Google vs. Linkhandel, Teil 42

· 17. April 2012 · 0 Kommentare
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Der Handel mit Links zur Manipulation der Google Ergebnislisten ist fast so alt wie die Suchmaschine selber. War es in den Anfängen noch ein überschaubar kleiner Markt mit entsprechend geringen Auswirkungen auf die SERPs, scheint Google das Thema seit 2007 doch so stark zu beschäftigten, dass man einen seitdem andauernden öffentlichen Kampf gegen Käufer und Verkäufer führt. Das „Google Gewissen“, häufig in Personalunion mit Matt Cutts auftretend droht, bittet, schüchtert ein – und am Ende der Aufführung hat sich dann doch nichts geändert und das Spiel geht im kommenden Jahr erneut los.

Vor ein paar Wochen war es mal wieder soweit: dieses Jahr hat Google die Ansprache etwas persönlicher gewählt und in der Inbox sehr vieler Google Webmaster-Tools-Accounts eine kurze Grußbotschaft hinterlassen, in der von unnatürlichen Links auf die eigene Webseite die Rede ist. Dabei ist Google (natürlich) nicht konkret geworden, sondern blieb bewusst ominös. Man solle die Links doch bitte entfernen und danach erneut an der Google Pforte vorstellig werden. Flankiert wurde die Maßnahme von extrem vagen Andeutungen, dass Links künftig anders bewertet werden und ein paar Grimassen von Matt Cutts zum Thema Überoptimierung von Webseiten. Um die eigene Entschlossenheit zu unterstreichen, gab es ein paar Bauernopfer (passenderweise im Leadgen-Bereich, bestimmt uninteressant für Google in Zukunft).

Schau ich mir die Reaktionen in der SEO-Branche an, scheint Google mit diesem Anlauf mehr Erfolg zu haben, als die letzten Jahre. Häufig unreflektiert werden Googles geschickt gestreute Äußerungen übernommen, Links werden abgebaut, Linkverkäufer zum Eigenschutz in den Webmaster-Tools benannt. Auch bei denjenigen, die aktuell noch nicht aktiv werden, hinterlassen solche Aktionen Eindruck: vielleicht ist ja doch etwas dran und ich kaufe diesen Link jetzt besser nicht?

Ich bin schon gespannt auf die Google-Aufführung des kommenden Jahres.

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Hanns Kronenberg
17. April 2012
   17. April 2012, 09:35

Ich denk auch, dass Google diesmal etwas mehr Erfolg hat. Wer unbedacht Links kauft riskiert viel und das sollte man auch nicht tun. Bei anderen Werbemaßnahmen nimmt sich doch auch viel Zeit, z.B. dass der Banner gut aussieht und dass der Banner zum Thema passt, dass der Banner gut konvertiert etc. Auch bei Links sollte man auf vielen Faktoren achten, vor allem, dass der Link auch ohne Google-Effekt Sinn macht. Der Link sollte einen thematischen Mehrwert bieten bitten und ein paar Besucher auf die Seite locken.

pip
   17. April 2012, 09:44

Ich denke die Panikmache hat dieses Mal tatsächlich ausgesprochen gut funktioniert, war gerade im DE-Markt aber auch dringend überfällig.

Dass obsolute Linkbuilding-Taktiken immer wieder mit dem Argument „funktioniert noch super“ verkauft und praktiziert worden sind, hat dazu geführt, das immer mehr „sauber“ arbeitende Webseiten demotiviert ihre letzten Standards aufgegeben haben, weil unsaubere Konkurrenten trotz 2006er Linkbuilding-Tactics an ihnen vorbeigezogen sind.

Von daher finde ich es gut, dass denen die sich an die Webmaster Guidelines halten nun auch mal ein sonniger Tag geschenkt wird und die, die mit der Begründung „Erfolg“ drüber hinwegsehen mal eins rüberbekommen. 😉

   17. April 2012, 10:07

Die Panikmache funktioniert prima!!! Blöd nur für die Linkaufbauer die ehrlich (bzw. quasi natürliche) Links aufgebaut haben und deren Kunden nun sämtlich incentivierten (bzw. bezahlten) Links offen legen. Falls Google da reagiert triffts auch diejenigen die mit Qualität Links aufbauen (lassen) aber die Kollateralschäden nimmt man in Kauf.

pip
   17. April 2012, 10:17

Nun ja, gemäß Richtlinien ist das kein Kollateralschaden sondern AUCH eine unerwünschte Manipulation, obgleich anderer Qualität…

   17. April 2012, 10:44

Ich finde es gut, dass sich Matt Cutts Gedanken macht. Aber er gibt halt immer nur die Vorgaben aus. Die SEOs werden Mittel und Wege finden auch diese Vorgaben elegant zu umschiffen. Solange man mit SEO Geld verdienen kann und das wird sich auch nie ändern, solange werden auch die SERPs optimiert sein, positiv oder negativ bleibt dahin gestellt.

