Google nimmt deutsche Linknetzwerke ins Visier

3. Februar 2014, 21:18

Misst man die Bedeutung eines Rankingfaktor am Aufwand, den Google betreibt, um weiterhin nutzbare Daten als Grundlage für den Algorithmus zu haben, so ist zumindest klar: Links sind weiterhin elementarer Bestandteil guter Rankings. Google hat in den letzten Jahren versucht, schlechte Links automatisiert von Guten zu unterscheiden. Mit dem Penguin-Update ist ihnen das auch teilweise geglückt – allerdings auch nur teilweise und lückenhaft.

Nun greift Google in Europa zu einer anderen Strategie und will Linknetzwerke, die Links im großen Stil an verschiedenen Kunden verkaufen, direkt ins Visier nehmen. Ein erster Schritt ist in Frankreich zu beobachten: Buzzea, ein von Cutts in einem Tweet genannten französisches Linknetzwerk wurde von Google entwertet und hat als Reaktion die Türen einfach dichtgemacht. In eher befremdlichen Duktus kündigt Matt Cutts nun auch,dass auch Deutschland in den Fokus rückt: „Heute Frankreich, bald Deutschland.

Natürlich brodelt seitdem in Deutschland die Gerüchteküche: welche Netzwerke wird es wohl treffen? Wann wird Google zur Tat schreiten? Wird Google, wie in Frankreich, nur ein Netzwerk aus dem Spiel nehmen oder direkt mehrere? Wie blank die Nerven liegen, zeigt sich an einer Newsmeldung der Internetworld von heute. Dort wurden ein paar Namen von großen Linknetzwerken genannt – nach kurzer Zeit war der Artikel überarbeitet und frei von Firmennennungen.

Eines ist jetzt allerdings schon klar: Google wird mit der Aktion dem Markt dabei helfen, sich zu professionalisieren, die Qualität zu steigern und in das nächste Level des Cutts-und-Maus-Spiels (einen Kalauer musste ich einfach unterbringen) aufzusteigen. Die Nachfrage nach guten Links wird dadurch allerdings ansteigen – ein Pyrrhussieg für Google.

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

 
  4. Februar 2014, 08:22

Da stimme ich Dir zu, sind doch die Links notwendig, um mehr Informationen darzustellen und Webseiten miteinander zu verbinden. Ein Internet ohne Links ist kaum vorstellbar.

 
  4. Februar 2014, 09:58

Deinem Fazit ist nichts mehr hinzuzufügen Johannes, schließlich hat das Internet seinen Ursprung in der Vernetzung von Dokumenten…

 
  4. Februar 2014, 10:45

Wer sehr lange sehr einfach und günstig Links aufgebaut hat wird jetzt Probleme bekommen. Es gibt ein Tutorial von 2012 zum Aufdecken von Linknetzwerken mit den LRT Tools. Einmal angefangen wird man schnell staunen wie viel Spam es eigentlich wirklich gibt. Wenn nur ein Teil dessen verschwindet ist schon viel Gutes passiert. Gerecht wäre aber auch wenn nicht nur die Linknetzwerke betroffen wären mit Standard Wp Installation, gescrapeten Content und harten Anchor Texten, sondern auch die hochwertigen Linknetzwerke. Schließlich ist Linkkauf Linkkauf egal ob der Link 10 oder 1000 Euro kostet (undLinkkauf ist auch dann Linkkauf wenn der verlinkende Artikel hochwertig ist, nicht hart verlinkt und auf einem angesehenen Portal oder Zeitung platziert ist)

 
  4. Februar 2014, 16:27

Was ich wirklich immer noch extrem erstaunlich finde, wie viele „SEOs“/online Marketing Firmen mit Linktausch/Linkkauf in der einfachsten Form arbeiten. Nachdem bereits so oft Websites abgestraft wurden und ein Google Update nach dem anderen gefahren wird, machen trotzdem so viele noch ganz normal weiter, da es sie ja bisher noch nicht getroffen hat, denken einige sie machen alles richtig. Na wir werden sehen was das Jahr bringt 🙂

 

[…] Google nimmt deutsche Linknetzwerke ins Visier […]

 
  7. Februar 2014, 08:22

Finde ich gut. Der Verkauf von Links hat nichts mit einer natürlichen Verlinkung thematisch verwandter Inhalte zu tun.

 
  7. Februar 2014, 13:18

[…] Meinungen rund um das Thema Links, und auch diese Woche bleiben Links ein heißes Thema. Auf dem sistrix-Blog fasst Johannes Beus die Ereignisse nochmals zusammen und zieht ein klares Fazit: Hochqualitative […]

 
  8. Februar 2014, 15:56

Hi,

Aktionen sind schon durchgeführt, weitere Folgen laut Matt Cutts Tweet am 7.2.

https://twitter.com/mattcutts/statuses/431581629933289472

 
  25. Februar 2014, 08:46

Basierend darauf, dass der Google Algorithmus zu einem grossen Teil auf Backlinks beruht und dass Links im Prinzip nichts anderes als Empfehlungen für eine andere Webseite sind, wird sich an dem „Cutts-und-Maus“ Spiel in absehbarer Zeit vermutlich kaum etwas ändern. Wie lückenhaft und unvollkommen die Abwehrmethoden von Google sind, zeigt sich doch auch gerade am Kommentar oben von Marcel Rudolph – falls diese simple Verlinkung nicht funktionieren würde, würde wohl kaum jemand Geld dafür investieren. Linkbuilding wird folglich auch in Zukunft ein wichtiger Faktor der Suchmaschinenoptimierung bleiben – eben nur laufend raffinierter umgesetzt.

 

[…] es tatsächlich passiert! Schon am 03.Februar hatte Johannes Beus von Sistrix in seinem Artikel Google nimmt deutsche Linknetzwerke ins Visier darüber berichtet, dass Google in Europa Linknetzwerke, die Links im großen Stil an […]

 

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