Google führt neue Link-Attribute ein: Sponsored & UGC

Johannes Beus
Johannes Beus
11. September 2019
Johannes Beus
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Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Rund 14 Jahre nach Einführung des Nofollow-Attributs, stellt Google zwei neue Link-Attribute vor: Sponsored und UGC. Auch ändert Google die Behandlung dieser Attribute im Crawler sowie Ranking. Mehr in diesem Blogbeitrag.

Links sind die Grundlage von Googles Ranking-Algorithmus. Mit dem Nofollow-Attribut können Webmaster einzelne Links für Google entwerten. Es galt: weder der Crawler noch der Ranking-Algorithmus sollte diese Links beachten. Nun hat Google eine Überarbeitung des Nofollow-Attributs angekündigt:

  • Mit ‘sponsored’ und ‘ugc’ gibt es zwei neue Link-Attribute mit einem anderen Zweck als zuvor ‘nofollow’.
  • Link-Attribute werden nicht mehr als Anweisung, sondern als Hinweis an den Crawler und Ranking-Algorithmus betrachtet.
  • Die Anpassungen sind Rückwärtskompatibel. Es gibt keine Notwendigkeit für Änderungen an bestehenden Webseiten.

Neue Attribute: rel=’sponsored’ & rel=’ugc’

Wird ein Link mit dem Nofollow-Attribut versehen, fiel er bislang vollständig aus Googles Linkbewertung raus: das Attribut war eine Anweisung des Webseiten-Betreibers, dass er für den Link keine Verantwortung übernehmen will. Ab sofort gibt es neben dem Nofollow-Attribut, das weiterhin gültig ist, zwei weitere Link-Attribute, um Links genauer zu beschreiben:

Mit dem Sponsored-Attribut (rel=’sponsored’) sollen Links gekennzeichnet werden, für die eine Gegenleistung geflossen ist: klassische Werbung, gekaufte Links, Empfehlungen, die es ohne Geld nicht gegeben hätte und vergleichbare Links.

Das UGC-Attribut (rel=’ugc’) steht für User Generated Content, also nutzergenerierte Inhalte. Es soll Anwendung finden, wenn nicht der Webseitenbetreiber selbst, sondern die Nutzer der Webseite Links setzen. Klassische Anwendungsfälle dafür sind Blogkommentare oder Links in Foren.

Das Nofollow-Attribut (rel=’nofollow’) ist weiterhin gültig und behält seine ursprüngliche Aussage: der Webseitenbetreiber möchte mit diesem Link keinerlei Empfehlung abgeben.

Von der Anweisung zum Hinweis

Bislang war das Nofollow-Attribut eine Anweisung an Google: weder sollte der Google-Crawler dem Link folgen noch sollte der Ranking-Algorithmus den Link als Rankingsignal nutzen. Das hat sich jetzt geändert: aus der Anweisung ist ein Hinweis geworden.

Ähnlich wie schon bei der Behandlung von Hreflang-Tags, wird Google die Link-Attribute lesen, sie aber nur als einen Hinweis auf die korrekte Behandlung des Links nutzen. Die Folgen:

  • Ab sofort werden alle per Rel-Attribut gekennzeichneten Links an den Ranking-Algorithmus weitergegeben.
  • Ab dem 1. März 2020 wird der Googlebot diesen Links folgen und die Zielseiten indexieren.

Was bedeutet das für mich?

Die Änderungen von Google sind (fast vollständig) rückwärtskompatibel. Es gibt für Webseitenbetreiber keinen Grund, Änderungen an der Linkauszeichnung bestehender Seiten vorzunehmen.

Lediglich die Tatsache, dass der Googlebot ab dem 1. März 2020 Nofollow-Links ebenfalls folgen wird, sollte bedacht werden. Allerdings war die Kennzeichnung eines Links mit Nofollow auch bislang keine wirksame Möglichkeit, um das Crawling von Seiten zu unterbinden.

Fazit

Googles Feldzug gegen den Linkverkauf scheint ihnen jetzt auf die Füße zu fallen. Große und wichtige Teile des Internets, wie beispielsweise die deutschsprachige Wikipedia, kennzeichnen ausgehende Links mittlerweile pauschal mit dem Nofollow-Attribut und entziehen sie somit dem Link-Graphen.

Google benötigt diese Signale aber weiterhin für das Ranking. Daher gibt es nun zwei neue Link-Attribute, um Links besser zu differenzieren. Auch sieht Google diese Attribute nur noch als Hinweis, nicht als Anweisung.

