen muss. Oder arbeitest Du als SEO für die Aussicht am Ende des Monats ein iPad gewinnen zu können 😀 Und genauswenig haben es die Betreiber von Seiten (keine Freehost-Blogger) es langsam satt für heiße Luft einen Backlink zu setzen, schließlich entstehen auch auf deren Seite Kosten, die gedeckt werden müssen. Bares Geld für einen Link ist nichts Schlechtes oder Minderwertiges, sondern einfach nur fair!!!

 
  5. Februar 2011, 20:22

Ich möchte noch ergänzen, daß es für Profiblogger (die Megastars der Szene mal ausgeschlossen) nur in der Kombination von Banner/Textads (Adsense), Affiliate und Linkverkäufen möglich ist, Blogs einigermassen zu monetarisieren.

 
  6. Februar 2011, 17:52

wenn ich einen Dienstleister bezahle, damit er mir Content erstellt und diesen Content in AVZs einstellt um einen Link für meine Seite zu generieren…ist der Link dann gekauft?

Wenn ich jemanden dafür bezahle, meine Seite in SBs oder WKs einzutragen, sind diese Links dann gekauft?

Wenn ich ein IPad verlose unter denjenigen, die einen Link auf mich setzen, ist der Link dann gekauft?

In all diesen Fällen fließt Geld, um an Links zu bekommen. Eigentlich müsste google auch dieses Verhalten missbilligen, denn auch hier wird ja der Versuch unternommen, Rankings zu verbessern bzw. zu manipulieren.

Solange die Rankings so stark von Links abhängig sind, werden die Leute versuchen an Links zu kommen…und das wird – auf irgendeine Art und Weise – immer Geld kosten, und wenn es mein persönlicher Einsatz ist (der ja auch irgendwie Arbeitszeit und somit Geld darstellt).

Also…viel Aufhebens um nichts m.E.

 
  7. Februar 2011, 10:30

Ich bin auch vollkommen der Meinung von Herrn Sistrix. Da Google guten Content letztendlich nur „erkennt“ wenn massiv darauf verlinkt wird, kommt man um das Linkbuilding auf die eine oder andere Weise nicht herum. Und da zählt auch nicht die Ausrede, dass auf guten Content automatisch verlinkt wird…denn wie soll guter Content ohne Links gefunden werden? Da beißt sich die Katze selbst in den Schwanz….

 
marco
  8. Februar 2011, 03:15

Johannes, Du schreibst zwar

„wir bieten keine SEO-Dienstleistungen an, sondern entwickeln ein Software-Produkt – nicht mehr, nicht weniger aber das ziemlich gut. Ich maße mir also an, die Sache recht unabhängig betrachten zu können und trotzdem einen ausreichend tiefen Einblick in die SEO-Branche zu haben.“

jedoch verschweigst Du Deinen Lesern (absichtlich?) Deine Beteiligung an der TRG http://www.thereachgroup.de. Sooo unabhängig bist Du nicht.

 
  8. Februar 2011, 07:31

Marco, nein, da verschweige ich nichts. Die Sache ist öffentlich, transparent und wird öfters erwähnt, beispielsweise hier: http://www.sistrix.de/news/961-trg-obs-irgendwie-und-seo-dmexco-seoktoberfest.html

 
  9. Februar 2011, 14:10

Hallo zusammen, ersteinmal vielen Dank für den tollen Artikel. Ich Denke jeder sollte seine eigenen Schlüsse aus der Diskusion ziehen. Gibt es wirklich schwarz oder weiß. Ich halte mich für absolut weiß, aus meiner Sicht. andere sagen ich bin Schwarz. Also was denn nu??? Will sagen jeder Mensch ist durch seine Präferenzen und sein Umfeld geprägt. Deshalb gibt es ja diese Meinungsvielfalt und unsere bunte Welt. Deshalb spricht ja auch nicht dagegen das Johannes auch noch andere Standbeine hat. Wollte er derjenige sein dem wir alle folgen??? Nein er gibt uns Tools an die Hand mit denen wir unsere Arbeitsergebnisse verbessern können oder auch nur zum überprüfen dieser. Ist jemand gezwungen diese Tools zu nutzen??? Nein !!!! Er macht ein Angebot, der ein oder andere nutzt es. Desweiteren nutzt er die Möglichkeit der freien Meinungsäußerung. Euer okseo

 
  28. Februar 2011, 00:13

I like your articles, so how can I find out about your software-solutions… in English?

Cheers

 
  4. März 2011, 04:45

Ich habe bis vor kurzem auch noch links gekauft, allerdings muss ich sagen dass es immer schwieriger wird noch vernünftige seiten zu finden die a) nicht mit bezahlten links überschwemt sind b) genug pr/backlinks haben

 
  23. März 2011, 09:04

I think it is a desirable way of google and we have to fulfill their wishes. But this does not apply to other search engines.

 
  24. März 2011, 17:45

@Car Diagnose

that is true. But Google share of search engine is huge! So, if they´re trying to „copy“ the algorithm its a good thing i suppose. Less troubles for webmasters….

 
  15. April 2011, 11:29

Ich habe kein moralisches Problem mit Linkkauf. Und ich halte es auch schlichtweg für Heuchelei, um den Brei herumzureden und so zu tun, als würde man es nicht machen, weil es unethisch ist. Wenn es gute Möglichkeiten gäbe, würden es viele tun.
Es kostet ja auch Geld, eine Site zu hosten, zu designen, mit Inhalt zu füllen. Müssen Hoster gratis sein, damit sich jeder eine Site leisten kann und nicht nur die kapitalstarken Unternehmen?
Für mich ist selbstverständlich, dass Werbung (und das ist eine Website ja) etwas kostet – und es ist das gleiche, ob ich die Haushalte mit Flyern übersäe, oder ob ich Links kaufe.
Dass ich es derzeit nicht mache, liegt einzig daran, dass es kaum brauchbare und seriöse Angebote gibt.

Den möglichen Einwand, dass gekaufte Links ja nicht als „Werbung“ gekennzeichnet sind, lasse ich nicht gelten. Auch auf meiner Site steht nirgends „bezahlte Werbung“. Aber natürlich ist sie genau das.

 
  17. April 2011, 15:02

Bereits seit vielen Jahren, oder wie Du Johannes es schreibst, es (das „Problem“ gekaufter Links) ist so alt wie Google selbst.
Und es ist tatsächlich so, in vielen Bereichen ist es kaum möglich vernünftig zu ranken, wenn nicht zusätzlich zu allen normalen Varianten der ein oder andere „bezahlte“ Link dazu kommt.
Natürlich ist es leider so, dass kleine Budgets kaum für bestmögliche Links sorgen können – doch dazu gehört auch, dass bei kleinem Budget ebenso vernünftig gearbeitet wird.
Imho, ob Linkbait, ob Linkkauf/miete oder ganz regulärer Aufbau echter natürlicher Verlinkungen, alles gehört dazu – Schwarz oder Weiß – dazwischen liegen ganz viele Graustufen – und Internet ist nun einmal chaotisch und Links tragen zu diesem Chaos bei.
So lange Suchmaschinen auf der Basis von Links (und weiterer Faktoren) beruhen, wird ob moralisch verweflich oder nicht, Linkkauf/miete immer dazu gehören.

 

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