   17. April 2012, 11:04

Das richtet sich wohl eher gegen „industrielle“ Linknetzwerke, die man relativ sicher identifizieren kann. Den kleinen Linkkauf /-tausch wird man so nicht unterbinden können.

   17. April 2012, 11:43

Als Reaktion im Tauschgeschäft haben uns sogar einige angerufen und darum gebeten die harten Keywordlinks auszubauen.
Die Reaktion der Szene ist aufjedenfall groß. Dies ist aber doch auch verständlich, wenn man sich die Top-Abstürtze der letzten Wochen anschaut. Wenn Brands mit Fernsehwerbung im SEO Federn lassen müssen bewegt sich was 🙂
Bleibt spannend!!

   17. April 2012, 12:38

Finde dass die Mails in den WMT die wohl beste Waffe gegen Linknetzwerke sind, weil diese früher oder später verpetzt werden, sodass es egal ist, wie gut man solche Netzwerke aufbaut.

   17. April 2012, 21:31

Immer mehr Webseitenbetreiber erhalten von Google in den Webmaster Tools die Meldung über gekaufte Links, also unnatürliche Links.

Oft folgt kurz darauf ein heftiges Penalty und nach dem Motto: „Sichtbarkeit weg – Umsatz weg“, geht den betroffenen Unternehmen sehr viel Geld durch die Lappen. Es besteht also hektische Aufregung und dringender Handlungsbedarf. Doch wie reagiert man, ohne es später zu bereuen oder unter Umständen teuer zu bezahlen, denn dabei bieten sich einige interessante Fallstricke.

   18. April 2012, 01:28

Ich denk auch das diese Panikmache, ein kleverer Schachzug von Google war.

   18. April 2012, 23:03

Durch die Vormachtsstellung des Suchmaschinengiganten wird dieser Warnschuss mit Sicherheit ernster genommen werden als bisherige Versuche, die Webmaster von künstlichem Linkbuildung abzuhalten.
Wer Links einkauft, wird bestraft, denn dieses Vorgehen macht den Sinn eines funktionierenden Internets, das Empfehlungsnetzwerk, kaputt. Daher hoffe ich, dass viele die nette Nachricht im Webmaster-Bereich ernst nehmen.

   19. April 2012, 13:15

Linkkauf und -tausch sind für viele Webmaster ein tägliches Business. Und irgendwie sind ganz viele offenbar davon ausgegangen, dass Google sich damit arrangiert habe. Ansonsten ist der jetzige Aufschrei kaum zu verstehen. …

   20. April 2012, 11:08

Ich befasse mich mit diesen Thematiken auch zunehmend mehr und es widert mich teilweise echt an, wie dieser Suchmaschinengigant doch ebenfalls die Politik auf die Links ändert, wie es zu ihrem Besten ist.
Hochwertige, organisch aufgebaute Seiten werden oft nicht bedacht, weil Google durch eigene Unternehmen und Beteiligungen.

Greetz Danny

   21. April 2012, 13:32

Könnte es nicht auch sein dass Google mit den Nachrichten im WMT und den darauffolgenden Reconsideration Requests versucht, Rückmeldungen zu erhalten um die Effektivität des Alogrithmus im Erkennen von aggressivem Linkbuilding zu erhöhen?