Für Webseitenbetreiber gibt es bei den Änderungen wenig zu gewinnen: sollte sowieso eine Überarbeitung der Link-Attribute anstehen, können die neuen Werte von Google genutzt werden – Ranking-Vorteile sollte man sich davon aber nicht versprechen.

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Kommentare
Jochen Wagner   
11. September 2019, 11:07

Hallo zusammen,
wie werden denn Affiliate-Links bewertet? Sind diese schon „Sponsored“ oder unspezifisch „no follow“?
LG
Jochen

Johannes Beus   
11. September 2019, 11:10

Affiliate-Links sind Werbung, damit „sponsored“

Carsten   
11. September 2019, 11:12

Die bekommen Ihren Bumms nicht mehr so richtig in den Griff, der Eindruck verstärkt sich.

Vielleicht geht über Jahre Expertise verloren oder die Trennung zwischen Webmaster und GoogleMitarbeiter ist zu gross. Vielleicht erwarte ich auch zu viel.

Aber das letzte Core Update z.B. war zu stark Brandlastig. Und dann muss externen User über Monate vehement auf die Subdomain Problematik hinweisen und google wird aktiv. „Natürlich nicht deswegen“ :).
Muss google selber erkennen finde ich.

Jetzt diese Linkattribute. wirkt so: Wir können dem wohl stärksten Rankingfaktor als Einfluss von aussen nicht Herr werden. Was da die Zeitungen an Artikeln verkaufen können wir nicht erkennen. Daher bieten wir diese Attribute an. Vielleicht setzten ein paar Verlage ja diese Kennung und helfen uns dabei ein paar Artikellinkkäufe besser erkennen zu können.
Wer es macht wird im Nachteil sein denke ich.

Tim   
11. September 2019, 11:41

Danke für den tollen Beitrag. Wenn ich als Nutzer aufgrund der Rückwärtskompatibilität nicht aktiv werden muss und es dem Ranking sowieso nichts bringt oder schadet, warum sollte ich die Attribute dann überhaupt anpassen? Ich sehe das Big Picture gerade nicht ganz, denn mit nofollow distanziere ich mich doch von jeglicher Intention, oder? 🙂 LG

Niels   
11. September 2019, 19:06

Wer bereits heute Links verkauft und diese nicht als Werbung kennzeichnet, verstößt gegen die Regeln von Google und in Deutschland gegen geltendes Recht. Ich denke nicht, dass klassische Linkverkäufer durch diese neuen Attribute etwas ändern werden. Wieso auch? Dann würde doch nur publik, was sie bislang heimlich getan haben.

Die Kennzeichnung mit rel=“sponsored“ dürfte insbesondere Anwälte freue. Schauen wir mal, welche Anwälte hier ein neues Spielfeld für sich entdecken.

Der T-Typ   
13. September 2019, 14:11

Hallo und Danke für diesen tollen Artikel.
Eigentlich sind die neuen Linkattribute ja nichts anderes, als das stillschweigende Eingeständis, dass sie dem Linkkauf/Linkverkauf nicht Herr werden und eben diesen nicht richtig erkennen können.

Im Umkehrschluss liest sich das nun so, als ob der Linkkauf in Zukunft erlaubt wäre, wenn man ihn mit entsprechenden Attributen versieht.
Eigentlich kommt das einer kleinen Revolution gleich.
Die spannende Frage ist nun, wie wird google im Bezug auf das Ranking in Zukunft mit den einzelnen Linkattributen umgehen.
Es wird spannend!

Beste Grüße
T-Typ

Podcast-Schwemme, Neue Google Link-Attribute, Gewinner Marketing-Underground Podcast   
13. September 2019, 14:30

[…] und Martin nicht einig … Mehr darüber: Sistrix: Google führt neue Link-Attribute ein: Sponsored & UGC Seo-United: Google kündigt neue Linkattribute an – sponsored & ugc ergänzen nofollow […]

Kamil   
20. September 2019, 09:49

Hallo, vielen Dank für die hilfreichen Informationen. Ich behaupte das Gegenteil von Tim. Anhand der Spezialisierung von den Links kann Google viel besser einschätzen, welche Links wie gewertet werden sollen. Vor allem die die Differenzierung von den klassischen DoFollows und UCGs sollten dies klar geben. Ein Link, welches von einem Webseitenbetreiber, wessen Domain eine hohe Autorität hat, sollte viel besser gewertet werden, wie ein Link von einem Forum, in welchem jeder Nutzer sich anmelden und schreiben kann.
Beste Grüße

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