Erkenntnisgewinn beim Brockhaus?

Johannes Beus
Johannes Beus
20. August 2008
Johannes Beus
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Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Anfang des Jahres hatte der Brockhaus-Verlag angekündigt, seine Inhalte künftig nicht mehr gedruckt, sondern als Reaktion auf einbrechende Gewinne im Verkauf der Papierversion in einem werbefinanzierten „Lexikon-Portal“ zur Verfügung stellen zu wollen. Von der Einstellung der Druckversion hat man sich zwischenzeitlich distanziert – von der Onlineversion wohl auch. Wurde im Februar noch von einem Start in „wenigen Wochen“ gesprochen, ist er jetzt erstmal auf einen „unbestimmten Zeitpunkt“ verschoben.

In dem halben Jahr ist viel passiert: Wikipedia.org hat mal wieder deutlich Reichweite und Image gewonnen, Google hat mit Knol ein eigenes Projekt gestartet, das in ähnliche Richtung zielt – nur beim Brockhaus scheint man trotz der deutlichen Verluste nicht begriffen zu haben, dass eine Onlinestrategie, wie man sie die letzten Jahren gefahren hat, in Zukunft vor die virtuelle Wand führt. Umso verwunderlicher, da ich die letzten Wochen beobachten konnte, dass der Brockhaus mit „meyers.de“ deutlich an Sichtbarkeit im Googleindex gewinnen kann.

Wie ich auf das Thema komme? Heute morgen gab‘ es im Radio einen Beitrag über den Gründer des Brockhaus, Friedrich Arnold Brockhaus. Ein Glück, dass der das derzeitige Management nicht mehr erlebt.

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Kommentare
Thomas Promny   
20. August 2008, 23:33

Mit dem Thema hab ich mich zufällig auch schon beschäftigt. 😉
meyers.de ist doch auch nicht so schlecht für den Anfang und laut deren Aussage, ein erster Test.
Aus brockhaus.de kann man dann sicher auch noch einiges machen.

Andreas   
21. August 2008, 12:03

man solls auch positiv sehen. In Zeiten der Kapitalisierung von alles und jedem gibts noch immer NPO wie dem Unternehmen Brockhaus, die auf vieles verzichten und nicht auf die Mode-Erscheinung „Internetz“ aufspringen.

Tim   
21. August 2008, 13:37

Ich habe in den letzten Wochen auch einegute Entwicklung bei Meyers.de beobachtet, habe sogar schon ein paar Nischenbegriffe gefunden bei denen Meyers vor Wikipedia steht trotz mangelnden Inhalten.

Constantin   
21. August 2008, 18:29

Muss es denn immer online sein?

Ich bin nicht der Meinung, dass man ein gut eingeführtes Lexikon wie den Brockhaus zwingend ins Internet bringen muss.
In meinen Augen ist die Zielgruppe für gedruckte Enzyklopädien immernoch groß genug. Man muss eben Abstriche machen und sich auf die verbleibende Nische konzentrieren.

Und ist denn der Erfolg einer Enzyklopädie tatsählich über die Positionen in den Suchmaschinen zu ermitteln?

Denn beispielsweise für Schul- oder Uniaufgaben wird Wikipedia nach wie vor nicht als Quellenangabe anerkennt. Der Brockhaus – sofern er denn nicht zu alt ist – allerdings schon. Das ist eine entscheidende Kernkompetenz, die man wahren sollte.

tba   
21. August 2008, 19:20

@constantin
Erfolg ja, Qualität nein.
Das ist ein Unterschied.

sanoba   
21. August 2008, 20:46

Auch ich konnte schon oft meyers.de in den Ergebnissen entdecken – mal sehen was sie aus dieser Entwicklung machen werden …

Christian   
25. August 2008, 16:20

Gute Ergebnisse für meyers.de sind mir bis jetzt eigentlich noch nicht aufgefallen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden…

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