   23. April 2012, 13:10

Wenn es Google wirklich „sehr“ ernst mit den Kampf gegen den Linkhandel meint, dann wäre es sicherlich einmal angebracht – die Backlinkverkäufer von Plattformen wie z.B. von ebay(.)com / fiveer(.)com u.v.m anzugreifen

Ich spreche hier insbesondere von Pay-Links wie z.B. PR6 Lifetime für 5USD 🙂

Naja, ich bin mal gespannt was das Jahr noch bringt…

Beste Grüße,
Jennifer

Frank
   23. April 2012, 16:59

Interessant zu lesen wie viele Moralapostel sich hier rumtreiben, die anscheinend SEO ohne Linkbuying betreiben. In vielen Branchen/Bereichen ist es doch so, das egal wie gut der Content einer Webseite ist, ein externen Linkaufbau von alleine nicht erfolgt. Die meisten Webmaster gönnen sich den Dreck unter den Fingernägeln nicht. Da werden Links sogar durch nofollow entwertet, um bloß keinen Pagerank abzugeben. Eine qualitative Webseite oder ein Portal zu einem Thema zu erstellen und dann hoffen, dass genügend externe Links auf die Seite erfolgen um damit gut zur ranken ist in 99.999% der Fälle Träumerei. In der ganzen Diskussion geht es doch nur darum, wer am besten bescheißt. Linkbuying wird nicht aufhören, sondern wird sich nur verschieben (weg von Netzwerken hin zu kleinen Deals). Es ist doch klar das google die SEOs demotivieren möchte, um noch mehr Interesse für Adwords zu wecken. Ganz nach dem Motto „Kauft Adsense Klicks, nicht Backlinks“.

   25. April 2012, 17:35

Naja ich lehne Link Kauf generell ab. Von daher beschäftigt mich dieses Problem nicht allzusehr. Die Art wie Google es uns in diesem Fall mitteilen möchte scheint mir doch etwas merkwürdigt zu sein. Wer weiss vielleicht hinterlässt es Eindruck. Ich denke wer sich hier nicht die Finger verbrennen möchte sollte einfach auf den Klassiker setzen…

Ferenghi
   25. April 2012, 19:38

mhhh, war das eventuell eine Vorschau auf das was heute und in den letzten Tagen passiert ist…

   30. April 2012, 17:11

I am not AT ALL convinced that link exchanges in general are in any way unethical.

There are some kinds of link exchanges that could be.

Google is very adamant that any paid links must be marked with the nofollow attribute. That’s just not right; if I sell books, it’s perfectly reasonable that I earn money when I sell you a book. If I have a popular website, it’s perfectly reasonable that I earn money by linking your site upon your purchase of that link.

Further, it’s not actually true that link exchanges are as old as search engines are. Actually link exchanges – also known as reciprocal links – are quite a lot OLDER.

At one time, links to other sites than our own were the only way any web surfer could find anything new. I had what at the time was one of the very first websites; right on my homepage I linked every single website that I found informative, interesting, funny or in some other way compelling. Many other sites linked my own site as well, for the same reason.

Now it’s quite uncommon for commercial sites to link any site other than their own unless they feel they can get something of substantial value to themselves by doing so, such as a boost in SEO by linking an „Authority Site“.

That’s just wrong.

Frankly, if we posted MORE link exchanges rather than less of them, there would be a whole lot less reason for the search engines to even exist.

Maybe that’s what Google is so afraid of.

Keep Up The Good Work!

Mike Crawford
Dulcinea Technologies Corporation
Software of Elegance and Beauty

   1. Mai 2012, 23:30

Es sind immer die Backlinks der anderen die böse sind, ein Backlink wird nicht ethischer wenn er nur getauscht statt gekauft ist. Es ist das Ziel der Manipulation, welches google so verwerflich findet. Werdet endlich nicht mehr clevere Webmaster sondern tumbe Adwords-Klicker..dann hat Google euch wieder lieb. [ironie off]

   3. Mai 2012, 07:14

Hi Menschen, ist euer Zaster bissel ärmlich
Ihr wollt doch uff den neusten Konstitution solcher Technologie
im Areal Mobilfunk standhalten. iPhone 4 raten erwerbung das ist die Lösung bar Schufa Prüfung wie noch
zusätzlichen aufwendung. In diesem Fall finden Sie Interessante Tipps gegen sich ein
iPhone 4 frei große kosten zu erwerben vorher allem sondern Volk
per einem kleinen Brieftasche.

   6. Mai 2012, 19:08

The search engines is very determined that any compensated back-links must be noticeable with the search engines feature. That’s just not right; if I offer guides, it’s completely affordable that I generate income when I offer you a publication. If I have a well-known web page, it’s completely affordable that I generate income by connecting your site upon your buy of that web link. Thanks

   13. Mai 2012, 19:38

Wenn man eine Nachricht in den WMT hat, wegen Linkkauf, in welchem Zeitraum erfolgt dann ungefähr die Rücklistung?

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